Wien/Red. Der Gas-Großhandelspreis sei seit Juli 2008 um 15,5 Prozent zurückgegangen. Firmen wie Energie-Steiermark, Salzburg AG oder EVN hätten ihre Preise aber zwischen 25 und 32 Prozent erhöht. Bei den Handelspreisen für Strom habe der Rückgang seit 2008 rund 17,5 Prozent betragen. Mit Ausnahme von zwei Firmen hätten alle anderen Anbieter ihre Preise angehoben, kritisiert die AK weiter. Sie hat sich die absoluten Preise der Versorger nicht angesehen. Steuern, Abgaben und Netzgebühren sind im Vergleich der AK ebenso nicht enthalten.
Bei der EVN kann man die AK-Kritik jedenfalls nicht nachvollziehen, sagt ein Sprecher. „Unsere Preise sind absolut konkurrenzfähig“, heißt es.
Vonseiten der E-Wirtschaft erklärt man, dass Strom, je nach Konzern, bis zu zwei Jahre im Voraus eingekauft werde. Auch wenn der Preis an der Börse sinke, könnte es für den Konsumenten teurer werden. Der Europäische Haushalts-Energiepreisindex für Juni zeigt etwa, dass der Strompreis in Wien bei 19,39 Cent pro Kilowattstunde (kWh) liegt. Die Stadt liegt damit laut E-Control-Angaben auf dem sechsten Platz von 15 untersuchten Städten. Deren Durchschnittspreis beträgt 18,87 Cent pro kWh. Steuern und Netzpreise sind hier inkludiert.
Geld sparen, Versorger wechseln
Der heimische Strommarkt wurde vor rund zehn Jahren liberalisiert. Bei den Kunden ist das aber kaum angekommen, da bloß eine Handvoll Österreicher den Versorger wechseln. Die meisten bleiben bei ihrem angestammten Anbieter – auch wenn dieser teurer ist. Ein Wechsel bringt jährlich Einsparungen von bis zu 210 Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.08.2011)
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