Telekom: Neue Geldtransfers bekannt geworden

08.09.2011 | 12:48 |   (DiePresse.com)

Die Frau von Ex-ÖBB-Manager Franz Nigl und der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly sollen Geld von Hochegger erhalten haben.

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Neue Geldtransfers vom Lobbyisten Peter Hochegger enthüllt das Nachrichtenmagazin "News": Demnach findet sich auf Hocheggers Pay-Roll auch ein anderer Lobbyist, nämlich Alfons Mensdorff-Pouilly. Dessen Gesellschaft MPA Handelsgesellschaft mbH soll im Jahr 2008 von Hocheggers Valora AG 21.800 Euro bekommen haben. An die Ehefrau des damaligen ÖBB-Managers Franz Nigl zahlte Hochegger im Jahr 2007 laut "News" 21.600 Euro für "Farbberatung".

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Seine Frau sei als "Farbstilimageberaterin" auch für Hochegger tätig gewesen und habe "Vorträge, Seminare, Einkaufsberatung und Typberatung" durchgeführt, die Rechnung beziehe sich auf einen Zeitraum von ungefähr eineinhalb Jahren, so Nigl zum Magazin. "Die Tätigkeit meiner Frau hatte nichts mit meinem ÖBB-Job zu tun", beteuert er. Nigl war zur selben Zeit Geschäftsführer der ÖBB Dienstleistungs GmbH, die laut Kundensaldenliste allein 2007 über 575.000 Euro an die Agentur Hochegger.Com gezahlt hat. Er habe lediglich Leistungen aus einem Rahmenvertrag der ÖBB mit Hochegger abgerufen, so Nigl.

Telekom: Wer alles die Hand im Spiel hat(te)

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Reichhold dürfte mehr bekommen haben

Der frühere Infrastruktur- und Verkehrsminister Mathias Reichhold (FPÖ) hat nach seinem Ausscheiden aus der Regierung offenbar mehr Geld von Hochegger erhalten als bisher bekannt. Zusätzlich zu den bereits berichteten 72.000 Euro im Jahr 2005 habe Reichhold im Jahr 2006 die Summe von 10.012,50 Euro erhalten, schreibt das Magazin. Reichhold selber hatte erklärt, die 72.000 Euro habe er nicht für Telekom-Beratung, wie auf Hocheggers "Lieferantenliste" angeführt, erhalten, sondern er habe den Berater Hochegger zum Thema EU-Präsidentschaft beraten und seine Kontakte zur Verfügung gestellt.

Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer, der selber seine Beteiligung an der Kursmanipulation für Manager-Boni gegenüber der Justiz gestanden hat, verteidigt sich in einem Interview mit "News": Der Einsatz von Hochegger als Lobbyist habe der Telekom "Millionen gebracht". Jene 16 Projekte mit einem Volumen von rund 9 Millionen Euro, für die die Telekom keine dokumentierte Gegenleistung gefunden hat, bezeichnet der frühere Telekom-Festnetzvorstand als "teilweise sehr erfolgreich". Auch die Beeinflussung der Universaldienstverordnung, die im Einflussbereich des damaligen Infrastrukturministers Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) gelegen hatte, sei ein Lobbying-Ziel gewesen und habe der Telekom im Endeffekt rund zehn Millionen Euro gebracht. Mit den laut Hocheggers Buchhaltung getätigten Zahlungen an Gorbachs Sekretärin hatte Fischer nach eigenen Angaben nichts zu tun. Auch von Geldflüssen an das BZÖ höre er zum ersten Mal. Die Höhe der Honorare an Hochegger sieht Fischer als angemessen.

Nachdem Gorbach im Jänner 2007 aus der Regierung ausschied, zahlte die Telekom wie berichtet über Hocheggers Valora 264.000 Euro für die Sekretärin des Jungunternehmers Gorbach. Von Hochegger sollen über die Projektentwicklung Werbeagentur Schmied GmbH 600.000 Euro in die BZÖ-eigene Agentur "Orange" geflossen sein, laut BZÖ sind bei internen Recherchen drei Rechnungen in der Höhe von 300.000 Euro aufgetaucht.

