Telekom: Wenn Paradekonzerne abstürzen

17.08.2011 | 18:22 |  von Hedi Schneid und Jakob Zirm (Die Presse)

Der Skandal um mutmaßlich erschwindelte Managerboni erschüttert Österreich. Ähnliche Affären im Ausland brachten mitunter eine neue Unternehmenskultur - wie beim Siemens-Konzern oder beim Lkw-Hersteller MAN.

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Wien. Der PR-Profi Peter Hochegger dürfte nicht die Idealbesetzung als Krisenberater sein. Spielt doch der einstige Intimus von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Beschuldigte in der Buwog-Affäre auch eine Schlüsselrolle in den Malversationen, die die Telekom Austria erschüttern. „Schockiert“ ist nicht nur Telekom-Chef Hannes Ametsreiter. Die Vorgänge, die das Image des Vorzeigekonzerns des schwarz-blauen Privatisierungskurses zerkratzt haben, gehen wie Schockwellen durch die heimische Wirtschaftsszene.

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Dass sich eine Gruppe von Managern durch Manipulation des Aktienkurses um neun Millionen Euro bereichert – diese Vorgangsweise sucht nicht nur hierzulande ihresgleichen. Als würde das nicht schon reichen, hat die „Taskforce“ der Telekom herausgefunden, dass Hochegger mit den Telekom-Managern Rudolf Fischer und Gernot Schieszler eine „Firma in der Firma“ betrieben hat: Sie haben jahrelang Projekte über neun Millionen Euro abgerechnet, ohne plausible Gegenleistungen zu liefern.

 

„Rekord“-Skandal bei Siemens

Die Telekom ist nicht der erste und einzige Konzern, bei dem Justiz und Unternehmen selbst einen Augiasstall von dubiosen Geschäften und Geldflüssen auskehren müssen. Ähnlich spektakuläre Fälle im Ausland könnten helfen, den richtigen „Besen“ zu finden.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, Anzeigen, interne Ermittlungen: Was bei der Telekom zurzeit das Geschehen bestimmt, hat der deutsche Siemens-Konzern bereits hinter sich. Bei den Münchnern ging es zwar nicht um erschwindelte Managerboni, dafür sorgte der Paradekonzern für den größten Korruptionsskandal in der Geschichte Deutschlands. Mit unglaublichen 1,3 Milliarden Euro bestachen Siemens-Vertreter weltweit über Jahre hinweg Einkäufer privater Firmen, Beamte und politische Entscheidungsträger. Und wie bei der heimischen Telekom war die Konzernführung in die Vorgänge entweder eingeweiht oder unternahm trotz hartnäckiger Gerüchte nichts dagegen.

 

Anstoß von außen notwendig

Ins Rollen gebracht wurde die Aufarbeitung erst durch eine Großrazzia der Münchner Staatsanwaltschaft 2006. Damals durchsuchten 200 Beamte rund 30 Büros und Wohnungen von Siemens-Mitarbeitern. Was in den folgenden Monaten ans Tageslicht kam, versetzte Ermittler und Öffentlichkeit ins Staunen. So erfüllten Siemens-Verkäufer im Austausch für Auftragsvergaben sprichwörtlich jeden Wunsch. Einem nigerianischen Staatssekretär wurde beispielsweise die künstliche Befruchtung seiner Frau in New York bezahlt, andere Entscheidungsträger in Dritte-Welt-Ländern wurden mit teuren Medikamenten versorgt, für die der Siemens-Betriebsarzt eigens Rezepte ausgestellt hatte. Und in vielen Fällen floss einfach Geld.

Konsequenzen zog das Unternehmen erst, nachdem der juristische und öffentliche Druck zu groß geworden war. Mitte 2007 legten Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und sein Vorgänger und damaliger Aufsichtsratspräsident Heinrich von Pierer ihre Ämter nieder. Anders als mehrere Siemensianer im mittleren Management mussten sie sich aber nie vor Gericht verantworten. Pierer zahlte 2009 zwar fünf Millionen Euro an Siemens, Schuldeingeständnis wäre dies aber keines gewesen, sagte er.

