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Atomausstieg könnte Österreich 600 Mio. Euro kosten

09.06.2011 | 12:16 |   (DiePresse.com)

Nach Berechnungen der E-Control könnten die vorzeitigen AKW-Schließungen Deutschland sechs Milliarden Euro jährlich kosten – und auch in Österreich „werden alle mitzahlen“.

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Die vorzeitige Schließung von Atomkraftwerken dürfte Deutschland etwa sechs Milliarden Euro pro Jahr kosten. Auch für Österreich habe der Atomausstieg Deutschlands langfristige Folgen, sagte der Chef der Regulierungsbehörde E-Control, Walter Boltz, am Mittwochabend bei einem Pressegespräch in Wien. Nach Berechnungen der E-Control könnten die Kosten für Österreichs Volkswirtschaft etwa 600 Millionen Euro pro Jahr betragen.

"Das Problem ist nicht der Ausstieg an sich, sondern dass das ein Hüftschuss ist und die Sache ein paar Monate mehr Vorbereitung vertragen hätte", sagte Boltz. "Faktum ist, wir werden alle mitzahlen."

Kurz- und mittelfristig müssen die Endkunden in Österreich laut E-Control jedoch nicht mit steigenden Preisen rechnen: Zwar habe es einen Preisanstieg am Großhandelsmarkt gegeben, doch wegen der langfristigen Beschaffungspolitik der Energieversorger seien unmittelbare Auswirkungen durch die derzeitigen politischen Entscheidungen in Deutschland nicht zu erwarten.

"Verbund lässt die Sektkorken knallen"

Für die heimischen Kraftwerksbetreiber sei der deutsche Atomausstieg auch eine Chance: Die Großhandelspreise dürften dadurch um 10 Euro je Megawatt-Stunde steigen dürften. "Der Verbund lässt die Sektkorken knallen, weil bei gleichen Kosten die Erlöse steigen." Bestehende Wasserkraftbetreiber könnten ihre Profite um ein Fünftel steigern. Gleichzeitig sinke der Förderbedarf für erneuerbare Energie.

Das verändere auch die Rentabilitätsrechnung für das Verbund-Gas-Dampf-Kraftwerk Mellach in der Steiermark. "Vor dem Atomausstieg Deutschlands wäre die Chance durchaus groß gewesen, dass Mellach die nächsten paar Jahre Verlust macht. Jetzt sieht das wieder anders aus", meint Boltz. Österreich könnte zum Nettoexporteur von Strom werden, meint man in der E-Control. "Wir haben rein technisch massig Kapazität für den Export."

CO2-Emissionen steigen

Die Kehrseite der Medaille sei natürlich, dass die heimischen CO2-Emissionen durch Gaskraftwerke um rund 6 Millionen Tonnen pro Jahr steigen könnten. In Deutschland könnten die CO2-Emissionen durch Gas um mehr als 70 Millionen Tonnen steigen. "Das ist fast die komplette Emission Österreichs", so Boltz. "Im Moment kann mir niemand sagen, wie die Deutschen ohne Atomkraftwerke ihr CO2-Emissionsziel erreichen können. Die Mengen sind einfach zu groß, da dürften sie nicht mehr Auto fahren."

Wenn der Neubau von Gas- und Kohlekraftwerken nur zögerlich vorangeht, könnte es um 2016 herum zu einem gewissen Engpass kommen, warnt die E-Control.

(APA)

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118 Kommentare
 
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Gast: hhhxj
10.06.2011 12:18
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600.000.000

Da versickert aber mehr in den PIGS.

Gast: GunduladieGütige
10.06.2011 10:13
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Opfer

Egal, was passiert, in Österreich gibt es immer welche, die sich sofort als Opfer sehen! Deutschland steigt aus der Atomenergie aus. Bravo!! Das ist doch genau das, was wir uns wünschen konnten, wenn man in die grenznahen bayerischen AKW denkt. Falls damit volkswirtschaftlich gesehen höhere Kosten auf Österreich zu kommen, so ist dies wohl die vernünftigste Investition seit langem.

0 0

Faktum ist, wir werden alle mitzahlen.

Wir zahlen in , Griechenland, Irland, Portugal und jetzt Deutschland. Natürlich auch den höheren Gaspreis, Strompreis usw.