Die Causa Telekom
In der Telekom-Affäre gibt es eine Reihe von Ungereimtheiten.

So steht eine Gruppe früherer Telekom-Führungskräfte im Verdacht, den Auftrag zur Manipulation des Kurses der Telekom-Aktie gegeben zu haben. Der Wiener Broker, der im Februar 2004 dazu angestiftet wurde, soll mehr als eine halbe Million Euro dafür erhalten haben. Mit der Kursmanipulation wurden Boni in der Höhe von 8,7 Millionen Euro für rund 100 leitende Angestellte erlöst.

Der Auftrag für den österreichischen Blaulichtfunk war an das Konsortium mastertalk rund um Siemens und RZB vergeben, als der damalige Innenminister Strasser die Zusage unerwartet zurückzog. Im Jahr 2004 kam im zweiten Anlauf eine Gruppe aus Alcatel und Motorola bei dem 310 Millionen Euro schweren Projekt zum Zug. Die Telekom Austria soll als Lieferant des Netzinfrastruktur 50 Millionen € an dem Deal verdient haben. Im Zuge der Neuvergabe sollen 3,7 Millionen Euro an Provisionen an den Lobbyisten Mensdorff-Pouilly geflossen sein.

Weiters stehen einige Politiker im Verdacht, Zahlungen zwecks Gesetzesbeeinflussung erhalten zu haben. Gelddrehscheibe war der Lobbyist Peter Hochegger.

(APA)

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81 Kommentare
 
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Gast: Presseleser
09.09.2011 09:31
0 0

Sieh an!


Schon wieder Ex-ÖBB-Manager Franz Nigl.

Gast: Geldgierig blutunterlaufene Augen haben mir schon immer Angst gemacht
08.09.2011 19:17
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Reminiszenzen aus dem Archivkästchen meiner fatalistischen Vorsehung

Mit unserer Würde haben die gespielt
unsere Ehre in den Dreck gezogen
hämisch uns
und schäbig sich selbst währenddessen
andauernd belogen
Von der Macht und geldgierigen Midinetten
getriebene Obenaufs
haben ein ganzes Volk selbstverliebt verschachert
haben uns manisch und wie besessen
aufs Kreuz gelegt und ausgeraubt
Als wären gradewegs
die Hunnen noch einmal über uns hergefallen
haben sie sich schamlos am Volksvermögen bereichert.
Mit unerträglicher Arroganz
noch vor uns
hingestellt
und mit widerlicher Dreistigkeit
großzügige Gerechtigkeit ausposaunt
War´s nix and´res wie hämisches Grimassenschneiden,
wir werden`s ertragen
wir werden´s erleiden.

nimrokART 1988


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Cartels with Telecom Austria in CEE



How Telecom Austria is organizing cartels in CEE in interaction with banks and politicians.
It is done through mind control of regulators and managers through the new converging technologies.
I have been threatened from the company to participate in a cartel in Bulgaria.

http://convergingtechnology.eu/threats-for-developing-countries

Antworten Gast: lupo gast
12.09.2011 12:53
0 0

Re: Cartels with Telecom Austria in CEE

Your comments are absolutely nervous.

soeben bekannt geworden

nemsic hat einen beratervertrag beim linzer seniorenhandyhersteller emporia erlangt. gottseidank ist er wenigsten komplett aus diesen mauscheleine heraussen und hat eine ganz saubere weste an.

der schlingel

wenn die frau ministerialrat wüßte dass ihr ehemaliger schützling f. nigl auch so ein schlawiner wurde, ich glaub da gäbs den einen oder anderen klaps mit dem holzlineal

Antworten Gast: Presseleser
09.09.2011 09:41
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Re: der schlingel


Würde mich interessieren, welche Farbe Frau Nigl empfohlen hat: rot, schwarz oder blau?

Gast: Papa Schlumpf
08.09.2011 15:51
1 2

Schwarz Blaue Politik

Die Mitarbeiter habens vorzeitig in Frühpension geschickt und der FREIHEITLICHE HAUFEN hat Geld eingesteckt!

DIes FPÖ ist ja zum Kotzen!

