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Schulden: Ausgaben der Länder unfinanzierbar

15.07.2011 | 18:09 |   (Die Presse)

Seit 2009 stecken die Bundesländer tief in den roten Zahlen. Steigende Einnahmen dürften den Reformeifer nicht abwürgen, mahnt der Staatsschuldenausschuss.

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Wien/Auer. „2009 war für die Bundesländer ein Schock“, sagt Bernhard Felderer, Chef des österreichischen Staatsschuldenausschusses. Zwanzig Jahre lang durften die Landeshauptleute alljährlich Budgetüberschüsse präsentieren. Mit dem Krisenjahr 2009 änderte sich dieses Bild schlagartig, wie eine Studie im Auftrag des Staatsschuldenausschusses zeigt.

Erwirtschafteten die Bundesländer (ohne Wien) im Jahr 2008 nach Maastricht-Kriterien noch einen Überschuss von 64 Mio. Euro, so wiesen sie 2009 ein Defizit von zwei Mrd. Euro auf. In Wien, das offiziell als Gemeinde firmiert und daher in der Studie nicht berücksichtigt wurde, war es ähnlich. Aus einem Plus von 155 Mio. Euro im Jahr 2008 machte die Bundeshauptstadt 2009 ein Minus von 261Mio. Euro. Die größten Schuldenkaiser saßen 2009 in Graz und St.Pölten mit einem Defizit von 670 bzw. 565 Mio. Euro.

Den Grund für die rasante Ausweitung des Defizits in den Ländern fanden die Studienautoren vor allem in den geringeren Steuereinnahmen. So mussten die Bundesländer 2009 auf 551 Mio. Euro Steuergeld aus dem Finanzausgleich verzichten. Tatsächlich sei die Lücke aber größer, argumentieren die Autoren. Vergleicht man die tatsächlichen Einnahmen mit dem erwarteten Trend, so klaffe auf der Einnahmenseite eine Lücke von über 1,2 Mrd. Euro. Für drei Viertel davon sei die schwache Konjunktur verantwortlich, für ein Viertel die Steuerreform aus 2009.

 

1,4 Mrd. Euro Mehrausgaben

Aber die Länder haben auch ihre Ausgaben stark nach oben getrieben. 1,4 Mrd. Euro haben die Landeshauptleute 2009 mehr ausgegeben als im Jahr zuvor. Mit der Bekämpfung der Wirtschaftskrise mit Konjunkturpaketen und anderen krisenbedingten Ausgaben seien lediglich 500 Mio. Euro zu erklären, heißt es in der Studie.

Die Ausgaben der Länder stiegen 2009 mit sechs Prozent deutlich schneller als jene des Bundes mit 2,1 Prozent. Schon vor der Krise, zwischen 2005 und 2009, erhöhten die Bundesländer ihre Ausgaben um 5,9 Prozent, der Bund hingegen „nur“ um 2,6 Prozent (was in absoluten Zahlen natürlich dennoch mehr ist). Die Steuereinnahmen der Länder stiegen in diesem Zeitraum hingegen lediglich um vier Prozent. Mittel- bis langfristig seien die Ausgaben der Länder daher nicht finanzierbar, schreiben die Autoren.

Felderer ortet einen Konsolidierungsbedarf von 500 Mio. Euro bei den Ländern. Er hat zwar auch Verständnis für ihre Situation: Im Gesundheits- und Sozialwesen stiegen die Kosten eben stark an. Allerdings gebe es gerade in diesem Bereich sowie bei der Verwaltung und Förderungen großes Einsparungspotenzial.

Das haben offenbar auch manche Länder entdeckt. So hat etwa die Steiermark jüngst eine Verwaltungsreform angestoßen, in Oberösterreich und Wien sind Spitalsreformen geplant. Dabei sollen Krankenhäuser zusammengelegt werden oder enger miteinander kooperieren. Auch in Niederösterreich gibt es zumindest erste Willensbekundungen für eine Reform im Gesundheitswesen.

 

Keine Überschüsse in Sicht

Felderer lobt zwar die Bemühungen der Länder, zeigt sich allerdings skeptisch darüber, wie lange deren „Reformeuphorie“ noch anhalten werde. Denn mit der konjunkturellen Erholung würden bald wieder mehr Steuergelder in die Kassen der Länder strömen.

