Die Folgen einer Griechenland-Pleite für Österreich

01.07.2011 | 19:42 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Schuldenabschreibung allein wäre für Österreich kein erhebliches Problem. Unabsehbar aber indirekte Folgen für Banken und Wirtschaft.

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Wien. „Ich bin nicht mutlos“, sagt Maria Fekter (ÖVP). In einem Gespräch mit Journalisten zeigte sich die Finanzministerin optimistisch, dass Griechenland „mittelfristig wieder selbst Geld auf den Finanzmärkten aufnehmen kann“. Ihr Ministerium sieht im Fall eines Staatsbankrotts wegen der Schuldenabschreibung allein zwar kein erhebliches Problem für Österreich. Unabsehbar wären aber die indirekten Folgen für Banken und Wirtschaft. Fekter selbst bezeichnete die Hilfe für Griechenland deshalb auch als „alternativlos“.

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Heimische Banken und der Staat haben derzeit Forderungen von insgesamt rund 4,6 Milliarden Euro (jeweils rund 2,3 Mrd. an Griechenland. Kommt es zu einem Ausfall von 50 Prozent, müssten rund 2,4 Milliarden Euro abgeschrieben werden, bei 70 Prozent 3,2 Milliarden. „Diese Vermögensverluste wären zwar systematisch nicht bedrohlich“, heißt es in einem Papier des Finanzministeriums. Sie würden aber beispielsweise das Kreditvergabepotenzial im Inland verringern. Bedrohlicher seien aber die „indirekten Folgen“. Denn die griechischen Banken sind stark in Südosteuropa engagiert. Da sie im Fall eines Staatsbankrotts die Hauptlast tragen müssten (siehe Grafik), würde dies auch Länder wie Bulgarien, Albanien oder Serbien treffen, in denen auch heimische Finanzinstitute etabliert sind. „Wenn die griechischen Banken in dieser Region umfallen, hätte dies auch gravierende Folgen für die österreichischen Banken.“

Wirtschaftsexperten warnen seit Wochen vor einer Kettenreaktion auf den Finanzmärkten. Die europäischen Banken halten derzeit etwa 220 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten griechischen Schuldentiteln. Könnte Athen bei einer Umschuldung nur einen Teil davon zurückzahlen, würde dies eine „größere Welle an Insolvenzen“ auslösen, warnen die Experten des Finanzministeriums. Problematisch sei, dass es bisher überhaupt kein Beispiel für einen Staatsbankrott in einem derart integrierten Wirtschaftsraum wie der Eurozone gebe.

Diese Gefahr würde sich potenzieren, wenn auch die beiden anderen Problemstaaten Portugal und Irland in eine Pleite schlittern würden. Dann könnte auch ein größerer Teil der heimischen Garantien von künftig 21,6 Milliarden Euro beim europäischen Rettungsfonds EFSF schlagend werden.

Fekter rechnet damit, dass die Euro-Finanzminister am Samstag in einer Telefonkonferenz die nächste Tranche von zwölf Milliarden Euro für Griechenland freigeben. Hält sich die Regierung in Athen weiterhin an die Sparvorgaben von EU und IWF, werde das Land bis 2014 gestützt. Insgesamt stellen die Europartner und der IWF bis dahin 195 Milliarden Euro zur Verfügung. Dabei sind laut Fekter auch die 110 Milliarden des ersten Hilfspakets eingerechnet.