Der neue Siemens-Chef Peter Löscher machte die Aufarbeitung des Skandals zur Chefsache. Compliance-Beauftragte, die auf die Einhaltung von Gesetzen und internen Regeln achten sollen, wurden in jeder Abteilung installiert. Antikorruptionsschulungen für Mitarbeiter stehen seither auf der Tagesordnung. Rund 2,5 Milliarden Euro hat Siemens bereits für Aufklärung, Strafen und Prävention ausgegeben. Intern wird zwar mitunter kritisiert, dass nun das Pendel zu heftig in die andere Richtung ausschlage – das Konzept scheint jedoch aufzugehen. So machte Siemens im Juni selbst publik, dass drei Mitarbeiter in Kuwait Beamte schmieren wollten. Die Affäre wurde intern aufgedeckt, die Staatsanwaltschaft wurde informiert, die betroffenen Mitarbeiter wurden entlassen.

 

MAN wollte unter den Teppich kehren

Ähnlich die Situation beim deutschen Lkw-Hersteller MAN: Auch dort wurden mittels „Provisionen“ in Millionenhöhe die Verkäufe in Ländern wie Kasachstan angekurbelt. Intern waren Hinweise darauf seit Jahren bekannt, und mehrere Beteiligte wurden sogar gefeuert. Eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft machte die MAN-Spitze aber nicht. Das Thema sollte nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Die Folge war, dass der Skandal – etwas verzögert – mit einem noch viel lauteren Knall ans Tageslicht kam.

Hausdurchsuchungen, Anzeigen, Rücktritte von Managern. Bei MAN wiederholten sich die Erfahrungen von Siemens. Obwohl ihm juristisch keine Schuld nachgewiesen werden konnte, nahm MAN-Chef Hakan Samuelsson wenige Monate nach Bekanntwerden der Affäre seinen Hut. Auch andere Manager verloren ihre Jobs. Vor Gericht gab es für die meisten kein großes Nachspiel. MAN einigte sich mit der Staatsanwaltschaft auf die Zahlung von 150 Millionen Euro, dafür wurden viele nicht aufgearbeitete Fälle zu den Akten gelegt.

Verschärfte Compliance-Regeln sollen auch bei dem Lkw-Hersteller eine Wiederholung der Vorgänge verhindern. Zusätzlich will sich das Unternehmen am Ex-Vorstand schadlos halten. So wird von Samuelsson Schadenersatz in Höhe von 237 Millionen Euro verlangt. Selbst für einen Spitzenmanager ein unmöglich zu bezahlender Betrag.

 

Piëch als Scharfmacher

Als Scharfmacher kristallisierte sich MAN-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch heraus. Just Piëch war in den VW-Skandal rund um Lustreisen auf Konzernkosten für Betriebsräte verwickelt, der im Jahr 2005 aufflog. Demnach machte sich der Autokonzern den mächtigen Betriebsratschef Klaus Volkert mittels Managergehalt und Finanzierung brasilianischer Edelprostituierter, die nach Deutschland eingeflogen wurden, gefügig.

Der damalige Personalvorstand Peter Hartz musste gehen. Da dieser sämtliche Schuld auf sich nahm, perlte die Affäre an Piëch ab – auch wenn viele nicht glauben wollen, dass der langjährige Vorstands- und Aufsichtsratschef von nichts gewusst haben soll. Vor Gericht kam auch Hartz dank Zahlung von 576.000 Euro mit einer Bewährungsstrafe davon. Ins Gefängnis musste letztlich nur Ex-Betriebsratschef Volkert.

Zurück zur Telekom: Scharfe Compliance-Regeln sieht auch Ametsreiter als Waffe gegen künftigen Missbrauch. „Lückenlose Aufklärung“ und Schadensminimierung sieht er als weitere Maßnahmen. Und er erwartet einen „kurzen Prozess“, bei dem die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. Ametsreiter zahlt seinen Bonus von 92.000 Euro freiwillig zurück. Sein damaliger Vorstandskollege Boris Nemsic hat ebensolches angekündigt. Von Nemsic, Fischer, Heinz Sundt und Stefano Colombo fordert die Telekom die Boni zurück. Außerdem klagt sie Fischer, Schieszler und den in die Kursaffäre involvierten Josef Trimmel auf Schadenersatz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2011)

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105 Kommentare
 
12 3
Gast: TT1
24.08.2011 12:54
0 0

Danke Herr Schüssel

Und hoffen wir, dass die korrupte, blaue Brut nie wieder in Regierungsverantwortung kommt. Stattdessen machen wir mit den rot-schwarzen Blindgängern weiter....

