Fekter: Griechen-Hilfe kostet bisher "keinen Cent"

15.06.2011 | 15:45 |   (DiePresse.com)

Das BZÖ fordert in einer "Aktuellen Stunde" für Griechenland einen "Zahlungsstopp jetzt". Fekter betont, dass die Hilfe für Griechenland bisher 19 Millionen Euro brachte.

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Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hat am Mittwoch im Nationalrat betont, dass Griechenland bisher an Österreich 19 Millionen Euro Zinsen gezahlt und das Engagement bisher "keinen Cent gekostet" habe. BZÖ-Chef Josef Bucher rät Fekter, sie solle das "Desaster" beenden. Das BZÖ hat die Griechenland-Hilfe unter dem Titel "Zahlungsstopp jetzt - genug gezahlt für marode Banken und bankrotte Euroländer" im Parlament zum Thema der "Aktuellen Stunde" gemacht.

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Fekter erwidert, Österreich habe ein "ureigenstes" Interesse an stabilen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen in Europa. Die gemeinsame Währung habe Österreich Wohlstand gebracht, als Exportland profitiere das Land überproportional von der gemeinsamen Währung.

Für Beteiligung des Privatsektors

Man borge Geld gegen Zinsen und verpflichte Griechenland zu einem Reformprogramm, so Fekter. Man zahle nur Geld, wenn man sicher sein könne, dass man dieses Geld - auch wenn es etwas länger dauere - auch zurückbekomme. In Griechenland werde eine Finanzamtsstruktur aufgebaut, um den Steuertopf wieder zu füllen, dazu seien österreichische Experten in engem Kontakt mit den griechischen Kollegen. Abermals sprach sich Fekter für eine freiwillige Beteiligung des Privatsektors aus.

Ausschreitungen in Griechenland

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Sie wolle die Griechen nicht in die Pleite schicken, das wäre "engstirnig" und "kurzsichtig". Würde man die Griechen schockartig in die Pleite schicken, würde das auch andere Länder in Schwierigkeiten bringen. Ein "sorgsam kontrollierter" Schuldenabbau sei allemal der "klügere Weg", findet Fekter. Wenn man Verantwortung wahrnehme, gelte diese für die gesamte Euro-Zone und "nicht nur kleinkariert für unser kleines Land".

"Brauchen Schutzhirn"

BZÖ-Chef Bucher kritisierte, dass man von der Regierungsbank ständig Dinge berichtet bekomme, die sich später aus falsch herausstellten. Österreich habe inzwischen 20 Milliarden Euro Zahlungsverpflichtungen, und der Steuerzahler habe dafür gerade zu stehen, wenn die Kredite nicht zurückgezahlt würden. "Wir brauchen keinen Schutzschirm, sondern endlich einmal ein Schutzhirn in Brüssel."

Griechenland sei pleite und ein "Fass ohne Boden". Das Geld werde nie mehr nach Österreich zurückkommen, glaubt Bucher. "Genug gezahlt" für das Unterfangen in Griechenland, forderte der BZÖ-Chef einmal mehr. Ein neuerliches Griechenland-Hilfspaket sei abzulehnen. Fekter solle "dieses Desaster" endlich beenden.

Für europäische Ratingagentur

Für SPÖ-Klubobmann Josef Cap war Buchers Rede "mutlos". Bucher habe nicht die Frage gestellt, was eigentlich das Problem ist - Cap sieht es im derzeitigen Wirtschaftssystem. Cap plädierte für eine europäische Ratingagentur und eine Finanztransaktionssteuer. Private müssten auch beteiligt werden. Cap betonte aber auch, dass Österreich ohne die Euro-Zone nicht existieren könne, Österreich sei ein Exportland. Wer damit spiele, spiele mit der österreichischen Wirtschaft.

VP-Finanzsprecher Günter Stummvoll warf u.a. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vor, gezielt mit Unwahrheiten zu arbeiten. Die Hilfe werde es solange geben, solange diese Variante billiger für den Steuerzahler sei.

"Fass ohne Boden"

Bernhard Themessl von der FPÖ betonte, es wäre vernünftiger jetzt einen Schlussstrich zu ziehen. Wer glaube, dass Griechenland im nächsten Jahr ein Wachstum von ein oder zwei Prozent schaffe, sei "auf dem Holzweg". Es handle sich um ein "Fass ohne Boden".

Die europäischen Regierungen würden in ein weiteres Glaubwürdigkeitsproblem taumeln, wenn es nicht gelinge, diejenigen zu beteiligen, die bis jetzt daran verdient hätten, meinte Werner Kogler von den Grünen. Banken und Spekulanten müssten endlich einen Beitrag leisten. Ohne einen teilweisen Ausgleich könne es nicht gehen, weil alles andere die Sache nur schlimmer mache, erklärte er weiters. Bei der Regierung sei nicht klar, was sie vertrete, kritisierte Kogler.