 

„Geben Griechen noch etwas Zeit“

„Wir geben den Griechen noch etwas Zeit“, so Fekter. Neben der Finanzhilfe habe Österreich auch Hilfe bei den notwendigen Reformen geleistet. So seien beispielsweise griechische Finanzbeamte in Österreich geschult worden, um die Steuereintreibung zu verbessern. Griechenland brauche Reformen und eine konsequente Privatisierung, so Fekter. „Die wird wieder Investitionen und Wachstum bringen.“

Zu einer Beteiligung privater österreichischer Gläubiger am zweiten Hilfspaket für Griechenland nahm die Finanzministerin nur ausweichend Stellung. Die größte heimische Gläubigerbank sei die mittlerweile verstaatlichte Kommunalkredit. „Da kann ich also mit mir selbst verhandeln.“ Klarer antwortete Fekter auf die Frage, wann Österreich bei der Rettung Griechenlands das Handtuch werfen würde. „Wenn der IWF aussteigt, sind wir auch nicht mehr dabei.“

Der für die Währungspolitik zuständige Sektionschef im Finanzministerium, Thomas Wieser, wies darauf hin, dass Griechenland weiterhin unter Beobachtung stehe. Es werde Quartalsberichte geben, die darüber entscheiden, ob weitere Gelder freigegeben werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2011)

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139 Kommentare
 
12 3 4
Gast: Reflector
04.07.2011 00:22
3

Wer etwas als alternativlos ...

... bezeichnet, ist entweder Ideenlos oder ein Diktator.

Ö wird nicht belastet: wenn bei 50% Ausfall schon 1,2 Mrd € für die Rep A übrigbleiben ist das schon ein enormer Ausfall liebe Frau FM.

Zudem sind dann die zukünftigen Verpflichtungen und Ausfälle ja noch gar nicht berücksichtigt.

Aber wenn es so unerheblich ist, können Sie diese Summen gern aus ihrer Privatkasse zahlen.

Wobei bei der derzeitigen Situation in GR eher von einem Argentinischen Schnitt von ca. 80 - 90% auszugehen ist.

Es ist jedem der nur bis drei zählen kann ganz klar, dass GR 2014 nicht wieder auf eigenen Beinen steht.

Es ist jedem der nur bis drei zählen kann ganz klar, dass GR keine 50 Mrd. für die Betriebe bekommen kann, die kann man wegen der Verpflichtungen oftmals nicht einmal verschenken.

Es ist jedem der nur bis drei zählen kann ganz klar, dass GRs Sparziele weit verfehlt werden und nur zur Show dienen.

Es ist jedem der nur bis drei zählen kann ganz klar, dass für die EU und € Hörigkeit, die bereits Sektenhafte Ausmasse in der alternativlos verbrüsselten Clique erreicht, diejenigen zahlen sollen die alternativlos beschi**ssen werden, nämlich alle Bürger in dieser EUDSSR.

Es ist jedem der nur bis drei zählen kann ganz klar, dass dieses Verhalten irgendwann auf die derzeitigen Akteure zurückfallen wird - alternativlos!

Gast: Plach2
03.07.2011 17:18
1

Keine Probleme für die Staatbürger!

Aber große Probleme für Spekulanten und Banken.....

Wie lange will diese Regieung solche Typen noch schützen?

Das ist die totale Hilflosigigkeit!

"Problematisch sei, dass es bisher überhaupt kein Beispiel für einen Staatsbankrott in einem derart integrierten Wirtschaftsraum wie der Eurozone gebe."
Natürlich nicht, es gibt ja keinen Staatsbankrott ohne Währungsabwertung. Die Chance, den Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum über Nacht rasch und schmerzlos zu machen, wurde vertan, weil die Politiker, wie Treichl sagt: "blöd und feig" sind. Jetzt ist es vorbei, die Griechen sind schon heftig daran, ihre Bankguthaben ins Ausland zu transferieren, womit die Abwertung unterlaufen wird. Aus Ratlosigkeit wird nun immer mehr Geld aufgewendet, um die Illusion aufrecht zu erhalten, dass Griechenland jemals seine Schulden begleichen könnte, was aber niemand mehr glaubt. Die Sparprogramme, die nun die Abwertung ersetzen sollen, würgen die schwache griechische Wirtschaft nur noch mehr ab.
Die Situation wird von Tag zu Tag katastrophaler, bis der Bankrott Griechenlands, der jetzt immer mehr auch zu einem der Eurozone wird, nicht mehr wegzulügen ist!
Es wird uns alle treffen, und wir müssen uns beim kopf- und ziellosen Krisenmanagement der EU-Politiker bedanken!