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Cartels with Telecom Austria in CEE



How Telecom Austria is organizing cartels in CEE in interaction with banks and politicians.
It is done through mind control of regulators and managers through the new converging technologies.
I have been threatened from the company to participate in a cartel in Bulgaria.

http://convergingtechnology.eu/threats-for-developing-countries

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Wer sagt ....

....dass die rote Reichshälfte ihre Finger nicht im Spiel hatte ? Sie machen es nur etwas geschickter, wie man es am Beispiel Nigl sieht. Dumm bloß, dass diese Rechnungen gerade in den Zeitraum der höchsten Aufträge von Hochegger fallen. Hier gehören alle weg bzw. vor Gericht gestellt. Inklusive dem heutigen Saubermann Ametsreiter, der auch erst gehandelt hat als Schiessler begonnen hat, auszupacken. Aber alles in allem haben die Sozialdemokraten aus ihren "Fehlern" bei Konsum, Bawag, AKH und anderen Skandalen gelernt und organisieren die Geldflüsse besser, z.B. als Spekulationsverluste.

Gast: bosnigl
08.09.2011 09:43
2 0

ein unmoralisches angebot

ich möchte frau nigl gerne fragen,ob ich heute das blaue oder doch lieber das rote sakko anziehen soll.leider kann ich für die antwort nicht mehr als 18.000€ ausgeben,da ich nicht bei der Öbb oder einer ähnlichen institution zugange bin.

Gast: Malermeister
08.09.2011 09:15
2 0

Die Telekom will das nicht kommentieren

So viel zur viel gerühmten Aufklärung.

Tierschützer wurden monatelang in U-Haft gehalten

und verloren dadurch ihren Job. Diese nahezu überall verstrickten Figuren laufen aber noch immer frei herum und können gewiß sein, nicht angeklagt zu werden. Weshalb? Sie haben offensichtlich ihr Schärflein zur Parteifinanzierung beigetragen - und das darf auf keinen Fall publik werden. Anders läßt sich das offensichtliche Wegschauen der Justiz nicht mehr erklären!

Gast: sponsor
08.09.2011 07:07
2 1

Mensdorff sitzt noch immer nicht in U-Haft

das kann bei allen Vorwürfen und Verdachtsmomenten nur bedeuten, daß er aus diesen dubiosen Einkünften die ÖVP mitfinanzierte, die nun gezwungen ist, ihre schützende Hand über ihn zu halten.

Re: Mensdorff sitzt noch immer nicht in U-Haft

tuns unseren hochwohlgeborenen grafen alfi von ... nicht so anwerfen, der war doch niergends dabei und sowieso weiß er eh nix , basta und auf zum hallali

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Ich fasse zusammen

ÖVP - Spindelegger:
Ich lasse mir aus dem ganzen TA Skandal sicher nicht einen ÖVP Skandal stricken. (Mennsdorf, Grasser, Strasser, Skylink.........)

SPÖ - Faymann:
Uns geht das alles nichts an, wir haben mit solchen Sachen nichts zu tun (Bawag, Konsum, ARBÖ, Wiener-Wohnen, Skylink........)

FPÖ - Strache
Es war richtig sich 2005 von solchen Leuten zu trennen (Abspaltung BZÖ) ...........trotzdem: Reichhold, Scheuch, Hochegger..............

Grüne - Glawischnig
Wir sind die einzigen, die in diesem Sumpf keine Finger habe. Fairerweíse muss gesagt werden, dass derzeit wirklich keine Grünen in diesem Sumpf auftauchen, aber in Wien wird man nicht lange suchen müssen um in eben diesen Dreck greifen zu müssen.

BZÖ - Bucher
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Gorbach, dessen sofortiger Parteiausschluss und sofortige Aufnahme von Recherchen ob Geld in die Partei geflossen sind. Falls ja, wird dies umgehend zurück gezahlt.

Frage: Wer hat da wohl am besten reagiert.

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Re: Ich fasse zusammen

Bitte die Parade-Grüne Langthaler nicht vergessen. Waren auch immerhin 100.000 €, die sie für eine nahestehende Firma abgestaubt hat. Wie hätte ein Helmut Qualtinger gesagt ? "Ollas Gfraster"

Antworten Gast: St Veiter Lady
08.09.2011 08:20
1 1

Re: Ich fasse zusammen

Dem Bucher ist nichts anderes übrig geblieben! Seine Partei schrumpft sowieso wie ein Gletscher bei Klimaerwärmung.

