Wien/Es/Ag. Knapp zwei Drittel der Frauen sind zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. Gute Erreichbarkeit, nette Arbeitskollegen und flexible Arbeitszeiten führen die Liste der positiven Faktoren an. Das zeigt eine Studie der Versicherung Allianz zum Thema Frauen und Arbeitsmarkt.
Jedoch: Fast die Hälfte der Frauen gibt an, nicht leistungsgerecht bezahlt zu werden, zwei Drittel führen diesen Umstand auf Diskriminierung zurück. Ebenso viele Frauen sind unzufrieden mit ihren Aufstiegschancen. Nur vier Prozent nehmen Führungspositionen ein, das sind halb so viele Frauen wie Männer. Als größten Stolperstein für die Karriere nennen Frauen die Familie (19 Prozent), wobei trotzdem zwei Drittel angeben, einen guten Mittelweg zwischen Beruf und Haushalt gefunden zu haben. „Unternehmensinterne Hürden“ (14 Prozent) und „zu viel Verantwortung“ (13 Prozent) seien ebenfalls Hemmschwellen für den beruflichen Aufstieg.
Als Chef nicht geeignet?
Acht Prozent meinen, für eine Führungsposition nicht geeignet zu sein. Am zufriedensten mit ihrem Arbeitsplatz sind der Studie zufolge Frauen im Banken- und Versicherungswesen (74 Prozent), gefolgt vom Gesundheits- und Bildungssektor. Am schlechtesten schneiden Produktionswirtschaft und Handel ab. Eine schlechte Bewertung bekommen Banken und Versicherungen aber, wenn nach der Vereinbarkeit von Beruf und Haushalt gefragt wird. Mittel gegen die gläserne Decke sieht die Allianz in der Möglichkeit zu Teilzeitarbeit für Führungskräfte und „Flying Nannys“, bedarfsgerechter, vom Unternehmen finanzierter Kinderbetreuung. Mentorate und individuelle Förderung sollen das Selbstbewusstsein der Frauen stärken, um Spitzenpositionen anzustreben.