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Aufpasser für die Hypo Alpe Adria

22.12.2011 | 18:29 |   (Die Presse)

Nach Differenzen mit dem Aufsichtsrat setzt die Finanzprokuratur bei der Hypo einen Sonderbeauftragten ein. Dieser soll die Aufarbeitung der Vergangenheit überwachen.

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Wien/Höll. Im Konflikt um die Weiterführung der „CSI Hypo“ spricht der Chef der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, nun Klartext: In fünf bis sieben Wochen wird bei der Kärntner Hypo Alpe Adria eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden. Dort soll ein Sonderbeauftragter eingesetzt werden. Seine Aufgabe besteht darin, in der Hypo die Aufarbeitung der Vergangenheit zu überwachen und zu gewährleisten, sagte Peschorn am Mittwoch vor Journalisten. Gleichzeitig wird es eine Satzungsänderung geben. Demnach werden alle Bankmitarbeiter und Organe verpflichtet, an der Aufarbeitung der Vergangenheit mitzuhelfen.

Peschorn hatte sich zuvor in Interviews beklagt, dass bei der Hypo „manche Personenkreise nicht aufklären wollen, mit manchen läuft die Zusammenarbeit äußerst schleppend“. Konkreter wurde Peschorn hier nicht. Doch es ist kein Geheimnis, dass es in der Vergangenheit zu Differenzen zwischen dem Hypo-Aufsichtsrat und der Finanzprokuratur – diese vertritt die Interessen des Staates – gekommen ist.

 

Krakow als Kandidat genannt

So hat sich Hypo-Aufsichtsratschef Johannes Ditz dafür ausgesprochen, dass die im Zuge der Notverstaatlichung eingesetzte „CSI Hypo“ ihre Arbeit „zügig“ beendet. „Man kann ein Unternehmen auch zu Tode untersuchen“, meinte Ditz. Die Kosten der aus 100 Personen bestehenden Ermittlertruppe, die bisher mit 18,4 Mio. Euro veranschlagt wurden, seien hoch. Der Steuerzahler sollte nicht noch einmal zur Kassa gebeten werden. Daher verlangt Ditz, dass die CSI bis Ende dieses Jahres einen Endbericht vorlegt.

Laut Peschorn könne von einer Einstellung der Ermittlungen überhaupt keine Rede sein. Außerdem habe die CSI Hypo weniger als 18,4 Mio. Euro gekostet.

Wer Sonderbeauftragter wird, ist noch offen. In Regierungskreisen wird der frühere Bawag-Staatsanwalt Georg Krakow als Kandidat genannt. „Der Name ist interessant“, so Peschorn kryptisch. Krakow war die „rechte Hand“ der früheren Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) und arbeitet derzeit für die Anwaltskanzlei Baker & McKenzie. Auf „Presse“-Anfrage wollte er sich zum Hypo-Job nicht äußern.

Der Sonderbeauftragte soll sich unter anderem darum kümmern, dass die Bank endlich Dokumente aus Liechtenstein bekommt. „Dort läuft vieles zusammen“, so Peschorn. Über die Effizienz der „CSI Hypo“ gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche Ermittlungsschritte waren ein Flop. So wurde Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer wegen zwei Kreditgeschäften aus dem Jahr 2005 angezeigt. Doch der Banker wurde in erster Instanz freigesprochen.

 

Schadenssumme: 650 Mio. Euro

Peschorn verteidigt die Arbeit der „CSI Hypo“. Bislang seien 70 Strafanzeigen und Sachverhaltsdarstellungen mit einer Schadenssumme von 650 Mio. Euro eingebracht worden. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt nimmt 77 Beschuldigte unter die Lupe.

Im Zuge der Aufarbeitung von Kreditgeschäften und anderen Fällen konnte die „CSI Hypo“ erreichen, dass die Bank und der Staat bislang 100 Mio. Euro erhalten haben. Der kroatische Ex-General Vladimir Zagorec zahlte etwa 16,5 Mio. Euro zurück.

