Verbund-Chef rechnet mit höheren Strompreisen

01.06.2011 | 14:16 |   (DiePresse.com)

Anzengruber rechnet damit, dass durch den deutschen Atomausstieg auch in Österreich die Strompreise kontinuierlich nach oben klettern werden.

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Der Präsident des Branchenverbandes Oesterreichs Energie, Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber, rechnet im Gefolge des von Deutschland beschlossenen Atomausstiegs mit einem kontinuierlichen Anstieg der Strompreise. "Es ist offensichtlich, dass der Strom nicht billiger wird", sagte Anzengruber am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Als "Blut unseres Wirtschaftswachstums" müsse Strom aber leistbar bleiben.

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"Wir werden mittelfristig einen Anstieg der Strompreise sehen", sagte Anzengruber. Dies habe sich bereits nach dem deutschen Moratoriumsentscheid zur Abschaltung von sieben Atomkraftwerken gezeigt. Er erwarte keine Riesensteigerung, sondern eher ein kontinuierliches Klettern der Strompreise.

Gaskraftwerke als Brückentechnologie

Für 30 bis 40 Jahre würden Gaskraftwerke als Brückentechnologie für den Wechsel zu erneuerbare Energien gebraucht. Diese könnten rasch gebaut werden und seien klimafreundlicher als Kohlekraftwerke.

Bis 2020 sieht Anzengruber ein Ausbaupotenzial von 7 Terawattstunden für Wasserkraft in Österreich, ohne dass Projekte in Nationalparks oder in sensiblen Donauräumen verfolgt werden müssten. Dies entspreche etwa 10 Prozent des heutigen Gesamtenergieverbrauchs. 

Kritik an langen Genehmigungsverfahren

Europa brauche tragfähigere Netze, da die Energieerzeugung immer weiter entfernt vom Verbraucher stattfinde, sagte der Verbund-Chef. Durch den deutschen Atomausstieg würden die europäischen Übertragungsnetze einer noch höheren Belastung ausgesetzt. Ohne eine Verbesserung der Infrastruktur sei das Ziel der EU, den Anteil erneuerbarer Energieträger bis 2020 auf 20 Prozent auszubauen, aber nicht erreichbar.

Anzengruber kritisierte erneut, die Genehmigungsverfahren in Österreich für Energie-Infrastrukturprojekte seien zu lange. Während die Verfahren theoretisch in 15 Monaten abgeschlossen werden könnten, würden sie in Realität wegen regionaler und lokaler Widerstände im Durchschnitt in Österreich acht Jahre dauern.

 

 

(APA)

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17 Kommentare
Gast: total crash
09.06.2011 18:24
0

"...rechnet mit höheren Strompreisen."

Was heißt rechnet?

Es ist doch schon längst beschlossen,wir bezahlen volle Latte und noch mehr.
Wetten?

Gast: jajajajajajajajajajaja
09.06.2011 17:27
0

"da die Energieerzeugung immer weiter entfernt vom Verbraucher stattfinde"

vielleicht sollte man das modell mit den grosskraftwerken ueberdenken? gerade die haushalte (die sowieso den hoechsten strompreis zahlen) koennten durch kleinkraftwerke etc. unterstuetzt werden.

Gast: tulcinea
04.06.2011 18:28
0

Anzengruber

Der gute Mann glaubt wohl, ganz Österreich träumt wohl wie der Mann von La Mancha von meiner Person. Die Donaukraftwerke sind schon abbezahlt. Die liefern den Strom fast kostenlos und der Anzengruber will, den Strompreis wie die Spekulanten bei den Börsen festsetzen. Die Finanzministerin soll den Verbund verstaatlichen, dann bekommt der Vorstand ein angemessenes Beamtengehalt und keine Millionenbezüge wie jetztigen Monopolisten.

Gast: Hannes7
04.06.2011 10:36
0

Preissteigerungen

Seit Jahren das Gleiche. Die Energie-Bonzen nützen jede sich bietende Gelegenheit, um "notwendige" Preissteigerungen herleiten zu können.

man könnte noch viel mehr energie aus erneuerbaren quellen gewinnen

wenn sich österreich den luxus des übermäßigen naturschutzes abgewöhnen würde.

ich bin der ansicht, dass wasserkraftwerke an ausnahmslos allen orten gebaut werden sollten, wo die strom erzeugung wirtschaftlich möglich ist.

soll heißen auch in der "heiligen" hainburger au.
dazu bräuchte es aber eine regierung die dieses projekt ohne rücksicht aus (stimm)verluste innerhalb einer legislaturperiode durchzieht.
viel leute und zeitungen (vorallem korne) würden protestieren, zukünftige generationen wäre uns aber sehr dankbar, wenn sie weiterhin leistbaren co2 freien strom zur verfügung haben.

