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Doralt: "So naiv kann ein Ex-Finanzminister nicht sein"

31.05.2011 | 15:33 |   (DiePresse.com)

Für den Finanzrechtsexperten ist Grassers Firmengeflecht auch zur Verschleierung vor der Finanz geeignet. Einkünfte aus Beratungsleistungen für Meinl sind in Österreich zu versteuern.

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Der Steuerrechtsexperte Werner Doralt zerpflückt im Wiener Stadtmagazin "Falter" die Stiftungs- und Firmenkonstruktion von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (ÖVP). "Grassers kompliziertes Firmengeflecht ist nicht nur zur Verschleierung der Finanzen vor der Öffentlichkeit geeignet - dies war ja Grassers erklärtes Ziel - sondern genauso auch zur Verschleierung vor dem Fiskus", so der Finanzrechtsprofessor zum "Falter" laut Vorausmeldung.

Doralt: Konstruktion ist "sehr merkwürdig"

Wenn die Stiftungen die Millionen, die sie Grasser als Darlehen gaben, aus Grassers Beratungsleistungen für Meinl hatten, "dann hätte er den Betrag in Österreich versteuern müssen", so Doralt. Das Argument von Grassers Anwalt, er habe für eine ausländische Gesellschaft im Ausland gearbeitet und das Geld im Ausland in einer Stiftung eingebracht, lässt Doralt nicht gelten. "Wenn er das Geld in eine Stiftung einbringt, ist das bereits 'Einkommensverwendung'".

Die Überweisung des Geldes auf eine Stiftung könne nicht die Besteuerung im Inland verhindern. "So naiv kann ein früherer Finanzminister nicht sein", meint Doralt zum "Falter".

Es sei "sehr merkwürdig", dass Grasser den wesentlichen Teil seines Einkommens in eine Stiftung einbringe, in der er angeblich nichts bestimmen könne (und die deshalb steuerlich begünstigt sein solle) und diese Stiftung dann Investments wie Darlehen an Grasser und Investitionen in seine Immobilien tätige.

(APA)

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21 Kommentare
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Ein Österreicher, der im Ausland Geld verdient wird zum Devisenausländer und ist im Inland für dieses Einkommen steuerfrei

Mag schon sein, daß ein Ex-Finanzminister so naiv nicht sein kann, sicher aber ist, ein „Steuerexperte“ vom Rang eines Doralt kann sicher nicht so naiv sein!

Ein Inländer ist für sein Einkommen im Inland voll steuerpflichtig im Inland. Das weiß jedes Kind.

Aber, ein Inländer (österreichischer Staatsbürger), der neben seinem inländischen Wohnsitz auch einen weiteren Wohnsitz im Ausland hat und der dort von einem ausländischen Auftraggeber für Leistungen, die er im Ausland erbracht hat, entlohnt wird, der muß diesen Teil seines Einkommens nicht im Inland versteuern. Er ist in dieser Konstruktion nämlich ein „Devisenausländer“. Und Ausländer müssen im Inland nichts versteuern.

Aber weil der Devisenausländer österreichischer Staatsbürger ist, muß er sein ausländisches Einkommen dem österreichischen Fiskus melden, was aber eben nicht zur inländischen Steuerleistung führt. Der österreichische Fiskus allerdings rechnet das inländische Einkommen dann als „zweites Einkommen“, das heißt, es fällt der Progression zum Opfer.

Damit das die als Leserbriefschreiber massenhaft auftretenden „Steuerexperten“ auch verstehen, ein Million im Ausland verdient, im Inland steuerfrei, eine Million im Inland verdient, ist die zweite Million, die in die höhere – in diesem Fall, die höchste – Steuerklasse fällt. Mit anderen Worten, der Devisenausländer zahlt für sein ausländisches Einkommen im Inland gar nichts, für sein inländisches Einkommen aber mehr als der normale Inländer.

Doralt muß das wissen.

Re: Ein Österreicher, der im Ausland Geld verdient wird zum Devisenausländer und ist im Inland für dieses Einkommen steuerfrei


Wo, Herr Cicero, hatte KHG einen Wohnsitz im Ausland, an dem er wirtschaftlich tätig war und Geld verdient hat?