(APA)

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240 Kommentare
 
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Gast: Gast 2011
19.06.2011 00:55
0 0

nach Fekter verdienen wir mit Griechenland?

wenn Milchmädchen rechnen lernen, dürften wohl ähnliche Aussagen kommen. Mit Österreichs hochqualifizierter Politkerkaste bleibt einem wohl nichts erspart. Eigentlich sollte es ein Gebot für Politiker geben: du sollst deine Bürger nicht für dumm verkaufen!

Gast: uburoi
17.06.2011 14:19
1 0

daß mietzi besonders rechenstark ist, ergibt sich schon aus ihrer gewählten sprache.

und sowas ist summa cum laude an einem juridikum.
hoffentlich muß der arme narr nix plagiieren.

1 0

Liebe Frau Fekter

bitte borgen Sie mir mal 1.000.000.-, ich zahle Ihnen dann ein paar Zinsen, jedoch niemals die Ausständige Summe zurück, sie werden sehen, es wird Sie keinen Cent kosten, für meine Bankverbindung rufen Sie bitte die Kostenpflichtige Rufnummer 0510 123456789/ €1,43/30Sec.

es Grüßt herzlichst

Kraxn

Re: Liebe Frau Fekter

Sehr geehrte Frau Fekter!

Oder wer sonst auch immer...
Falls Sie auf den Vorschlag eingehen, bei mir können Sie auch gratis anrufen1

Tel: 0815 137603

Gast: Gast359
17.06.2011 08:29
1 0

Kostet keinen Cent

Die FM Fekter muss das in den deutschen Medien abgeschrieben haben, den dort steht genau daselbe, dass bis jetzt die Griechen-Hilfe den Steuerzahler keinen Cent gekostet hat.
Was soll man dazu noch sagen, ernstnehmen kann man unsere Politiker nicht mehr.

Gast: Kasnudel aus Kärnten
16.06.2011 22:01
0 1

Bucher soll vor der eigenen Türe kehren!

Herr Bucher die Republik steht für die 19 Mrd LAndeshaftung für Kärnten gerade!
Die HYPO in Kärnten hat dem Steuerzahler bereits 2 Mrd gekostet!
Das ist Freiheitliches Wirtschaften!
Wann wacht das Volk auf!
Strache predigt nur heiße LUft!

Gast: Souverän
16.06.2011 21:46
1 0

Die Sache ist geritzt - vollendete Tatsachen, alternativlos!

Es wäre wohl besser wir hätten im Parlament nur Sonderschüler, denn die haben Menschenverstand!

http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/hilfspaket-aufschub-fuer-griechenland_aid_637445.html
"Zitat
Hilfspaket Aufschub für Griechenland

Die dramatische politische Lage zeigt Wirkung: Die Gläubiger werden Griechenland neues Geld zuschießen, auch wenn das geforderte Sparprogramm noch nicht beschlossen ist. Damit gewinnen alle Zeit – auch Deutschland.
Zitat Ende"

Fazit im Klartext:

1. Die Griechen brauchen mal eben 12 Mrd. TEuros, also überweisen wir. Denn Geben ist schließlich seliger als Nehmen!
2. Der gemeine Grieche hat zur Zeit überhaupt keinen Bock auf Sparpakete, also muß so ein Quatsch jetzt auch nicht beschlossen werden!
3. Beteiligung des privaten Sektors könnte schlecht nach Außen wirken, also läßt man solche Schnapsideen!

Jetzt sind sicher alle zufrieden....

Gleich nach dem Zahltag kommt der Tag der Abrechnung - „Aber wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!“ frei nach Wilhelm Busch / Max & Moritz
http://de.wikipedia.org/wiki/Max_und_Moritz

Gast: alter Schilling
16.06.2011 17:53
1 0

Frau Fekter sollte sich mal bilden

http://www.querschuesse.de/kurzupdate-griechenland/

und einfach die Fakten lesen !

Unfaßbar wie Griechenland abstürzt.

2 0

19 Millionen Euro

Wenn uns die Griechenlandhilfe keinen Cent kostet, dann möchte ich gerne wissen, wofür wir die 19 Millionen Euro erhalten haben. Es gibt kein Geld für nichts.

Also, was haben wir für die 19 Millionen gegeben, und was werden wir noch geben müssen?

0 3

Es ist unsere Pflicht als Europäer......

......unseren europäischen Brüdern und Schwestern in Not zu helfen.

Re: Es ist unsere Pflicht als Europäer......

Wenn die Griechen nur nicht mit ihren falschen Statistiken und Unterlagen beim Beitritt in den "Euro-Klub" so dreist geschwindelt und betrogen hätten! Solidarität mit Fälschern??

Antworten Gast: Souverän
16.06.2011 16:11
3 0

Re: Es ist unsere Pflicht als Europäer......