außerdem wäre es notwendig einige speicherkraftwerke ungefähr in der größe des maltakraftwerks zu errichten, und überflüssigen offshorewindstrom über hochspannungsleitungen nach österreich zu hohlen, ihn in den pumpspeicherkraftwerken zu spitzenstrom zu verarbeiten und ihn dan erneut teuer zu exportieren

Gast: Sinus
02.06.2011 11:15
2

Versorgungsspannung

Der Anstieg von 220V auf 230V (232V) stellt einen Zuwachs von 5,45% der Spannung dar.
In Bezug auf die konsumierte Leistung aber 11,2 % ! (U² / R = P)

D.h. durch die Erhöhung wurde ein Mehrbedarf von 11,2% "geschaffen", der nicht genutzt werden kann. Die Spannungserhöhung führt zu exponentieller Zunahme der aufgenommenen und zu bezahlenden Leistung.

Im Gegenzug dazu sinkt die Lebensdauer z.B. einer Glühlampe um 50%, wenn sie mit 5% höherer Spannung betrieben wird. Den "Mehrwert" der helleren Lampe kann das menschliche Auge leider nicht wahrnehmen.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Gluelebensdauerrp.png

Außerdem "darf" die Spannung um +/- 10% schwanken. Das bedeutet einen 30%-igen Leistungsanstieg auf der Verbraucherseite. (253V)

Cui bono ?
Wem gehören denn die Kraftwerke ?
Stromeinnahmen sind nichts anderes als Steuereinnahmen.

Der vorzeitige Ausfall von Leuchtmitteln trägt ebenfalls zur Mwst.-belegten Einnahmensituation des Staates bei.

Der einzig Benachteilte ist "nur" der Stromkonsument.
Die Absenkung auf der untersten Spannungsebene 230/400V auf (wieder) 220/380V würde eine 2-stellige Senkung des Verbrauches bedeuten.

Ganz gleich was die willkürliche "Norm" IEC 60038 "vorschreibt".


Antworten Gast: nix fir unguad
02.06.2011 14:07
0

Re: Versorgungsspannung

Sie haben völlig recht bei Verbrauchern mit ohmscher Last die für 220V ausgelegt sind. Aber mit der gemeinsamen Spannung von 230V (andere Versorger hatten 240V als Norm) wurden auch die Elektrogerätehersteller gezwungen ihre Geräte für 230V auslegen. Sie werden wohl heute keine Glühbirne mehr kaufen können die für 220V ausgelegt ist.
Bei Motoren hängt der Stromverbrauch ohnehin nur von der abverlangten mechanischen Leistung und der Spannung ab. Bei einer höheren Spannung sinkt also der Strom.
Zur Spannungstoleranz gab es eine Übergangslösung. 380/220V Systeme bekamen eine Toleranz von +10/-5%. die 440/240 Systeme +5%/-10%. Aber bei heutigem Datum sollten alle Verbraucher angepasst sein und die Toleranz beträt +-5%.

Re: Versorgungsspannung

Wo haben Sie denn das her? Die Spannung hat doch keinen Einfluss auf den Verbrauch - außer sie ist zu niedrig, dann geht nämlich nix mehr :)

Das Problem ist in vielen älterern (bis 70er Jahre) Gebäuden sogar eher, dass aufgrund mangelhafter Installation die effektive Spannung am Endgerät nicht einmal 200V erreicht. Das macht Elektrogeräten ziemlich zu schaffen. Wenn Sie häufig kaputte Adapter oder Netzteile zu beklagen haben, messen Sie einmal nach!

Die Spannung "darf" übrigens nicht nur schwanken; ich wüsste keinen Weg, wie man sie dazu bringt, nicht zu schwanken - außer man puffert sämtliche Leitungen mit intelligenten USVs :)

Guter Artikel zur Info z.B.:
http://tinyurl.com/66ejt6u

Antworten Antworten Gast: Sinus
02.06.2011 14:30
0

Re: Re: Versorgungsspannung

Die Kenntnis physikalischer Grundlagen, wie etwa das ohmsche Gesetz, (Hauptschullehrstoff) sollte in einer Diskussion vorausgesetzt werden können.

Dass die Spannung keinen Einfluß auf den Verbrauch hätte, widerlegt P = U²/R.
P ... Leistung
R = Widerstand des Netzes & Verbraucher
U ... Leistungsaufnahme

Wenn Sie in Gebäuden einen Spannungsabfall von 20V im Leitungsnetz feststellen, besteht akute Brandgefahr.

