26.05.2012 21:43 | Meine Presse Merkliste 0

Erste Group: Fleißiges Bienchen statt "S"

29.03.2011 | 10:38 |   (Die Presse)

Wegen eines Lizenzstreits mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) trennen sich die heimische Erste Bank und Sparkassen von ihrem bekanntem „S“-Logo. Der heiße Kandidat für die Nachfolge: die Biene.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Apa/Hie. Dieser Streit könnte das Ende einer Ära sein – und der Wegbereiter für eine neue. Die heimische Erste Group liegt im Clinch mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Diesem könnte jetzt das bekannte „S“-Logo zum Opfer fallen. Es ist das Aushängeschild der Erste Group Bank, ihrer Tochtergesellschaften und der österreichischen Sparkassengruppe. Eine mögliche Kandidatin für die Nachfolge ist – die Biene.

Hintergrund ist eine Auseinandersetzung über Lizenzgebühren zwischen der Erste Group und dem DSGV. Letzter hält die Rechte am roten „S“-Logo. Die österreichischen Sparkassen, wie auch die börsenotierte Wiener Erste Group, nützen das Logo über Lizenzen.

Dafür blättern die Österreicher derzeit jedes Jahr eine Million Euro hin. Die Erste hat an vier von 53 Sparkassen in Österreich die Mehrheit. Das sind auch jene Sparkassen, die das „S“ künftig nicht mehr tragen dürften.

Anstoß des Ärgernisses des DSGV war die Expansion der Erste Group in die Ukraine und nach Moldawien. Der Verband wirft der Bank vor, das Logo in den beiden Ländern ohne Lizenz zu nützen.

Der DSGV wollte daraufhin der Erste Group höhere Lizenzgebühren in Rechnung stellen. Wie die deutsche „Welt“ berichtete, wollte der DSGV die Expansion der Erste Group nützen, um mehr Geld in seine Kassen zu spülen. Angeblich soll es um eine Summe von zehn Millionen Euro gehen.

Der DSGV bestätigte, dass die Lizenzgebühren für Osteuropa neu verhandelt würden. Ums Geld gehe es dabei „unter anderem, wenn auch nicht in erster Linie“.

Die zehn Millionen Euro, so heißt es vom DSGV, seien aus der Luft gegriffen. Aber er bestätigte, dass es keine Einigung gegeben habe. Laut einem Gutachten, das der DSGV vor einiger Zeit erstellen ließ, soll der Markennutzungswert des Logos gar bei 50 Mio. Euro liegen, schreibt die „Welt“.

 

Nachdenken über Logo-Ersatz

Diese Zahl hat der DSGV nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Per Pressemitteilung hält er fest: „Der abgeschlossene Lizenzvertrag hat weiterhin Bestand. Er ist von keiner Seite gekündigt worden.“

Allerdings, so der DSGV weiter, habe man feststellen müssen, „dass die Marke durch die Erste Bank ohne entsprechende Vertragsgrundlage in mindestens zwei Ländern genutzt wird“.

Bald wird sich die Erste voraussichtlich ganz von ihrem derzeitigen Logo verabschieden. „Erste Group und Sparkassen denken über ein neues Logo nach“, teilte sie am gestrigen Montag mit. Nachgedacht wird über einen Ersatz des derzeitigen Logos bei der Erste Group, all ihren Töchtern sowie der österreichischen Sparkassengruppe. Ein „entsprechender Meinungsbildungsprozess“ solle zügig abgeschlossen werden.

 

„Besinnung auf die Wurzeln“

Im Mittelpunkt des Meinungsbildungsprozesses steht im Augenblick ein altbekanntes Sparkassen-Logo: die Biene. Michael Mauritz, Konzernsprecher der Erste Group, will sich aber noch nicht festlegen.

„Wir diskutieren im Moment um das Bienen-Sujet herum. Aber das heißt nicht, dass es das wird.“ Doch die Sympathie ist auf jeden Fall schon einmal da – und groß: „Es ist eine Möglichkeit, sich in diesem Zusammenhang einmal auf seine historischen Wurzeln zu besinnen“, sagt Mauritz.

Von der Erste wird die Biene seit dem Ende der 1990er-Jahre verwendet. Aber viele Sparkassen, haben sich schon davor des Sujets bedient.