Auf den britischen Kanalinseln vielleicht, wo MIP pro forma residiert?

UNSCHULDSÜBERZEUGUNG

grasser glaubte bisher, er wäre absolut nicht angreifbar. das hat er mit provozierender dreistigkeit in den medien demonstriert. kein wunder dass die retourkutsche ebenfalls über die medien gespielt wird und grasser bashing zum volkssport wird.

söba schuid, wie´s der wiener sagt.

Gast: Sachwalter
01.06.2011 13:17
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wer sich selbst schädigt

braucht dringend einen Sachwalter

Grasser hat angeblich sein super-sauberes versteuertes und wohlverdientes Geld einer fremden juristischen Person verschenkt, über die er keinen Einfluss hat.

Wenn das nicht ein klarer Fall fur einen Sachwalter ist, was dann?

Gast: Burgenländer
01.06.2011 12:59
3 0

Herr Exfinanzminister....

.... hat die Frechheit uns für derart blöd und dumm zu halten, dass wir ihm all seine Geschichten glauben. Herr Mag. Grasser sind sich darüber im Klaren, dass Ihre Frechtheit die Sie als ehemaliger Minister dieser Republik an den Tag legen, manchen überzeugten Demokraten bereits die "Fäuste in der Hose ballen" lässt. National-Liberale verwenden diese Bezeichnung um ihren uferlosen persönlichen Egoismus zu tarnen, sie sollten allerdings dabei keine öffentlichen Ämter anstreben.

Gast: ASVG-Sklave
01.06.2011 12:48
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Danke Zensor


Danke!

Gast: Hans Joachim von Bergenheim
01.06.2011 11:14
2 0

Doralt

anzugreifen, weil der dem Falter ein Interview gegeben hat?????
Herr Doralt ist über jeden Zweifel erhaben und musste sich von Haider im wahrsten Sinn den Wortes durch den Dreck ziehen lassen. Das Jahre später sich unser aller Jörgl sich dann schlussendlich bei Doralt entschuldigen musste und eine Ehrenerklärung abgeben musste...es hat Doralt doch den Job des RH Präsidenten gekostet.

Gast: tg
01.06.2011 10:51
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Grasser hat Steuern zu zahlen...

...wie jeder andere Österreicher auch. Es darf nicht sein dass man bei Beträgen unter 100.000 EUR schön brav die Hälfte Steuern zahlen muss, aber Beträge im Millionenbereich einfach mal durch Stiftungen und Briefkastenfirmen geschleust werden und dann steuerfrei sind.

Nach meinem Laienhaften Rechtsempfinden ist die Sache ganz einfach: Wenn bewiesen ist dass Grasser X Millionen Gewinn gemacht hat dann muss es eine entsprechende Steuerzahlung dazu geben - wenn nicht dann ist das eben nachzuholen. Sämtliche Konstruktionen um das zu verschleiern sind dabei irrelevant.

Die Vorgangsweise der Justiz ist leider sehr fragwürdig - da muss ich Grasser rechtgeben: Wie kann es sein dass die Presse vorab von einer Hausdurchsuchung informiert wird, und dann dabei live vor Ort ist? Die Justiz müsste Hausdurchsuchungen schon allein aus taktischen Gründen bestmöglich geheim halten, und dann entsprechend abschirmen. Ein Filmteam hat vor dem Haus wohl überhaupt nichts verloren wenn es durchsucht wird.

Aber in den letzten Jahren verkommt unser Rechtssystem wenn es um Wirtschaftsfälle geht sowieso zu einer Show. Zuerst passiert lange nichts, und dann können die Aktionen plötzlich nicht öffentlichkeitswirksam genug sein.

Gast: BeobachterinWien18
01.06.2011 09:30
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Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen

Nicht wahr, Herr Doralt? Wie waere es mit einer kleinen Steuerpruefung.... Bei IHNEN?

Antworten Gast: Glashaus
01.06.2011 11:20
3 0

Re: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen

Können Sie Ihre Behauptungen konkretisieren oder einfach nur eine böse Wortmeldung aus dem Nobelbezirk Währing, weil der Karli so fesch ist?Doralt kritisiert seit langem die Besteuerung von Stiftungen als eine Umverteilung von unten nach oben. Vielleicht ein paar Fachzeitschriften lesen...