Strache ist voll im Boot weil er sich nicht von SCHEUCH trennt und ehrlich gesagt Scheuch hat nie etwas gewußt als Parteichef / Parteisekretär von all dem?????
Es stellt sich immer mehr und mehr heraus, dass Strache ein äußerst schwacher Parteiobmann ist und der träumt vom Bundeskanzlerposten????

Die FPÖ/FPK belügt uns notorisch!

Re: Ich fasse zusammen

Die KPÖ?

Gast: Lustig geht die Welt zu Grunde!
07.09.2011 22:17
2 0

mich würde interessieren.........

...WELCHE HOCHRANGIGE ÖSTERREICHER beim brasilianischen Hotelprojekt von Hochegger beteiligt sind........mich würde es NICHT wundern, wenn dort in einigen Jahren "pensionierte Supercops" für die Sicherheit der Anlage verantwortlich sind.......da dürfte sich eine "Gruppe" zusammengetan haben, die sich HEUTE schon den PENSIONSALTERSSITZ in Brasilien gesichert haben......ich finde es eine Schweinerei, dass man mit dem Wissen welches man heute von Hochegger hat, einfach für einige Wochen nach Brasilien ausreisen lässt, DAS GIBT ES NUR IN ÖSTERREICH - EIN TRAUERSPIEL!

Gast: Mazawosden!
07.09.2011 21:52
0 0


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Rahmenvertrag

die sollte man in jedem staatsunternehmen überprüfen!
grundsätzlich sollte an jeder Schnittstelle Staat-privat der Rechnungshof ein Kontrollrecht haben!
diese Luxus sollte man sich leisten.

Gast: Nameless
07.09.2011 19:53
3 0

Korruption=schreckliches Verbrechen

Weltweit betrachtet ist Korruption der größte Armutsverursacher. Aber nicht nur korrupte Eliten in armen Ländern leben auf Kosten der Bevölkerung in Saus und Braus, sondern durch deren "Vorbildwirkung" entsteht dadurch auf allen Ebenen eine Kultur des illegalen Forderns und Nehmens. In öffentlichen Krankenhäusern angestellte Ärzte behandeln Patienten nur gegen den berühmten Briefumschlag, Polizisten verlangen illegale Mautgebühr bei Verkehrskontrollen, Richter sind bestechlich, Bauvorhaben werden von Baubehörden gegen verdeckte Zahlungen "erleichtert", politische Amtsträger setzen sich gegen Zahlung von Spenden für diverse Gesetzesvorhaben ein; kurz, wer immer ein öffentliches Amt inne hat und damit eigentlich der Allgemeinheit dienen sollte, nutzt dieses um sich selbst zu bereichern. Korruption ist daher eines der schlimmsten Verbrechen, das sich ohne schärfste Gegenmaßnahmen wie ein rapide wachsender Schimmelpilz ausbreitet und Alles erstickt, nicht zuletzt die Anständigkeit. Ich will daher in meiner Naivität nicht verstehen, warum es kein nationales Anliegen ist, dass Österreich danach trachtet, im internationalen Vergleich die schärfste Antikorruptionsgesetzgebung zu haben. Gerade Politiker - ob rot, schwarz, grün, blau oder lilarosa gestreift - sollten doch Interesse haben, dass die zahlreichen faulen Äpfel aus ihren eigenen Reihen strafrechtlich verfolgt und bestraft werden, sodass die Anständigen unter ihnen nicht immer in Erklärungsnotstand sind.

2 0

...BZÖ-eigene Agentur "Orange"...

Das hat wie immer kabarettistische Ausmaße.

Gast: g749+
07.09.2011 19:04
5 0

warum sind diese figuren noch frei

weil sie keine tierschützer sind

Farbberatung? Wie darf man sich das vorstellen?

"Frau Nigl, steht mir schwarz, rot, blau oder orange besser? Ah ja, danke, schickens mir bitte die Rechnung!

 
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