Die Folgen einer Griechenland-Pleite für Österreich

01.07.2011 | 19:42 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Schuldenabschreibung allein wäre für Österreich kein erhebliches Problem. Unabsehbar aber indirekte Folgen für Banken und Wirtschaft.

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Wien. „Ich bin nicht mutlos“, sagt Maria Fekter (ÖVP). In einem Gespräch mit Journalisten zeigte sich die Finanzministerin optimistisch, dass Griechenland „mittelfristig wieder selbst Geld auf den Finanzmärkten aufnehmen kann“. Ihr Ministerium sieht im Fall eines Staatsbankrotts wegen der Schuldenabschreibung allein zwar kein erhebliches Problem für Österreich. Unabsehbar wären aber die indirekten Folgen für Banken und Wirtschaft. Fekter selbst bezeichnete die Hilfe für Griechenland deshalb auch als „alternativlos“.

Heimische Banken und der Staat haben derzeit Forderungen von insgesamt rund 4,6 Milliarden Euro (jeweils rund 2,3 Mrd. an Griechenland. Kommt es zu einem Ausfall von 50 Prozent, müssten rund 2,4 Milliarden Euro abgeschrieben werden, bei 70 Prozent 3,2 Milliarden. „Diese Vermögensverluste wären zwar systematisch nicht bedrohlich“, heißt es in einem Papier des Finanzministeriums. Sie würden aber beispielsweise das Kreditvergabepotenzial im Inland verringern. Bedrohlicher seien aber die „indirekten Folgen“. Denn die griechischen Banken sind stark in Südosteuropa engagiert. Da sie im Fall eines Staatsbankrotts die Hauptlast tragen müssten (siehe Grafik), würde dies auch Länder wie Bulgarien, Albanien oder Serbien treffen, in denen auch heimische Finanzinstitute etabliert sind. „Wenn die griechischen Banken in dieser Region umfallen, hätte dies auch gravierende Folgen für die österreichischen Banken.“

Wirtschaftsexperten warnen seit Wochen vor einer Kettenreaktion auf den Finanzmärkten. Die europäischen Banken halten derzeit etwa 220 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten griechischen Schuldentiteln. Könnte Athen bei einer Umschuldung nur einen Teil davon zurückzahlen, würde dies eine „größere Welle an Insolvenzen“ auslösen, warnen die Experten des Finanzministeriums. Problematisch sei, dass es bisher überhaupt kein Beispiel für einen Staatsbankrott in einem derart integrierten Wirtschaftsraum wie der Eurozone gebe.

Diese Gefahr würde sich potenzieren, wenn auch die beiden anderen Problemstaaten Portugal und Irland in eine Pleite schlittern würden. Dann könnte auch ein größerer Teil der heimischen Garantien von künftig 21,6 Milliarden Euro beim europäischen Rettungsfonds EFSF schlagend werden.

Fekter rechnet damit, dass die Euro-Finanzminister am Samstag in einer Telefonkonferenz die nächste Tranche von zwölf Milliarden Euro für Griechenland freigeben. Hält sich die Regierung in Athen weiterhin an die Sparvorgaben von EU und IWF, werde das Land bis 2014 gestützt. Insgesamt stellen die Europartner und der IWF bis dahin 195 Milliarden Euro zur Verfügung. Dabei sind laut Fekter auch die 110 Milliarden des ersten Hilfspakets eingerechnet.

 

„Geben Griechen noch etwas Zeit“

„Wir geben den Griechen noch etwas Zeit“, so Fekter. Neben der Finanzhilfe habe Österreich auch Hilfe bei den notwendigen Reformen geleistet. So seien beispielsweise griechische Finanzbeamte in Österreich geschult worden, um die Steuereintreibung zu verbessern. Griechenland brauche Reformen und eine konsequente Privatisierung, so Fekter. „Die wird wieder Investitionen und Wachstum bringen.“

Zu einer Beteiligung privater österreichischer Gläubiger am zweiten Hilfspaket für Griechenland nahm die Finanzministerin nur ausweichend Stellung. Die größte heimische Gläubigerbank sei die mittlerweile verstaatlichte Kommunalkredit. „Da kann ich also mit mir selbst verhandeln.“ Klarer antwortete Fekter auf die Frage, wann Österreich bei der Rettung Griechenlands das Handtuch werfen würde. „Wenn der IWF aussteigt, sind wir auch nicht mehr dabei.“

