Wohlstandsverlust: In Eurozone drohen Revolten

30.10.2011 | 10:23 |   (DiePresse.com)

In Europas Bevölkerung brodelt es. Die Arbeitsorganisation ILO warnt vor sozialen Unruhen in den Ländern der Eurozone. Auch in Österreich beginnt die Stimmung zu kippen.

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Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnt einem Pressebericht zufolge vor sozialen Unruhen in Eurostaaten. "Die nächsten Monate werden entscheidend dafür sein, einen dramatischen Rückgang der Beschäftigung und eine weitere deutliche Verschärfung sozialer Unruhe zu vermeiden", zitierte das deutsche Magazin "Focus" laut einem Vorausbericht vom Sonntag aus der neuen jährlichen ILO-Arbeitsmarktanalyse.

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Das entsprechende Risiko habe vor allem in den entwickelten westlichen Volkswirtschaften zugenommen. Ohne Gegenmaßnahmen drohe nach ILO-Einschätzung eine Rezession, die ein Jahrzehnt anhalten könne, schrieb das Magazin. Jedoch hätten viele Regierungen wegen anhaltenden Spardrucks kaum Handlungsspielräume.

In der Euro-Bevölkerung brodelt es

Die deutlichsten Zeichen wirtschaftlicher Abschwächung sieht die UNO-Organisation demnach in den Euroländern. Das Risiko sozialer Unruhen habe sich vor allem in Griechenland, Portugal, Spanien, Estland, Frankreich, Slowenien und Irland verstärkt. Rund 60 Prozent der Griechen und Portugiesen gäben an, ihr Lebensstandard sei gesunken. In Spanien und Slowenien liege diese Zahl bei etwa 50 Prozent. Deutschland billigt der Report den Angaben zufolge eine Sonderrolle zu: Wegen einer anhaltend großen Nachfrage nach Arbeitskräften seien Lohnerhöhungen in der Bundesrepublik vor allem angeraten, um den Konsum zu stärken.

Stimmung in Österreich kippt

Auch in Österreich verdüstert sich die Stimmung in der Bevölkerung. Eine vom Wirtschaftsmagazin "trend" durchgeführte Umfrage zeigt, dass 56 Prozent der Österreicher einen allgemeinen Wohlstandsrückgang erwarten. 44 Prozent wollen unter anderem deshalb weniger Geld für Weihnachtseinkäufe ausgeben. Nur drei Prozent der vom Linzer market-Institut Befragten glaubt, dass es Ihnen im nächsten Jahr besser gehen wird.

Die Mehrheit der Österreicher ist laut einer Gallup-Umfrage (350 Befragte) mit dem am letzten Euro-Gipfel beschlossene Maßnahmenpaket unzufrieden. Demnach sind 62 Prozent gegen die Hebelung des EFSF Rettungsschirms auf 1 Billion Euro und 65 Prozent gegen den 50 Prozent-Schuldenerlass für Griechenland. 61 Prozent sehen zudem auch nach der verordneten Rekapitalisierung der Banken ihr Geld nicht sicher, den Euro somit weiterhin gefährdet, so das Ergebnis der Umfrage.

OeNB sieht Wachstumseinbrüche

Auch die Nationalbank sieht eine unangenehme Zukunft voraus. Für 2012 werde sie ihre Wachstumsprognose für 2012 "deutlich senken müssen", kündigte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny in einem Interview mit der Tageszeitung "Österreich" an. In ihrer bisher letzten Prognose von Juni gingen die Banker noch von einem realen BIP-Wachstum von 2,3 Prozent aus. Für 2011 sieht Nowotny trotz eines Wachstumseinbruches im dritten und vierten Quartal noch rund 3 Prozent. "In 2012 werden wir ein deutlich geringes Wachstum haben", so Nowotny.

Die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS haben in ihren letzten Prognosen von Ende September ihre Wachstumserwartungen für 2012 auf den tiefsten Stand seit acht Jahren revidiert und erwarten nur mehr 0,8 beziehungswese 1,3 Prozent reales Wirtschaftswachstum. Zuvor waren es noch 1,8 beziehungsweise 2,1 Prozent.

