In die Lohnverhandlungen der Metallindustrie ist Bewegung gekommen: Die Spitzenverhandler von Arbeitgeber-Seite und Gewerkschaft führen seit Sonntagnachmittag "Sondierungsgespräche". Das Treffen haben ÖGB-Chef Erich Foglar und Wirtchaftskammer-Präsident Christoph Leitl vereinbart. Der nächste reguläre Gesprächstermin war ursprünglich erst für Donnerstag angesetzt gewesen.
An den Gesprächen nehmen die vier Spitzenverhandler - Christoph Hinteregger sowie Alfred Hintringer auf Arbeitgeberseite und Rainer Wimmer sowie Karl Proyer auf Gewerkschaftsseite - teil. Der Schauplatz des Treffens wurde nicht verraten.
Ziel ist es, weitere Streiks abzuwenden. Es sollen "Lösungsansätze zur Bereinigung des Konflikts ausgelotet werden", hieß es in einer Aussendung der Wirtschaftskammer. Viel mehr wurde zum geplanten Inhalt des Gesprächs nicht verraten. Nur soviel: Es geht nicht um den Start der dritten Verhandlungsrunde noch heute Abend, sondern um die Vereinbarung eines neuen Termins in der kommenden Woche.
Gewerkschaft nach wie vor "streikbereit"
Die ab Montag angekündigten "unbefristeten Streiks" in der Metallindustrie sind trotz des "Sondierungsgesprächs" noch nicht vom Tisch. Die Gewerkschaften in den Bundesländern zeigen sich jedenfalls streikbereit. Schon ab 22 Uhr könnten die Nacht- und Frühschichten die Arbeit niederlegen, heißt es am Sonntag. In Niederösterreich seien die Belegschaften in 52 Unternehmen streikbereit, es kämen laufend neue dazu.
Für Montag sind laut einer Sprecherin des ÖGB Burgenland in elf Betrieben ganztägige Streiks vorbereitet, sollten die Verhandlungen am Sonntag zu keinem Ergebnis führen. Wie viele Betriebe tatsächlich bestreikt werden, hänge aber auch von der Einflussnahme der jeweiligen Geschäftsführungen ab, und wie stark diese "einschüchternd" auf die Belegschaft wirke.
Die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA hatten am Donnerstag und Freitag bundesweit Betriebsversammlungen und Warnstreiks abgehalten, die am Montag unbefristet weiter gehen sollten. Am Freitag wurden rund hundert Betriebe bestreikt, 100.000 der 165.000 Arbeiter und Angestellte der Metallindustrie waren im Ausstand.
Die Arbeitgeber bieten derzeit 3,65 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 200 Euro, die Arbeitnehmer wollen 5,5 Prozent Erhöhung.
(APA)
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