Re: Das ist die totale Hilflosigigkeit!

Der Blick um die Ecke zeigt, wohin die Reise geht. Sehe das alles (leider) ebenfalls so. In mir will auch kein Optimismus reifen.

Gast: Han
03.07.2011 15:24
0

Kritik

ist am herrschenden Wirtschaftssystem gerechtfertigt. Die Frage ist nur was zu ändern sein wird.
Die Spekulation ist ein wesentlicher Teil dieses Systems und würde mit der Abschaffung ein planwirtschaftliches System erforderlich werden, das schon gescheitert ist.
Vor die Wahl gestellt erscheint die Griechenlandhilfe das kleinere Übel zu sein und hat mit Gut- oder Schlechtmensch nichts zu tun! Die angeführten Fakten schauen natürlich zum jetzigen Zeitpunkt ungünstig aus.

Gast: alter Schilling
03.07.2011 13:38
2

katastrophale Griechenland Fakten

http://www.querschuesse.de/bruning-2-0/

wie immer sehr schön auf dieser Webseite dargestellt.
Diese Webseite ist ein Pflichtprogramm für jeden Bürger

Ausstieg

wird problematisch sein, weil ursprünglich bei Beginn dieser Krise ein Staatsbankrott auch für die griechische Bevölkerung der angenehmere Weg gewesen wäre. Dieser wurde auch von mir befürwortet. Die großen europ. Banken und auch einzelne EU-Länder hätten dadurch allerdings große Probleme bekommen können!
Die Frage ergibt sich daher, hätten wir für die EU-Banken und die weiteren EU-Problemländer zahlen müssen um diese über Wasser zu halten?
Der nunmehr gewählte Weg erscheint nach Genehmigung im griechischen Parlament der günstigere zu sein.
Zahlen müssen wir leider so oder so! Eine Abschnürung der griech. Wirtschaft ist allerdings kontraproduktiv.
Korruption gibt es in allen EU-Ländern im kleineren und größeren Ausmaß. Es ist daher kein Argument die Unterstützung zu versagen


Re: Ausstieg

Nachfolgendes klingt zwar nicht sehr "sozial", ist aber eine der Grundlagen der Enwicklung der Menscheit bis dato:

Einer der wesentlichsten Gründe für (wirtschaftlichen) Fortschritt ist Selektion.

Nicht innovative Firmen (inkl. Banken) bleiben auf der Strecke, andere überleben. Hier gibt es natürlich schon von Haus aus Ausnahmen, z.B. staatliche Verwaltungen und Monopolbetriebe, welche ja keinem Konkurrenzdruck ausgesetzt sind. Und über deren niedrige Effizienz (und hohen Kosten) brauchen wir hier nicht weiter sprechen.

D.h., unabhängig von anderen, finanziellen Überlegungen und Möglichkeiten, welche auch gegen die derzeitige Variante sprechen, ergibt sich damit in der Praxis folgendes:

Der Eingriff der Politik nimmt nun auch den "Konkurrenzdruck" von den Banken. Denn auch die, welche bisher dumm bzw. auf Hochrisiko mit Staatsanleihen gespielt haben, tragen nun kein Risiko mehr. Sie bleiben daher ohne Selektion weiter Markt und gewinnen damit in der Praxis sogar den Status von staatlich abgesicherten Monopolbetrieben. Was wiederum eine Fortsetzung der bisherigen Art der Geschäftstätigkeit bestätigt und zur Fortsetzung animiert. Eine Situation, welche eigentlich so niemand sich wünschen könnte/sollte.

Antworten Gast: "Leistungstragender" Aufsichtsrat
03.07.2011 11:24
1

"Zahlen müssen wir leider so oder so!"

Wir? Es gibt kein wir im Staat und in der Wirtschaft sowieso nicht.