Der für die Währungspolitik zuständige Sektionschef im Finanzministerium, Thomas Wieser, wies darauf hin, dass Griechenland weiterhin unter Beobachtung stehe. Es werde Quartalsberichte geben, die darüber entscheiden, ob weitere Gelder freigegeben werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2011)

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139 Kommentare

Re: Ihre Fakten sprechen für sich, nur ...

diese Ergänzung kann ich so sofort unterschreiben. Ich glaube aber auch, dass diese Fachleute nicht zuletzt deshalb nicht auf Ministerposten kommen, weil sie ihre fachliche Kompetenz eben nicht auf Parteischulen bzw. auf dem Insanzenweg erwerben können, sondern in der Wirtschaft bzw. in der Forschung, und ihnen damit der politische Nahkampf (um es neutral zu formulieren) abgeht. Solche herausragenden Persönlichkeiten wollen einerseits in der Sache weiterkommen, und andererseits auch ordentlich dabei verdienen. Damit man in der Politik aber auch nur einigermaßen gut verdient, muß man in eigener Sache vorankommen, da bleibt für die eigentliche Sache keine Zeit und keine Energie mehr übrig.

Gast: Schuler
02.07.2011 18:13
0

Schulung ;)

"So seien beispielsweise griechische Finanzbeamte in Österreich geschult worden, um die Steuereintreibung zu verbessern."

Gutgläubiger Verbrauch (nicht erfasster Einnahmen) lebe hoch! Lasst Sie doch endlich nicht mehr zahlen!

Gast: BAZI
02.07.2011 17:49
3

alternativlos

Ganz €-Land pleite ?

Damit sind nicht nur die relativ geringen Eigenkapitalsätze weg, sondern auch noch knapp die Hälfte der Einlagen ? Somit erscheint die Hilfe der Nordländer gegenüber Griechenland so, als wenn ein Rollstuhlfahrer einen Hirntoten auf der Bahre vor sich herschiebt, in der Hoffnung, noch rechtzeitig ans Ziel zu kommen.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-Billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-Banken

Diese eingebildete Schottermizzi geht mir täglich mehr auf den Geist ....

So kurz im Amt ergibt die Aneinandereihung ihrer Statements akuten Brechreiz.

Sie hat in den ersten Tagen gezeigt, dass sie vorlaut, schlecht informiert und wie immer diffamierend und menschenverachtend ihre Spuren zieht.

Kann man von einem Finanzminister angesichts des Amtes nicht mehr Distanz zum Dorfbrunnen verlangen. Oder brauch sie die Selbstdarstellung, damit sie am Abend in den Pyjama findet?

Am Tresen im Lagerhaus kann ich sie mir als fleissige Verkäuferin vorstellen, als Innen- und Finanzministerin ebenso indiskutabel wie als Volksanwältin. ÖVP-Kaderschmiede oder augenscheinlich doch aus der Restlverwertung der Frauenquote?

Re: Diese eingebildete Schottermizzi geht mir täglich mehr auf den Geist ....

und der Herzenskanzler, oder Präserl der ÖNB ,... der dies alles mitträgt und befürwortet nicht ?!

Die Kaderschmiede der roten ist ja auch sehr bedenklich, sieht man sich nur all die Figuren dort an.

Das eine schließt das andere nicht aus ...

Nur was haben wir von der ganzen Wut, gegen jeden Politiker? Im übrigen ticken die Uhren in fast allen Parteien gleich, bei SPÖVP am deutlichsten.

Was ich Fekter ankreide ist ihre ständige Schwätzigkeit, die ihren Mut zu Entscheidungen signalisieren sollen. Sie schafft es in keinem Politfeld zu einer fundeamtentalen sachbezogenen Analyse, sie braucht immer die Verwebung mit ihrer Person.

Die Asyl- und die Migrationsfrage sind eine Sachfrage, wie wir uns im abendländischen Bild von Humantität und Solidarität sehen. Zugegeben schwer, heute festzustellen, was die Mehrheit wirklich will.

Die Politik hat die Aufgabe, Modelle zu entwickeln, um das Volk diesbezüglich in der Entscheidung zu unterstützen. Und Fekter pflaumt alle an, verspricht personifiziert vieles und redet Probleme gesund. Ein fatales VErständnis von Politik. Auch wenn sich das mit ihren Kollegen deckt, wird es nicht besser.

