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Arbeitsmarkt: 20.000 Arbeitskräfte aus dem Osten fix

11.04.2011 | 18:30 |  JULIA KERN (Die Presse)

Während Arbeitsmarkt-Experten, Politiker und Sozialpartner über die Zahl der Neuankömmlinge einig sind, gibt es unterschiedlichste Theorien darüber, wie gut sie ausgebildet sein werden.

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Wien . Eines steht fest: Die Tür einrennen werden jene Arbeitskräfte, die ab 1.Mai ohne Bewilligung in Österreich arbeiten dürfen, den heimischen Betrieben nicht. Zwischen 21.000 und 26.000 Migranten und Pendler aus jenen mittel- und osteuropäischen Ländern, die 2004 der EU beigetreten sind, werden in den nächsten beiden Jahren nach Österreich kommen, glaubt Klaus Nowotny vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Mit dieser Zahl aus einer für das Sozialministerium angefertigten Studie bewegt sich Nowotny exakt im Rahmen der bisherigen Schätzungen.

Während Arbeitsmarkt-Experten, Politiker und Sozialpartner über die Zahl der Neuankömmlinge aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Polen, Estland, Lettland und Litauen relativ einig sind, gibt es unterschiedlichste Theorien darüber, wie gut sie ausgebildet sein werden. „Möglich ist alles“, sagt Helmut Hofer, Arbeitsmarkt-Experte des Instituts für Höhere Studien (IHS): „Man weiß es nicht.“

 

Unterschiedlichste Theorien

Wifo-Studienautor Nowotny sieht es anders als sein Kollege vom IHS: Etwa drei Viertel von jenen, die kommen werden, bringen eine Ausbildung auf Facharbeiter- oder Maturaniveau mit, ergab seine Studie. Weitere zehn Prozent werden demnach mit einem akademischen Abschluss auf den österreichischen Arbeitsmarkt kommen. Nur 15Prozent werden niedrig qualifiziert sein. Im Umkehrschluss sind also 85 Prozent gut qualifiziert.

Diametral entgegengesetzt ist die Theorie von AMS-Chef Johannes Kopf: Niedrig qualifizierte Arbeitskräfte seien die Einzigen, die bisher noch keinen Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt hatten. Demnach dürften diese am ehesten interessiert sein, sich hier Arbeit zu suchen. Trotzdem glaubt Kopf, dass auch weiterhin Facharbeiter nach Österreich kommen. Für diese falle mit der vollständigen Liberalisierung des Arbeitsmarktes eine bestehende Hürde weg: So konnten Facharbeiter aus mittel- und osteuropäischen Staaten bereits bisher in 60 verschiedenen Berufen in Österreich arbeiten, in denen es einen Fachkräftemangel gab. Doch musste der potenzielle Arbeitgeber für den ausländischen Mitarbeiter um eine Bewilligung beim AMS ansuchen. Dieser zusätzliche Bürokratieaufwand habe dem osteuropäischen Bewerber oft den Arbeitsplatz verwehrt, sagte Kopf zur „Presse“.

IHS-Arbeitsmarkt-Experte Hofer hält es für möglich, dass bis zu 50 Prozent der Arbeitsmigranten in Berufen mit niedriger Qualifikation eingesetzt werden. Damit sei aber noch nicht gesagt, dass diese gleichzeitig gering qualifiziert sind, da viele Arbeitskräfte aus dem Osten oft unter ihrer Qualifikation eingesetzt würden.

 

Zweite Ost-Runde kommt 2014

Über die tatsächliche Qualifikation entscheide jedoch auch die heimische Wirtschaftsentwicklung, sagt Hofer. Diese beeinflusse, welche Berufe die heimischen Zeitarbeitsvermittler nachfragen, und in Folge, wer nach Österreich kommt.

Österreich hat für die Öffnung des Arbeitsmarkts die Übergangsfrist von sieben Jahren voll ausgeschöpft. Bei der nächsten Runde (Rumänien und Bulgarien) plant Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), dies ebenso zu tun. Für sie fallen 2014 alle Schranken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.04.2011)

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19 Kommentare
Gast: Egal
12.04.2011 15:39
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Gut,

dass Sie sich einig sind! :D

Gast: gast:1
12.04.2011 15:28
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da hab ich wohl wieder was verpasst...

wenn 20.000 Arbeitskräfte aus dem Osten hereingelassen werden, muss in Österreich wohl inzwischen Vollbeschäftigung herrschen - also die Richtige (mit ArbeitslosenZahl = 0).