Gast: Analyst 852
18.08.2011 15:19
0 0

Was passiert nun mit den Mitarbeitern der TA?

Sie einfach nur durchfüttern, obwohl die Aktie weniger Wert hat als noch beim Ausgabekurs?

Antworten Gast: glaserlwasser
19.08.2011 07:15
2 0

Re: Was passiert nun mit den Mitarbeitern der TA?

sind doch eh bald nur noch leiharbeiter und die zählen so viel wie ein kugelschreiber

*falsch ein kugelschreiber ist leider mehr wert*

Antworten Gast: Finanzamt Wien
18.08.2011 16:27
0 0

Re: Was passiert nun mit den Mitarbeitern der TA?

Die hinteren Manager denken alle, es erwischt eh nur die vorderen.
Tja, falsch gedacht.
Es gibt einen Kronzeugen.
Der Unterschied zwischen sofortigem Geständnis und Erwischt werden kann mehrere Jahre Kerker betragen.

Na Kerker !!?!???

Ich denke Sie haben falsche Vorstellungen von unseren Gefängnissen !

Gast: Cash Flow
18.08.2011 14:33
0 0

Ein Paradekonzern

war die Ö- Telekom nie(wie kommen sie eigentlich darauf,wegen der Monopolstellung ohne die es sonst schon finster wäre wohl eher nicht,oder ?)! Würde mir im Traum nicht einfallen Aktien eines solchen Unternehmens zu kaufen(ausser Leerverkauf)wo Staat u. Beamte herumgeistern.....eher zum fürchten u. zu meiden solche Konzerne.....

Während sich diese "Leistungsträger" Millionen zuschanzen...

......wird der Kunde abgezockt (Service-Pauschale, Pannendienste etc.)

Während die


Antworten Gast: Steirer2
18.08.2011 14:41
0 0

...

Österreicher alle glauben der Amtsreiter spielt uns allen nur was vor wird gerade wieder das Unternehmen geplündert. auch diesmal über die Börse. Auch die schlechte Stimmung wird genutzt. Nachdem Leerverkäufe verboten sind muss es einen offiziellen Verlust in der Bilanz geben. Spekulationsverluste durch Gewinnmitnahmen aus Weissrussland -- und leider ist der Kurs gefallen. Perfekte Schausteller oder doch nur durchsichtige Akteure?

Gast: Jaja
18.08.2011 13:42
2 0

Überraschend

Überraschend ist nur, dass man solange gebraucht hat, dass man die von Anfang offensictliche Manipulation bemerkt hat!
Erschütterung ist jetzt lächerlich. Erschüttert sind die nur, weil man jetzt offiziell den Finger auf diesen Fall richtet!! Man hat halt gehofft, dass dieser Betrug, der unter Politschutz stehenden Manager, in diesem Staatsbetrieb nie auffallen wird. Leugnen solange es eben geht....

ZUM KOTZEN!

Re: Überraschend

Überraschend war nur der ungewöhnlich tiefe Kurs von 11,69 am 25.2. Nach der Kursmanipulation war er dann am 26.2. mit 1,73 wieder im unteren Normalbereich (zum Vergleich: am 16.2. war der Kurs 11,85).