Aufsichtsratspräsident Ditz sagte zur „Presse“, er wehre sich nicht gegen den Sonderbeauftragten. Doch er werde sich genau ansehen, dass die Funktion mit dem Aktienrecht vereinbar sei. „Der Sonderbeauftragte muss die Instanzenwege einhalten und den Vorstand und den Aufsichtsrat informieren“, so Ditz.

Laut Peschorn werde der Beauftragte in die Organisation der Bank eingebunden sein. Doch er soll ein Mitsprache- und Vetorecht bei der Bestellung von Beratern, die Fälle aus der Vergangenheit überprüfen, erhalten. Die Kärntner Hypo engagiert viele Konsulenten, Prüfer und Juristen. Laut Geschäftsbericht gab das Institut inklusive der „CSI Hypo“ im Vorjahr 66,4 Mio. Euro für Berater aus.

Auf einen Blick

Ein Sonderbeauftragter soll bei der Hypo Alpe Adria eine lückenlose Aufarbeitung der Vergangenheit gewährleisten. Bislang haben Ermittler der „CSI Hypo“ 70 Strafanzeigen und Sachverhaltsdarstellungen mit einer Schadenssumme von 650 Mio. Euro eingebracht. Der Beauftragte bekommt ein Veto- und Mitspracherecht bei der Bestellung von Beratern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2011)

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9 Kommentare

Transparenz und Untersuchung in alle Richtungen sind im Interesse der Bevölkerung

Die ganze Angelegenheit ist für die Steuerzahler, welche letzten Endes für Alles bezahlen müssen mehr als unbefriedigend. Wenn die Kosten den Nutzen der Aktion übersteigen, so ist die Frage berechtigt, ob auch wirklich alle relevanten Sachverhalte untersucht werden oder ob es hier wie im Bericht angedeutet nicht in erster Linie um die Anschwärzung eines politischen Gegners geht. Hinzukommt, daß die Beamten der Finanzprokuratur weisungsgebunden gegenüber ihrem Dienstgeber (Regierung) sind, während sie von uns allen wie auch die politischen Entscheidungsträger bezahlt werden.

Die Bevölkerung hat ein Recht auf Aufklärung und Transparenz, womit die Frage in den Mittelpunkt rückt, ob mit gleicher Härte auch gegen die Bayern ermittelt wird und auch der von unserem früheren Finanzminister Josef Pröll zum Nachteil der österr. Steuerzahler unterzeichnete Vertrag (Freibrief für die Bayern) Untersuchungsgegenstand ist? Daß bisher die Kosten die erstrittenen Beträge bei weitem übersteigen deckt sich mit meiner bereits früher gemachten Feststellung, daß aufgrund der Entwicklung der Wertberichtigungen und der Bilanzsumme der Hypo es gar nicht möglich ist, daß der Hauptteil der schlagend gewordenen Risken aus der Zeit der Kärtner Führung der Bank stammt.

Die Aktion 21 pro Bürgerbeteiligung tritt für Transparenz und Bürgermitbestimmung ein, wobei dieses Beispiel wieder einmal zeigt, wie leicht die repräsentative Demokratie für Eigeninteressen von Parteien benutzt werden kann.

Gast: gründünger
22.12.2011 21:12
2 0

jö, das schätzchen der ex-justizministerin


grad der krakow,
das ist echt zum zerkugeln.

die pfeifen sich einfach überhaupt nix mehr....


