26.05.2012 22:02 | Meine Presse Merkliste 0

OMV kratzt am Rekordergebnis

22.02.2012 | 18:34 |   (Die Presse)

Der Ölkonzern kann einen Gewinn auf Vorkrisenniveau und den größten Gasfund der Firmengeschichte vermelden. Für die Zukunft will die OMV nun vermehrt „finanziell riskantere“ Explorationen angehen.

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Wien/Jaz. Seine Pressestelle habe ihm gesagt, er solle häufiger lachen – und dies sei nun ein guter Moment, das zu tun, sagte OMV-Chef Gerhard Roiss am Dienstag, anlässlich der Präsentation der Bilanz 2011 des heimischen Ölkonzerns. „Wir haben nämlich soeben den größten Gasfund in der Geschichte der OMV gemacht“, wie Roiss fröhlich verkündete. Die erst am 29.Dezember im Schwarzen Meer 170 Kilometer vor der rumänischen Küste zusammen mit Exxon begonnenen Bohrungen lassen ein Gasfeld mit einem Vorrat von bis zu 84 Milliarden Kubikmeter vermuten. „Das entspricht neunmal dem Jahresverbrauch von Österreich“, so Roiss.

Die erfolgreiche Bohrung im Schwarzen Meer sei auch Teil der neuen Strategie, der zufolge sich die OMV weg vom wenig gewinnträchtigen Geschäft mit Tankstellen und Raffinerien bewegen und stärker auf die profitable Förderung von Rohöl und Gas konzentrieren will. „Früher wären wir aus Angst vor dem finanziellen Risiko bei diesen Bohrungen vielleicht nur einen geringeren Anteil eingegangen. Nun haben wir aber gesagt, dass wir bei 50Prozent bleiben. Und es hat sich ausgezahlt“, so Roiss.

 

Weniger Öl, mehr Gewinn

Schon jetzt kommen 80Prozent des OMV-Gewinns aus Exploration und Produktion. Und dieser Bereich konnte 2011 sogar einen höheren Gewinn erzielen, obwohl die produzierte Menge aufgrund der Lieferausfälle in Libyen um neun Prozent auf 288.000 Fass Öläquivalent (Öl und in Öl umgerechnetes Gas) pro Tag gesunken ist.

Grund dafür war der gestiegene Ölpreis. Im Schnitt konnte die OMV ein Fass Öl im Vorjahr für 96,31 Dollar verkaufen, 2010 waren es noch 73,44 Dollar. Der Vergleich mit den operativen Kosten, die anfallen, um ein Fass aus der Erde zu holen, zeigt, warum dieses Geschäft so profitabel ist: Sie lagen im Vorjahr bei 14,30 Dollar.

Unter dem Strich konnte die OMV einen Gewinn von fast 1,6 Mrd. Euro erzielen – ein Plus von 30Prozent (siehe Grafik). Der Nettogewinn liegt damit wieder auf dem Niveau wie vor der Krise und kratzt bereits am bisherigen Rekordergebnis von knapp 1,9 Mrd. Euro im Jahr 2007. Der Umsatz legte mit 46Prozent noch deutlicher auf 34 Mrd. Euro zu. Grund dafür war aber die erstmalige Konsolidierung der im Herbst 2010 vollständig übernommenen türkischen Tankstellenkette Petrol Ofisi.

Für die Zukunft will die OMV nun vermehrt „finanziell riskantere“ Explorationen angehen. Dadurch soll die Produktion, die zu zwei Dritteln aus alten Feldern in Rumänien und Österreich stammt, künftig auch vermehrt aus der Region des Nahen Ostens und des Kaspischen Meeres kommen. Neben den bereits aktiven Arbeiten im Nordirak und in Kasachstan will die OMV dabei auch in Aserbaidschan und Turkmenistan selbst fördern. „Ein Memorandum of Understanding gibt es ja bereits“, so Roiss. Konkretere Aktivitäten könnten schon dieses Jahr bekannt gegeben werden, wie er auf Nachfrage meinte.