Ab dem zweiten Quartal des kommenden Jahres könnte sie wieder auf 3300 Erste-Filialen – davon 1000 in Österreich – zu finden sein. Bis dahin soll der „Meinungsbildungsprozess“ nämlich abgeschlossen sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

22 Kommentare
Gast: Gast 99
04.04.2011 22:04
0 0

Die HEUSCHRECKE als Logo

ist die einzig richtige, wegweisende Wahl!
In dieser Zeit eine Biene für ein Logo zu wählen, ist doch lächerlich....
Sparen ist heute - nicht nur wegen der niedrigen Zinsen - einfach spiessig. Investmentbanker, Aktiengurus, Finanzhaie - das macht Sinn: Milliarden vom vertrottelten Arbeitervolk abschöpfen!

Gast: 08/15
29.03.2011 15:43
0 0

Was heißt hier neues Logo ?


Schon der Gründer des „Verein der Ersten österreichischen Spar-Casse“, Jean Baptiste Weber, hatte 1819 die Biene als Symbol gewählt.

Ich selbst hatte noch Sparbücher mit diesem Logo.

Warum Treichl & Co ein anderes Signet gewählt haben, ist mir sowieso schleierhaft!





Gast: Hemingway
29.03.2011 11:31
0 0

@ Papagallo; rechtfertigt sich hier die Gattin eines Banksters ?

Also, Neid ist mir fremd und frisst mich nicht.

Ich werde aber möglicherweise mehr Zufriedenheit für mich und andere verbreiten, wenn für kriminelle und korrupte Banker - die die Bevölkerung ausrauben- die Handschellen klicken und diese Typen für einige Jahre anstatt Nadelstreif Gestreiftes zu tragen haben....

Gast: gasgas
29.03.2011 09:05
0 0

50 mio. lizenzgebühr für ein

recht so. nicht erpressen lassen. die ERSTE hat ja auch zum wertzugewinn des logos kräftig beigetragen. der vergleich mit dem bienenstock hat was!

GreenE
29.03.2011 08:50
1 0

was ist mit dem sparefroh?

das war doch wohl das schirchste maskottchen aller zeiten... vor dem hab ich mich als kind schon gefürchtet.

Antworten toumai
29.03.2011 09:24
0 0

Re: was ist mit dem sparefroh?

"... hab ich mich als kind schon gefürchtet."

Die Behandlung war aber doch von Erfolg? (ich hab' ihn geliebt, den kleinen lieben Sparefroh mit dem Schilling-Bauch und der frechen Locke auf der Stirn).

Gast: Fauler Willi
29.03.2011 07:59
0 0

DER Biene, bitteschön!

Der eifrige Sammler Treichl ist ein Mann.

0 0

Biene?

Die könnte man dann einfach "Sumsi" nennen?
Das da noch keiner darauf gekommen ist....

Antworten toumai
29.03.2011 09:25
0 0

Re: Biene? Das da noch keiner darauf gekommen ist?

"Sumsi" ist ein geschützter Begriff und dessen Verwendung kostet!

Wrdlbrmpft
29.03.2011 01:30
10 0

Die Biene passt gut!

Und zwar als Allegorie auf die kleinen Sparer, die wie die Bienen fleißig ihr sauer Erspartes zum Bienenstock (Bank) bringen, wo dann ihr Honig (Geld) geschleudert und abgeschöpft wird und sie als Ersatz Zuckerwasser bekommen, damit sie nicht über den Winter verhungern und im nächsten Jahr brav wieder Honig eintragen!
Leider werden die Drohnen (Manager) nach dem Hochzeitsflug (Börsengang) nicht von den Arbeiterinnen umgebracht!

Gast: Hemingway
28.03.2011 23:08
5 6

Wie heisst der Chef einer grossen Öst Bank, der verganenes Jahr 2,8 Millionen Euro 'verdient' hat ?

Das Logo ist mir egal, nicht aber, wenn sich Chefs von Großbanken in unmoralischer Weise Geld aneignen, das sie nicht verdient haben konnten.

Krankenschwestern, die sich für Kranke und Behinderte aufopfern, erhalten monatl.1500.-- Euro und können es sich nicht leisten, frech auf dem Opernball auf die anständigen Steuerzahler hinunterzulächeln....

Antworten Papagallo
29.03.2011 08:30
2 3

Re: Wie heisst der Chef einer grossen Öst Bank, der verganenes Jahr 2,8 Millionen Euro 'verdient' hat ?

Sie werden sehen, irgendwann frisst er Sie, der Neid. Nicht gut für Herz und Nieren. Sie sollten etwas weniger auf anderen schimpfen, statt dessen selbst mehr leisten und einfach mehr Zufriedenheit verbreiten. für andere und sich selber.

0 0

Neid? ist ja lächerlich

was berechtigt einen Menschen das 1000fache eines anderen zu verdienen? er hat auch nur einen 60h tag. Und die Bildung vom Treichl ham auch viele andre.

Ach ich vergaß, das Netzwerk....

