Wien/Ag. Das Wiener Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) stellt fest: Die „ungelösten Probleme in der Europäischen Währungsunion“ belasteten im vergangenen Jahr auch Österreichs Wirtschaft. Die Eurokrise hätte vor allem im zweiten Halbjahr 2011 die weltweite Konjunktur gedämpft. Dadurch habe auch die österreichische Wirtschaft erheblich an Dynamik eingebüßt. Auch im ersten Quartal 2012 werde die heimische Wirtschaft aller Voraussicht nach nicht wachsen, heißt es in dem monatlichen Konjunkturbericht des Wifo.
Die Unsicherheit von Privathaushalten und Unternehmen wegen der anhaltenden Vertrauenskrise bezüglich der öffentlichen Finanzen sowie erwartete Sparanstrengungen in fast allen Ländern des Euroraumes schwächen die Nachfrage, erklärte das Wifo. Die Konjunkturindikatoren würden auf eine Stagnation der Wirtschaft im Euroraum im Schlussquartal 2011 sowie im ersten Vierteljahr 2012 hindeuten. Für Österreichs Wirtschaft hätten sich die Impulse aus dem Ausland aufgrund der schwachen Entwicklung im Euroraum verringert.
Deutschland schwächelt ebenso
Auch das deutsche Ifo-Institut warnt: Die Konjunktur im Euroraum bleibt schwach. Der entsprechende Indikator des Münchner Instituts, der auf einer Expertenbefragung basiert, ist im ersten Quartal 2012 zwar leicht gestiegen, liegt aber weiter deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Während die aktuelle Lage noch einmal viel schlechter eingeschätzt wird, haben sich aber die Aussichten für die nächsten sechs Monate verbessert. Für den Euroraum kann allerdings keine konjunkturelle Entwarnung gegeben werden, bilanzierte das Ifo-Institut.
Nur in Deutschland und Estland wird die Lage momentan als gut eingeschätzt. Am schlechtesten ist die Stimmung in den Südländern Griechenland, Portugal, Zypern und Spanien.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)
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