Und was ist mit der überwiegenden Mehrzahl von ordnungsgemäß installierten Häusern ?

Das Grundproblem der Spannungserhöhung, welche die Konsumenten massiv benachteiligt, ist, dass es nicht verstanden wird.

Ihr Posting beweist das sehr deutlich.

Bauen Sie sich ein Versuchsfeld auf, bringen sie ein Amperemeter und ein Voltmeter an und erhöhen sie anschließend die Versorgungsspannung.
Notieren Sie die aufgenommene Stromstärke bei 220V und dann bei 232V. Multiplizieren Sie die gemessene Stromstärke mit der jeweils angelegten Spannung.

Sie werden feststellen, dass die Leistungsaufnahme mit der Differenz des Quadrates der beiden Spannungen ( 220V & 232V) ansteigt.

Und was die Schwankungsbandbreite der Netzspannung anbelangt, kann ich darauf verweisen, dass diese in 10 Jahren ausnahmslos weniger als 1,5V nach oben und unten differiert ist. (Datenlogger, mehrere Messpunkte an verschiedenen Orten)

Die üppigen und vor allem unnotwendigen Toleranzen stellen lediglich einen Freibrief zur Umsatzsteigerung dar.

Antworten Antworten Antworten Gast: Sinus
02.06.2011 20:54
0

Re: Re: Re: Versorgungsspannung

Sie haben beide zweifellos recht mit Ihren Feststellungen was GEREGELTE Verbraucher betrifft.

Meine Kritik richtet sich jedoch gegen das weitere Steigen der Spannung aufgrund zu hoher Toleranzen.

Dzt. haben wir 232V, nächstes Jahr werden es wohl 233V sein.

Strassenbeleuchtungen, Beleuchtung in Haushalten & Schaufenstern, Lüftungen, zeitgesteuerte Lasten, usw. verbrauchen mehr Energie und deren Lebensdauer endet früher, wenn die Spannung weiter erhöht wird.

Mir ist ebenfalls aufgefallen, dass während der Spannungs-Erhöhungsphase geringere Strompreissteigerungen zu verzeichnen waren als heute.

Das System erscheint analog wie der Frosch im Kochtopf:
Wird er in heißes Wasser geworfen, springt er sofort heraus.
Setzt man ihn jedoch in kaltes Wasser und erwärmt es rasch, wird er den Unterschied so lange nicht merken, bis es zu spät ist.

Ich bin davon überzeugt, dass die Spannung auf über 240V steigen wird, weil die Toleranz (+/- 10% lt. IEC 60038) zu hoch ist und sich die Politik bewußt oder unbewußt über den Tisch ziehen lassen hat.

Ich bin erst draufgekommen, als ich einen Teil des Hauses an einen 1-phasigen Wechselrichter (220V Nennspannung) angeschlossen habe, der mittels PV und Windgenerator versorgt und batteriegepuffert wird.

Auf diesem Kreis habe ich seit 8 Jahren noch nie Lampen gewechselt, obwohl diese die gleiche Betriebsdauer aufweisen, wie die meisten anderen.

Die Lampen waren alle vom gleichen Hersteller und wurden bei Bezug des Haus neu installiert.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: nix fir unguad
03.06.2011 15:02
0

Re: Re: Re: Re: Versorgungsspannung

Mit einer Spannungsschwankung von +-10% hat man immer schon leben müssen und wird auch immer leben müssen.
Beim Kraftwerk muss die Einspeisespannung so geregelt werden dass die vorgeschriebene Einspeiseleistung erfolgt. Bei der Übertragung fallen Verluste an. Bei hoher Last mehr, bei geringer Last weniger. Bei den Umspanntransformatoren auf den oberen Übertragungsebenen wird mittels 'Tap Changer' dann die Spannung so gut wie möglich auf einem konstanten (Nenn) Wert gehalten.
Der Transformator in der untersten Verteilungsebene hat ebenfalls auf der 400V Seite Anschlüsse von -5, -2,5, 0, +2,5 & +5%. Durch die physikalischen Eigenschaften des Transformators misst man bei Nennspannung auf der Primärseite und bei Vollast bei der 0% Anzapfung 400V. Schwankt die Primärspannung geht auch die Sekundärspannung proportional rauf und runter. Ist der Transformator nicht belastet, dann steigt unter den selben Bedingungen die Sekundärspannung auf 241.5V.
Wenn Ihre Nachbarn und Sie kaum Strom verbrauchen müssen Sie eben mit diesen 241,5V leben und Ihre Geräte sind auch dafür ausgelegt dass diese keinen Schaden leiden.
Es wäre viel zu teuer jeden Endtransformator mit Tap Changern auszustatten. Eine Überspannung bei Unterlast ist notwendig, sodass bei Vollast die Nennspannung herrscht. Sie können ja dann auch noch auf der Versorgung zu Ihrem Haus bei Vollast einen Spannungsabfall von 2,5% erleiden un in Ihrem Haus nochmals 5%.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Sinus
04.06.2011 10:50
0

Re: Re: Re: Re: Re: Versorgungsspannung

Die Norm IEC 60038, welche der Spannungsanpassung zugrunde liegt stammt aus dem Jahr 1983.

