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RZB plant neun Prozent Kernkapital ohne Staatshilfe

31.10.2011 | 13:14 |   (DiePresse.com)

Raiffeisen-Chef Rothensteiner versichert auch ohne Beteiligungsverkäufe durchzukommen. Bis Dezember werde ein Konzept vorliegen. Der Kapitalbedarf von 1,9 Mrd. Euro habe ihn überrascht.

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Noch vor Weihnachten wird Raiffeisen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) ein Konzept vorlegen, wie die RZB (und die Raiffeisen Bank International) bis Juni 2012 die von der Europäischen Bankenaufsicht EBA vorgegebene Mindestquote von neun Prozent beim harten Kernkapital aufstellen wird. RZB-Chef Walter Rothensteiner versicherte, dass dies ohne weitere Staatshilfe und auch ohne Beteiligungsverkäufe vonstatten gehen solle.

Von den 2,9 Milliarden Euro, die die EBA bei den drei systemrelevanten Großbanken Raiffeisen Zentralbank, Erste Group und ÖVAG als Kapitalbedarf ausmachte, entfielen nach EBA-Rechnung 1,9 Milliarden Euro auf Raiffeisen. "Die Zahl hat uns überrascht", so Rothensteiner. Und die bemessene Zeit sei kurz.

Das laut EBA geforderte harte Kernkapital besteht aus gezeichneten Aktien, aus einbehaltenen Gewinnen sowie den anrechenbaren staatlichen Partizipationsscheinen, die der Bund bei den Großbanken in der ersten großen Finanzkrise gezeichnet hat.

Kapitalunterscheidung "unverständlich"

Rothensteiner beklagte heute, es sei schwer verständlich, dass die privaten Partizipationsscheine (bei Raiffeisen eine Milliarden Euro) nicht anrechenbar seien, obwohl sie die selbe Wertpapiernummer hätten wie die staatlichen PS (1,75 Milliarden Euro). "Wir gingen eigentlich davon aus, dass Kapital angerechnet wird, das wir haben". Würden private PS mitgerechnet, hätte die RBZ Gruppe nur noch 900 Millionen aufzustellen.

Rothensteiner hält aber auch 1,9 Milliarden Euro für machbar. "Wir haben auch Gewinne". Zu einer Aktienkapitalemission der RBI sagte er nichts. Er geht auch nicht davon aus, dass sich die per Juni erhobenen Kapitalbedarfszahlen bei Raiffeisen nach dem 3. Quartal wesentlich ändern. Die Abwertungen von Anleihen aus Euro-Schuldenländern auf Marktwerte machten dem RZB-Chef keine Sorgen.

Ob Raiffeisen, wie vom Markt erwartet, seine privaten PS in anrechenbares Grundkapital umwandelt, darüber wollte Rothensteiner heute keine Angaben machen.

Konrad: "Mit Sicherheit" ohne Staatshilfe

Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad hielt am Montag fest, er gehe "mit Sicherheit" davon aus, dass die RZB die Frage der Kapitalausstattung ohne Staatshilfe lösen wird können. Verkäufe bzw. Geschäftsrückführungen seien kein Thema, das müsse vermieden werden, so weit das irgendwie gehe. "Wir haben auch nichts zu verschenken. Wir sind ja nicht Feind unseres Geschäfts", so Konrad. "Man verkauft keine Beteiligungen, wenn alle Welt darauf schaut", bekräftigte Rothensteiner dazu. "Da könnte man nur billig verkaufen."

(APA)

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6 Kommentare
Gast: krikri
01.11.2011 07:36
0 0

ui... der nächste bilanztrick! cool!


Gast: Hmmm
31.10.2011 19:47
2 1

Total verschätzt, liebe Leute !

Weder die RZB noch die EBA haben bis Wiehnachten noch Zeit. Das Ende kommt schneller als sie es glauben können, schon jetzt verfügen viele ihrer Teilorganisationen auf überhaupt keinen Polster mehr, im Markt sind nur mehr leere nicht gedeckte Papiere. Wenn ihnen nicht schleunigst etwas Besseres einfällt, sind sie alle Weihnachten pleite.
Bisher stimmten alle meine Prognosen, obwohl die Kritiker immer anfangs über mich herfielen. Aber genaue Marktbeobachtung ist halt etwas anderes als das Kaffee-Sudlesen und Wahrsagen der Bankmanager, die es nicht gelernt haben, sondern nur auf ihre Sessel hinaufgehievt worden sind.
Hr. Rothensteiner darf im Jänner dann bei Penny einkaufen gehen, zu mehr reicht es dann wohl nicht mehr........

Antworten Gast: nunwuoß2
01.11.2011 14:29
1 0

Re: Total verschätzt, liebe Leute !

zufällig ein paar permalinks zu einigen deiner eingetroffenen prognosen?

danke.

Gast: Seppl Bauer
31.10.2011 13:53
3 0

das geht doch ganz einfach im Konzern !!

da werden alle
RESERVEFONDS der kleinen Genossenschaften
in anrechenbare Partizipationen in der RZB "investiert"

und schon steht der Laden,

wir haben ja soviel Geld in diesen "Reserven"
weil unsere kleinen Genossenschaften doch keinen Gewinn machen dürfen ..........
drum verstecken wir das Geld halt dort ...........

Antworten Gast: Prollbua
31.10.2011 14:40
2 0

So funktioniert es ohnehin seit Jahrzehnten


es wird Eigenkapital aus gegenseitigen Betriebsverschachtelungen konstruiert.

Die russische Pyramide. Die Besoffenen stützen sich gegenseitig. Alleine würden sie auf die Schnauze fallen

Gast: Analyst 829
31.10.2011 13:20
0 0

Und die bemessene Zeit sei kurz

190 km/h - das überrascht mich, die bemessene Zeit ist einfach kurz, auf lange Sicht bin ich nicht so schnell unterwegs. So in etwa Argumentiert die Raiffeisengruppe um Konrad wohl, wenn sie in eine allgemein bekannte fixe und angekündigte Radarfalle tappt.

Seit Jahren - genau genommen seit Jahrzehnten - wissen die Banken, dass sie ihre Kernkapitalquote erhöhen müssen.

9 % nach IFRS sind ohnedies weniger als 3 % nach strengen Niedrigstwertprinzip. Somit kann gar nicht von einer Erhöhung der Kernkapitalquote im betriebswirtschaftlichen Sinn gesprochen werden und dass ein Management überrascht ist, dass man die Kernkapitalquote in Zeiten von Bankenkrisen nicht noch weiter ausdünnen darf, ist mehr als seltsam.

Überhaupt ist der ganze Bankenapparat in Österreich krank. Eigentlich dürfte es gar keine systemrelevanten Banken in einer Marktwirtschaft im Sinne des Gesetzgebers geben; dafür müsste die Wettbewerbsbehörde sorgen und Banken in kleinere Einheiten aufspalten lassen sobald eine Bank nicht mehr konkursfähig groß ist.

Gäbe es viele kleine Banken wäre das Problem automatisch kleiner. Denn Großgläubiger müssten sich dann eben bei z. B. 20 Banken um Kredite bemühen um genügend Kapital aufzubringen. Damit würde einerseits dem Kreditnehmer klar, dass er wirklich viel borgt und bei einem Ausfall verteilt sich das Risiko auf 20 Banken und es muss nicht eine Großbank gleich den Steuerzahler anschnorren, da die Gewinne von Bonis für das Management aufgegangen sind und Geld fehlt.

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