Genau das gleiche Geschwafel erleben wir von ihr jetzt als Finanzminister. Bei jedem zweiten Wort ist erkennbar, dass SIE viel will aber überhaupt nicht über das geistige Rüstzeug zur Umsetzung hat. Auch das gibt sie vor.

Darum habe ich Fekter als deutlcihes Beispiel hervorgehoben. Die zwei Grinser in der ersten Reihe sind vollkommene Vertreter ihres überkommenen Suder-Systems.


das ist neoliberales Gewäsch!

Die Griechen werden so und so pleite gehen und wir mit ihnen!

Re:Die Griechen werden so und so pleite gehen und wir mit ihnen!

dies scheint auch geplant zu sein, denn ein derart geschwächtes Land ist viel einfacher zu lenken als ein souveränes.

Die Bilderberger wissen darüber sicher besser bescheid.

Gast: O.B.O.W.K.O.
02.07.2011 16:52
1

interessant finde ich......

......dass man seit dem Bekanntwerden der "Bankenpleiten", Fehlinvestitionen(nicht nur Griechenlandanleihen) sowie der danebengegangene "Schuss" auf die Tierschützer, von einem gewissen Konrad ÜBERHAUPT NICHTS MEHR hört!

Re: interessant finde ich......

Es gibt keinen "Schuss auf die Tierschützer". Lediglich den dilettantischen Versuch, eine radikale Sekte zu Recht aus dem Verkehr zu ziehen.

Gast: Don Quichote
02.07.2011 16:10
1

Aha.

Weil die österr. und andere Banken den Hals nicht voll bekommen haben und sich jetzt stur weigern, die ohnedies bereits wertlosen Kredite abzuschreiben, darf der Steuerzahler weiterhin in die Schuldenspirale investieren? In was für eine Katastrophe haben uns so unglaublich inkompetente und verantwortungslose Politiker geführt? Weil sie nicht genug Mumm hatten, den Bilderbergern den sklavischen Gehorsam zu verweigern? Sollen sie doch den unverschämt überzogenen Lebensstandard der Griechen aus der eigenen Tasche bezahlen!

Re: Aha.

Zum "freiwilligen Verzicht" gibt es aber auch noch eine juruístische Seite zu betrachten und zwar ohne auf gesetzliche Details einzugehen: Chefs von Firmen, und eine Bank ist ebenfalls eine Firma, sind verpflichtet, ausschließlich zum Wohl (Gewinn) der Firma (= deren Eigentümern) zu arbeiten und zu entscheiden.

D.h. aber auch folgendes:
Würde eine Bank-Chef freiwillig (ohne Gegenleistung) auf die von der Politik angebotenen Bürgschaften UND die dadurch gesicherte Rückzahlung der Darlehen verzichten wäre er, gem. den Gesetzen der gleichen Politik, dafür gegenüber den Eigentümern (Aktionäre) persönlich haft- und klagbar. Einen solchen freiwilligen Verzicht müssten daher die Eigentümer (Aktionäre) beschließen und der Geschäftsführung vorgeben.

Die Alternative wäre eine Insolvenz, den hier wäre der "Verzicht auf Darlehensrückzahlung" ja nicht mehr freiwillig, sondern erzwungen. Was dann jedoch eventuell ebenfalls Haftungsklagen nach sich zieht, nur dann hier wegen "fahrlässiger Kreditvergabe".

D.h., wenn es die politische Option "Bürgschaft der Steuerzahler" gibt, wäre es einem pers. (finanziellen) Selbstmord gleichzusetzen, ohne Gegenleistung freiwilligen Verzicht zu akzeptieren. Sie dürfen also getrost darauf wetten, dass den derzeitigen "freiwilligen Verzichten" in der BRD und Frankreich andere Abgeltungen bzw. Vorteile gegenüber stehen.

Re: Aha.

Banker-Boni lassen sich halt schwer argumentieren, wenn hunderte Millionen abgeschrieben werden müssen. Das hat jetzt sogar der Ackermann verstanden.

Sagen Sie "Nein", Frau Fekter! Wie die Slowakei.