0 0

Krakow ist nicht geeignet.Aber Grasser, Meischi, Strasser

wären geeignete Kandidaten. Die haben Erfahrung wie man etwas vertuscht und man den Ermittlern bzw. Staatsanwälten auf der Nase herumtanzt.Es geht ja nur um einen Zeitgewinn bis zur nächsten Wahl. Die VP sucht ja heftigst Kontakt mit der FP. Wenn sie wieder gemeinsam regieren werden sie alle Verfahren einstellen und nicht wird herauskommen. Die geraubten Millionen können wir so und so abschreiben. Blöd ist nur, dass Gauner mit geringeren Schadenssummen bzw. Delikten Haftstrafen verbüsen. Ich möchte gerne einmal sehen, wenn Grasser und Freunderln in U- Haft genommen werden, wie die dann zu singen anfangen. Dies gilt auch für die verstockten Mitarbeiter (Gauner) in der Hypo Kärnten. Verabredungsgefahr befürchtet man nur bei Kleinganoven. Bei den großen -riesigen- Betrugsaffären verliert der Staatsanwalt bzw. Richter die Übersicht. Da fehlt es ihnen an Kreativität.

Re: Krakow ist nicht geeignet.Aber Grasser, Meischi, Strasser

na man muss nur lange genug warten ,verjährt ja sowieso.

Gast: Große Ziele sollte man haben...
22.12.2011 17:25
1 0

ein wichtiger Schritt wie ich finde

Wie schon ein Post auf standard festgestellt hat haben Kranebitter und Co haben auch bisher genau garnix aufgearbeitet was in der Vergangenheit passiert ist!!

Die CSI musste gegen die Bank arbeiten... Damit ist jetzt hoffentlich Schluss!

Keine Finanzspritzen mehr für "Business as usual Aktionen!"


Gast: b754
22.12.2011 16:44
3 0

da kommen nur zwei in frage

schüssel grasser

Antworten Gast: glühlamperl
22.12.2011 21:08
2 0

Re: da kommen nur zwei in frage

finz ginge auch super.

der hat sich bei der grasser-hompage-muss-nicht-versteuert-werden-sache
wunderbar bewährt.

da sind dann auch alle unschuldig.
weiße weste und so.

und sie könnten ja dann fürs image noch etwas irre soziales tun,
ganz freiwillig.
das mag das volk.

da vergisst es vielleicht in weihnachtlicher ergriffenheit,
dass es für diese gfraster viel, viel, viel blechen muss.

zum beispiel ein bisschen in den
"sozialfonds"
einlegen, den der grasser damals zu diesem zwecke gegründet hat.

der hat bislang noch keinen cent ausbezahlt, d.h. die herren bräuchten sich nicht einmal sorgen um ihre einlagen machen....


Österreich braucht genügend unabhängige Richter


Dieses Land krankt an seiner Justiz. Eine sehr gefährliche Krankheit.

Länder ohne funktionierende Rechtsprechung sind dem Untergang geweiht.

Gast: 1. Parteiloser
22.12.2011 14:42
4 0

Muahahahahaha!

2 Jahre CSI Hypo und nichts, gar nichts. die Milliarden bleiben verschwunden, Verantwortliche werden nicht gefunden!

Weil die vielen Parteibonzerl, so wie eigentlich immer, total versagen, so soll es nun ein Sonderparteibonze richten!?

Ei der Kommunalkredit wird gleich gar nicht nach den Verantwortlichen und den fehlenden Milliarden gesucht. Bei der Hypo Tirol pflastert der Platter auch alles mit Steuergeldern zu, so dass seine kommunistischen Parteifreunde weiter Kapitalisen spielen können. Die Milliarden der Privatstiftung der Gemeinde Wien interessieren auch nicht, genauso wie die Swapper der Stadt Linz noch immer deren Unwesen treiben dürfen.

Der Hammer ist aber, dass der Strasser noch immer nicht einsitzt!

Österreichs Staatlichkeit ist nur noch teuer, sehr sehr teuer. Nur, einen Nutzen für die Gesellschaft, der ist nicht mehr erkennbar.

Diese Typen gehören doch sofort in die Wüste Gobi entsorgt. Bei Hauptversammlungen, bei Parlamentsdebatten, bei Landtagstreffen, etc. Da könnten diese Typen auch leicht eingesammelt werden.

Hobbyökonom