Ja ganz sicher "Hauke" und ab wann sollen wir gegen Libyen in den Krieg ziehen?
Mit Neutralität ist ja nichts mehr, die hat der Heinzi per Kaufvertrag noch Lissabon geschickt.

Die Pflicht unserer Volksve(t)räter ist unsere Interessen zu vertreten und nicht überall Ja und Amen zu sagen - dazu braucht man die nicht, das kann auch ein Anrufbeantworter!

Gast: Gneisser
16.06.2011 14:40
2 0

Wer seine SCHILLING nicht in EURO sondern in GOLD getauscht hat, ist jetzt fein raus !


Gast: Kaulkinnikten
16.06.2011 14:11
3 0

Die EU findet ganz sicher die richtige Lösung, nachdem sie alle falschen ausprobiert hat !


Re: Die EU findet ganz sicher die richtige Lösung, nachdem sie alle falschen ausprobiert hat !

Lösungen sind auch abhängig von der jeweiligen Situation. Und da sich Situationen im Lauf der Zeit ändern, vom jeweiligen Zeitpunkt.

Es muss daher leider auch befürchtet werden, dass es "irgendwann" (eher schon in naher Zukunft) keine "richtige Lösung" mehr gibt. Es wird, bei Fortsetzung dieses Spektakels, eher nur mehr eine "Zwangslösung" übrig bleiben. Und die lautet dann nicht so, dass Griechenland pleite ist, sondern die EU.

Re: Die EU findet ganz sicher die richtige Lösung, nachdem sie alle falschen ausprobiert hat !

Schaut ganz so aus! Nur halte ich die EU-Politiker (Hahn!!!) für so dumm, daß sie nicht einmal aus ihren Fehlern etwas lernen und diese ständig wiederholen!

Die "richtige" Lösung finden die höchstens wiedas sprichwörtliche blinde Hendl!!!

Antworten Gast: Sapperlott
16.06.2011 14:53
0 0

Re: Die EU findet ganz sicher die richtige Lösung, nachdem sie alle falschen ausprobiert hat !

Genau! So wird es am teuersten für die Steuerzahler und die Insider verdienen sich dabei dumm und dämlich! Denn irgendwohin muß das Geld wohl kommen, es ist ja nicht weg.

Gast: Epikanter
16.06.2011 14:08
5 0

Liebe Mitzi: Wenn Du uns schon verscheißern willst, dann gib Dir zumindest ein bißchen Mühe dabei !


Wo ist der nasse Fetzen?

Private beteiligen ist ne supergute Idee - da die Rückzahlung laut Fekter garantiert ist, also ein Darlehen ein Geschäft für die Geldgeber. Blöder ist nur mehr der völlig ahnungslose Berufspolitiloge Josef Tschaperl, der das Desaster mit einer neuen Steuer bekämpfen will ......

Re: Wo ist der nasse Fetzen?

Bitte nicht so gegen Hrn. Tschapperl argumentieren. Er folgt doch nur brav der Parteilinie. Andernfalls wäre er doch nicht auf diesem Posten und müsste ausschließlich von seinen Zinshäusern leben.

Finanzministerin, die nicht rechnen kann.


Rückzahlbarkeit der Griechen Hilfe

Frau Fekters plumper Beschönigungsversuch ist eine Zumutung für denkende Bürger. Ein Kredit an einen nicht Zahlungsfähigen ist ein Geschenk, auch wenn zunächst Zinsen gezahlt werden. An genau diesem Syndrom, nicht einbringliche Kredite als Vermögenswerte in der Bilanz zu belassen, ist Lehman Brothers gescheiter und hat die internationale Finanzkrise ausgelöst. Österreich wäre daher gut beraten, die Hilfe an Griechenland sofort auszubuchen und seine Budgets der nächsten Jahre entsprechend zu ändern.

Gast: Gimplsepp
16.06.2011 12:36
0 2

Fass ohne Boden?

Vergleichbar mit dem Bundesland Kärnten. Zu erst regiert vom BZÖ dann von der FPÖ und dieses FAss hat wahrlich keinen Boden!

Antworten Gast: Dschanky
16.06.2011 14:44
0 2

Re: Sog wia redsd denn Du über Nordslowenien?


Antworten Antworten Gast: Gimplsepp
16.06.2011 16:34
0 0

Re: Re: Sog wia redsd denn Du über Nordslowenien?

Schulden, Korruption, Schlusslicht in allen Belangen, kranke Wirtschaft, Flucht der Jugend,...
noch mehr?

Gast: wolfsbergerin
16.06.2011 12:34
1 4

Was regt sich Bucher auf?

Österreich hat bereits 2 Mrd in die Kärntner HYPO gepulvert die wir niemals mehr sehen werden!
Die HAftungen vom Land Kärnten betragen über 19 Mrd Euro!

Der Herr Bucher soll zuerst denken und dann reden!
Das Chaos in Kärnten muss aufgeklärt werden Herr Strache, Herr Bucher!!!

 
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