Es gibt Alternativen: Das "Nein". Die Slowakei beteiligt sich nicht an der dztg. Rettungsaktion.
Nachteilige Auswirkungen sind nicht eingetreten.Wir können das auch, ohne Nacheile.
Zu unserem "Nein" (heute abend am Telefon!)gäbe es genügend Gründe:
1. Die Troika hat festgestellt, dass G seine Zusagen nicht eingehalten hat, seine Spar-anstrengungn seit Monaten erlahmt sind,
der Rettungsschirm seine Ziel (Kapital-marktfähigkeit 2013) nicht erreicht. Pröll versprach noch im Dezember, dass Fortschrittszahlungen nur bei strikter Einhaltung der Sparzusagen erfolgen).
2. Die Einbindung der Opposition in das Sparprogramm ist nicht gelungen, Zusagen der dzt. Regierung sind unverbindlich.
3. Die versprochene Rückzahlung der gewährten Kredite bis 2013 ist G nicht möglich.
(War Bedingung Ihres Vorgängers Pröll).
4. IWF macht seine Fortschrittszahlungen jetzt abhängig von Garantien der Gläubigerländer für seine Forderungen. Das kostet Österreich zusätzliche Milliarden. Zur Übernahnme der Garantien, insbes. über das Jahr 2013 hinaus, fehlt in Ö dzt. die parlamentarische Unterstützung und gesetzliche Grundlage.
Vertreten Sie, Frau Fekter, ö sterreichische Interessen!Wer G retten will, soll es tun. Auf seine Kosten! Machen Sie es wir die Slowakei. Also: Kein Cent nach G!


Re: Sagen Sie

Wissen sie nicht das unsere Politiker Ar...Kriecher sind und lieber das Volk in die Pfanne hauen ??

Re: Re: Sagen Sie

Bravo, gutes Posting!

Antworten Gast: grau
02.07.2011 15:48
2

Re: Sagen Sie



ABSOLUTE ZUSTIMMUNG, collector !

niemand hat die slowaken verdammt dafür, daß sie den vertrag von lissabon geltend machen-UND NICHT ZAHLEN, HAFTEN, ODER SONSTWAS !

die slowakei hat KEINEN schaden aus ihrem nein, nur nutzen für die bürger.

WARUM NICHT WIR ?

Gestern

Gestern, nach langer Zeit war ich wieder mal aus, bin um die Häuser gezogen.
Die Nacht endete an einem Würstelstand.
Das was ich dort von den Menschen gehört habe, machte mir Angst. In Richtung Politiker, Bänker, Spekulanten und den Reichen, meinte eine Gruppe "WIR KOMMEN, WIR KOMMEN EUCH ZU HOLEN, WIR WERDEN EUCH FINDEN, ALLE WERDEN EUCH FINDEN, DENN WIR WISSEN WER IHR SEIT! Darum liebe obengennante Mitbürger, schützt euch, ihr braucht mehr Bodyguards, gepanzerte Autos, Privatarmeen!
Bitte setzt meine Vorschläge um, denn ich habe Angst um euch!

Wer seiT Ihr, Oh trunkenes nächtliches Gewissen?

In der Früh am Würstelstand habe ich auch schon viel gehört, z.B. dass der Hansi Hinterseer nächster Staatsoperdirektor wird und die Dagmar die Nonne von Monza.

Wenn wieder so a Gschichtl erfindest, nimmst a gutes Buch in die Hand und ließt über die Verschwörungstheorien und Vorverurteilungen.

Re: Wer seiT Ihr, Oh trunkenes nächtliches Gewissen?

Der Johann Hinterseer wird Staatsoperdirektor. Das find ich gut. Ein fähiger Mann. Bravo!

Re: Gestern

Keine Angst damit die Österreicher auf die Barrikaden gehen müssen alle im Voll oder Drogenrausch sein.
Sonst jammern die ja nur hinter der Ofenbank.

Re: Re: Gestern

Sers, hast du eine Antwort von mir bekommen. Habe eine launige gegeben.
Aber die Zensoren drehen mal wieder am Rad.

Gast: celenter
02.07.2011 15:11
4

So wird es sein

Bald wird an den Bankomaten fogender Hinweis sein.

"Außer Betrieb
Dein Geld ist leider in Grichenland"

Logik

Es ist ja für Politiker logisch, das man für 4,6 Mrd Außenstände die man nicht realisieren kann noch einmal 12,5 Mrd riskiert.
Da wäre es wahrscheinlich schon besser, das Geld im Casino auf Rot zu setzen...

Re: Logik

Auf Rot zu setzen bringt nie was.