(Ag.)

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163 Kommentare
 
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Gast: Gast 2011
01.11.2011 22:45
1

der Wohlstandsverlust ist nicht aufzuhalten

viel zu lang haben die Staatschefs der EU Wohlstand auf Pump zu Lasten unserer Kinder praktiziert, nur damit sie wiedergewählt werden. Es wäre fairer zu sagen, daß wir unverschämt über unsere Verhältnisse leben!

Gast: DIE-KALTE-ENTEIGNUNG-LÄUFT
31.10.2011 17:12
1

Ist der deut. Bundestag auf dem Weg in die Finanzdiktatur? Wieviel muss das Volk noch ertragen? Wieviele Lügen lassen sich die Deutschen noch auftischen? Wie weit ist die BRD noch von Weimarer Verhältnissen entfernt?“

Was sich im dt. Bundestag kürzlich abspielte und, die Berichterstattung der Medien darüber, spottet jd Beschreibg.
Auf Antrag der "Blockparteien" wurde eine weitere Entmachtg des Bundestages beschlossen u die Medien schaffen es glatt, diesen Antrag als das Gegenteil zu verkaufen.

Allerdings
muss selbst den Mainstreamjournalisten zugutegehalten werden,
dass die Materie inzwi. so verkompliziert wurde,
dass es tatsächlich schwer ist, noch durchzublicken.
Eines ist dabei klar:
Die Abgeordneten selbst wissen mit absoluter Sicherheit nicht mehr , was sie hier beschlossen haben.
Um es plakativ zusammenzufassen:
Der Bundestag beschloss, die EFSF unter Zuhilfenahme genau der Derivate, die angebl.die Finanzkrise ausgelöst haben, zu einem gigantischen Heuschrecken-Hedgefonds mit unbeschränkter Macht auszubauen. Um die EFSF zu hebeln, werden genau die Instrumente eingesetzt, die von Politikern aller Parteien als Massenvernichtungswaffen bezeichnet wurden u deren Verbot sie unisono forderten. Dazu werden weitere Schulden aufgehäuft. Das ist der sinnlose Versuch, Feuer mit Feuer zu bekämpfen.
In Wirklichkeit sind nicht die Derivate schuld an der Finanzkrise, sondern das Zentralbankmonopol u die Geldschöpfg aus dem Nichts!
Verfasser:Oliver Janich

Quelle: nfo.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/oliver-janich/bundestag-ebnet-weg-in-finanzdiktatur.html

Antworten Gast: Johann S
31.10.2011 18:02
0

Re: Ist der deut. Bundestag auf dem Weg in die Finanzdiktatur? Wieviel muss das Volk noch ertragen? Wieviele Lügen lassen sich die Deutschen noch auftischen? Wie weit ist die BRD noch von Weimarer Verhältnissen entfernt?“

Blockparteien hats nur in der DDR gegeben.
Da ist viel Polemik dabei.

Gast: EuroTanic
31.10.2011 16:31
0

haben oder Sein?

Auch hier kann der Autor sich nicht aus dem System befreien. Denn er spricht nur von "Wohlstand" der verlorengegangen ist, oder sei. Und vom Unmut der Menschen darüber. Begreifen die Menschen nicht, dass diese "HabenGesellschaft" in sich das Übel trägt dem Menschen auf Dauer keinen Sinn zu geben? Was nützen mir Einkommen und Vermögen wenn ich davon nur noch ein Auto, noch einen MegaTFT, noch ein Handy und noch einen Urlaub kaufen soll oder kann. Das alles führt zu nichts, ausser in den Untergang. Die Menschen müssen erst einmal eine Bewusstseinsänderung durchmachen und vom Haben zum Sein kommen. Warum bin ich auf der Welt, was mache ich hier? Die Gesellschaft der ganzen Welt kann sich schon heute aufgrund von Technologie mit weniger 1% aller derzeit aufgewenddeten Arbeitsstunden vollkommen ausreichend mit Nahrung, Kleidung, Wohnraum und Gesundheit eindecken. 99% der Menschheit könnte demnach ihr Leben mit Forschung und bildenden Künsten verbringen. Aber davon redet ja niemand. Hier geht es wieder nur um Flachbildschirme und das neuste Auto dass sich der arme Arbeiter oder Arbeitslose nicht mehr leisten können.

