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Nowotny sorgt sich um Österreichs Schulden

02.09.2011 | 18:22 |   (Die Presse)

In den Jahren 2011 und 2012 benötigt Österreich knapp 38 Milliarden Euro für sein Budgetdefizit zur Finanzierung seiner Schulden, sagt Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank.

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Alpbach/Hie. So kann man seine Meinung ändern: Als gemeinsame Anleihen der Euroländer Ende des Vorjahres langsam zum Thema wurden, konnte sich Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, zumindest „persönlich“ noch sehr für sie erwärmen. Mittlerweile vertritt er ziemlich vehement den Gegenstandpunkt: Eurobonds könnten nur dann eingesetzt werden, wenn man die EU-Verträge ändere. Das sei ein mühsamer Prozess, „sodass ich das nicht als naheliegende Option sehe“, sagte Nowotny Donnerstagabend in Alpbach.

Expertenkritik am hohen Defizit

Die Eurobonds mögen für ihn derzeit vom Tisch sein. Nicht so der Dauerbrenner: der österreichische Schuldenberg. „Für Österreich liegt die Priorität absolut auf Konsolidierung“, sagte Nowotny. Zuvor hatte Rainer Münz, Leiter der Forschungsabteilung der Erste Group, die Ausgabenpolitik der Regierung heftig kritisiert: Mit einem prognostizierten Wachstum von drei Prozent verzeichne Österreich heuer den stärksten Aufschwung in vier Jahren – und erwarte dennoch ein Budgetdefizit von 3,9 Prozent.

Nowotny kommentierte das so: Man müsse berücksichtigen, von welchem Niveau man ausgeht. Gäbe es die Krise nicht, müsse man bei einem solchen Wachstum freilich ein geringeres Budgetdefizit vorweisen.

Trotzdem gab sich Nowotny besorgt über die heimische Finanzposition. In den Jahren 2011 und 2012 müsse Österreich 37,9 Mrd. Euro für sein Budgetdefizit und zur Finanzierung von bereits aufgenommenen Schulden aufwenden. In Deutschland seien es 439 Milliarden, in Griechenland 107 und in Irland 41 Milliarden. Österreich sei daher erheblich von der Bereitschaft der Kapitalmärkte abhängig, das Land weiter zu finanzieren.

Senkung des Ausblicks möglich

Kurzfristig sei diese Bereitschaft gegeben. „Aber die Herausforderung ist, sie auch langfristig zu sichern“, sagte Nowotny. Das oberste wirtschaftspolitische Ziel Österreichs müsse es daher sein, das Triple-A-Rating abzusichern.

Dieses Ziel sei derzeit aber nicht gefährdet. Dessen sind sich längst nicht mehr alle so sicher. Österreich habe das Triple-A-Rating nicht gepachtet, sagte etwa IHS-Chef Bernhard Felderer vorige Woche.

Die Rückstufung der USA habe gezeigt, dass auch die heiligsten Kühe geschlachtet werden. Davon unbeeindruckt sagte Finanzministerin Maria Fekter am Freitag in Alpbach: „Wir sind ein Triple-A-Land mit stabilem Ausblick.“

Wie zuvor schon die heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute kündigte Nowotny eine mögliche Senkung der Wachstumsprognose an. Für 2012 erwarte man eine „deutliche Erschwernis“.

So prognostiziere die Deutsche Bank für Deutschland nächstes Jahr nur noch einen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 0,8Prozent. „Damit besteht die Gefahr, dass Deutschland als Wachstumslokomotive nicht mehr so präsent ist.“

In ihrer Juniprognose rechnet die OeNB für heuer noch mit einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent und mit 2,3 Prozent für 2012. Was 2011 betrifft, geht Nowotny davon aus, dass die Prognose halten wird. Daher werde Österreich bereits nächstes Jahr die vom Euro-Stabilitätspakt vorgegebene Höchstgrenze von drei Prozent Neuverschuldung erreichen.

Deutlich weniger Inflation 2012

Parallel zum Wachstum sollte dann auch die Inflation deutlich zurückgehen. Die Verbraucherpreise waren im Juli im Jahresvergleich um 3,5 Prozent gestiegen. Das war der dritthöchste Wert in der Eurozone; höher war die Inflation nur in Estland und Belgien.