Daher glaube ich, dass die tatsächliche NENNSPANNUNG stetig weiter steigen und mit den üppigen Toleranzen rechtlich flankiert wird.

Obwohl ein Bahnhof und auch große gewerbliche Betriebe unweit von uns entfernt sind, ist die Spannung in 10 Jahren noch nie als 1,5V fluktuiert.

Danke für Ihre entspannte und intelligente Argumentation.

Re: Re: Re: Versorgungsspannung

Noch einmal: Wenn Sie schlicht und einfach einen Widerstand reinhängen, dann mag das ja sein. Z.B. ein Elektroradiator liefert dann wohl tatsächlich mehr Leistung. Wenn Sie aber ein Elektronikgerät (HiFi, PC, TV z.B.) anhängen, dann haben diese eigene Netzteile und brauchen entsprechend weniger.

Wie das Bsp. Radiator oder Herd zeigt, wäre es aber nutzlos, von 230 auf 220 zu gehen. Dann spart man pro Minute vielleicht wirklich ein bisschen Strom, aber dafür dauert es entsprechend länger, bis das Zimmer warm ist bzw. das Wasser kocht. Ansonsten wäre es ja ein genialer Schritt, die Spannung noch viel weiter zu senken :)


Antworten Antworten Antworten Gast: nix fir unguad
02.06.2011 18:35
0

Re: Re: Re: Versorgungsspannung

Wenn ich einen alten Elektroboiler habe zieht er natürlich mehr Strom und hat damit eine höhere Leistung. Aber fafür wird das Wasser schneller heiß und er schaltet sich dafür früher ab. Das selbe ist mit dem Elektroherd.
Vielleicht haben Sie noch alte Elektroheizgeräte zu Hause. Sie sollten sich doch eher überlegen diese einmal durch neue zu ersetzen die einen Thermostat haben. Sie müssen aber schon vor 15Jahren einen unheimlichen Vorrat an Glühbirnen gekauft haben dass Sie der erhöhte Verbrauch stört.

Den Strompreisanstieg verdanken wir den Grünen.

Wenn der Windstrom 3 mal so viel kostet wie konventioneller Strom (9,7 Cent zu ca. 3 Cent)aus Wasserkraft etc. und bei der Herstellung der Windräder noch einmal kräftig dazugeschossen wird, braucht das nicht wundern.
Die grünen Träumer stört das natürlich nicht, weil der Papa wirds schon brennen.
Allerdings sollte der Hr. Anzengruber zugeben, dass er bei der Hype auch kräftig mitschneidet, genauso wie die Bauern u. die Raiffeisenpartie.
Was hier nicht gesagt wird ist, dass der Strompreis steigt und die Ökozuschläge auch noch einmal draufgesattelt werden.
Zahlen tun es die Bürger mit ihrem schlechten ökologischen Gewissen, das ihnen ständig eingeredet wird.
Tolle Luftgeschäfte, sonst nichts.

Re: Den Strompreisanstieg verdanken wir den Grünen.

nicht nur; denn käme es zu den angekündigten Atomstromausstieg, würden alle KRaftwerkbetreiber um ihre Euratomsubventionen umfallen (für die Kunden wäre das Ergebniss egal da die zum offiziellen Preis dazugerechnet werden müsste) und deshalb die Strompreise um genau diesen Betrag anheben um weiterhin gute Gewinne für ihre Aktionäre vorweisen zu können !

Gerade wir im kleinen Wasserparadies könnten autark sein, dürfen dies aber wegen der EU natürlich nicht mehr.

Antworten Antworten Gast: jaber
02.06.2011 16:11
1

Re: Re: Den Strompreisanstieg verdanken wir den Grünen.

jaaber wer zahlt denn diese unseligen subventionen? wir! wenn also energiekonzerne weniger subventioniert würden, dann zahlten wir ja doppelt! nämlich die gleichbleibende steuerleistung und den höheren marktpreis. irgendwie sind wir wieder einmal die väppelten!

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