AK testet "Mogelpackungen": Viel Luft, wenig Inhalt

Die Wiener Arbeiterkammer hat "verdächtige" Lebensmittelverpackungen getestet. Fazit: Vieles schaut nach mehr aus, als wirklich drinnen ist.

Symbolbild: Einkaufen im Supermarkt.
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Symbolbild: Einkaufen im Supermarkt.
Symbolbild: Einkaufen im Supermarkt. – (c) Erwin Wodicka - BilderBox.com (Erwin Wodicka - BilderBox.com)

Die Wiener Arbeiterkammer hat sich Lebensmittelverpackungen genauer angesehen und erschreckendes festgestellt. Bei 35 untersuchten Produkten von zwei Supermärkten zeigte, dass im Durchschnitt nur die Hälfte Inhalt ist, der Rest ist schlicht Luft. Vieles schaut nach mehr aus, als wirklich drinnen ist. "Die Konsumenten zahlen drauf, wenn sie glauben, das Packerl ist voll", sagte Manuela Delapina von der AK. "Das kann nicht sein."

Von den 35 "verdächtigen" untersuchten Packungen waren 33 zu mindestens einem Drittel leer, zeigte der AK-Test. Der Luftanteil dieser Packungen lag zwischen 33 und 71 Prozent. Etwa die Knabber Mangostücke von Spar sind sehr luftig. Die Gesamthöhe der Verpackung beträgt 17 Zentimeter, die Füllung fünf Zentimeter und der Luftanteil zwölf Zentimeter. "Das ist ein Luftanteil an der Packung von knapp 71 Prozent", rechnete Delapina vor.

Luftanteil bis zu 67 Prozent

Bei der Brownies Backmischung von Spar beträgt der Luftanteil der Packung fast 67 Prozent. "So ist bei der Backmischung die Gesamthöhe der Packung 21 Zentimeter, die Füllung sieben und die Lufthöhe 14 Zentimeter", so Delapina.

Bei Lila Stars Snax von Milka und beim Basmati-Reis von Reis-fit ist der Luftanteil knapp 63 Prozent. Bei der Milka Nascherei macht die Gesamthöhe der Packung zwölf Zentimeter aus, die Füllung 4,5 und die Lufthöhe 7,5 Zentimeter. Beim Basmati-Reis ergibt die Gesamthöhe der Packung 16 Zentimeter. Die Füllhöhe des Reises ist sechs Zentimeter und die Lufthöhe zehn Zentimeter.

AK will Verordnung für "Mogelpackungen"

Ab wann und bei welchen Produkten man von "Mogelpackungen" sprechen kann, ist nicht exakt definiert. International üblich ist, höchstens einen Luftanteil von einem Drittel der Füllmenge zuzugestehen. Die AK forderte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auf, per Verordnung das Verhältnis von Füllmenge und Luftanteil festzusetzen. Laut Maß- und Eichgesetz ist er dazu ermächtigt, erklärte die AK.

(APA)

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