Größerer Euro-Schirm gefährdet deutsches „AAA“

27.09.2011 | 18:10 |   (Die Presse)

Ende der Woche stimmen mehrere EU-Parlamente über die beschlossene Aufstockung ab. Auf der Tagung des IWF wurde über weitere Möglichkeiten diskutiert, wie der Euro-Rettungsschirm vergrößert werden könnte

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Wien/Jaz/Ag. Ende der Woche soll die im Juli von den EU-Staats- und Regierungschefs beschlossene Aufstockung des Rettungsfonds EFSF von 250 Mrd. Euro auf 440 Mrd. Euro in Deutschland und Österreich parlamentarisch abgesegnet werden. Auf der Tagung des IWF in Washington wurde jedoch bereits über weitere Möglichkeiten diskutiert, wie der Euro-Rettungsschirm vergrößert werden könnte – etwa mittels einer „Hebelung“ durch Fremdkapital, „Die Presse“ berichtete.

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Eine solche neuerliche Aufstockung des Hilfspakets könnte aber drastische Folgen haben. So meinte David Beers, Experte für Länderbewertungen bei der Ratingagentur S & P, laut deutschen Medienberichten, dass die Ratings der für die Haftungen einstehenden Euroländer darunter leiden könnten – auch jenes von Deutschland.

„Im Augenblick lasten Garantien in Höhe von acht Prozent der Wirtschaftsleistung auf Deutschland. Aber wenn noch mehr Garantien draufgesattelt werden, dann werden irgendwann auch die breitesten Schultern schwach“, sagte dazu Carsten Brzeski, leitender Volkswirt der holländischen Bank ING zur „Welt“.

Deutschland gilt in Europa als die tragende Säule der Euro-Rettungsbemühungen und soll künftig mit 211 Mrd. Euro für fast die Hälfte des Rettungsschirms haften. Sollte das Land sein Triple-A verlieren, würden wohl zuvor die anderen Euroländer mit Bestnote diese ebenfalls abgeben müssen – darunter auch Österreich. Dies würde als Folge die Anleihezinsen des Landes in die Höhe treiben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2011)

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6 Kommentare
Gast: Novaris
28.09.2011 06:34
0

Was wollen die Märkte zu Lasten des Steuerzahlers ?

Was wollen die "Märkte" :
Keine Risiken und maximalen Profit.
Erreichbar in der EURO-Länder Schuldenkrise durch Vergemeinschaftung der Schulden (Risiken) und höhere Zinsen (Profit).
Diese widerum durch Absenkung des Ratings
b i s h e r solventer Staaten.
Der Steuerzahler ist - wie immer - in diesem Spiel der Dumme. Er haftet für die Schulden und zahlt für die höheren Zinsen mit
Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen.
Der erweiterte EFSF - später ESM - wird für die Investoren (Banken etc.) und den Steuerzahler
a l l e s maximieren, insbesondere, da der Rettungsschirm mit einer Banklizenz ausgestattet werden soll, mit der Möglichkeit unbegrenzter Geldaufnahme bei der EZB.
Die Inflation ist somit vorprogrammiert und die Abgeordneten der Parlamente klatschen via
eines JA zu den Rettungsschirmgesetzen Beifall
zu diesem Irrsinn.

Gast: GeorgeSoros
28.09.2011 06:34
0

es wird zeit...

dass sich die europäer ein für alle mal von den USA distanzieren. Für Freiheit für Demokratie!

euro

Der euro ist wirklich ein Segen.

Re: euro

leider wird auch die EU immer Abgehobener! das ist nicht mein Europa!

Gute Strategie

zur einen Seite zwingt man seine "Partner" in eine Haftungsübernahme auf der anderen Seite wird man sie dafür bestrafen!
Ich wiederhole mich....das ist keine Politik...das ist PROGRAMM!

an den Verfasser des Artikel.
auch wenn es schöner aussieht....aber es sind 800 Milliarden, die der Rettungsschirm ausmacht!
400 das sind Haftungen die schlagend werden

Nur so zum Spass und zum Nachdenken

400 Milliarden zahlen die europäischen Steuerzahlen (oder besser gesagt ein Teil von ihnen)

....die anderen 400 Milliarden die sind ein Geschenk des Himmels? Eine großzügige Spende der EU-Administration)

RAUS AUS DER EU!
egal was uns die Minister sagen dass dieser Schirtt kostet....billiger wird´s nicht

Antworten Gast: Lutz Berger
28.09.2011 06:45
2

Re: Gute Strategie

Der EFSF/ESM soll mit einer Banklizenz ausgestattet werden.
Vorgeschlagenen Kredithebel ab 5.
Die Staatsschulden aller EURO-Länder belaufen sich auf ca. 7 Billionen EURO .
Wie hoch wird der Kredithebel zum Schluß liegen ?
Eines allerdings ist schon jetzt so sicher wie das Amen in der Kirche : Ersparnisse, Lebensversicherungen, Altersvorsorgen etc.etc. - kurz das Volksvermögen wird pulverisiert werden.

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