Re: Logik

ich dachte GR hat 380mrd. Außenstände?
und jetzt denken sie nach, was passiert wenn man diese mit einem(!) Schlag abschreiben muss.

Re: Re: Logik

380 wird sicher nicht reichen. Ich meinte nur den österreichischen Anteil am ersten "Rettungspaket".

Ich denke mal: Die 4,6 Mrd sind nicht da, wir haben sie nicht, jemand anderes besitzt dieses Geld! Wir haben wohl einen Anspruch auf dieses Geld, weil jemand es uns schuldet. Nun, die Wirtschaft lebt und arbeitet bei uns momentan auch ohne die 4,6 Mrd. Dieses Geld ist also nicht essenziell für unser Fortkommen. Sicher, das Geld wird irgendwelchen Fonds und Banken in der Boni-Berechnung fehlen. Deshalb entziehen wir also unserem Wirtschaftskreislauf nochmal 12,5 Mrd, die interressanterweise die heimische Kreditvergabe in keiner Weise beeinträchtigen (?), um den vorgenannten zu einer "besseren" Bilanz zu verhelfen? Wieviel Rückzahlung erwartet man sich wann, mit welchen Zinsen?
So funktioniert also "Wirtschaft"?

Antworten Gast: Mag. Stillemann
02.07.2011 14:41
1

Re: Logik - und in Konsequenz davon...

...die Verantwortlichen Politiker und Banker auf der Stelle zu verhaften!
Staatsanwälte handelt endlich, bevor ihr selbst zusammen mit den oben Genannten behandelt werdet!

Re: Re: Logik - und in Konsequenz davon...

dann müßte man Bankern verbieten österreichische Staatsanleihen zu kaufen.
wäre interessant wie ein sparparket in der Höhe von 14mrd. aussieht?

Re: Re: Re: Logik - und in Konsequenz davon...

"... sparparket in der Höhe von 14mrd. aussieht"? Sicher katastrophal für die Betroffenen.

Nur spätere Sparpakete mit dem doppelten, dreifachen oder x-fachen Umfang wären noch katastrophaler. Oder glauben Sie, dass die Staaten hier wirklich ihre Schulden + Zinsen zu 100% zurück bezahlen können/werden.

Die "rote Linie" wird spätestens dann überschritten, wenn man nicht einmal mehr das Geld für die Zinsen erwirtschaftet/verdient. Und das war/ist ja bei Griechenland der Fall. Deren Schummeln auf den diversen Budgetpapierchen hat "leider" keinen Eingang in die Buchhaltungen der Kreditgeber gefunden.

Daher wurde jetzt, sehr vereinfacht, Griechenland mit Bürgschaften/Krediten etwas über die "rote Linie" angehoben, die anderen jedoch etwas nach unten, näher zur Grenzlinie, verschoben.

Also, um das ganze mit einem primitiven Vergleich - Miethaus mit mehreren Wohnungen - darzustellen:
Die Hausverwaltung hat, ohne Rückfrage bei den Mietern entschieden, dass jetzt alle Mieter auch für die Schulden aller anderen Mieter (gegenseitig) haften.
- Eine solche Hausverwaltung hätten Sie aber bereits verklagt, oder?

Gast: ¡Dejemos de ser ingenuos!
02.07.2011 14:14
0

¡Hola Fekter!

El dinero no es nada, pero mucho dinero, eso ya es otra cosa! - ¿Lo comprende seniora Fekter?
Pensemos sobre ello! ¡buenos días

Gast: Ökonom, Uni-Vie
02.07.2011 14:06
0

Wer etwas von Nationalökonomie versteht, weiß auch, dass die populistischen "einfachen" Lösungen schlicht wirtschaftlicher Schwachsinn sind.

Daher ist der Weg kontollierter Hilfe für Griechenland zweifellos die beste Variante.
Alle anderen Versionen - zurück zur Drachme, Staatspleite etc. - sind wirklich schrecklicher Unsinn.

Re: Wer etwas von Nationalökonomie versteht, weiß auch, dass die populistischen

Bitte verbreiten Sie diese "neue Wirtschaftslehre" so rasch als möglich rund um den Globus. Denn so lange man wo anders auch noch andere Varianten im Portfolio hat, sind wir bereits vom Start weg auf dem letzten Platz einbetoniert.

