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Zweiter Bawag-Prozess fix: Flöttl wieder vor Gericht

12.12.2011 | 17:11 |   (DiePresse.com)

Die Staatsanwaltschaft hat den zweiten Prozess nun offiziell bestätigt. Die Ex-Bawag-Chefs Elsner und Zwettler müssen nicht mehr vor Gericht.

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Im kommenden Jahr wird es in der Bawag-Affäre zu einem zweiten Prozess kommen, nachdem der Oberste Gerichtshof (OGH) im Dezember 2010 wesentliche Teile der erstinstanzlichen Urteile wegen Feststellungsmängeln aufgehoben hatte. Das hat die Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien am späten Montagnachmittag per Presseaussendung offiziell bestätigt. Während gegen Ex-Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner und seinen unmittelbaren Nachfolger Johann Zwettler nicht mehr verhandelt wird, wird der Spekulant Wolfgang Flöttl erneut vor Gericht gestellt.

Der OGH hatte beim in erster Instanz zu zweieinhalb Jahren teilbedingter Haft verurteilten Flöttl den Schuldspruch wegen Beihilfe zur Untreue in drei Fakten aufgehoben. "Die Staatsanwaltschaft wird die Anklage betreffend die Fakten "Ophelia Teil 1" (Schaden 80 Millionen US-Dollar) und "Capper" (20 Millionen Euro) aufrechterhalten, weil naheliegt, dass die erforderliche Vorsatzform in einem zweiten Rechtsgang festgestellt werden kann.
Lediglich auf die weitere Verfolgung des Faktums "Ophelia Teil 2" mit einem Schaden von 10 Millionen US-Dollar wird verzichtet, weil diese bisher in keinem Fall zu einer Verurteilung geführt hat und selbst im Fall eines Schuldspruchs keinen wesentlichen Einfluss auf die Strafbemessung hätte", gab OStA-Sprecherin Ilse Maria-Vrabl-Sanda bekannt.

Anklage gegen Elsner und Zwettler zurückgezogen

Demgegenüber hat die Staatsanwaltschaft die offenen Anklagepunkte gegen Elsner und Zwettler aus prozessökonomischen Gründen zurückgezogen. Elsner hatte vom Erstgericht unter Vorsitz der ehemaligen Bawag-Richterin und späteren Justizministerin Claudia Bandion-Ortner wegen Untreue mit einem Schaden von rund 1,2 Milliarden Euro die Höchststrafe von zehn Jahren ausgefasst. Fünf von insgesamt 13 inkriminierten Untreue-Fakten hob der OGH allerdings wegen Mängeln im schriftlichen Urteil auf. Da Elsner aber selbst im Fall eines neuerlichen Schuldspruchs zur rechtskräftigen Höchststrafe keine Zusatzstrafe bekommen könnte, werden die gegen ihn "offenen" rund 520 Millionen Euro nicht mehr verhandelt.

Auch Zwettler bleibt es erspart, neuerlich auf der Anklagebank Platz zu nehmen. Dieser sei "wegen Untreue in sieben Fällen und wegen Bilanzvergehen rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Ein Schuldspruch wegen der weiteren ursprünglich angeklagten Fakten könnte auch bei ihm zu keiner höheren Strafe führen", so die OStA in ihrer Presseaussendung.

Bei Johann Zwettler bleibt es deshalb bei fünf Jahren für einen rechtskräftig festgestellten Schaden von 600 Millionen Euro, weil der seinerzeitige Bawag-Staatsanwalt Georg Krakow gegen die Strafe trotz einer möglichen Höchststrafe von zehn Jahren nicht berufen hatte. Selbst wenn man die bei Zwettler "offenen" 300 Millionen Euro, in deren Umfang der Oberste Gerichtshof (OGH) den Schuldspruch wegen des mangelhaften Ersturteils aufgehoben hatte, noch einmal verhandeln würde, könnte Helmut Elsners Nachfolger an der Bawag-Spitze infolge des Verschlechterungsverbots bei einem Schuldspruch keine zusätzliche Strafe mehr bekommen.