Wann sie wieder Überschüsse machen werden, wagt er dennoch nicht zu prognostizieren. Für 2011 wird laut Studie mit einem Minus von 1,7 Mrd. Euro, für 2012 von 1,5Mrd. Euro gerechnet. Der Stabilitätspakt erlaubt den Ländern heuer ein maximales Defizit von 0,75 des Bruttoinlandsprodukts, 2012 eines von 0,6 Prozent und 2013 und 2014 jeweils von 0,5 Prozent. Das sei „wenig ambitioniert“, beklagt Felderer. Eingehalten wurde der Stabilitätspakt von den Ländern in den vergangenen Jahren bisher freilich ohnedies noch nie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.07.2011)

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21 Kommentare
Gast: Ländleruf
18.07.2011 10:52
0 0

Alles gratis

Wir leben in einem fantastischen Land: Kindergärten gratis, Schulen gratis, Universitäten gratis, Arztbesuch gratis, Spitalsaufenthalt gratis, Seniorenbetreuung (für Arme oder solche die ihr Vermögen früh genug verschenkt haben) gratis, dazu noch die jüngsten Pensionisten euopaweit, keine Erbschaftssteuer, keine Schenkungssteuer, die niedrigsten Vermögenssteuern europaweit; Ach so, wir wollten ja wissen, wo die Schulden eigentlich herkommen.....

Gast: FH
17.07.2011 18:57
0 0

Eigenartige Überschüsse

Dass die Länder Überschüsse erwirtschaftet hätten, kann wohl nur einer EU-Schönfärberbilanzierung zugeschrieben werden. Auch in den guten Jahren verweis zB. Salzburg maximal auf ein ausgeglichenes Budget. Die Schulden wurden damals relativ konstant bei 400 Mio gehalten und sind nun nach der Krise auf ca. 600 Mio angestiegen. Vorarlberg war sicher immer bestens, etliche Kommunen haben sich aber nun auch dort verspekuliert. Aber selbst die Verkäufe von Substanzvermögen ( BUWOG Bauten , usw.) im Bund unter S/Blau /Grasser werden ja noch als "Einsparungen" und fast Zero-Budget von manchen fälschlicherweise hochgejubelt.

0 0

Open, Theater und Festspielunsinn

Unsummen werden an 'Foerderungen' in Panem et Circensis fuer eine kleine Minderheit (meist ohnehin wohlhabender) Buerger verpulvert. Das Opernhaus in Linz z.B. haette vollauf genuegt, wer wird nach Linz kommen um sich zwangsweise Zweitliga Kuenstler - moegen Sie sich auch noch so bemuehen - anzusehen. Und wenn dann sollen die Besucher (oder Spender) zahlen.

Gast: FH
17.07.2011 10:25
0 0

Wieso?

Was soll unfinanzierbar sein? 3- jährige Nulllohnrunde vor allem bei den überbezahlten (ab 45-jährigen) Magistraten und/oder auch im Landesdienst als erster kleiner Schritt. Pensionsangleichung in allen Ländern an den Bund, usw....

Gast: globetrotterneu
16.07.2011 10:15
1 1

spö nein danke

schau die die strassen von wien an und du weisst alles schlimmer als im kongo sage ich euch.

Gast: GastA
16.07.2011 07:51
4 0

Also was ist zu tun?

Geordnete Insolvenz für:
Staaten
Banken
Bundesländer
Gemeinden
Und die verantwortlichen Politiker haften.
Und die verantwortlichen Parteien zahlen die Zinsen für die fahrlässig aufgenommenen Kredite.

Gast: Gast: Gast
16.07.2011 07:09
3 0

Österreich ist pleite?

Nicht doch - befassen wir uns lieber mit den Burschenschaften!!!

Antworten Zapflhuber
16.07.2011 13:43
2 0

Re: Österreich ist pleite?

und mit der Bundeshymne!

Antworten Gast: Denker!!!
16.07.2011 12:51
2 0

Re: Österreich ist pleite?

Es gibt wichtigere Themen als die desolaten Staatsfinanzen:

Eine gendergerechte Bundeshymne!

4 0

so klaffe auf der Einnahmenseite eine Lücke von über 1,2 Mrd. Euro.

zuviel ausgegeben wuerde ich sagen

zuviel subventioniert, umverteilt & gefoerdert

zuviel sozialistisches gedankengut

Antworten lurch
16.07.2011 11:42
1 0

Re: so klaffe auf der Einnahmenseite eine Lücke von über 1,2 Mrd. Euro.

Wenn es nur Subventionen gewesen wären. Dann hätten wenigstens ein paar Inländer was davon gehabt (ob das gerecht ist oder nicht)!

Leider ist es nur so, daß sich diese Hascherln das Glück bei internationalen Finanz-Spekulationen erhofft haben. Was natürlich gehörig schief gegangen ist. Jetzt lachen sich ein paar Finanzhaie ins Fäustchen über die Unbedarftheit von austriakischen Laien-Politikern.

0 0

Re: Re: so klaffe auf der Einnahmenseite eine Lücke von über 1,2 Mrd. Euro.

ist eigentlich veruntreuung von steuergeld strafbar?

Antworten Gast: andreas68
16.07.2011 09:48
0 1

Re: so klaffe auf der Einnahmenseite eine Lücke von über 1,2 Mrd. Euro.

zu viel neoliberaler finanzmarkt stimmt wohl eher, denn die länder und bundesländer die tendenziell mehr auf neoliberalismus statt sozialismus gesetzt haben, sind noch mehr verschuldet!