Ich hoffe, Ihr "Uni-Vie" ist willkürlich gewählt, denn solche Weisheiten hätte ich auch heute nur in diversen Parteakademien vermutet.

Antworten Gast: Don Quichote
02.07.2011 16:18
3

Re: Wer etwas von Nationalökonomie versteht, weiß auch, dass die populistischen

Ah ja. Wenn ein Schuldner seine Zinsen nicht mehr zahlen kann, schieben sie ihm noch mehr Geld hinten rein und lassen ihn weiter sein Wohlleben auf Kosten anderer führen? Ist das die neue Ökonomie der Uni Wien? Erzählen Sie das einmal Ihrer Bank! Die läßt sie auf der Stelle von 2 kräftigen Männern in weißen Mänteln abholen und in eine geschlossene Anstalt bringen. Was für ein herber Verlust für den Elfenbeinturm der Uni Wien.

Re: Wer etwas von Nationalökonomie versteht ...

Sie posten offensichtlich an der falschen Stelle.

Re: Wer etwas von Nationalökonomie versteht, weiß auch, dass die populistischen "einfachen" Lösungen schlicht wirtschaftlicher Schwachsinn sind.

das sehe ich auch so!
nur was sollen Politiker sagen, die mit jedem Satz zig Wählerstimmen gewinnen wollen?
naja, und manche Zeitungen leben auch von der ersten Seite.

Die immer wiederkehrenden Aussagen

erinnern an tibetanische Gebetsmühlen. Wenn man's lange genug wiederholt, glaubt man offensichtlich selbst daran?

Vereinfacht war doch sinngemäß ab 2004, wo der Abstieg Griechenlands erstmals auch bei den Ratings sichtbar wurde, folgendes zu hören:

Das (Pleite) kann nicht passieren, das (1.te Griechenlandrettung; nachfolgender "Rettungsschirm") dient nur zur Beruhigung der Märkte und wird nie schlagend, das (tatsächliche Bürgschaftübernahmen) wird ein gutes Geschäft, das (2.tes Griechenlandpaket) ist "alternativlos".

Jeder (wirtschaftliche) Unsinn lässt sich natürlich auch "argumentieren" und ich denke, jeder kann sich vorstellen wir die Abfolge tatsächlich verlaufen wird und wie die nächsten "Argumente" dazu lauten werden.

Dazu nochmals Hr. Homburg (deutscher Wirtschaftökonom), von vor ca. 2 Wochen:
Normalerweise würde ich in dieser Situation niemals (weitere) Griechenlandanleihen kaufen. Ich mache es aber trotzdem, den ich vertraue auf die Dummheit der deutschen Bundesregierung.

PS: Gemeint war, auch die deutsche Regierung wird der 2.ten Griechenlandhilfe zustimmen und das eingesetzte Hochrisikokapital mit Steuergeldern besichern.

Re: Die immer wiederkehrenden Aussagen

2008 und 09 wurde ja auch behautpet, unsere Banken seien allesamt gut aufgestellt; mussten aber danach gerettet werden..... heute leider noch mehr als damals, da man ja das investierte Geld nicht auch verlieren möchte, obwohl bereits sehr wahrscheinlich verloren.


Re: Re: Die immer wiederkehrenden Aussagen

Diese Worte des Herrn ÖNB Chefs Novotny klingen mir noch gut in den Ohren !
Wofür bekommt der sein Geld ? fürs Lügen oder die Unfähigkeit ??

Re: Re: Re: Die immer wiederkehrenden Aussagen

50 : 50 ?

Re: Re: Die immer wiederkehrenden Aussagen

Sie haben recht, aber ich wollte die Litanei nicht ausufern lassen, sie sollte ja sowieso allgemein bekannt sein.

Aber wir sind leider bereits in ein, sage mal "Naturgesetz des Schuldenmachens" hineingeraten. Wenn man es es nämlich nicht schaft am Beginn einer Abwärtsspirale auszusteigen, wird eine solche Spirale imer steiler und damit ein späterer Ausstieg immer schwieriger, und irgendwann einmal tatsächlich unmöglich. Das Ende ist dann eine zwangsweise eine Insolvenz (einen rechtlich geregelten Konkurs gibt es ja bei Staaten nicht). Eventuell noch gepaart mit fahrlässiger Krida (gibt's bei Politikern auch nicht)

Da aber diesbezüglich Gesetze, welche für normale Staatsbürger, Geschäftsführer, ... gelten, für Politiker nicht gelten, gibt es dort natürlich auch keine Angst vor Strafverfolgung und (gesetzlicher) Strafe durch solche fahrlässigen Entscheidungen.