Antworten Antworten Gast: BeobachterinWien18
01.06.2011 19:34
0 1

Na dann Guck mal

Wo Herr Doralt so wohnt... Dir werden die Augen uebergehen.... Absichtich mehr Steuern zahlen als er muss.... Selten so gelacht.... Die Fassade broeckelt....

Antworten Gast: Dalmatina
01.06.2011 11:13
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Re: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen

So wie ich Doralt kenne, zahlt er absichtlich mehr Steuern als er müßte, nur damit ihm keiner etwas anhaben und er die Moralkeule schwingen kann.

Einer der ganz wenigen Anständigen in diesem Land.

Re: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen

eine der wirklich allerdümmlichsten und schäbigsten Reaktionen auf einen Artikel, die ich im letzten Jahr gelesen habe...
Was wollen Sie Herrn Doralt, der im Gegensatz zu Grasser wirklich einen tollen Leumand hat, unterstellen? Dass er ein Typ wie Grasser ist? Wo sind die Indikatoren dafür?
Wo ist sein Glashaus?

Lernen Sie bitte denken, bevor Sie posten!

Antworten Antworten Gast: Alfräd
01.06.2011 11:24
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Re: Re: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen

@JensHolger: Ich kann mich Ihnen nur anschließen. Das ist wirklich die billigste Anmache, die denkmöglich ist.

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Wenn der Blender Grasser so scharf reagiert,

dann kann mehr als vermutet werden, dass die beschlagnahmten Computer und Unterlagen Licht ins Dunkel bringen können.

Es ist doch einleuchtend, dass er nicht aus Jux und Tollerei ein so kompliziertes Stiftungsgeflecht hat erstellen lassen. Ist doch logisch oder?

Die beschlagnahmten Computer seiner Kinder wird die Justiz kurzfristig zurück geben. Sie haben aber sicher kein Mascherl gehabt, aus dem ersichtlich war, dass sie den Kindern gehören.

Durch seine Aussagen in der Pressekonferenz ist Grasser keineswegs glaubwürdiger geworden. Und sein Anwalt schon gar nicht.

Gast: Dickhäuter
01.06.2011 08:40
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Alte Rechnung

Doralt kann es eben nicht vergessen,daß ihm Haider den Rechnungshof vermasselt hat.

Antworten Gast: Frei
01.06.2011 11:35
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Re: Alte Rechnung

was hat der Karli mit Haider zu tun? Karli hat sich lang vor Haiders Ableben von ihm abgewandt und war der Liebling des kleinen Napoleon mit Mascherl-Syndrom. Doralt hat das steuerschonende StiftungsR stets kritisiert.

Gast: radius
01.06.2011 08:40
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Da muss es aber einen argen Konstruktionsfehler im Stiftungsrecht geben, Herr Professor.

Das führte doch Lacina ein, das Stiftungsrecht. Vielleicht sollten wir alle Stiftungen, auch die des Gewerkschaftsbundes, des Vranitzky, etc. auf steuerschonende Konstruktionen untersuchen. Der Steuerberater kann das doch nicht aus seinen Fingern gezogen haben, diese Vorgangsweise.

Man muss sich fragen, hat Lacina die Stiftungsbesteuerung eingeführt, um Verschleierung Vorschub zu leisten? Damals waren ja noch die Sozis an der Quelle.

Wortmeldung Herr Doralt

Meinungsäußerung im Falter, muss man dem noch mehr hinzufügen?????

Gast: w.maurer
31.05.2011 22:07
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alte Rechnung

Herr Prof. Doralt hat wohl eine alte Rechnung mit KHG zu begleichen. Anders sind seine Wortmeldungen nicht zu interpretieren.

Gast: Jesas
31.05.2011 19:29
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Doralt: Konstruktion ist "sehr merkwürdig"

no na!
er ist der typische österreicher. wasser schön laut predigen und dann heimlich einen schlechten ranzigen wein trinken!

Hobbyökonom