Gast: Papa Schlumpf
10.06.2011 08:28
2 0

Dumme Zahlenspiele

Und hat man schon die Kosten eines SUPER-GAUs ausgerechnet? Ich meine die Gesamtkosten, auch die in der Zukunft.
Beim angeblich billigen Atomstrom wird immer vom Schönwetterfall ausgegangen. Man hat nicht einmal das Problem der Endlagerung gelöst.

Gast: Na und?
10.06.2011 08:05
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Man könnte es auch so formulieren:

Das Ende des Atomzeitalters ist der Beginn von Investitionen in andere Formen der Energiegewinnung.

Natürlich wird das kosten, aber dafür schafft man Arbeitsplätze und einen neuen Wirtschaftszweig.

Hört sich gleich optimistischer an, oder?

Gast: Novalis
10.06.2011 01:44
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Hoch lebe der Qualitäts-Journalismus !

Da hüpft das Leserherz !

Ein kompletter Topfen wird brav abgedruckt - ohne nachzufragen.

Eine komische Behauptung - und null Information.

Und das soll eine seriöse Zeitung sein ???


Gast: tigerenter
10.06.2011 00:57
1 0

wieso ist dann der strom in atomstromländern angeblich so viel billiger als bei uns?

wieso müssen wir den nicht mitzahlen?

Kratzts wen?

Lieber 600 Millionen zahlen für Alternativstrom, als sich beim nächsten Super-GAU fragen: "Was wäre wenn....?"

Gast: amarie
09.06.2011 21:35
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was für ein scherm hat denn diese schlagzeile in auftrag gegeben?

es fehlt eindeutig der satzteil: wenn österreich 100 % des stroms aus deutschland importieren würde.

ja wenn.

ist aber nicht sehr realistisch.

um nicht zu sagen derstunken und derlogen.

was genau kostet es uns, wenn wir nettoexporteur von strom werden?

und wieso kostet uns das etwas, wenn unsere stromerzeuger so enorme gewinnzuwächse erwarten?
und dann sogar auch noch strom nach deutschland liefern?

ist es echt zu viel verlangt, wenigstens halbwegs seriöse berichterstattung zu erwarten?

Antworten Gast: Novalis
10.06.2011 01:46
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es fehlt eindeutig der satzteil: wenn österreich 100 % des stroms aus deutschland importieren würde.

Aha - so ist das zu verstehen.

Also : Täuschung und Irreführung des Lesers !

Antworten Gast: Energieschleuder
09.06.2011 22:20
0 0

Re: was für ein scherm hat denn diese schlagzeile in auftrag gegeben?

Die ganze Meldung ist fragwürdig, Strom geht immer den Weg des geringsten Widerstandes, daher wird auch weiterhin Wien tschechischer Atomstrom verbraucht wenn das Ersatzkraftwerk in Vorarlberg steht.

Da müßte man schon die Leitungen kappen will man wirklich Atomstromfrei sein, das geht aber nicht wegen Verträge und EU-Rechte.

Interessante Möglichkeit wäre den Strom DRM Geschütz in die Leitungen zu pumpen,-)))

Anzumerken noch, Wien betreffend, die Stadt könnte sich selbst Versorgen, und das funktioniert auch, werden die Leitungen gekappt gibt es ein kurzes flankenr im Licht und das war's. Auf das wird aber nur im Notfall zurückgegriffen, wenn eben ein Black Out halb Europa ins dunkle setzt, den Spaß gibt's leider nicht im Sonderangebot.

Gast: Energieschleuder
09.06.2011 20:13
0 0

Reine Abzocke

Dürfen jetzt die Österreicher dafür zahlen das der Alternative Strom in Kaprunzwischengespeichert wird?

Würde dieses geniale Bauwerk nicht in Österreich stehen hätte ich Verständnis, so ist reine Abzocke unter dem Vorwand Atormfrei.

Ich wäre für Gesetzte die Energieschleudern verbietet, Eiswände in Einkaufscenter, vollbeleuchtete Lampenabteilungen in den Möbelhäusern, Auslagen die 24 Stunden am Tag brennen.

Das Glühlampenverbot rettet die Welt nicht, ein Schrittweise Umstellung auf Induktionsherde sehr wohl, dazu war man aber wieder zu feig, das könnte ja der Wirtschaft schaden, der heiligen Kuh.