Dies stimmt in der Realität ja nicht. So naiv braucht man ja nicht sein. Es profitiert ja nicht immer jede(r), man schaut in der Realität eher auf sich. Banken kennen ohnehin am wenigsten ein "wir". Aber natürlich wäre ein wir schön- aber dieses Denken ist utopisch.

Warum aber dürfen "wir" also Banken mitretten? - für mich persönlich sind diese wenig systemrelevant. Diese sind schlicht unzeitgemäss agierend, uninnovativ.
Nennen Sie mir eine bahnbrechende Innovation, die von z.B. einer heimischen Bank kommt - würde mich interessieren. (Bitte nicht eBanking etc. - das haben global schon Tausende davor implementiert gehabt)

Dazu erkennt man immer nur das ignorante tun und Beharren und Klammern an ein an Blasenschwäche konstant krankendes Geldsystem, bei dem das Geld immer ins Unendliche wachsen solle. Dieses ist das Problem, Banken sind die ignoranten Förderer des Problems.

Für diese Ignoranz und Dummheit soll man zahlen? -
Das Risiko wird sich zukünftig auch steigern:
Banken müssen noch mehr von "uns" gerettet werden, weil diese noch größer werden (schon durch das Mithelfen von uns in der Krise); darf man selbst und die eigenen Kinder und Enkel dann nur mehr "für die Banken" arbeiten? - Dies wäre ja sehr viel "wir."

Antworten Gast: west66
03.07.2011 10:41
1

Re: Ausstieg

genau diese Gutmenschenansichten benötigen die Eliten, damit sie weiter das FIAT Moneysystem (Geldschöpfen aus dem nichts) und die alles zerstörenden Zinsen darauf weiterbetreiben können.

Gast: Lieschen Müller
03.07.2011 02:05
5

si isses

Das erschütternde an der Griechenlandpleite und dem untauglichen Rettungsversuch ist doch, dass sogar einfachen Leuten eineuchtet, diese Rechnung geht nie und nimmer auf. Ein sinnloses Hinauszögern, damit diverse Banken ihre Verluste so gut es geht auf die Steuerzahler abwälzen, das Chaos in der EU vermindert sich dadurch nicht.

Banken und Wirtschaft ...

... haben in den fetten Zeiten den Gewinn eingefahren, jetzt darf der Steuerzahler für die Verluste geradestehen.

Hol euch der Teufel.

Re: Banken und Wirtschaft ...

die Steuerzahler dürfen die Rechnung dafür übernehmen, dass dieses Wahnsinnssystem durch das Wirken einer absolut verkommenen, durch und durch korrupten und nicht einmal durchschnittlich intelligenten Politikerkaste erst entstehen konnte.
Wenn einem der Tag am See wichtiger ist, als sich an einer Wahl zu beteiligen, oder man sein Kreuzchen wieder an der gleichen Stelle macht, wie die letzten Jahrzehnte, ohne darüber nachzudenken wohin die Reise gehen wird, und wenn man einem Minister bzw. Nationalratsabgeordneten ein Monatsgehalt neidet, für das eine Lady Gaga nicht einmal für 2 Stunden eine Bühne betreten würde (deren Einkommen findet man aber gerechtfertigt und cool), dann darf man sich über die derzeitigen Zustände auch nicht beschweren. Das uns allen diese Einstellung schlussendlich teuer zu stehen kommen wird ist keine große Offenbahrung.

Bei den Armen sparen ...

... damit die Reichen weiter borgen.
Das kann nicht gut gehen.

Gast: unbeteiligter
02.07.2011 20:25
5

Alle muss man wegen..........

Konkursverschleppung und Amtsmissbrauch anklagen

PS.den Giebelkreuzpepi nicht vergessen !

Doch keine Zensur

Wurscht is. meld mich ab.