PS: Es gibt immer mindestens eine finazpolitische Alternative. Und die heißt Insolvenz. Das Wort "alternativlos" bedeutet daher hier nichts anderes, als Realitätsverweigerung.

Re: Da aber diesbezüglich Gesetze, welche für normale Staatsbürger, Geschäftsführer, ... gelten, für Politiker nicht gelten

genau deshalb geraten auch einst schöne, lebenswerte Staaten in Kriege, welche sie nicht wollen.

Natürlich gäbe es Alternativen, nur werden die von den wahren Lenkern aller Polit iks leider verschwiegen, um weiterhin ans fremd erwirtschftete und erarbeitete Geld kommen zu können.

Genau daran wird glücklicherweise auch diese EU scheitern, und danach wird es keine Schuldigen dafür geben wollen, Verantwortliche sowieso wie gehabt, auch nicht.

Ich wundere mich aber immer wieder über die Wählerschaft, welche all diesen Unsinn ja mitträgt, und dennoch wieder wenn auch raunzend das selbe Dilemma wählt.

Ich lese immer nur "Märkte" und "Finanz" ...

... unsere einzige Sorge scheint ja zu sein, dass unsere armen leidgeplagten Banken etwas Geld verlieren und dass der Markt sich destabilisieren könnte. Ein derart menschenverachtener Zynismus kommt einem wirklich selten unter.

Ich würde gerne einmal einen Artikel lesen, der sich mit den Menschen in Griechenland beschäftigt, die jetzt diese Suppe auslöffeln müssen. Diejenigen, die das verursacht haben schwimmen weiterhin im Geld und sind Lichtjahre davon entfernt, auch nur annähernd dieselbe Not erleiden zu müssen, wie die Menschen, die jetzt dort auf die Straße gehen.

Perverserweise gibt es jetzt in einigen Investmentbanken auch noch jetzt Spieler, die die Situation dieses Landes ausnutzen und sich mit der Not dieser Menschen eine goldene Nase verdienen.

Ich würde wirklich gerne sehen, wie diejenigen, die dieses Fiasko verursacht haben, dafür geradestehe müssen und zwar nicht nur mit Worten und einer fetten Pension, sondern mit ihrem gesamten Privatvermögen!

Antworten Gast: Don Quichote
02.07.2011 16:27
1

Re: Ich lese immer nur

Gebe Ihnen großteils Recht. Die Bürger Griechenlands aber als arme, malträtierte Menschen darzustellen, geht an der wahren Ursache der Krise vorbei. Leider spricht es niemand aus, was insgeheim jeder weiß, der dort einmal einige Wochen und Monate verbracht und die Lebensweise der Griechen beobachtet hat: Daß die breite Masse der Griechen eine wirtschaftliche Leistung erbringt, die weit von ihrem Anspruch an den Lebensstandard entfernt ist. Unterstützt auch von heimischen Banken, die ihnen Kredite geradezu nachgeworfen haben. Jetzt auf die Straße zu gehen, weil man seit 30 Jahren über seine Verhältnisse bzw. über seine wirtschaftliche Leistung hinaus gelebt hat, finde ich reichlich unverfroren.

Re: Ich lese immer nur

Leider haben Sie recht. Natürlich kann jeder, jedoch am besten nur mit eigenem geld, mit Risiko spielen.

Im Normalfall gilt jedoch, je höher das Risiko, das Risiko eines Verlustes, desto höher eventuelle(!) Gewinnen.

Das Problem ist jedoch, dass hier die Politik mit Steuergeldern in das Spiel eingreift und die Bedingungen verändert. Nämlich das Risiko (zumindest für einen absehbaren Zeitraum) mit Bürgschaften durch Steuergeldern minimiert (auf Null setzt). Damit ergibt sich ein risikoloses, neues Geschäftsmodell für Risikospieler. Und wer würde das nicht nutzen?

Und, durch die fortgesetzte Fahrt auf der Einbahn in Richtung Abgrund, werden die Alternativen ja tatsächlich immer geringer bzw. teuerer. Das Problem liegt am Anfang, kombiniert mit der politischen Weigerung Fehler einzugestehen und damit auch korrigieren zu können.

