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Kärnten: Hypo-Ausschuss endet im Chaos

07.02.2012 | 18:12 |   (Die Presse)

Statt eines Abschlussberichts zur Hypo gibt es in Klagenfurt nur eines: Streit. Jede Partei hat eigene Theorien zur Schuldfrage des Milliardendebakels entwickelt.

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Wien/Klagenfurt/Ag./Jil. Politiker fordern gern die „Kontrolle über die Märkte“ zurück, mit dem Ansinnen, damit alle Krisen sofort zu beenden. Sieht man sich den Zustand des Untersuchungsausschusses zum Fall Hypo Alpe Adria im Kärntner Landtag an, wachsen die Zweifel, ob die Volksvertreter ihre Macht tatsächlich weise zu nutzen wissen. Nach zwei Jahren und 88 vernommenen Zeugen droht der Untersuchungsausschuss in Klagenfurt komplett im Chaos zu versinken. Die Parteien können sich nicht auf einen Abschlussbericht einigen.

Klingt harmlos, hat aber konkrete Konsequenzen: Ohne Abschlussbericht kann der Ausschuss nicht formal beendet werden. Er würde – theoretisch – ewig weiterlaufen. Heißester Kandidat auf den Titel „Abschlussbericht“ war jener, den die Grünen vorgelegt haben: 700 Seiten über politische Machenschaften in der Hypo-Milliardenaffäre. Für die Grünen sind die Finanzreferenten der Freiheitlichen Partei und ÖVP-Landesobmann Josef Martinz schuld an dem Bankdebakel.

Die Hypo Alpe Adria musste Ende 2009 verstaatlicht werden – ein Bankrott der Bank hätte das Bundesland Kärnten mit in den Abgrund reißen können. Denn Kärnten hatte eine Garantie von 25 Mrd. Euro abgegeben. Der Untersuchungsausschuss ist wohl nicht mehr zu retten.

Eigener FP-Bericht: Nur 89 Seiten

Im Bericht der FPK (Kärntner FPÖ) wird wenig überraschend zutage gefördert, dass die Freiheitlichen weit weniger schwarze Schafe in den eigenen Reihen und sprichwörtliche Leichen in den eigenen Kellern finden. Der FPK-Bericht kommt mit gerade einmal 89 Seiten aus. Für die Freiheitlichen sind ihr verstorbener Landeshauptmann Jörg Haider und andere Politiker aus dem eigenen Lager von jedem Verdacht befreit.

Die Schuld für das Hypo-Desaster liege laut FPK eindeutig bei der Bayern Landesbank, die die Hypo übernommen hat. Die ÖVP behauptet wiederum, dass die Schuld sehr wohl bei Jörg Haider liege. Und bei der SPÖ. Nur die Grünen werden von niemandem verdächtigt. Würde die SPÖ nicht nach Änderungen verlangen, könnte der Bericht der Grünen zumindest als Minderheitenbericht angenommen werden.

Oder doch nicht? „Es kann nur dann einen Minderheitsbericht geben, wenn ein Mehrheitsbericht vorliegt. Das ist aber nicht der Fall“, sagt der grüne Parteichef und Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Rolf Holub.

Die Fronten werden sich in den nächsten Tagen eher verhärten: Inzwischen arbeitet auch die ÖVP an ihrem eigenen Bericht zur Aufarbeitung der Hypo-Causa.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)

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9 Kommentare
Attersee
08.02.2012 12:00
1 0

Lächerlich

Schafft diesen Landtag ab. Regiert das Land mit Technokraten wie Itaien und schickt diese unfähigen Politiker und Funktionäre in eine ordentliche Arbeit.

Antworten Gast: Des is mei Meinung
08.02.2012 17:14
2 0

Re: Lächerlich

Es wird Zeit die Landtage zu verkleinern!

Für 562.000 Einwohner so eine riesige Landesregeirung zu haben ist schon purer Luxus!