Gast: west66
02.07.2011 19:56
3

Deshalb kommt es zum Crash

Wenn die Menschen wüßten wie Geld funktioniert, hätten wir sofort eine Revolution! (Henry Ford US Präsident)

Geldsystem ist ein unglaubliches Verbrechersystem und führt zwangsläufig zum Zusammenbruch

Gast: Equus hydruntinus
02.07.2011 19:55
0

heute wir Brenn-eseln.....

....aber wenn die Regierung uns anliegen und teischen, dann wir werden wie ausgestorbene Equus hydruntinus;-((
Ps: wenn man Kinder anlügt, dann hat man ein Leben lang zu kämpfen, dass sie einem wieder etwas glauben - DAS SOLLTEN ERWACHSENE? POLITIKER SCHON WISSEN!?
LIEGEN HABEN KURZE BEINE!!

Einer geht noch

Bislang hat die EU alles richtig gemacht.
Ihr Kalmierer habt unrecht.
Der € strotzt vor Kraft, die Bevölkerung ist kauflustig wie nie zuvor, die Wirtschaft brummt.
Das Leben ist schön!

„alternativlos“.

Frau Fekter hat Recht.
Der Bundeskanzler hat Recht.
Diese Würdenträger werden uns in eine leuchtende Zukunft führen.
Dies ist „alternativlos“.

Gast: grau
02.07.2011 19:10
4

interessante argumentation...



zuerst sinnlos, gegen DAS VOLK, ohne zwang und gegen den vertrag v. lissabon, MONSTERHAFTUNGEN zu unseren lasten eingehen, und DANN vor den folgen derselben warnen.

und argumentieren, daß man NOCH MEHR reinbuttern muß !

damit der schaden gscheid groß ist, gell, GROKO !

An alle

Dies ist mein letzter Kommentar.
Wehret den Anfängen. Lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Sie meinen es nicht gut. Es geht nicht um Verschwörung, nicht um Links oder Rechts, Ausländer, Inländer. Es geht um Papierbillionen, sonst nichts. Die, die den grössten Anteil haben, würden, werden, und tun es bereits, euch T.öten um das zu behalten, zu vermehren das sie haben.
Melde mich nun verbittert ob der dauerhaften Z.ensur vom Forum ab.
Ich hoffe ich sehe den einen oder anderen von euch auf der Strasse, Hand in Hand, um diese Welt die aus den Fugen geraten, zu einem friedlichen, lebenswerten Ort zu machen.
Melde mich nun ab.

Alles was politisch jetzt gesagt wird ....

ist vermutlich nur leeres Geschwafel, denn in den vielen EURO-Ländern gibt es auch eine "griechische" Geschichte, von der Hand in den Mund-Finanzminister, verlogenes Zeigen auf die anderen usw. Wie Deutschland und Frankreich von 2002 bis 2005 aus reinem Opportunismus straffrei sämtliche Kriterien brach haben sie damit auch den Anspruch auf den Fingerzeig gegen die PIGS verloren.

Warum in Zeiten wie diesen keine Budgetfachleute als Finanzminister angelobt werden, ist ein weiterer großer Sündenfall. Nur wer komplexe volkswirtschaftliche Prinzipien über Parteigier stellen kann, hat eigentlich diesen Job verdient, die politschen Fähnlein a la Fekter eigentlich in diesem Getriebe keinen Platz.

Für Österreich gilt das besonders, sind doch viele Staatsparameter durch und durch "griechisch" gestrickt und bleiben nur durch die blinde Verweigerung der Parteien für unsere Zukunft unverändert.

Ich hoffe unsere Kinder und Kindeskinder stehen bald auf, und schlagen - verbal natürlich nur - mächtig auf die politische Kaste der Verblindung und Verblödung ein.