Gast: adlerauge 66
18.08.2011 13:32
3 0

Biedermann und die Brandstifter

auf der einen seite wahre leistungsträger wie hochegger, meischberger, plech, grasser, taus, cordt, schlaff, androsch, vranitzky, flöttl, elsner, kulterer, pouilly, randa, etc....

auf der anderen seite assoziales gesocks in den einwandererghettos der banlieus der finanzzentren

auf der einen seite totale überwachung und law and order (mafia§ gegen tierschützer, 4 Jahre für Anstiftung auf facebook) für die straftaten der sozialen unterschicht
auf der anderen seite so gut wie völlige straffreiheit für veruntreuung, steuerhinterziehung, korruption, etc. wenn es um millionen geht - ermöglicht durch eine korrupte gesetzgebung -
gekauft von genau jenen profiteuren.

und wenn dann die armen und sozial unterdrückten irgendwann einmal revoltieren und diesen herrschaften die autos und villen anzünden blicken einen erstaunte fratzen aus den verblödungsanstalten entgegen!

part of the game ?

tatsächlich nur (ehrenwehrte) biedermänner ?

oder sind diese herren nicht in wahrheit selbst die brandstifter ?

Antworten Gast: ut zusammengefasst, danke.
18.08.2011 13:54
1 0

Re: Biedermann und die Brandstifter

Gut zusammen gefasst, danke. Leider lässt sich die Mehrheit der Österreicher durch Regierungskasperl und Regierungsmedien einlullen, dass eh alles in Ordnung ist.
Niemand verändert sein Wählverhalten.

Ich will nicht sagen, dass die FPÖ alles besser macht. Vielleicht oder wahrscheinlich wäre sie der Anfang vom Ende. Aber eben wenigstens ein schnelles Ende und kein ewig andauernders quälendes Verarschungsende. Dann wäre das Vakuum und die Zeit da, für einen WIRKLICHEN Neuanfang und nicht für Verarschungsreförmchen, wo die selben Akteuere und Innen wieder die selben Positionen besetzen und die Bevölkerung verarschen!

Direkte Demokratie, die einzige Demokratie, wäre schon lange angesagt.
Remember, remember....

ein scherz?

"Dass sich eine Gruppe von Managern durch Manipulation des Aktienkurses um neun Millionen Euro bereichert – diese Vorgangsweise sucht nicht nur hierzulande ihresgleichen."
"Ähnlich spektakuläre Fälle im Ausland..."

Ist ja gut, wir haben es begriffen: Verbrechen lohnen sich nicht, im Vergleich mit Finanzverbrechen!

Geldwaschen, Steuern hinterziehen, Aktienkurse manipulieren, Betriebsräte kaufen und diese Verschwörung durch "Verbotenes" besiegeln.

Diese Vorgehensweise soll aussergewöhnlich sein? - Für wie blöd hält man uns eigentlich? - Ich ziehe die Frage zurück!

Gast: Karl Huber
18.08.2011 13:09
0 0

Die Börse wieder im freien Fall

Und keine MSM berichtet ;D

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Freude

Der mutige Wutbürger freut sich - https://sites.google.com/site/mausesdergrosse/ - ich hoffe, das ist nur der Anfang!

Gast: Tutenchamun
18.08.2011 12:50
0 0

Das Problem bei der Compliance ist die Substitution staatlicher Privilegien durch Private

Strafverfolgung: Der Staatsanwalt muss nicht jeden Straftäter verfolgen, das kennen wir von Staatsanwalt Mag. Walzi. Er sucht sich seine Opfer aus.
Private Strafverfolgung im Compliance-Fall kann nicht auf die gleichen Prinzipien zurückgreifen wie die Staatsanwaltschaft. Hier fehlt die Regulierung genauso sowie der Schutz der Opfer, wie z.B. Amtsmissbrauch, der ja nur auf Beamte und nicht auf Private anwendbar ist.

Gast: wie überraschend
18.08.2011 12:23
1 0

das wieder gekommen ist..

jetzt wird dann wieder das mangemant gewechselt, eventuell kommt geld vom staat, dann gehts wieder bergauf, in fünf jahren kracht es wieder, dann wird das mangement gewechselt.......

altes spiel neues glück... der steuerzahler wirds schon richten.

Gast: der vom Himmel
18.08.2011 11:41
5 1

es haben alle alles gewusst

Der Eigentümer muss handeln und den gesamten Vorstand feuern - alles andere ist nur "Vetternwirtschaft"

Re: es haben alle alles gewusst

"es haben alle gewusst" ... und das wissen sie woher?

