Verbund-Chef rechnet mit höheren Strompreisen

Anzengruber rechnet damit, dass durch den deutschen Atomausstieg auch in Österreich die Strompreise kontinuierlich nach oben klettern werden.

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dapd (Ronald Zak)

Der Präsident des Branchenverbandes Oesterreichs Energie, Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber, rechnet im Gefolge des von Deutschland beschlossenen Atomausstiegs mit einem kontinuierlichen Anstieg der Strompreise. "Es ist offensichtlich, dass der Strom nicht billiger wird", sagte Anzengruber am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Als "Blut unseres Wirtschaftswachstums" müsse Strom aber leistbar bleiben.

"Wir werden mittelfristig einen Anstieg der Strompreise sehen", sagte Anzengruber. Dies habe sich bereits nach dem deutschen Moratoriumsentscheid zur Abschaltung von sieben Atomkraftwerken gezeigt. Er erwarte keine Riesensteigerung, sondern eher ein kontinuierliches Klettern der Strompreise.

Gaskraftwerke als Brückentechnologie

Für 30 bis 40 Jahre würden Gaskraftwerke als Brückentechnologie für den Wechsel zu erneuerbare Energien gebraucht. Diese könnten rasch gebaut werden und seien klimafreundlicher als Kohlekraftwerke.

Bis 2020 sieht Anzengruber ein Ausbaupotenzial von 7 Terawattstunden für Wasserkraft in Österreich, ohne dass Projekte in Nationalparks oder in sensiblen Donauräumen verfolgt werden müssten. Dies entspreche etwa 10 Prozent des heutigen Gesamtenergieverbrauchs. 

Kritik an langen Genehmigungsverfahren

Europa brauche tragfähigere Netze, da die Energieerzeugung immer weiter entfernt vom Verbraucher stattfinde, sagte der Verbund-Chef. Durch den deutschen Atomausstieg würden die europäischen Übertragungsnetze einer noch höheren Belastung ausgesetzt. Ohne eine Verbesserung der Infrastruktur sei das Ziel der EU, den Anteil erneuerbarer Energieträger bis 2020 auf 20 Prozent auszubauen, aber nicht erreichbar.

Anzengruber kritisierte erneut, die Genehmigungsverfahren in Österreich für Energie-Infrastrukturprojekte seien zu lange. Während die Verfahren theoretisch in 15 Monaten abgeschlossen werden könnten, würden sie in Realität wegen regionaler und lokaler Widerstände im Durchschnitt in Österreich acht Jahre dauern.

 

 

(APA)

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