Die OeNB rechnet damit, dass die Inflation im Durchschnitt des Jahres 2011 knapp über drei Prozent liegen wird. Ab Herbst soll sie sich aber abschwächen. Derzeit wird für das nächste Jahr eine durchschnittliche Preissteigerung von 2,2 Prozent erwartet. Nowotny führt das unter anderem auf Einmal-Effekte wie die Erhöhung der Mineralölsteuer zurück.

Wenig optimistisch äußerte sich die Nationalbank in Richtung Griechenland und Italien. Im Falle Griechenlands werde es fünf bis zehn Jahre dauern, bis sich das Land wieder selbst am Kapitalmarkt refinanzieren kann, sagte OeNB-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek. [Foto: Reuters]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2011)

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130 Kommentare
 
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Gast: Biersauer
06.09.2011 15:33
0 0

Jeder der sein Bargeld einer Bank anvertraut,...

wirkt an dieser Verschwendungspolitik mit, weil jemehr Bankkunden umso mehr Motiv für die Bank und den Staat zur Geldverschwendung.
Dieses Missverhältnis beginnt bereits beim Lohnkonto!
Ich brauche für mein Bargeld keinen Verwalter!

Gast: sifon
05.09.2011 18:13
0 0

38Mrd. in 2 Jahren!. Das muß man sich auf der Zunge zerlegen Lassen

38 Mrd. und 3,3 Millionen Erwerbstätige, daß ist mehr als 11tsd pro Erwerbstätigen in 2 Jahren aufzbringen!. Jetzt ist Schluß mit Geld auswerfen. Sofortiges Abschaffen der Mindestsicherung. 10 Hahre keine Erhöhung der Pensionen. ÖBB Pleite gehen lassen and eine neue Geselscheft gründen (siehe Pleite des SWISSAIR). Weiterwursteln hilft nichts, es muß den Wählern klar die Wahrheit gesagt werden, die werden es schon Honorieren!.

wir muessen uns grundsaetzlich fragen

welchen staat wir wollen, was ist die rolle des staats im leben des einzelnen?
bevor sich hier nicht eine 180 grad wendung vollzieht, wird es unmoeglich sein einen nachhaltig wirtschaftenden schlanken staat zu ermoeglichen

Antworten Gast: Der Barbier von Monte Christo
05.09.2011 07:48
0 0

Ich will beispielsweise

einen fetten und reichen Staat.

Gast: Arbeiter & Angestellte
04.09.2011 23:39
0 0

2011 und 2012 benötigt Österreich knapp 38 Milliarden Euro

Bei einer gänzlichen Abschaffung der Arbeitnehmer Lohnsteuer könnten wir uns im Gegenzug vorstellen dem Staat einen 8 prozentig verzinsten Volkskredit anzubieten.

.-))

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Re: 2011 und 2012 benötigt Österreich knapp 38 Milliarden Euro

Ist dann genauso vertrauenswürdig wie die Kriegsanleihen 1914-1918.

Gast: R. P.
04.09.2011 20:53
0 0

Ein Ausweg

Die Entwicklung einer eigenen Parallelwährung zum EURO wäre ein erster Schritt zur Entschuldung unseres Landes.

Gast: Friedrich G.
04.09.2011 16:57
3 0

Sparen ist richtig.

Hr. Novotny hat völlig recht. Es muß gespart werden. Bei den Politikern, den Beamten und den Eisenbahnern. Nur so sind die Pensionen sicher und sichere Pensionen haben wir uns verdient. Schließlich haben wir das Land aufgebaut. Die Jungen sollten auch mal was leisten, denn die meisten sitzen nur vor dem Fernseher und kassieren Mindestsicherung.

Antworten Gast: Vogel Strauss
05.09.2011 10:16
0 0

Re: Sparen ist richtig.

Kommt wohl drauf an, wo man wohnt ... ich z. B. kenne nur wenige 'Junge', die vorm Fernseher sitzen und Mindestsicherung kassieren. Die Jungen in meinem Umfeld machen Lehre, arbeiten, studieren, sind beim Roten Kreuz, Feuerwehr etc. Es ist eben alles relativ!

Gast: yamo
04.09.2011 14:15
1 0

38 Mrd. um die "Finanzmärkte" bei der Stange zu halten.

Und wozu? Damit wir auch weiterhin jedes Jahr 38 Mrd. zahlen können. Ich sehe nur Nachteile, keinerlei positiven Zukunftsaussichten. Diese Schuldenpolitik hat uns in eine Sackgasse gebracht!

Antworten Gast: Biersauer
06.09.2011 15:21
0 0

Re: 38 Mrd. um die "Finanzmärkte" bei der Stange zu halten.

