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Jede zweite Frau mit Gehalt unzufrieden

26.01.2012 | 18:12 |   (Die Presse)

Trotz schlechter Bezahlung und fehlender Aufstiegschancen mögen viele Frauen ihren Job. Gute Erreichbarkeit, nette Arbeitskollegen und flexible Arbeitszeiten führen die Liste der positiven Faktoren an.

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Wien/Es/Ag. Knapp zwei Drittel der Frauen sind zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. Gute Erreichbarkeit, nette Arbeitskollegen und flexible Arbeitszeiten führen die Liste der positiven Faktoren an. Das zeigt eine Studie der Versicherung Allianz zum Thema Frauen und Arbeitsmarkt.

Jedoch: Fast die Hälfte der Frauen gibt an, nicht leistungsgerecht bezahlt zu werden, zwei Drittel führen diesen Umstand auf Diskriminierung zurück. Ebenso viele Frauen sind unzufrieden mit ihren Aufstiegschancen. Nur vier Prozent nehmen Führungspositionen ein, das sind halb so viele Frauen wie Männer. Als größten Stolperstein für die Karriere nennen Frauen die Familie (19 Prozent), wobei trotzdem zwei Drittel angeben, einen guten Mittelweg zwischen Beruf und Haushalt gefunden zu haben. „Unternehmensinterne Hürden“ (14 Prozent) und „zu viel Verantwortung“ (13 Prozent) seien ebenfalls Hemmschwellen für den beruflichen Aufstieg.

Als Chef nicht geeignet?

Acht Prozent meinen, für eine Führungsposition nicht geeignet zu sein. Am zufriedensten mit ihrem Arbeitsplatz sind der Studie zufolge Frauen im Banken- und Versicherungswesen (74 Prozent), gefolgt vom Gesundheits- und Bildungssektor. Am schlechtesten schneiden Produktionswirtschaft und Handel ab. Eine schlechte Bewertung bekommen Banken und Versicherungen aber, wenn nach der Vereinbarkeit von Beruf und Haushalt gefragt wird. Mittel gegen die gläserne Decke sieht die Allianz in der Möglichkeit zu Teilzeitarbeit für Führungskräfte und „Flying Nannys“, bedarfsgerechter, vom Unternehmen finanzierter Kinderbetreuung. Mentorate und individuelle Förderung sollen das Selbstbewusstsein der Frauen stärken, um Spitzenpositionen anzustreben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2012)

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2 Kommentare
enzo
28.01.2012 07:37
0 0

Diese Sorgen

Haben eben Islamisten nicht.
Da ist die Frau dort wo sie sich auskennt .
Im Haushalt ,beim Herd und der Erziehung der Kinder.

El Barato
27.01.2012 08:59
0 0

Ein paar Anmerkungen

Der größte Fehler für das Verständnis von Frauen am Arbeitsplatz ist, Frauen an den Wünschen und Bedürfnissen von Männern zu messen.

Männer und Frauen haben prinzipiell andere Erwartungen an ihren Job.

Wie in der Studie ja eindeutig herauskommt, schätzen Frauen Faktoren wie gutes soziales Klima, flexible Arbeitszeiten, gute Erreichbarkeit, Vereinbarkeit mit der Familienbetreuung etc.

Dass diese Ziele einer Karriere diametral gegenüberstehen, wird geflissentlich verschwiegen. Genauso die Tatsache, dass angenehme Jobs mit wenig Verantwortung eben einfacher zu besetzen sind und deswegen schlechter bezahlt (und nicht etwa aufgrund diffuser "Diskriminierung").

Daher ist es auch kontraproduktiv, davon zu sprechen, dass man Frauen nur lang genug fördern müsse, dann würden sie schon Karriere machen.

Wer von Natur aus andere Prioritäten hat sowie als Hemmschwellen "unternehmensinterne Hürden" (Aufstieg ist IMMER mit Hürden verbunden, genauso für Männer!) oder "zu viel Verantwortung" (Karriere bedeutet nun mal Verantwortung) angibt, ist einfach nicht für Karriere geeignet. Teilzeit für Führungskräfte möchte ich sowieso unkommentiert lassen.

Der Antrieb zur Übernahme von Leadership und Verantwortung muss von innen kommen - dann klappt es auch mit der Karriere.

Alles andere ist eine Verschwendung von Ressourcen, und das wird der Markt dementsprechend bewerten.

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