Super!
Warum war das keiner Zeitung eine Meldung wert, dass die Arbeitslosigkeit in Österreich abgeschafft worden ist?

Oder wieso sonst werden Arbeitskräfte in Massen ins Land geholt??

Gast: gerechtiker
12.04.2011 15:23
0 0

krankenhaus

und wenn sie nicht lange bleiben, nehmen sie halt unsere gesundheitsversorgung kurzfristig in anspruch und sagen dann ganz leise tschüss...

über den gesundheitstourismus habe ich eigentlich noch nichts gelesen, wie das in österreich abläuft.
ist das alles verschlusssache?

Luzius
12.04.2011 14:31
1 0

auch wenn es "nur" diese ~ 24 000 Arbeitskräfte geben wird,

muss es zu einem Anstieg an heimischen Arbeitslosen führen, welche zusätzlich vom Staat bezahlt werden müssen.

Gast: uburoi
12.04.2011 12:46
1 0

hundstorfer regelt das mit links.

die kriegen einfach keinen (aufenthalts-) status und daher keine bewilligung sich frei zu bewegen und/oder zu arbeiten um sich zu entwickeln.
sowas geht ganz einfach; - und käuflichkeit ist doch überhaupt kein thema.
*kicher*

0 0

Der Schärdinger

Bildung erhöhen, alle studieren um dann für den Arbeitsmarkt zu teuer zu sein. Die Firmen stellen dann billigere ausl. StA ein, die ach so gut ausgebildeten Ö. StA stellen sich dann beim AMS an oder werden in die Selbstständigkeit gedrängt.
Gut für Leitl, wir haben 3000 neue Selbstständige. Dass davon aber 2999 nicht lebensfähig sind, steht auf der Rückseite des Gewerbescheines.
Gut für die Statistik, schlecht für jeden einzelnen der bis 30 studierte und dann doch keinen Beruf hat. Es bleibt dann nur die Beratertätigkeit, man kann natürlich noch bei der ÖVP Lobbyist werden.

Antworten Gast: klick klack
12.04.2011 10:36
0 0

Re: Der Schärdinger

bei der ÖVP könne´s net Lobbyist werden`da gibts den Parteiadel mindestens 2 Generationen zuvor buckeln und kriechen oder ein besonders skrupelloses abartiges ehschonwissen sein

Gast: Woodquartler
12.04.2011 09:03
1 0

Hohe Erwartungen?

Es sollen ja in den ersten beiden Jahren etwa 25.000 pro Jahr kommen, deren Zahl aber dann jährlich um 6% fallen. Das wird in einem Land passieren wo heute schon der Anteil von Menschen mit Immigrationshintergrund über 20% liegt, in Wien bei mehr als 40%. Diese Zuwanderer werden aber in 1. Linie Wien ansteuern.

2011: 25.000
2012: 25.000
2013: 23.500
2014: 22.000
2015: 20.700
2016: 19.500
2017: 18.300
2018: 17.200
2019: 16.200
2020: 15.200

Das werden dann, in den nächsten 10 Jahren mehr als 200.000 Menschen sein, für welche in Österreich ein Arbeitsplatz gebraucht wird. Woher sollen diese Arbeitsplätze kommen?

Etwa die Hälfte soll den Raum Wien ansteuern und so kann Wien alleine 100.000 neue Bewohner und Pendler willkommen heißen.

Wir freuen uns alle auf die neuen Mitmenschen!

1 3

Re: Hohe Erwartungen?

wie waere es, wenn sie nicht nur lesen, sondern auch versuchen wuerden, das gelesene sinnerfassend zu verstehen? aber wahrscheinlich uebersteigt das den intellektuellen horizont jener, die verhetzende, den einfachen buerger verunsichernde blaue propaganda "nachbeten".