Geht's der Wirtschaft gut geht's den Menschen garantiert schlecht!

Gast: Novalis
09.06.2011 20:03
1 0

Nach Berechnungen der E-Control könnten die Kosten für Österreichs Volkswirtschaft etwa 600 Millionen Euro pro Jahr betragen.

In dem Bericht wird mit KEINEM Wort erwähnt. wie man zu diesem Schluss kommt.

- Soll hier Stimmung gegen den Atomausstieg gemacht werden ?

- Wird der Atomausstieg dazu missbraucht, die Österreicher bei ihren Energierechnungen (ohne tatsächlich bestehenden Grund) wieder einmal so richtig abzuzocken ?

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Hier haben nur wenige den Artikel interpretiert....

...sondern nur die Schlagzeile gelesen.
Ich finds auch lustig, dass viele poster hier anscheinend dachten, ein Atomausstieg sei kostenlos. Aber das allerbeste ist, dass die wiffen Franzosen, die komplette deutsch-französische Grenze mit AKW zugepflastert hat, weil sie genau wissen "woher der Wind weht". Da wird nicht wirklich viel darüber gesprochen.

Antworten Gast: alidserr
09.06.2011 19:42
1 0

Re: Hier haben nur wenige den Artikel interpretiert....

Gestern auch TV Total gesehen?Hab ich nicht gewusst, stimmt aber so

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Re: Re: Hier haben nur wenige den Artikel interpretiert....

...ja manchmal kommen Informationen aus den skurrilsten Quellen :)
...Raab hat das Medium, die Plattform, also soll er sie auch nutzen, ich fands gut so..

PS.:PAPIEREE BITTEEE!! :D

Milchmädchenrechnung - keiner denkt an die Zukunft

Mit keinem Wort wird erklärt, wie man bei E-Control auf die Summe von 600 Mio. Euro kommt. Natürlich wird der Strom erst einmal für einige Jahre teurer, denn "billiger Strom" war schließlich eines der Hauptargumente für die Atomkraft. Dabei war die Atomkraft von Anfang an eine Sackgasse, denn das spaltbare Uran ist nicht unendlich vorhanden, sondern wäre - je nach Schätzung - in ca. 70 Jahren endgültig verbraucht. Insofern ist jeder Euro, der in Atomkraft investiert wird bzw. wurde, verschwendet! Es ist höchste Zeit, uns nun auf wirklich nachhaltige Energien zu konzentrieren und deren Ausbau voranzutreiben. Das mag am Anfang teurer sein, aber unsere Kinder werden es uns in 50 Jahren danken, dass wir heute die Basis für eine sichere und stabile Energieversorgung gelegt haben.

Antworten Gast: oekonomist
10.06.2011 06:49
0 0

Re: Milchmädchenrechnung - keiner denkt an die Zukunft

Da kaum ein Stromerzeuger seinen Strom billiger verkaufen wird als er am Markt dafür Geld erhalten kann, wird der für deutschen Strom zu bezahlende Preis einfach auf die gesamte in Österreich verkaufte Strommenge umgerechnet (ein österr. EVU könnte den Strom in D ja zu diesem Preis verkaufen). Die Gewinner sind die österr. Stromerzeuger und deren Besitzer /Aktionäre.

Bei 10 Euro/MWh Verteuerung und einem österr. Netzstromvolumen von rund 60.000.000 MWh/a ergibt sich gemäß der angeführten „Mildmädchenrechnung“ eben 600 Mio Euro/a an Mehrkosten. Zum Vergleich: PV –Strom ist nochwesentlich teurer. Bei Annahme ca. 300 €/MWh Kosten (aktuell garantierter Abnahmepreis) und derzeitigem Strompreis von ca. 56 €/MWh würden für die Erzeugung der gleichen Strommenge in Österreich Mehrkosten von 15,64 Milliarden Euro pro Jahr anfallen – und da sind notwendige Ersatzkraftwerke und Speicheanlagen noch gar nicht berücksichtigt. Soviel zur bereits heute wirtschaftlichen PV-Stromerzeugung, welche derzeit so nachhaltig gefordert wird!

