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AUA: „Lassen uns nicht rausekeln“

27.01.2012 | 13:50 |   (Die Presse)

Piloten und Flugbegleiter lehnen Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag strikt ab. Für AUA-Chef Albrecht wird die Zeit knapp.

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Wien/Auer. Der Konflikt zwischen den AUA-Mitarbeitern und ihrem Management wegen der geplanten Reform der Kollektivverträge spitzt sich zu. Eine Woche nach dem Bodenpersonal versammelte sich am Donnerstag die fliegende Belegschaft am Flughafen in Schwechat, um gegen Einschnitte bei Pensionen und Zulagen und gegen längere Arbeitszeiten zu protestieren.

„In der heutigen Form ist unsere AUA nicht überlebensfähig“, redete der neue AUA-Chef Jaan Albrecht den Piloten und Flugbegleitern tags zuvor via E-Mail ins Gewissen. Viel Zeit bleibe dem Unternehmen nicht. Im Vorjahr flog die Airline erneut 64 Mio. Euro Verlust ein. Es gehe dabei aber „nicht um den billigen Abbau von Arbeitsplätzen“, versuchte Albrecht in dem Schreiben, das der „Presse“ vorliegt, zu beruhigen.

„Jahr für Jahr Verluste“

Die 828 Mitglieder des Flugpersonals, die sich Donnerstagvormittag in Schwechat versammelten, zeigten sich davon nicht überzeugt. „Jaan Albrecht lügt oder er hat keine Ahnung, was in dem Papier genau steht“, rief Bord-Betriebsratschef Karl Minhart in die Menge. „Die Führung möchte das Personal rausekeln, aber wir lassen uns nicht rausekeln“, sagte er zur „Presse“. Über „dieses Papier“ wolle man jedenfalls nicht verhandeln. Immerhin, eines hat Albrecht mit seinem Brief erreicht: Zwei Drittel des Bordpersonals blieben der Versammlung fern, der Flugverkehr lief ohne Störungen ab.

Eine echte Lösung ist jedoch in weite Ferne gerückt. Denn „dieses Papier“ ist Kernstück eines Sanierungskonzepts, das der AUA-Boss durchbringen muss, will die Fluglinie wieder in den schwarzen Zahlen landen. Wie berichtet plant Albrecht, mit neuen Kollektivverträgen, dem Verkauf von elf Boeing 737 und weiteren Einsparungen die Kosten heuer um bis zu 220 Mio. Euro zu senken. In drei Jahren sollen es 260 Mio. Euro sein. Größter Dorn im Auge sind ihm die Privilegien der Piloten. Sie bekommen, ebenso wie Flugbegleiter, 2,8 Prozent automatische Lohnsteigerung im Jahr, plus die Erhöhungen aus den KV-Runden. Beim Gang in die Pension erhalten Piloten zudem 39 Monatsgehälter Abfertigung. All das bei einer Monatsarbeitszeit von 70 Stunden.

„Diese Kollektivverträge kommen aus einer anderen Zeit“, sagte AUA-Sprecher Michael Braun. „Sonderregelungen, die vor 50 Jahren geschaffen wurden, können heute in der Luftfahrtindustrie einfach nicht mehr verdient werden.“ Dank der jährlichen Vorrückungen würden die Personalkosten allein heuer automatisch um sieben Prozent ansteigen. Damit würden sie wieder auf demselben Niveau liegen wie vor zwei Jahren, als die Airline 1500 Mitarbeiter mehr an Bord hatte. „Wir können nicht Jahr für Jahr Verluste einfliegen“, sagt Braun.

Streiks frühestens Ende Februar

Die Belegschaft fürchtet unterdessen, dass sich hinter den angekündigten Sanierungsplänen auch weitere Kündigungen verstecken könnten. In der gestrigen Betriebsversammlung war von 500 Mitarbeitern im fliegenden Personal die Rede. Das Unternehmen beteuerte hingegen erneut, dass weder ein Mitarbeiterabbau noch eine Kürzung bestehender Gehälter geplant sei.

Viel Zeit, die Mitarbeiter umzustimmen, bleibt Albrecht nicht. Am 29. Februar muss er dem Aufsichtsrat Ergebnisse vorlegen. Entsprechend stark drängt die AUA auf weitere Verhandlungen: „Für uns zählt jeder Tag.“ Auch die Gewerkschaft will bis Ende Februar abwarten. Dann soll die automatische Inflationsabgeltung für 2011 ausbezahlt werden. Fehle nur ein Cent, würden Streiks vorbereitet.