1 0

die politik in kärnten ist ausdruck des willens der kärntner wähler.


nun, solange man einem schlecht erzogenen kind alles durchgehen lässt, wird es auch nicht zu einem verantwortungsbewussten erwachsenen werden.

wie wäre es, wenn das kind 'kärntner wähler' mal die konsequenzen für sein dummes verhalten in vergangenheit und gegenwart zu spüren bekäme und (als beispiel) beim abtragen des hypo-berges den doppelten beitrag leisten müsste, verglichen mit den bürgern aus den anderen 8 bundesländern...

die kärntner haben dieses g'sindel gewählt, und jetzt putzen sie sich an allen anderen österreichern ab und weigern sich gescheiter zu werden.


0 1

700 seiten

wann kommt der bumsti und teilt uns mit, dass ihn das an die finstersten zeiten der verfolgung erinnert.

ach so, bumsti ignoriert ja total elegant, dass die kärntner bagage auch zu seiner bagage dazugehört.

Gast: schneechaos
08.02.2012 08:43
2 0

wie viel kostet das ganze absurde theater in kärnten?

warum wird hier nicht alles der staatsanwaltschaft weitergereicht. es ist ja ein jammerspiel, was die politik hier aufführt. und dafür werden unsere steuergelder hinausgeworfen. dafür müssen wir jetzt alle wieder fleißiger sparen. es ist absurd, widersinnig und jämmerlich, was da passiert.

Gast: Black Frog
08.02.2012 07:52
2 0

Skandalbank: nichts geändert, nur Geld verbrannt!

die alten Querelen, gut dotierte Versorgungsjobs für ex-Politiker und div. Manager-Günstlinge! Fazit: Misserfolg perpetuiert.
Wenn in Deutschland eine West LB abgewickelt werden, dann sollte das beim vergleichbaren Hypo-Zwerg wohl auch möglich sein!

Gast: Februar
07.02.2012 22:50
3 0

Quod erat demonstrandum

Soviel zu mehr Staat, weniger Privat.
Soviel zur Aufsichts- und Kontrollkompetenz staatlicher Organe.
Die bringen ja nicht einmal einen Abschlußbericht zustande.
Gehört alees weg.
Widerlich.
Widerstand.

Gast: Gast 21:50Uhr
07.02.2012 21:52
4 0

Wer hat den eigentlich regiert zu dieser Zeit?

Das war doch die FPÖ und folgend die Splittergruppen BZÖ, FPK, FIK!

Was fällt uns zur FPÖ ein?

FPK, FIK, BZÖ sind Produkte davon!

part of the game, connect, BMW Affäre,
Krötensager, Scheuch, Dobernig, Ragger, Dörfler, Negerwitze (Dörfler), Haider Brücke, HYPO Skandal, Fussballclub SK Austria Kärnten (ehemaliger Pasching Club/2007) Saualm, Klagenfurter Fußballstadion, Wörtherseebühne, Achse Libyen Kärnten, Irakbesuch von Haider bei Saddam Hussein, Hotelprojekt in Hüttenberg, Russische Investoren, Petzner,.....

Hat die FPÖ auch einmal etwas positives zu berichten?

Herr Strache es wird Zeit, dass sie einmal in ihren Stall aufräumen!

Gast: Herbert Deubler
07.02.2012 21:06
2 0

Wahrheitsfindung

der Bericht den die Grünen vorgelegt haben entspricht eben den Tatsachen. Die FPK/FPÖ/BZÖ erwecken diesen Tatsachen entsprechend eher den Eindruck einer kriminellen Organisation denn einer Partei. Der durch die FPK vorgelegte "Bericht" wäre daher folgerichtig ein Schriftstück einer Bande die diese belegten Tatsachen abstreitet und irgend etwas anderes behauptet eben etwas das nicht zur Auflösung dieser Organisation durch die STA führen wird.

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