Re: Milchmädchenrechnung - keiner denkt an die Zukunft

Ganz meiner Meinung!

Gast: cives iratus
09.06.2011 18:24
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Danke für die Mehrkosten, liebe Umweltschützer.

Habt ihr gut gemacht. Mit euren LÜGEN über die ach so gefährliche Atomkraft habt ihr diese effiziente Form der Energiegewinnung öffentlich unmöglich gemacht. Brennen darf jetzt der Steuerzahler. Das seid nicht ihr, liebe Umweltschützer – denn man kann nur ENTWEDER berufstägig sein ODER die ganze Zeit gegen Atomstrom demonstrieren – sondern wir. Im Namen aller Steuerzahler möchte ich mich herzlich dafür bedanken, dass ihr uns wieder einmal unnötig Geld kostet.

Antworten Gast: tigerenter
10.06.2011 00:55
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Re: Danke für die Mehrkosten, liebe Umweltschützer.

deinen strom zahlt der steuerzahler?

aha.

meinen strom zahl ich selber.

ergo bist es nur du, der den steuerzahlern auf der tasche liegt.

Re: Danke für die Mehrkosten, liebe Umweltschützer.

Effiziente Form der Energiegewinnung? Junge, Sie stell ich mir gut als Arbeiter in Fukushima vor. Ihr naives Lächeln wegen der ach so tollen Atomkraft wird wohl mehr strahlen als das AKW selbst.

2 0

Re: Danke für die Mehrkosten, liebe Umweltschützer.

bin zwar kein Umweltschützer, aber was sie hier schreiben, ist ein wenig übertrieben. Sie sprechen also für alle Steuerzahler, alles klar. Und Umweltschützer zahlen keine Steuern, aha. Und Atomkraft ist ungefährlich, ok. und was, bitte, heißt "öffentlich unmöglich"?
...die Anonymität des Internets, als Fundament für die armen im Geiste.

Gast: CooleRechnerin
09.06.2011 17:45
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Das Atom-Spiel ist aus!

Ja, der Ausstieg kommt teuer. Und nun hat nicht nur Deutschland sondern auch die nüchterne Schweiz diesen Weg parlamentarisch gefestigt.
Wen wundert's, dass das teuer für uns alle wird, will doch die Atommafia auch noch den Ausstieg bestens vergoldet haben. Den Gewinn haben diese unverantwortlichen Kassierer alleinselig eingestreift, den Niedergang "dürfen" wir mit ihnen teilen.

Aber alles immer noch billiger und gesünder (auch für den einfachen Steuerzahler und für allem für die Kindeskinder) als ATOMDESASTER wie in Tschernobyl und Fukushima bis zum bitteren Ende der Welt durchhalten, nur damit eine Finanzmafia ihre Spielregeln aufrecht halten kann.

Das Atom-Spiel ist aus!

Antworten Gast: qwertzui8520
09.06.2011 19:38
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Re: Das Atom-Spiel ist aus!

Ha, jetzt können wir für den übereilten Ausstieg Deutschlands bezahlen. Frankreich wird das besonders freuen, werden wir schlussendlich deren billigen Atomstrom importieren müssen, da aus den sogenannten "erneuerbaren" Energien nicht genug Strom gewonnen werden kann. Und zu den "erneuerbaren" Energien: schon mal jemand daran gedacht wie viel CO2 bei der Erzeugung von z.b. Sonnenkollektoren entsteht?Dieser wird nämlich über deren gesamte Lebensdauer nicht mehr hereingeholt!
Und schon mal jemand daran gedacht wie viele Menschen jählich sterben, damit wir zu Rohstoffen wie z.b. Braun- und Steinkohle oder Gas aus Ländern wie China billig gelangen? Diese übersteigt die Zahl jener, die jetzt durch Fukushima und damals in der Urkaine gestorben sind um Längen. Also bitte alle mal über den Tellerrand hinausschauen und mal sehen was die Umweltverbesserer und Ökos zu den imens steigenden CO2 Immisionen sagen werden, wenn die AKWs vom Netzt gehen werden!

Re: Das Atom-Spiel ist aus!

die "für Jahrtausende unbewohnbare nuklare Wüste" um Tschernobyl ist inzwischen ein beliebtes Touristenziel geworden ;-)

 
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Hobbyökonom