Auf einen Blick

Der Streit zwischen Mitarbeitern und AUA-Management eskaliert. Auf einer Betriebsversammlung entschied das Bordpersonal, nicht über den Verzicht auf gewohnte Privilegien verhandeln zu wollen. Automatische Lohnerhöhungen steigern die Personalkosten heuer um sieben Prozent. 2011 machte die Airline 64 Mio. Euro Verlust.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2012)

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164 Kommentare
 
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Gast: Marketinglaie
28.01.2012 13:38
2 1

einfach zum Nachdenken

Die AUA hat im LH Konzern das günstigste fliegende Pesonal (deswegen wehren sich zBsp auch LH Piloten gegen Untewanderung durch die AUA).

LH, SWISS usw haben eine Passagierauslatung von über 80%, ..... die AUA 71%.

Kann man dieses Unternehmen über Personalkosten sanieren oder liegt das Übel woanders?


Gast: egi
27.01.2012 23:16
2 1

1500 verlorene Arbeitsplätze

Die KV sind so verrückt, dass innerhalb von wenigen Jahren der Einspareffekt von 1500 Arbeitsplätzen nicht mehr ausreicht um die Lohnerhöhungen der verbleibenden Mitarbeiter zu bezahlen. Die GewerkschaftsfunktionärrInnen und Teile der Belegschaft wollen nicht erkennen, dass es keine Steuerzahler mehr gibt die ihre Unverschämtheiten bezahlen, - der Weg zum AMS geht über solche GewerkschafterInnen.

Gast: Mittelständler
27.01.2012 20:59
0 1

Meiner Meinung nach ist der Deutsche kein Mensch.


Gast: Hanseat
27.01.2012 20:12
0 0

einfach bei Lufthansa bewerben !

Warum bewerben sich die AUA Leute bei der Mutter ?

Gast: Hanseat
27.01.2012 20:12
0 0

einfach bei Lufthansa bewerben !

Warum bewerben sich die AUA Leute bei der Mutter ?

Gast: Baur4
27.01.2012 17:55
1 1

Was die Gewerkschaft dort fordert, kann sie im eigenen Haus gleich umsetzen!

Soll sich doch jeder einmal ein Bild vom "Arbeitnehmerparadies" beim ÖGB und AK machen.

Kein "reaktionärer" Arbeitgeber würde so etwas getrauen!

Gast: betriebsrat
27.01.2012 15:51
5 4

wir lassen uns nicht rauseckeln...

.
d.h. uebersetzt: wir habens uns damals auf kosten des steuerzahlers so richtig gut gehen lassen und das mit absurden vertraegen abgesichert (was auch der grund war, dass der steuerzahler noch 500.000.000.- drauflegen musste um uns los zu werden)

....und wir lassen uns auch von einem deutschen nicht vom futtertrog verdraengen. da gehen wir lieber in konkurs und bedienen uns nochmals am insolvenzausgleichfonds.

das ist moderne gewerkschaftsarbeit. danke ihr asvg-do*eln.

Antworten Gast: 3OO
27.01.2012 18:46
1 2

Re: wir lassen uns nicht rauseckeln...

jo mei,wos glauben's denn ,das 40 jahre sozialismus von heute auf morgen auf marktwirtschaft umzustellen ist ?? kein mensch ist seinerzeit zu staatsnahen unternehmen gegangen um wirtschaftlich etwas zu leisten sondern um "eine ruhige kugel zu schiebn" bis zur frühestpension !! aus meinem kleinen kaff(wo ich gottseidank nicht mehr lebe) haben die "fortschrittlicheren" sozi- eisenbahner ihre kinderln nicht mehr bei der öbb untergebracht sondern bei der aua,u. wie stolz sie dann waren auf ihre blitzgneisser die uns nettozahlern bis dato millionen über millionen gekostet haben !! selbst der beruf pilot hat durch die aua- zustände massiv an achtung verloren !! aber wie aktuell zu sehen ist in verschiedenen ländern kommt der tag wo sich das unterkommen u. ausnutzen rächt ......

Antworten Gast: Plach2
27.01.2012 16:17
3 0

Re: wir lassen uns nicht rauseckeln... Was für die AUA gut war, kann für die ÖBB und ORF nicht schlecht sein!


