Dier Unterkärntner Gemeinde Ruden reichte beim Verwaltungsgerichtshof eine Beschwerde wegen eines Nicht-Anschlusses an die Koralmbahn ein - und bekam Recht. Bei dem Verfahren ist auch ein Vertrag aufgetaucht, laut dem die frühere HL-AG und heutige ÖBB Infrastruktur AG drei Millionen Euro für die Lippitzbachbrücke (heute: Jorg-Haider-Brücke) bezahlte. Das berichtet die Tageszeitung "Der Standard". Der Zeitung und der APA liegt ein Schreiben von Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) an den Rudener Bürgermeister vor, in dem es heißt, auf den Anschluss und Bahnhof Ruden werde verzichtet, "... um die Finanzierung des Jahrhundertbauwerks (Lippitzbachbrücke, Anm.) sicherzustellen".
Schon im Jahre 2003 hatte der damalige BZÖ-Verkehrslandesrat und jetzige FPK-Landeshauptmann Dörfler mit der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG (HL-AG) eine schriftliche Vereinbarung abgeschlossen. Land Kärnten und die HL-AG vereinbarten demnach, Kärnten verzichte im Zuge des Koralmbahn-Trassenbaus auf den Anschluss Ruden samt Bahnhof im Ortsteil Eis - dessen Preis die Gesamtkosten der Koralmbahn insgesamt enorm steigern würde. Für den Verzicht werde die ÖBB-Tochter die entstandene Kostenersparnis von drei Millionen Euro in die Lippitzbachbrücke über der Drau investieren.
"Wir wurden verraten und verkauft", beklagte sich der Rudener Bürgermeister Rudolf Skorianz gegenüber der Zeitung. Mitten im Eröffnungstrubel der Brücke habe ihm ein HL-AG-Manager gesagt, dass der Bahnhof in Eis Geschichte sei. Daraufhin klagte die Gemeinde und erhielt im eisenbahnrechtlichen Verfahren um den Koralmanschluss vor dem Verwaltungsgerichtshof Recht. Ein Baustopp für den acht Kilometer lange Koralmbahn-Abschnitt St.Paul-Aich könnte resultieren, das Verfahren könnte Jahre dauern. Bürgermeister Skorianz stellte in Aussicht, die Beschwerde zurückzuziehen - wenn das Land die drei Millionen Euro für die Jörg-Haider-Brücke an die ÖBB-Tochter zurückzahle.
So ein "Pipibahnhof wie Eis-Ruden" sei "nicht mehr zeitgemäß", verteidigt sich Kärntens Landeschef Dörfler. Auch laut ÖBB ist der Bahnhof vom Tisch. "Dieses Anschlussstück für Ruden wäre technisch äußerst schwierig zu realisieren", sagt Pressesprecher Christoph Posch. Denn dafür müsste ein Trassengefälle von acht Metern bewältigt werden, was zu enormen Kostensteigerungen der Koralmbahntrasse insgesamt führen würde. Zudem gebe es in Ruden mit rund 100 Fahrgästen eine "sehr geringe Frequenz".
(APA)
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