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Der Gast will immer etwas Neues: Investitionsdruck auf Hotels steigt deutlich

09.01.2012 | 17:54 |   (Die Presse)

Der große „Wellnessboom“ ebbt langsam ab: „Sättigung ist erreicht.“ Österreichweit dürften heimische Hotelbetriebe im Vorjahr vier bis fünf Mrd. Euro für neue Projekte und Qualitätssteigerungen ausgegeben haben

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Wien/JUK. Ob Massage, Fitnessstudio oder Sauna: Der Gast will immer Neues geboten bekommen. Das heißt für die Hotels: Sie müssen öfter als früher Geld in die Hand nehmen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Eine Investition, die vor 15 Jahren getätigt wurde, habe sich bis dato zehn Jahre lang an die Gäste verkaufen lassen. Nun sei die Halbwertszeit einer Anschaffung, die fünf Jahre zurückliegt, deutlich kürzer, sagt Wolfgang Kleemann, Geschäftsführer der Hotel- und Tourismusbank.
Ein Beispiel: Ein Hotelzimmer müsste, ginge man rein nach der Abnutzung, wohl nur alle zwanzig Jahre erneuert werden. Das Holz der Möbel werde jedoch sehr viel früher aus der Mode sein – womit die Einrichtung dem Kunden nicht mehr zumutbar sei. Die Rhythmen, in denen ausgetauscht werde, würden kürzer, sagt Kogeschäftsführer Franz Hartl, und die Investitionskosten höher.

Er rät den Betrieben, mit mehr Augenmaß zu investieren: „Wenn mein Nachbar einen Wellnessbereich mit 800 Quadratmetern hat, muss ich nicht einen mit 900 Quadratmetern bauen.“ Denn die Zimmerpreise seien – je nach Stadt und Kategorie – weitgehend vorgegeben, die Erhöhung derselben nur eingeschränkt möglich.

Transparente Preise im Netz

Durch die „perfekte Transparenz“, die Suchmaschinen für Hotels im Internet bieten würden, gelte das immer mehr. Die Höhe der Investitionen müsste sich daran orientieren, ob sie mit den Zimmerpreisen wieder hereingespielt werden könnten. Denn auch die Kosten für Energie und elektronische Werbung seien zuletzt stark angestiegen, das operative Ergebnis der Betriebe sei unter Druck.
Wann sich der Bau eines Wellnessbereichs amortisiert, dürfte überhaupt schwierig zu beurteilen sein.

„Argumentiert werden solche Investitionen damit, dass die Gäste länger bleiben und ein höherer Zimmerpreis verlangt werden kann“, sagt Hartl. Wann sich die Ausstattung einer Wellnessoase rechnet, könne nur schwer festgestellt werden, da nicht ausgerechnet würde, welcher Teil des Zimmerpreises dem Wellnessbereich zugeschrieben wird. Einfacher sei dies schon bei Leistungen, die der Kunde extra zahlen müsse – etwa Massagen.

Der große Wellnessboom der vergangenen Jahre sei abgeebbt. „Mit 1000 Wellnessbetrieben in Österreich haben wir eine Sättigung erreicht“, so Hartl. Von der staatlichen Tourismusbank geförderte Investitionen in diesem Bereich seien 2011 rückläufig – und betragen etwa 16 Prozent des gesamten von der Bank geförderten Investitionsvolumens (880  Mio. Euro). Österreichweit dürften heimische Hotelbetriebe im Vorjahr vier bis fünf Mrd. Euro für neue Projekte und Qualitätssteigerungen ausgegeben haben, schätzt Hartl. Seit dem zweiten Halbjahr würden die Touristiker sich mit Investitionen spürbar zurückhalten.

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