Gast: Der Neue
27.01.2012 15:48
6 1

Leider wird mit Halb-Wahrheiten kommentiert.....

Der Bericht ist leider voll mit Fehlern.

Es wird immer von den Piloten gesprochen. Es gibt aber 2 Klassen von Piloten bei Austrian. Die Einen mit Alt - Kollektivvertrag und die anderen mit dem Neuen. Das Problem in dieser Firma sind die Alt KV´s. Diese Kosten der AUA sehr viel Geld. Es sind etwa 60% aller Piloten die mit Alt KV fliegen also nicht alle!!

Das Management möchte über die Belegschaft die Firma sanieren. Frage mich, wo hat das irgendwo auf unsere Weltkugel mal funktioniert.
Nirgends.
Wo man ansetzen muß ist , daß man den Wasserkopf verkleinert. Es gibt unglaublich viele Arbeitnehmer bei AUA im Headquarter die nur Geld kosten aber kein Geld bringen. Die Quote des nichtfliegenden Personal zum fliegenden Personal ist viel zu Hoch.
Es kann doch nur jeden einleuchten, daß bei einer Airline nur dann Geld verdient wird, wenn möglichst viele voll Ausgelastete Flugzeuge in der Luft sind.
Unnötige Abteilungen im Headquarter müßen ausgelagert werden. Leider spreche ich hier von etwa 1000 Arbeitnehmer.
Eine Flottenharmonisierung wie dés das Management vor hat macht Sinn. Nur darf es zu keiner Verkleinerung der Gesamt-Flugzeuganzahl kommen, ansonst stimmt das Verhältnis nicht fliegenden zum fliegenden Personal noch mehr nicht.
Vergrößerung der Langstrecke ist die primäre Option!

Antworten Gast: from another point of view
27.01.2012 18:07
2 0

Gewerkschaft muss endlich Realität erkennen

Sie mögen schon recht haben, dennoch: Die AUA ist ein DL-Unternehmen, und in solchen Unternehmen wird nun mal auf die MA-Kosten geschaut. Klar ist auch, dass die Lieferanten wie AustroControl, OMV etc. gecheckt gehören. Denn dort darf vermutet werden, dass man in der aUA eine cash-cow sieht! Schlussendlich aber muss die Gewerkschaft wissen was sie tut, und auch die MA selbst. Jahrelang - zu lang - war AUA-MA zu sein ein Statusssymbol, toller Job und tolles Geld. Jetzt aber könnte der Gewerkschaftskapitän mit seiner ganzen Truppe an Sympathisanten an die Wand fliegen. Dann gibts Jobs beim AMS! Und Herr Junghans geht in "wohlverdiente" PENSION! Aufwachen!

0 1

Re: Leider wird mit Halb-Wahrheiten kommentiert.....

Dann steuern eben die uneinsichtigen Altpiloten, die den Rest der Belegschaft quasi in Geiselhaft haben, den Flieger gegen die Wand.

0 0

Re: Re: Leider wird mit Halb-Wahrheiten kommentiert.....

Ein Angestellter ist eben kein Unternehmer. Es ist Sache des Unternehmens, am Markt zu bestehen und nicht die Angelegenheit des Angestellten. Der hat einen Vertrag und ein Vertrag ist einzuhalten.

Ich finde diese Verträge auch sonderbar überhöht, aber in einem Rechtsstaat kann man nicht sagen, dass jemand "moralisch verpflichtet" ist auf seine Rechte zu verzichten. Damit hebelt man ja das Recht aus.

Wenn das Unternehmen zu viel Gewinn machen würde, würde ja der Mitarbeiter deswegen auch nicht mehr bekommen sondern die Aktionäre würden eine höhere Dividende bekommen.

0 0

Re: Re: Re: Leider wird mit Halb-Wahrheiten kommentiert.....

fiat iustitia pereat AUA

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Re: Re: Re: Re: Leider wird mit Halb-Wahrheiten kommentiert.....

Wie auch immer. Das ist halt nicht das Problem des Angestellten. Der muss sich dann halt einen anderen Arbeitgeber suchen.

Wenn das Unternehmen das nicht aushält, dann lebt es sowieso nicht mehr lange. Egal, ob die eine Gehaltskürzung akzeptieren oder nicht. Es ist lediglich der Verlust für die Investoren kleiner. Und davon hat ja der einzelne nichts. Wie gesagt: Die geben dem Arbeitnehmer keinen Cent mehr, wenn sie höhere Dividenden bekommen.