Gast: PEBUCE
31.10.2011 14:22
2

pebuce@petbuege.net

Das ist bereits überfällig! Nur wer veranstaltet und wenn zurecht diesen Aufstand gegen Osmanen und Islamisten in Europa?? Deutsche sind feige und schlagen sich lieber unter einander. Sind Nicker, und trotten in Einheitsbrei.
Die EU demontiert sich selbst ohne es zu merken. Es wird kein Scherbenhaufen geben, es wird viel schlimmer kommen.

Gast: Habnix
31.10.2011 14:16
0

Wes Brot ich esse,dessen Lied ich Sing

Von wem wird die ILO finanziert?

http://www.ginsterburg.de/t72f4-Die-wahre-Revolution-ist-die-Selbstversorgung.html

Gast: Raymond
30.10.2011 20:38
4

Wie bitte?

"Rund 60 Prozent der Griechen und Portugiesen gäben an, ihr Lebensstandard sei gesunken."

Im Verhältnis wozu?
Zum fremdfinanzierten Schummel-Standard bisher?

Klar daß man den Banken die Schuld gibt, die wenigsten Leute wollen zugeben, daß sie zu blöd zum Rechnen sind.

die umkehr des system ist denkbar einfach...

die großparteien bestehen halt nur aus menschen, die wiedergewählt werden wollen und gern die hand aufhalten. die werden daher sicher nix ändern am system. das sieht man ja.

nur eine revolte gegen dieses polit-bank-konzernen-system der abzocke der mittelschicht wird etwas ändern. glücklicherweise müssen wir dazu aber nicht auf die strasse gehen und blut vergießen, was dieser artikel suggeriert, denn wir leben nicht in lybien, sondern in einer DEMOKRATIE!!!!!!!!!!!! daher ist der weg denkbar einfach: WÄHLT BEIM NÄCHSTEN MAL DIE RANDPARTEIEN!!!!! (nur dann werden - weil müssen - sich die großparteien neu erfinden.)

Re: die umkehr des system ist denkbar einfach...

Das Problem ist in Österreich aber leider, dass es einfach keine Alternativen gibt. Die Randpartein oder Oppositionspartein hatten fast alle schon mal ihre Chance und es war im Nachhinein sogar fast noch schlimmer!!

Ich sehe daher leider einfach schwarz (unpolitisch gemeint) für Österreich sollte nicht bald eine neue Partei kommen...

Einfach ...

... ohne Geld weiterproduzieren. Und das Klumpert herschenken. Preis für Lebensmittel und Wohnraum halbieren und einfrieren. Vermögen über eine halbe Million € verbieten. 4 Stunden Arbeit bei gleicher Bezahlung, 10 Jahre lang.

Gast: argesauge
30.10.2011 18:24
1

WIDERSTAND

jetzt - ES REICHT

Jahrzehntelang hat sich in Österreich eine Politmafia bereichert und die Allgemeinhei tbestohlen anstatt vorzusorgen - wo bleibt die Verantwortung ?

Es wäre genügend Wohlstand da auf der Welt, in Europa und ganz besonder sin Österreich --> es ist UNGERECHT verteilt

UND DAS ÄNDERN WIR !!!

Gast: bergziege
30.10.2011 18:24
3

Ehe über Wohlstandsverlust gejammert wird, soll nachgedacht werden, wie es dazu kommt

