Der für die Länderratings in Europa zuständige Fitch-Manager Ed Parker sieht Österreichs AAA-Rating aktuell nicht gefährdet - allerdings bleibe die Pleitdrohung für Ungarn ein Damoklesschwert für Österreich. Auch die Top-Bonität Deutschlands sei sicher.
Auch Frankreich hat eine Verschnaufpause erhalten: Nach monatelangen Drohungen der Rating-Agenturen, dass das Land seine Top-Note AAA bei der Kreditwürdigkeit verlieren könnte, hat zumindest Fitch für dieses Jahr Entwarnung gegeben. Wenn sich die Euro-Krise nicht dramatisch verschärfe, werde Fitch Frankreich erst 2013 neu bewerten, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Paris. Für Frankreichs AAA hatte Fitch vor knapp vier Wochen den längerfristigen Ausblick von stabil auf negativ abgesenkt. Dies hatte Befürchtungen neuen Auftrieb verliehen, dass das Land Anfang des Jahres tatsächlich bei einer der drei Rating-Agenturen seine Top-Note verlieren könnte.
Italien-Rating in Gefahr
Alarm schlägt Fitch hingegen bei Italien. Fitch-Analyst David Riley nannte heute die Lage in Italien "explosiv". Das Land müsse dieses Jahr "kolossale" Summen am Finanzmarkt neu aufnehmen, sagte er in London. Er schloss eine erneute Herabstufung von Italiens A+ bis Monatsende nicht aus. Insgesamt müssten die Euro-Länder dieses Jahr zwei Billionen am Finanzmarkt einsammeln, davon ein Gutteil durch Krisenstaaten. Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone nannte er "eine mögliche Option". Auch den Euro-Länder Spanien, Belgien, Irland, Zypern und Slowenien droht die Herabstufung.
>>> Karte: Die Rating der EU-Länder
(Ag.)
AAA-Verlust: Und keiner war schuld...
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