Dja, ich hab diese Gauner nicht gewählt, welche mein Steuergeld veruntreuen.
In D. ziehen die Fachkräfte bereits die Konsequenzen und ziehen fort:
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/michael-brueckner/deutschland-die-klugen-stimmen-mit-dem-moebelwagen-ab.html;jsessionid=61A3F4D9B10ACF64746E065CC164FE81

Gast: Korrupty
04.09.2011 12:35
5 0

Sparen

Warum spart unsere Politik nicht
Wir benötigen keine 183 Steuergeldverschwender im Parlament 91 sind genug
Die 91 würden effizienter arbeiten , kosten dem Steuerzahler ab sofort weniger und Pensionen würden wir uns auch ersparen.

Ausserdem wäre es ein Spar-Signal an den Steuerzahler der schon genug Steuern bezahlt!

Also 91 statt 183 Steuerverschwender im Paralment sind genug !

Gast: africano
04.09.2011 12:30
4 1

Nowotny´s Sorgen ,ist nur sein Sessel ,den er räumen muss,

denn alles ANDERE ist ihm doch wurscht.Ist er doch ein ausgeprägter SOI!

Gast: Schlehwein
04.09.2011 11:13
3 0

Um die Schulden muss er sich nicht sorgen,

denen geht es hervorragend. Wenn er sich allerdings wegen der Schulden sorgt, kann ich das verstehen.

War es nicht dieser Herr,

der immer wieder beteuert hat, es bestehe kein Grund zur Sorge? Was wohl diesen plötzlichen Sinneswandel ausgelöst hat. Der Herr Experte wird doch nicht den vollen Ernst der Lage begriffen haben, den jeder kleine Unternehmer schon vor langem erkannt hätte.

1 0

Re: War es nicht dieser Herr,

...ja schon, aber jetzt braucht der "Lächler" Argumente für die Reichensteuer...

Die ganze Nationalbank könnte man einsparen - das würde das Ergebnis der RS nachhaltig und um Längen schlagen...

4 0

und da übernehmen wir noch Haftungen anderer Staaten!

und überweisen Geld nach Griechenland!

Unser Geldsystem ist an sich ein Problem

Ich empfehle dazu ein Interview mit Prof. Franz Hörmann und Margrit Kennedy über "Die Zukunft des Geldes."
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=4gaMJ0wsxAM#!

Antworten Gast: HerrAbisZ
04.09.2011 20:32
0 0


1 0

Kann der überhaupt bis 3 zählen?


Antworten Gast: Bärenfalle...
04.09.2011 09:42
3 0

Re: Kann der überhaupt bis 3 zählen?

Er kann sogar bis 14 zählen !
Reicht als Qualifikation in Österreich übrigens vollkommen aus, hier der Beweis:

01) S
02) P
03) Ö
04) -
05) P
06) A
07) R
08) T
09) E
10) I
11) B
12) U
13) C
14) H

Gast: Hemingway
04.09.2011 06:25
1 0

Dumme Akademiker zerstören die Welt...

Wenn man sieht, welche 'Eliten' von N.ieten -wie dem oben angeführten- auf unseren Universitäten herangezüchtet werden, und wenn dann diese Akademiker glauben, sie haben die Weisheit mit dem Löffel gefressen, dann darf man sich über die jetzigen Zustände nicht mehr wundern.


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Re: Dumme Akademiker zerstören die Welt...

...aber erst wenn sie in die Politik oder Verwaltung sitzen...

Jetzt!


Ur plötzlich haben wir ein problem mit den Schulden! lächerlich...

Man wird solange es den österreichischen Staat gibt immer mehr ausgeben als einnehmen.

Wie sonst sollen Politiker ihren Job gutmachen?

auf lange sicht gesehen...

erscheint mir die wirtschaftspolitik der grünen, eine nachhaltige kapitalpolitik a la attack am weitaus vernünftigsten!
vor allem die schwarzen, aber auch die roten sind kläglich gescheitert...

Antworten Gast: UKW
04.09.2011 11:40
0 0

Re: auf lange sicht gesehen...

Oh, der Herr Oberlehrer aus der Steiermark ist ein Fan der kommunistischen Planwirtschaft a la Attack und Grünen. Da muss man direkt rätseln welche Kost er seinen Schülern Tag für Tag eintrichtert?

Antwort A: Objektiven Lehrstoff

oder

Antwort B: Linksgrüne Umerziehung

 
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