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Re: Re: so klaffe auf der Einnahmenseite eine Lücke von über 1,2 Mrd. Euro.

der "finanzmarkt" ist sicher nicht schuld daran, dass sich die politiker verspekuliert haben - niemand hat diese gezwungen, das steuergeld "gewinnbringend von experten anlegen zu lassen"

das ist aber genau das problem, dass durch zwangsabgaben das volk gezwungen wird, bei diesem spiel mitzumachen anstelle das geld behalten zu koennen, dass man verdient
und die oberschlauen politiker glauben zu wissen, wo es sozial & richtig ist, dieses zwangsumverteilte geld einzusetzen (nur leider geht bis dahin 90% in der verwaltung & spekulation drauf)

umverteilung ist weder sozial noch hilft es den armen & der mittelschicht

Antworten Gast: Fatalist
16.07.2011 07:41
0 0

Re: so klaffe auf der Einnahmenseite eine Lücke von über 1,2 Mrd. Euro.

Sozialistisches Gedankengut ist: Den Bedürftigen zu helfen und nicht denen die genug haben!
Und genau diese Praxis der ungerechten Umverteilung ist schuld für diese Verschuldung, man sieht das hier in Niederösterreich besonders gut.
Die Bauern die sowieso schon genug haben, bekommen großzügige Förderungen und auch die Betriebe können sich über Unterstützung von uns Steuerzahlern nicht beklagen!

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Re: Re: so klaffe auf der Einnahmenseite eine Lücke von über 1,2 Mrd. Euro.

genau deswegen funktionieren auch nicht die zwangsumverteilungen - man gibt vor, den armen zu helfen, den einzelnen zu subventionieren & foerdern, aber wer bekommt das groesste stueck vom kuchen ab? die grossbauern zb (agrarfoerderungen), mit dem geld dass man der mittelschicht durch steuern abknoepft oder noch "besser", dass man durch neue schulden aufnimmt und so monetaere inflation ausloest- wer leidet am staerksten darunter? die armen! (denen man eigentlich helfen wollte) weil die preise im supermarkt steigen (und alle armen & mittelschichtler merken das beim woechentlichen lebensmitteleinkauf!)

umverteilung = diebstahl, bedingt nichts als chaos und das moralische problem dabei ist - man gibt vor den armen helfen zu wollen

das zeigt wie falsch das ganze ist & jegliche umverteilung eingestellt gehoert!

Gast: Gasti
16.07.2011 00:19
2 0

Was passiert mit den Veruntreuern?

Merkt Euch die Namen der Akteure. Nicht dass es nach dem Zusammenbruch wieder heisst, man sei ja nur Opfer gewesen und habe gar keine andere Wahl gehabt.

Gast: Freiheit
15.07.2011 23:30
4 0

man sollte mal der bevoelkerung reinen wein einschenken

die vorgangsweise unserer regierungen, gemeinden, etc ist folgend. es wird ein budget erstellt fuer die ministerien - jahr 1. dieses budget wird nach unten aufgeteilt und ergibt die gleiche vorgangsweise. jedes ministerium, jede abteilung sobald sie nach 5-6 monaten erkennt, dass ihr am ende des jahres geld uebrig bleiben sollte beginnt alle moeglichen aktionen (siehe unnoetige angebliche verbesserungen im kanalsystem, irgendwelche fortbildungsmeetings in teuren hotels, kuenstler foerderung, neue computer in den schulen obwohl vor 2 jahren die computer erneuert wurden, renovierung von x sachen welche der bevoelkerung als extrem notwendige aktionen verkauft werden) um das geld bis ende des jahres zu verbrauchen und im BESTEN fall sogar mehr zu benoetigen. der grund dieser taktik liegt daran, dass im naechsten jahr entwerder automatisch mehr bekommt oder vorlegen kann man wuerde mehr brauchen. sie sollten sich mal die beamten in der 2 haelfe ihres ausgabenzyklus anschauen. sind alle gestresst weil sie mehr ausgabenmoeglichkeiten finden muessen sonst koennte ja sein, dass sie im naechsten jahr weniger bekommen. was erzaehlen uns leute wie obama und unsere politiker in oesterreich -wenn man nicht mehr schulden machen darf muss man bei den sozialleistungen, pensionen etc sparen. ALLES LUEGE - der staat wird genauso gut funktionieren wenn man ihm einen riegel vorschiebt denn er ist leicht um 30-40% aufgeblasen. alleine die eleminierungen dieses beamtengedankengutes wuerde viel helf

enzo
15.07.2011 22:51
4 0

Es kommt wie es kommen muß

Österreich ist Pleite !!!
Wer hilft aber den Helfern ???

Antworten Walter2
16.07.2011 12:33
2 0

Re: Es kommt wie es kommen muß

Den Letzten beißen (bekanntlich) die Hunde.

Gast: adfeh<tkjzk
15.07.2011 19:38
5 0

ENDE.........

Ende der Fahnenstange.

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