Was aber ebenfalls seinen Grund hat. Fast alle EU-Staaten sind von (weiteren) Krediten abhängig. Und niemad will der nächste sein, welchem man den geldhahn abdreht. Also alle in's gleiche Boot. Und der Geldhahn wird, etwas später aber dafür gleichzeitig, abgedreht.

Re: Re: Ich lese immer nur

Man sollte eines nicht vergessen:

Selbst wenn der Staat nicht in die Spielregeln eingreifen würde, selbst dann spielen die Spieler nicht nur auf ihr eigenes Risiko. Es gibt immer Menschen, die das Risiko mittragen und in dem Spiel gar nichts gewinnen können.

Wenn ich z.B. mit Staatsanleihen spekuliere oder auch mit Rohstoffen, so hat das Auswirkungen. Es hat Auswirkungen nicht nur auf die abstrakten Zahlen, sondern auf die Lebensbedingungen von Menschen, die in dem Land leben, oder die von den Rohstoffen (wie z.B. Weizen) abhängig sind. Das Handeln dieser "Spieler" hat Auswirkungen auf das Leben von Menschen, die gar nicht in diesem Spiel mitmachen und die gar nicht die Chance haben zu gewinnen. Diese Menschen tragen auf jeden Fall die Verluste, während der Spieler auch die Gewinne einstreifen kann. Das ist selbst dann noch so, wenn der Staat nicht eingreift

Außerdem muss man sich die Frage stellen, wie es denn überhaupt möglich ist, auf diese Weise derart horrende Gewinne zu machen. Ich habe den Eindruck, dass die Spieler durch diese Art des Spiels Werte aus dem System abziehen, ohne eine entsprechende Gegenleistung dafür ins System einzubringen. Vielleicht sehe ich das aber auch zu naiv.


Re: Re: Re: Ich lese immer nur

Aus meiner Sicht liegt das Kernproblem - Geld geht von Realwirtschaft zur "reinen" Finanzwirtschaft - bei den schlechteren (politischen) Bedingungen für die Realwirtschaft.

Obwohl es "brummt" ist die Situation dort alles andere als rosig. Kurzer Auszug: Erbschaftssteuer (eingesetzte Werte bei den KMU's versteuert bei Weitergabe an die Erben, obwohl kein Geld auf Bankkonto), Kredite (sie brauchen praktisch 100% an Sicherstellung - Basel), ... Und weiter mit Verwaltungsaufwänden für den Staat, Lohn-Nebenkosten (Lohnsteuer, Sozialversicherung, Kammern), ... Die Liste ist ziemlich lang.

Es darf daher in Wahrheit niemand wundern, wenn Gewinne in Geschäftsfeldern gesucht werden, wovon Politik und Gewerkschaften nichts verstehen und praktisch auch nicht hineinreden.

Wenn dort nun auch noch durch die Politik ZUSÄTZLICH das Risiko eventueller Verluste durch Bürgschaftübernahme auf Kosten der Steuerzahler ausgeschaltet wird, ist das nunmehr das El Dorade für "Gewinne mittels Kapitaleinsatz".

PS: Wenn ich noch nennenswertes Geld übrig hätte, würde ich es heute auch nicht mehr in eine Firma, sondern in Staatsanleihen für marode EU-Staaten investieren.

Re: Re: Re: Re: Ich lese immer nur

PS: Um vorzubeugen, Erbschaftssteuer gibt es dzt. in Österreich nicht. Aber nicht wenige befürchten, dass sich die SPÖ mit dieser Forderung doch durchsetzen wird. Es wird ja über kurz oder lang in Richtung Sparpakete gehen.

Und diese Befürchtung hat doch eine ähnliche Auswirkungen auf die Invest-Bereitschaft, wie wenn es sie tatsächlich bereits wieder geben würde.

Die EU und der Euro hat uns hineingezogen!

Raus aus dem Euro!

Re: Die EU und der Euro hat uns hineingezogen!

Der EUR hat wenig (hat nur die höher werdende Verschuldung der PIG's begünstigt) bis nichts mit dem Problem Scg´hulden zu tun. Die gäbe es auch in anderen Währungen. Er ist eher nur der Vorwand für die derzeitigen Wahnsinns-Entscheidungen.

Re: Die EU und der Euro hat uns hineingezogen!

keiner zwingt sie ihren Sparstrumpf mit euros zu füllen.

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