Sechs weitere Angeklagte

Neben Wolfgang Flöttl werden sechs weiteren Angeklagten des ersten Bawag-Prozesses voraussichtlich im Frühjahr 2012 neuerlich vor einem Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Christian Böhm verantworten müssen. Das betrifft vor allem Elsners ehemalige "rechte Hand", Peter Nakowitz, der wegen Beihilfe zur Untreue in zwei Fakten ("Hapenny" und "Ophelia Teil 1") mit einem Schaden von 295 Millionen Euro bzw. 80 Millionen US-Dollar rechtskräftig schuldig erkannt wurde. "In den weiteren Fakten "Capper" und "Uni-Bonds" (Schaden 370 Millionen Euro) und wegen Bilanzvergehens wird die Anklage aufrechterhalten, weil eine Sanierung der vom Obersten Gerichtshof zur subjektiven Tatseite festgestellten Mängel des erstinstanzlichen Schuldspruchs zu diesen Anklagepunkten in einem neuen Rechtsgang aussichtsreich ist.

Das gilt nicht in gleichem Maße für die weiteren bisher nicht verurteilten Anklagefakten ("Ross Capital Markets", "Ophelia Teil 2" und andere), auf deren weitere Verfolgung daher verzichtet wird", so die Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien, Ilse-Maria Vrabl-Sanda, in ihrer Presseerklärung.

Auch Ex-Bawag-Aufsichtsratspräsident Günter Weninger und die sogenannten "kleinen" Bawag-Vorstände Hubert Kreuch, Josef Schwarzecker und Christian Büttner werden wieder vor Gericht gestellt. "Günter Weninger wurde wegen Bilanzvergehen rechtskräftig schuldig gesprochen. Auch hierfür steht eine Straffestsetzung aus. Darüber hinaus werden auch die übrigen Anklagevorwürfe, nämlich Beihilfe zur Untreue in den Fakten "Hapenny" und "Ophelia Teil 1" sowie Beihilfe zu weiteren Bilanzvergehen weiter verfolgt, weil der erforderliche Nachweis auch zu diesen Vorwürfen in einem neuen Rechtsgang nahe liegt", gab Vrabl-Sanda bekannt. Bei Kreuch und Schwarzecker, die im ersten Rechtsgang immerhin je dreieinhalb Jahre unbedingt erhalten hatten, wurden die Schuldsprüche wegen widersprüchlicher Feststellungen aufgehoben.
Zurück auf die Anklagebank heißt es schließlich auch für den Wirtschaftsprüfer Robert Reiter.

Bis ein genauer Verhandlungstermin steht, wird vermutlich noch einige Zeit vergehen. Der zuständige Richter Christian Böhm muss zunächst für neue Akten "gesperrt" werden und jedenfalls die bei ihm derzeit anhängigen Verhandlungen mit inhaftierten Verdächtigen abschließen. Um sich in den Bawag-Akt einzulesen, wird Böhm mindestens drei Monate benötigen. Vor April ist infolge dessen kaum mit dem Beginn der Hauptverhandlung zu rechnen.

(APA)

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30 Kommentare
 
12
Gast: nestbeschmutzer
26.04.2012 18:45
0 0

wie Otto Normalverbraucher das so vorstellt

Weil soviele Posters fragen, wo denn das Geld sein sollte und das sollte man sich gefälligst wieder zurück holen. So einfach, wie sich halt ein Neidbrocken das vorstellt. Dieses Gld ist "ordnungsgemäß" verzockt worden, dh es ist wie in einem Spiel unwiderruflich wegen Blödheit, Pech und Unfähigkeit in andere Hände (sehr viele wahrscheinlich) gelangt. Da gibts eben KEINE Handhabe, das Geld zurückzuverlangen. Gradeso, als wenn ich zu meinem Trafikanten gehe und den Einsatz ds Lottoscheins zurückverlange, denn "der war ja nix wert"!

Gast: Spe*bender Oberkellner
13.12.2011 11:43
0 0

Elsner haftunfähig, hi hi hi hi hi !!!

Bitte, der Elsner sitzt mehrere Male pro Woche in Anzug und Krawatte, mit und ohne seiner Oiden, in Wiener Spitzenrestaurants und schlemmt und grosskotzt und geniesst das Leben...

Einfach nur herrlich, wie der Haftunfähige den Staat vera*scht; und mit Staat meine ich Sie, den posting Leser und die Presse Redakteure und mich selbst und die Justiz und den Justizminister, kurz uns alle!