Viele von uns haben den Wert der Dinge zu schätzen verlernt. Sobald so mancher eine Sache hat, passt er darauf nicht auf. Man muss deshalb umso öfter alles haben und das am besten gleichzeitig. Dass dafür auch etwas eingesetzt werden muss, wie z.B. Arbeit oder Lernen - Wissen wäre Macht - wollen viele nicht verstehen. Das Leben ist für viele sehr bequem geworden oder war es von Anfang an. Tatsächliche Not haben viele gar nicht kennengelernt. Es gibt viele Gründe, weshalb unser Wohlstand nun gefährdet ist. Wesentlich sind Bequemlichkeit aber auch Gier und Unehrlichkeit. Übel an der Wurzel zu packen, dazu sind die Wenigsten bereit. Wer es will, wird sehr oft daran gehindert. Wenn bei uns aufgrund Produktionsauslagerung, weil konkurrenzfähig gearbeitet werden muss, Arbeitsplätze verschwinden und im Gegenzug wenig gebildete Leute ins Land geholt werden, die sobald sie eingebürgert sind, das Sozialsystem mit in Anspruch nehmen, ohne besonders viel dazu beigetragen zu haben, muss irgendwo eine Rechnung offen bleiben. Außerdem gehen wir inoffiziell viel zu früh in Pension. Im Grunde genommen wäre es sehr einfach, die Ursachen der Probleme aufzuspüren. Es geschieht deshalb nicht, weil Politiker durchwegs kaum daran interessiert sind, weil unpopuläre Maßnahmen Stimmen kosten.

Österreich als Ruhepol

Die Stillstandspolitik hat anscheinend auch ihre guten Seiten.

60 Jahre rot oder schwarz - vor lauter Katastrophen kann einem da fast nix mehr aus der Ruhe bringen...

Wohlstandsverlust

Europa wach' auf! Wir leben seit Jahrzehnten über unseren materiellen Möglichkeiten.

Die Dekadenz von 80% der Bevölkerung der westlichen Welt, der soziale Zwang verbunden mit der Suggestion des "Haben-müssens", der durch Werbung und Marketing der Firmen erzeugt wird, und die Versuchung der Banken, alles auf Schulden mit angeblich billigen Krediten ("Alan Greespan sei Dank!") zu finanzieren, haben uns letztlich in diese Situation geführt.

Schulden machen ist ein Kavaliersdelikt! Das haben uns alle "großen" linken Politiker vorgemacht (und unsere Wirtschaftsexperten von Aiginger bis Doralt) stimmen dem heute noch zu.

Nun tut der Verzicht weh - sehr weh! Das will keiner - und ich spreche nicht von den laut Caritas 1 Mio armutsgefährdeten sondern von den 7 Mio. wohlhabenden Österreichern.

Aber wenn wir unser System nicht ändern und nicht nur fordern sondern auch verzichten, wird es nicht funktionieren.

Meine These ist allerdings: unsere Kultur hat ihren Zenit überschritten und wird an ihrer (Wohlstands-)Dekadenz zu Grunde gehen, wie schon andere Kulturen vor ihr (antikes Ägypten, antikes Griechenland, antikes Rom).

populus vult decipi ergo decipiatur


Re: populus vult decipi ergo decipiatur

Und wer betrügt hier wen?

Tja, in manchen Kreisen gilt es als Tugend, wenn man den Nachbar reinlegt ...

Gast: Luzifer
30.10.2011 17:28
0

Jetzt geht es halt den "Gstopften" an den Kragen,

wobei unter den "Gstopften" die reichen Staaten des Westens zu verstehen sind. Die Europäer und die Angelsachsen werden halt einmal zur Kenntnis nehmen müssen, daß die "unterentwickelten" Völker zu einem geringen Lohn und unter katastrophalen Lebensbedingungen hart arbeiten. Wenn das "Leistungsprinzip" und der "Wettbewerb" in den globalisierten Welt tatsächlich gelten soll, dann müssen die "gesättigten" westlichen Staaten einen beträchlichen Wohnstandsverlust in Kauf nehmen müssen. Den Wohlstandsverlust kann man nur durch Bodenschätze, die den einzelnen Ländern zur Verfügung stehen, "abfedern"! Die wirtschaftliche Zukunft wird also asiatischen od. südamerikansichen Großraumstaaten und nicht den europäischen Kleinstaaten gehören...

Antworten Gast: @Luzifer
30.10.2011 18:47
1

Re: Jetzt geht es halt den "Gstopften" an den Kragen,

Naja, auf den 1. Blick mag ja ihre Ansicht stimmen.