Antworten Antworten Gast: Milchmädchen
12.04.2011 15:04
1 0

Re: Re: Hohe Erwartungen?

an sitveniaverbo:

ich hetze keiner blauen Propaganda nach, ich spreche nur von Fällen, die ich kenne, meine frühere Schwägerin seit 1996 arbeitslos, weil sie so mehr bekommt, als wenn sie arbeitet. Tochter und Schwiegersohn einer Bekannten, die von der Sozialhilfe jedes Jahr mindestens 1 x Urlaub machen. Arbeiten wollen sie nicht. Einen Serben, der 3 Jahre in Ö. gearbeitet hat und für nichts die Invaliditätspension und einen Kuraufenthalt erhalten hat. Mir ist der 1. Kuraufenthalt mit fast vollen 39 Arbeitsjahren verweigert worden. Von einer Pension mit langer Versicherungszeit sprechen wir nicht, weil ich zu jung dafür bin. Für jeden Ausländer, der in Ö. Sozialleistungen irgendwelcher Art bezieht, die ihm nicht zustehen, 1 € und ich kann mir mindestens 1 Haus mit Grundstück davon kaufen.

Antworten Antworten Gast: little_brother_is_watching_you_too!
12.04.2011 14:04
1 0

Re: Re: Hohe Erwartungen?

dann schiessen sie mal los. erklären sie dem waldviertler und auch mir den von ihnen beim lesen erfassten sinn.

Antworten Antworten Gast: dojon86
12.04.2011 13:55
0 0

@sitveniaverbo

Kennen Sie das Gesetz von Angebot und Nachfrage, und wissen sie, wie es sich auf Löhne und Wohnungsmieten auswirkt. ?

Gast: quastl
12.04.2011 07:48
5 0

da wird sich die ÖVP aber freuen allen voran ein Leitl


Gast: kritikus
12.04.2011 02:28
6 1

wäre nicht der erste irrtum zu dem thema!

in großbritannien waren sich die "experten" auch einig über die bevorstehende zahl der neuankömmlinge damals beim eu-beitritt der ostländer!
gekommen ist dann in wahrheit allerdings die 15(!)-fache menge der "vermuteten" osteuropäer!

ich bin zwar kein "experte", habe aber gewisse kontakte zu osteuropäern und dadurch anhaltspunkte über die anzahl der interessierten, die sich tatsächlich etwas von der "vermuteten" anzahl unterscheidet!

0 3

Re: wäre nicht der erste irrtum zu dem thema!

sie haben anhaltspunkte? geliefert von der "blauen" parteizentrale?

Antworten Antworten Gast: kritikus
12.04.2011 15:18
0 0

Re: Re: wäre nicht der erste irrtum zu dem thema!

nein, ich habe keine kontakte zu den blauen, wohl aber zu vielen typischen staatsbürgern der slowakei, die schon ungeduldig auf das datum 1.5.2011 warten, die selber die frage aufgeworfen haben, ob wir uns in österreich schon fürchten, weil sehr viele kommen wollen!

btw:
die, die typischerweise kommen wollen, strotzen nicht gerade vor akademischer höchstqualifikation

auffällig ist auch, dass sie einfach hier "arbeiten" wollen, ohne konkrete vorstellungen darüber, welche tätigkeit sie denn überhaupt anstreben

frei nach dem motto:
"so, da bin ich, überlegt doch ihr euch jetzt etwas mit mir!", genau dazu wurden die vor dem letzten viertel des 20.jahrhunderts geborenen in der kommunistischen ära ja auch erzogen;
man kennt das auch aus den neuen bundesländern in deutschland, wo trotz 20 jahren marktwirtschaft vielen leuten die eigeninitiative fehlt

da die ostslowakischen fabriksarbeiter aber nur rund 260 € im monat verdienen, ist die motivation verständlicherweise dann doch groß genug dafür, um herzukommen!

Gast: Blau-Wähler aus absolut tiefster Überzeugung!
12.04.2011 01:56
7 1

Na ja, das zeigt wieder die Qualität dieser Studie!

Slowenien? Was heißt Slowenien? Die haben mittlerweile einen höheren Lebensstandard als Österreich.

In ein paar Jahren müssen wir froh sein, dass wir nicht nach Slowenien arbeiten gehen müssen.
Im Übrigen sind die Slowenen extreme Nationalisten vielleicht liegt es daran, dass sie einen hohen Lebensstandard haben, da sie nicht hunderttausende von Migranten durchfüttern müssen u. fleißige Leute sind.

Antworten Gast: Grüner Kacktus
12.04.2011 12:30
0 0

Re: Na ja, das zeigt wieder die Qualität dieser Studie!

Slowenen arbeiten bei uns im Süden sowieso schon eine Menge. Mit denen gibts auch kaum Probleme.

Gast: Diesen Spruch kennen wir
11.04.2011 22:34
2 0

Eines steht fest:

Gemeinsam statt einsam.
Der Schilling bleibt.
...

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