Elsner ist der "Super-Vera*scher 2011"

Antworten Gast: Koarl II.
13.12.2011 12:44
0 0

Re: Elsner haftunfähig, hi hi hi hi hi !!!

Was soll das ? No na net wirds ihm nach Reha und im angenehmen Umfeld besser gehen und in der Zelle viel schlechter. Das ist ja auch der Sinn der Freilassung gewesen, und nicht, dass er draußen gleich sterben darf, wie sich offenbar manche vorstellen. Heilen kann eine kaputte Pumpe nimmer. Abgesehen davon wäre er auch so schon nach der Strafhälfte zu entlassen, ohne Wiederholungsgefahr (mangels Möglichkeit) und bei guter Führung (Ungustltum allein ist keine schlechte Führung).

Gast: Argesauge
13.12.2011 08:58
2 1

Rechtsstaat

Untreue von 80 Mio. (weit mehr als EINE MILLIARDE öS) inkl Geständnis kostet läppische 2,5 Jahre ??????

Darfs vielleicht zur strafverschärfung eine fusfessel in der luxusvilla sein?

DAS IST KLASSENJUSTIZ !


0 0

Re: Rechtsstaat

Nicht "Klassenjustiz" - da werden die Genossen geschützt!

0 0

Ist der Artikel ordentlich recherchiert?

Christian Büttner wurde als einziger von allen Anklagepunkten freigesprochen. Wurde dieser Freispruch ebenfalls aufgehoben?

Das Alter der Beklagten ist kein Ruhmesblatt für die Staatsanwaltschaft!

In Österreich werden reiche und mächtige Beschuldigte erst angeklagt wenn sie schon sehr alt sind!
Das ist ungerecht!

Antworten Gast: Ollifant
13.12.2011 12:47
0 0

Re: Das Alter der Beklagten ist kein Ruhmesblatt für die Staatsanwaltschaft!

Häh? Wie hätte man die als Junge anklagen können, wenn sie erst kurz vor der Pension ein krummes Ding machen ?

Antworten Gast: Steninger
13.12.2011 08:20
0 0

Re: Das Alter der Beklagten ist kein Ruhmesblatt für die Staatsanwaltschaft!

Keine Sorge, das war nur eine Ausnahme, die meisten werden gar nciht angeklagt.

Gast: zurian
12.12.2011 22:54
3 1

Wenn Flöttl zum reden anfangt wirds interessant


Man fragt sich, wieso Elssner auf den Gedanken gekommen ist, das Flöttl das Geld nicht verspekuliert haben sollte, sondern gestohlen.

Spricht er da aus eigener Erfahrung? So wie bei der Plastiksackerlaffäre? Da hams und gemma? Das ganze wird jedenfalls interessant, weil wenn der selbst nicht mehr Rücksicht hemen muss, wird er vielleicht noch mehr über Elssner ausplaudern, wo der denn sein Geld versteckt hat damals

Antworten Gast: Argesauge
13.12.2011 09:06
1 0

Re: Wenn Flöttl zum reden anfangt wirds interessant

Wieso sollte er?

Vielleicht wenn jemand Millionen für die Story zahlt!

Es ist schon sehr merkwürdig, dass sich bis heute niemand auf die Suche nach den Milliarden gemacht hat !

Gibt's eigentlich eine Belohnung???




Gast: Zeit wirds
12.12.2011 22:09
7 0

Flöttl muss vor Gericht...

Dass die Geschäftsgebarung des Hrn Elsner nicht einem ordentlichen Geschäftsmann entspricht ist bereits ausjudiziert. Wo sind aber die Millionen hingeflossen? Interessiert das niemanden? Herr F. wurde bisher geschont. Endlich Aufklärung!!!!!

Re: Flöttl muss vor Gericht...

Man muß eben heiraten

eine "Eisenhauerin"!

Die Ruth hatte nicht diese US-Connection.

Ibrigens wohin sind auch die Millionen meines Ex-Schwagers W.Auer-Welsbach verschwunden??????

Gast: GASTi
12.12.2011 21:50
7 1

ELSNER zu gesund??

anscheinend dürfte es hrn elsner ja wieder prächtig gehen - warum muss dieser mann nicht sofort wieder ins gefägnis um den rest seiner jahre abzusitzen???

er hat sich seine freiheit erschlichen und ist mittlerweile wieder genauso arrogat wie zuvor ... die 4 jahre gesiebte luft dürften ihn nich sehr zum nachdenken bewegt habe.

also hr elsner, husch husch den rest IHRER strafe absitzen

Antworten Gast: gersting
12.12.2011 22:14
5 1

Re: ELSNER zu gesund??