Re: Alles was politisch jetzt gesagt wird ....

das sollte an sich für jeden Minister gelten, allerdings schauts da folgendermaßen aus:
BK Werner Faymann: Gymnasiummatura, anschliessend Berufspolitiker
BM für Verkehr und Innovation Doris Bures: Handelsschule, danach Berufspolitikerin
BM für Unterricht Dr. Claudia Schmied, DR. in Betriebswirtschaft (Kommunalkredit und Investkredit!)
BM für Gesundheit, Alois Stöger, gelehrnter Dreher und Werkzeugmacher, anschliessend Weg durch sämtliche Instanzen von AK und ÖGB, schlussendlich Sozialstudium in Strasbourg
BM Inneres, Mag. Johanna Mikl-Leitner, Mag. in Wirtschaftspädagogik, danach HAK-Lehrerin
BM Landesverteidigung, Studium Geschichte und Politikwissenschaften, ehem. Zivildiener
BM für Frauen und öffentlichen Dienst, Gabriele Heinisch-Hosek, Hauptschullehrerin
die übrigen Minister haben wenigstens ein ihrem Tätigkeitsfeld verwandtes Studium absolviert
Wir werden in der Hauptsache von Menschen regiert, die ihr Leben lang in geschützten Bereichen tätig waren, und die mehrheitlich von ihrem Fachgebiet keine Ahnung (oder zumindest nicht mehr, als andere interessierte Bürger auch) haben.
Diese Menschen würden in der freien Wirtschaft, in der wir uns täglich behaupten müssen, aufgrund ihrer Ausbildung auf keinen Fall weiter als bis auf Abteilungsleiterebene kommen, und wir glauben, dass die uns durch die stürmischen Zeiten bringen werden.

Ihre Fakten sprechen für sich, nur ...

würde ich bei der Nachfrage, warum jetzt die Qualität nicht vorhanden ist noch ein Schäuflein nachlegen:

Wenn die Leute jetzt rund um die 50 sind, liegt jegliche Schulbildung weit zurück, und kann ihnen weder vorgeworfen noch sonderlich zugeschrieben werden. Haben sie diese Zeit inzwischen genutzt, das Wissen zu verbreitern, Führungsqualität zu beweisen und existenzielle Verantwortung zu übernehmen? Darüber hinaus wäre zu verlangen, dass Schlüsselministerien mit fachnahen Leuten besetzt werden.

Warum das nicht geschieht? Weil sich wirkliche Fachleute deshalb nicht in die Politik wagen, weil sie es gewohnt sind im Team mit Fachleuten und nicht "fachunkundige Aufpasser und Wichtigteuer" lösungsorientiert zum Ziel zu streben.

In der Politik geht es vielmehr darum, die anderen Parteien zu vernadern und politisches Kleingeld zu wechseln, die eigenen Parteikader zu schützen und mit Posten zu versorgen. Ein vollkommen morbides System, das jeden redlichen Makler für eine Sache anwidern muss.

Aber es ist eine Welt, wo man Geld verdient für persönliche Anwesenheit, nicht für die Leistung in der Sache. Jeder sitzt auf einem Budgetpolster, zahlt dafür der Partei einen Obolus uns so ist ein skuriler Tauschhandel entstanden. Mit dem Staat selber hat das nur am Rande zu tun, viel aber mit der eigenen Hosentasche.

Ich glaube, die großen Parteien werden sich früher oder später überholt haben und sich radikal öffnen müssen. Die Parteikader müssen ihr Versagen einbekennen.

Re: Ihre Fakten sprechen für sich, nur ...

diese Ergänzung kann ich so sofort unterschreiben. Ich glaube aber auch, dass diese Fachleute nicht zuletzt deshalb nicht auf Ministerposten kommen, weil sie ihre fachliche Kompetenz eben nicht auf Parteischulen bzw. auf dem Insanzenweg erwerben können, sondern in der Wirtschaft bzw. in der Forschung, und ihnen damit der politische Nahkampf (um es neutral zu formulieren) abgeht. Solche herausragenden Persönlichkeiten wollen einerseits in der Sache weiterkommen, und andererseits auch ordentlich dabei verdienen. Damit man in der Politik aber auch nur einigermaßen gut verdient, muß man in eigener Sache vorankommen, da bleibt für die eigentliche Sache keine Zeit und keine Energie mehr übrig.

 
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