Antworten Antworten Gast: tutenchamun
18.08.2011 12:30
0 0

Re: Re: es haben alle alles gewusst

Ich z.B. von den Gruppenleitern und Bereichsleitern. Alle haben sie damit geprahlt, so wie der Nemsic. Ist natürlich schon ein paar Jahre her.

Gast: Dampf
18.08.2011 11:27
6 0

Siemens und keine Korruption?

also das gab's in meinen letzten 40 Berufsjahren nicht und wird's auch nie geben.
Denn jede "Innovation" die Siemens brachte, floppte nach kurzer Zeit.
Also wie glauben Sie, hält sich Siemens am Leben?

Die Politiker sollten sich mal fragen, wieviele innovative Kleinunternehmen von Siemens plattgemacht wurden.

Oder nehmen Sie die ÖBB: dorthin kann man nur liefern, wenn man vorher seine Produktideen an Bombardier , Siemens,.. verschenkt.
Denn von Kleinbetrieben bekommt der Manager keine "seitlichen Abgaben".

Antworten Gast: Ebenfalls Gast
18.08.2011 12:28
4 0

Re: Siemens und keine Korruption?

Kann Ihnen nur vollinhaltlich zustimmen!

Siemens ist eines der übelst agierenden Unternehmen die ich kenne - und ich kenne viele!

Unter dem Deckmantel der Unterstützung von Jungunternehmern wird im z.B. im Businessplanwettbewerb Support angeboten!
Ergebniss - die von Siemens evaluierten und für interessant befunden Businesspläne / Konzepte werden 1 zu 1 umgesetzt, der Jungunternehmer / In ausgebootet!

Im Bereich der öffentlichen Hand wie bereits angesprochen werden alle anderen Unternehmen mit dem Hinweis auf Erhaltung von Siemensarbeitsplätzen -die bei Nichtauftragserteilung gefährdet sind - hinausgedrängt!
Kein Wunder wenn man weiß, dass Herr Hesoun als Nachfolger von B. Ederer an der Siemensspitze eine einzige Qualifikation mitbrachte, nämlich Sohn und SPÖ Mitglied!

Mit diesen von der Politik immer wieder tolerierten Untergriffen werden viele KMU's und Neugründer wirtschaftlich ruiniert und es wird die gefährliche Siemens Monokultur weitern und weiter gefördert!

Damit wird Know How , Innovationen die von Kleinunternehmern, forschern kommen verhindert und Siemens wird größer und größer und gr..

Antworten Gast: Tutenchamun
18.08.2011 12:27
0 0

Re: Siemens und keine Korruption?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Compliance Verfahren tatsächlich funktioniert. Compliance entspricht den Business Guidelines in allen Formen, nicht nur der offenkudigen Korruption nach dem Motto, ich muss erst fragen ob dich heuer schon einmal bestochen habe oder ob Bestechung eh erlaubt ist.

Die eigentliche Wurzel des Übels:

Der grundsätzliche Fehler war, die Höhe des Bonus von der Zufälligkeit des Börsenkurses an einem einzigen Tag abhängig zu machen. So lag der Kurs der Telekom-Austria in der Zeit vor dem 26.2.2004 praktisch immer mindestens an der kritischen Marke von 11,70 und auch deutlich darüber (z. B. am 16.2.2004 auf 11,85). Als er dann am 25.2. plötzlich auf den ganz ungewöhnlichen Wert von 11,69 sank, mussten sich die Manager ja als betrogen vorkommen. Die Versuchung, hier etwas zu unternehmen, war einfach zu groß!
Hätte man die Höhe des Bonus nicht von einem einzigen Stichtag, sondern z. B. vom Durchschnittskurs eines Zeitraums vor dem Stichtag abhängig gemacht, hätte so etwas nicht passieren können!

Re: Die eigentliche Wurzel des Übels:

Im prinzip haben sie recht, aber: das management hatte die modalitaet fuer die ausbezahlung der boni selbst festgesetzt, bzw. massgeblich mitbestimmt. Und wenn's dann nicht so kam, wie erhofft, konnten sich diese herren zwar dumm, aber sicher nicht betrogen vorkommen. Und welche entschuldigung faellt ihnen fuer die machenschaften von hochegger, fischer und schieszler ein?

 
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