Antworten Antworten Antworten Gast: international_
29.03.2011 10:56
0 0

Re: Neid? ist ja lächerlich

da haben sie ja prinzipiell recht - aber es ist ungerecht nur auf den herrn treichl zu schimpfen, weil der gerade ein neues logo sucht.

da gibt es dutzende andere auch, deren bezüge als lobbyisten, manager etc. in keinem verhältnis zur leistung stehen.


Antworten Antworten toumai
29.03.2011 09:00
0 0

... irgendwann frisst er Sie auch, Ihr Neid.


Statt sich morgens schon, vor 09:00 in der Zeitung zu dümmeln sollten Sie Ihrem unselbstständigen Erwerb nachgehen und die zusammengerafften ...-noten unseren Ban.ste.rn anvertrauen.

Sie werden sehen, hartnäckig sein bringt den Erfolg; aus Ihnen wird noch einmal "was werden", beharrlich, beharrlich!

just4fun
28.03.2011 20:41
0 0

war/ist eh ein schirches logo

einerseits ists ziemlich eifallslos, ausserdem weiss wohl kein mensch wozu eigentlich der punkt auf dem S da ist (wissen das überhaupt sparkassen mitarbeiter?), und vom design her ists auch schon mehr als überaltet, da hätte man es schon längst mal etwas ändern müssen ums in 21.jhdt zu holen und es nicht so ausschaun zu lassen als wärs irgendwann 1980 entstanden. ob da die alte biene/3-bienen besser ist sei mal dahingestellt.
aber man muss sowieso sagen dass die meisten bankenlogos in österreich nicht grade so toll sind/waren.
grade mal die bawag hat jetzt seit ein paar jahren ein gutes logo, auch die volksbank hat lang gebraucht ums mal zu verbessern.
aber bei der raiffeisenbank frag ich mich auch noch immer ob da die corporate identity- und werbeleute nicht alle farbenblind sind und manche komplett blind. selbst beim lagerhaus habens da schon eine bessere farbgestaltung.

Antworten toumai
29.03.2011 09:14
0 0

Re: die meisten bankenlogos in österreich nicht grade so toll sind/waren.

Beständigkeit bringt Sicherheit: Giebelkreuz steht für konservativ und wird weiterhin dafür stehen; das "S" der Sparkassen führte die stilisierte Münze über dem Einwurf auf der Sparbüchse und die Volksbanken sind das Synonym für Misserfolg; sie trennten sich von ihrem Logo und mit den Vflügeln flogen sie dahin, die genossenschaftliche Sicherheit und das Vertrauen der gewerblichen Kunden.

Vonwegen: "die meisten bankenlogos in österreich nicht grade so toll sind/waren" - wie das Logo eben "die träger solcher Marken" prägt!

Heutiges "Bankengeschäft" schadet der Wirtschaft schädigt die Kunden/Einleger, betrügt den Staat und gehört unverzüglich in ein Korsett gezwungen. Die unredlichsten Manager haben sich dort gesammelt und bringen gewachsenes Gefüge ganzer Kontinente und Staaten ins wanken!

Antworten Gast: ceggerl
29.03.2011 08:39
0 0

Re: war/ist eh ein schirches logo

Der Punkt über dem S soll eine Münze sein, das S soll sowas wie eine Sparbüchse sein...

Antworten Gast: OverTheTop
28.03.2011 22:23
5 0

Re: war/ist eh ein schirches logo

Aber am schiarchesten ist das Logo von Santander. Ich denk dabei immer an einen dampfenden Kackehaufen.

Antworten Antworten toumai
29.03.2011 09:34
1 0

Re: Re: immer an einen dampfenden Kackehaufen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Banco_Santander

Die Präsentation in Wiki zeigt im Bild neben dem dampfenden Logo das Verkehrszeichen "Einfahrt verboten" - ist doch treffend und sollte jede Banken verpflichtend so führen müssen!

Antworten Antworten Wrdlbrmpft
29.03.2011 01:33
1 0

Der "...dampfende Kackehaufen..."...

...stellt die obere Führungsebene von Santander dar!

Antworten Antworten Antworten toumai
29.03.2011 09:37
1 0

Re: Der ... ...stellt die obere Führungsebene dar!

Wäre doch auch eine adäquate Kennung für unseren .......bank-Gouverneur?

Fokus Steiermark

Erstmals in Österreich

  • Sichern Sie sich jetzt die Jahresvorschau des renommierten Magazins "The Economist", erstmals mit Österreichschwerpunkt aus der Wirtschaftsredaktion der "Presse".

    Für "Presse"-Abonnenten statt 6,90 nur 4,90 Euro.