Das hätte sich die Lufthansa halt früher überlegen sollen. Das ist ja nicht gerade überraschend, welche Gehälter die Leute bei der AUA bekommen.

Der ÖGB

AUA oder Österreich, der Weg den die Gewerkschaften einschlagen, ist gleich wahnwitzig. Der ÖGB und die AK; also die SPÖ, fahren sowohl die AUA als auch unser Land an die Wand. Sie sitzen in einem Auto, welches mit 130 auf eine Wand zurast, doch anstatt zu bremsen geben sie noch Gas. Erst wird die AUA zugesperrt, danach wird unser Land in den Ruin getrieben.
Ich habe in Wahrheit keine großen Hoffnungen mehr für unser Land.
Traurig!!

Antworten Gast: Plach2
27.01.2012 16:19
2 0

Re: Der ÖGB

In keinen Land in Europa gibt es gleich zwei Arbeitnehmerorganisationen nebeneinander! Entweder eine gesetzliche Arbeiterkammer oder ein Gewerkschaft. Österreich hat beides!

Geht es deswegen den Arbeitnehmern besser?

Gast: Der Nonkonformist
27.01.2012 15:05
8 3

Da spitzt sich gar nix zu...

Entweder die "Belegschaft" spurt oder sie fliegt raus.

So einfach ist das.

ein "dreifaches hurra" auf die Belegschaftsvertreter

die belegschaftsvertreter und gewerkschaften ruinieren alle unternehmen. die nächsten werden wohl die öbb sein!
jetzt kann man nur hoffen, das diese selbstgerechten a***** sich an der Lufthansa die Zähne ausbeißen....

0 0

Re: ein "dreifaches hurra" auf die Belegschaftsvertreter

Ich glaube, das trifft es nicht. Schuld an den hohen Gehältern sind nicht die Gewerkschafter oder die Mitarbeiter selbst sondern jene, die diese hohen Gehälter zugesagt hatten.

Jeder besteht auf seine Rechte und auf die Einhaltung von Verträgen. Warum sollen ausgerechnet immer Angestellte oder Arbeiter darauf verzichten?

Europa ist zwar die Bauchnabel der Erde aber die Liste sagt etwas anderes!

THE WORLD'S BEST AIRLINES : 2011

1 Qatar Airways
2 Singapore Airlines
3 Asiana Airlines
4 Cathay Pacific Airways
5 Thai Airways International
6 Etihad Airways
7 Air New Zealand
8 Qantas Airways
9 Turkish Airlines
10 Emirates


Gast: tc_t
27.01.2012 13:05
5 5

tja wer der meinung ist, genug sei eben NICHT

genug, darf sich nicht wundern, wenn es dann wirklich weniger als genug gibt. die forderungen des aua-personals waren immer und sind es noch in anbetracht geänderter zeiten nicht gerechtfertigt.

man kann nur hoffen, dass der neue eigentümer diesen nimmersatten menschen zeigt wo der hammer hängt. unter der früheren leitung war dies (auch aus politischen gründen) nicht möglich. dafür aber jetzt...

die grossmanszeiten der aua sind vorbei - und nebenbei piloten gibt es heute mehr als genug, und letzendlich sind auch nicht mehr als luftkutscher mit verantwortung und eine stewardess eine kellnerin der lüfte mit fremdsprachenkentnissen... überbezahlt sind beide berufe bei weitem

Re: tja wer der meinung ist, genug sei eben NICHT

daher haben sie die Pilotenselektion auch ganz locker geschafft und haben dann abgelehnt da ihnen die Bezahlung zu hoch war. Bin gespannt wie sie reden wenns beim naechsten Flug bisserl wackelt. sie sind sicher auch Fusballnationaltrainer und Atomphysiker oder?

Gast: gast12345
27.01.2012 12:30
8 2

es geht ums nackte überleben

aber das kapiert der betriebsrat nicht. morgen schon könnte der betriebsrat geschichte sein, nämlich wenn die AUA es auch ist. wie kann man so dumm sein und seinen eigenen job gefährden???

Re: es geht ums nackte überleben

der betriebsrat ist abgesichert, ein gewerkschaftsjob wartet!!!

Gast: AUA-Management
27.01.2012 12:06
3 4

Zwangsarbeit ist unsere deutsche Vorgabe.


 
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Hobbyökonom