Wenn man aber genauer hinschaut bemerkt man auch manches, was einem die Armut in unterentwickelten Ländern einleuchten lässt:

grosse Korruption - führt dazu dass eine kleine Minderheit fast alles Vermögen hält, und die anderen - auch mit Gewalt - unten gehalten werden

in unterentwickelten Ländern gibt es nicht so eine entwickelte Kultur des Aufeinanderrücksichtnehmens; die meisten sind auf sich / ihre Familie bezogen- betrachte z.B. das Verhalten nach Unfällen, Katastrophen - Vergleich Haiti - Japan

in den armen, unterentwickelten Ländern gibt es eine kleine Oligarchie, die alle Macht in Händen hält, und keine Entwicklung zulässt, das bemerkt man schon an den südlichen EU-LÄndern, z.B. Griechenland

wenig Disziplin, viel Chaos, siehe Unruhen in Griechenland, ohne Plan was besser zu machen wäre, aber viel Empörung, Zorn.

grössere Kluft Mann-Frau in südlichen, armen ändern - ebenfalls ein Entwicklungshemmnis.

viel Energieverschwendung, die Energie wird nicht effektiv genutzt, was eine ökonomische Entwicklung auch erschwert.

wenig Vertrauen aufeinander in untertentwickelten Ländern.

durch fehlende Diszplin viel Reibungsverluste - wenn sich keiner an Termine, Absprachen hält, kann sich schwer was entwickeln.

sie sehen also - Armut hat auch Ursachen, und ist nicht nur finanziell bedingt, sondern ach kulturell und gesellschaftlich!

WIR verbrauchen nicht nur mehr, sondern produzieren auch viel mehr als ärmere Länder

Der Schärdinger

Die sozialen Unruhen die kommen werden, Aufgrund dieses Irrsinnes, den diese Volksvertreter verbrochen haben, will sich jetzt noch niemand vorstellen.
Wenn die Bevölkerung draufkommt, dass sie zwar arbeiten, vom Lohn aber nicht mehr leben können, die uns das eingebrockt haben aber im Monat zehntausende Euros einstecken.
Dann wirds rundgehen in den Staaten der sogenannten Eurozone.
Spart mal ein bissal ein zu Weihnachten und ihr werdet sehen wie die Wirtschaft jammert, nur das verstehen diese skrupellosen Geschäftemacher, aber solange natürlich gekauft wird auf Teufel komm raus, ist für die natürlich alles in Ordnung.


Ziemlich gut begründete Bedenken

ergeben sich auch aus betriebswirtschaftlicher
Sicht als die Staaten zu immer größeren
Kreditnehmern werden und damit eine immer
größere Konkurrenz auf den Kreditmärkten
werden. Das dürfte voraussichtlich zu Problemen der Privatwirtschaft führen und damit insgesamt zu einem Problem werden.
Wenn nun eine Abschwächung des Wachstums
vorausgesehen wird, sind solche Prognosen
sicherlich zutreffend.
Diese Probleme mal auch als Folge von Basel III gesehen, nach dem EU - Gipfel:
http://www.blicklog.com/

Gast: gogell
30.10.2011 16:56
1

feist

die Zeiten wo man sich um sonst in ehem. ostblock . versorgen konnte sind auf nie wieder sehen vorbei.
auch gemütlichkeit hinter dem eisernen vorhang
wird nie mehr geben.

Der eine ist schwach, weil der andere stärker ist

Sprudelnde Einnahmen und eine relativ hohe Inlandsbeschäftigung in Deutschland, das ist eben die eine Seite, wenn man Exportweltmeister ist oder sein will.

Die andere Seite ist die, daß die niederkonkurrierten „Partnerländer“ nur über Kredite ihre Einfuhren finanzieren können. Auf Dauer führen hohe Exportüberschüsse der einen wie hohe Importe der anderen zu schweren Krisen des internationalen Wirtschaftssystems und auch innerhalb der EU. Exportüberschüsse und Importdefizite sind nur die verschiedenen Seiten der gleichen Medaille.