- - - und zwar bei Wasser und Brot !!!!!!!!!

In einer Bananenrepublik wie Österreich

wohl leider hinausgeschmissenes Geld für Prozesskosten, ... Schlussendlich werden sie alle wieder haftunfähig sein und dem Steuerzahler bleiben die Kosten!

Antworten Gast: b754
12.12.2011 21:22
2 0

Re: In einer Bananenrepublik wie Österreich

wo der mann doch eh mittellos und schon so krank ist

Gast: UKW
12.12.2011 21:01
3 1

Unnötige Steuergeldverprassung für diesen Prozess

Als ob es für die einfachen Gewerkschaftsmitglieder nicht egal wäre, ob das von der Gewerkschaft angehäufte Vermögen, weiter dazu verwendet worden wäre, um den roten Funktionären eine dicke Zusatzpension zu finanzieren, oder ob das Geld irgendwo verzockt wurde. Der einfache Mann auf der Straße hätte von beidem nichts gehabt. Seitdem das Gewerkschaftsvermögen verprasst wurde, hat es Jahr für Jahr weiter Kollektivvertragsverhandlungen gegeben. Und selbst wenn die Gewerkschaft dazu nicht mehr in der Lage gewesen wäre, hätten halt die Zwangsbeitrags-kassierenden Genossen von der Arbeiterkammer ihren Hiintern heben müssen und auch mal was arbeiten.

Flöttl ist mir tausenmal lieber als die Arbeiterkammer, die mich Monat für Monat still und heimlich aussackelt ohne eine Leistung für mich zu erbringen.

Antworten Gast: Koa Unglick
13.12.2011 00:54
0 2

Re: Unnötige

Wer die Leistungen der AK für als Interessenvertretung nicht kennt und die individuellen Leistungen auch nicht in Anspruch nimmt, wird ewig matschkern und glauben, dass er nichts bekommt. Armselig. Seiens lieber froh, dass sie offenbar noch keinen Rechtsschutz gebraucht haben.

Gast: Argesauge
12.12.2011 19:38
1 1

Wie wärs mit einem Inserat an der WALLSTREET Herr Faymann ?



WANTED!

Bawag Milliarden

REWARD
great medal of honour in gold


Gast: b754
12.12.2011 19:33
2 0

bei der justizministerin keine gefahr für flöttl


Und der ÖGB Heini Verzi... geht vollkommen leer aus. Der hat doch diese (zweite) Untreue überhaupt erst ermöglicht und den ÖGB geschädigt.



Also hat Verzi Untreue gegenüber dem ÖGB und Elsner gegenüber der BAWAG gegangen.

Antworten Gast: Oberlehrer
13.12.2011 01:01
0 0

Re: Und der ÖGB Heini Verzi... geht vollkommen leer aus. Der hat doch diese (zweite) Untreue überhaupt erst ermöglicht und den ÖGB geschädigt.

Aha. Sagt wer ?

Flöttl muss vor Gericht



Und dort wird man feststellen dass Alles verjährt ist, oder ?

Mal eine gute Nachricht!


Gast: Pips
12.12.2011 19:16
4 0

Was

nutzen Verurteilungen jeder Art, wenn die Strafen nicht vollzogen werden? Genosse Zwettler weilt an der Amalfi Riviera, hätte also gar keine Zeit zum Prozess zu erscheinen. Der ganze Wirbel und die Millionen-Kosten der Prozesse zusammen mit den Milliarden verluderter und von den Tätern eigesackelter Euro sind für die Katz´wenn eh keiner in den Häfen gehen muss, geschweige denn überhaupt Schadersatz zu leisten hat. Normalerweise, wären die Gauner "Hendldiebe" wären sie längst mittellos im Obdachlosen-Milieu und nicht in 5 - Sterne Hotels auf Urlaub oder Kuren. Aber bei "Genossen" läuft es anders. Trotzdem sind sie ungebrochen an der Macht. Das gibt es nur in Ösistan.

 
12

Hobbyökonom