Die ökonomischen Ungleichgewichte in Europa sind ja denn auch das Kernproblem. Und die Idee der „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ erweist sich in der Realität als eine große Lüge: Anstatt die Wirtschaftskraft der schwächeren Länder zu stärken, haben die Konzerne der starken Länder, insbesondere Deutschlands, alles niedergebügelt (siehe auch Wiedervereinigung).

Das heißt dann so: Vor allem Deutschland hat von der europäischen Integration am meisten profitiert. Aber die wenigsten begreifen, daß eine solche Feststellung per se der Idee der Europäischen Integration widerspricht.

Antworten Gast: daswars
30.10.2011 18:44
5

Re: Der eine ist schwach, weil der andere stärker ist

So ein Quatsch!

Wenn der Eine sich bemueht und kostensparend Qualitaet produziert, der andere aber nichteinmal weiss, wie man Qualitaet schreibt, es sich aber vorwiegend gut gehen laesst, kann kein Gleichgewicht herrschen. Keiner hindert irgendein Land, erfolgreich zu produzieren und zu exportieren.
Aber nur haben wollen ohne die Voraussetzungen zu schaffen ist nur jaemmerlich. Und noch schlimmer ist es, wenn man nichteinmal die eigenen Schwaechen sehen will.

Und dann von den Anderen fuer die eigene jahrzehntelange Unfaehigkeit, Korruption und vollkommen falsche Politik Geldhilfen zu verlangen, ist eine Zumutung. Denn bezahlt wird hauptsaechlich vom kleinen Steuerzahler.

Ihr Kommentar ist fuer mich daher nichts als Nestbeschmutzung - sofern Sie zu einem Volk der Nettozahler gehoeren.

Re: Der eine ist schwach, weil der andere stärker ist

hurra,
endlich habe wir die lösung!
wir reduzieren die deutsche arbeitszeit auf 20h pro woche bei doppeltem lohnausgleich und endlich wird der club med wieder wettbewerbsfähig!!!
das wird sicher zu gerechtem wohlstand a la sozialistischer planwirtschaft führen.

mit verlaub, sie haben überhaupt nichts verstanden. früher wurde die mangelnde wettbewerbsfähigkeit der südländer durch höhere inflation dort ausgeglichen und die deutschen taten sich mit exporten und der südlichen konkurrenz schwer. mit dem euro bekamen die südländer eine hartwährung und billige zinsen, was sie zu einem ihrer arbeitseffizienz nicht entsprechenden luxuskonsum auf pump verführt hat.
das ist die simple wahrheit.

Antworten Gast: esistalleskompliziert
30.10.2011 18:19
0

Re: Der eine ist schwach, weil der andere stärker ist

Ja, Exportweltmeister Deutschland bügelt die ganze Eurozone nieder und am Schluss ist die ganze EU ein einziges Ostdeutschland. Ohne blühende Landschaften zwar, aber mit gleicher Arbeitslosigkeit.

Seit 20 Jahren schaufelt Westdeutschland jährlich 100 Milliarden mittels Solizuschlag nach Ostdeutschland. Also 2 Billionen Euro bis jetzt und kein Ende in Sicht.

Warum verhalten sie sich dann aber so knausrig zu den anderen EU Freunden.

Riesige EU Überschüsse, aber zahlen tun sie nur 27% der EU Kosten.
Den Rest sollen die Defizitländer bezahlen, z.B. Frankreich 20%.

Ist doch klar, dass bei diesen Widersprüchen die Eurozone zu zerreißen droht.


Re: Der eine ist schwach, weil der andere stärker ist

was soll das "niederkonkurrieren" heissen? Weil in Deutschland die besseren Produkte in effizienteren Unternehmen produziert werden, sind die jetzt die Bösen und die armen Griechen deren Opfer?

Das ist mit Verlaub doch wirklich Quatsch. Wer hält andere Länder davon ab, es gleich gut zu machen? Deutschland wurde der wirtschaftliche Erfolg ja auch nicht geschenkt.

Stimmt schon, die Deutschen - und auch wir Österreicher - haben stark von der EU profitiert, aber immer wenn es ums zahlen geht, sind die bösen Deutschen dran. Bin ja gespannt, wie lang die sich das noch gefallen lassen....

 
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