Eine eigene Produktion rund um das Kaspische Meer aufzubauen sei auch hinsichtlich der unter Federführung der OMV geplanten Gas-Pipeline Nabucco notwendig. „Wir sind ja kein reiner Pipelinebetreiber, sondern wollen eigenes Gas fördern und dieses halt auch nach Mitteleuropa bringen“, sagt Roiss.

 

„Nabucco hundertmal gestorben“

Bisher ist Nabucco nämlich auf die Zusagen anderer Gasproduzenten in der Region angewiesen. Und von diesen gab es für das Konsortium jüngst einen herben Rückschlag. So wollen die Betreiber des aserischen Gasfeldes „Shah Deniz 2“ erst Mitte 2013 bekannt geben, welches der drei bis vier Pipelineprojekte den Zuschlag zur Lieferung des Gases nach Europa erhält. Gas aus Aserbaidschan gilt für Nabucco als entscheidend. „Nabucco ist bereits hundertmal gestorben. Für uns ist wichtig, dass es 101-mal lebt“, so Roiss.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2012)

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18 Kommentare
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Das sehen wir deutlich auf den Tankstellen-Preistafeln.


JoL
23.02.2012 16:02
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Das freut mich aber ...

.... jetzt weiss ich auch warum mir beim Tanken immer schwindlig wird ...

hl_1001
23.02.2012 14:51
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Widerspruch

2. Absatz: "... der zufolge sich die OMV weg vom wenig gewinnträchtigen Geschäft mit Tankstellen und Raffinerien bewegen ..."

5. Absatz: "... der im Herbst 2010 vollständig übernommenen türkischen Tankstellenkette Petrol Ofisi."

Da ist mir die Strategie von OMV nicht wirklich klar. Das einzige was toll ist, dass man die Bürger schön ausquetscht und das stets gleiche Produkt jedes Jahr um 10-20% teurer verkauft.

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Nabucco, wenn ich das schon höre

Wenn die das Projekt nicht wirtschaftlich machen kann es noch eine Million Mal sterben. Nichts wird sich ändern. Die OMV wird sich daran gewöhnen müssen dass die Zeiten vom Gasdisneyland vorbei sind.

Ist so.

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Re: Nabucco, wenn ich das schon höre

komisch, dabei wäre Gas als übergangsenergie Ideal

wieso wird das. nur von Russland torpediert? wahrscheinlich bezahlt Rußland sogar Greenpeace dafür!

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Re: Re: Nabucco, wenn ich das schon höre

Ich bin schon bei Ihnen. Gas wäre echt toll. Die Schuld ist aber noch gar nicht bei den Russen zu suchen. Wenn in Österreich irgendwer Interesse an einem funktionierenden Energiemarkt hätte, könnten sich die Russen brausen. Ich kenn die OMV. Marktwirtschaft ist denen ein Gräuel. Wettbewerb lästig und maximal ein Übel das man irgendwie verbuchen muss. Die leben noch in Zeiten als Projekte einfach gemacht wurden egal ob der Österreicher sie braucht oder nicht. Sie brauchten diese Projekte schon weil diese eine Haufen Versorgpöstchen rechtfertigen. Wenn das Projekt nicht wirtschaftlich ist macht das auch nix weil man es im Monopolmarkt glattrechnet. Wenn dann das Monopol fällt verstehen sie die Welt nicht mehr weil wie kann denn der Kunde es wagen ihre tollen Leistungen nicht zum diktierten Tarif zu kaufen.

Nabucco wurde aufgestellt ohne nachzudenken was der Markt braucht. Es ist bis heute unmöglich eine verlässlichen Transporttarif zu bekommen und das ist nicht die Schuld der Russen. Ohne Tarif kann aber auch keiner langfristig Transportleistung kaufen (man weiss ja gerne was man kauft) und ohne die Abnahmeverträge für die Transportleistung gibt es auch keine Finanzierung. So einfach ist das aber das ist durch den Beton der OMV noch nicht durchgedrungen.

sumsi
23.02.2012 07:49
1 1

Gleichbehandlet

Schon komisch - bei den Telekomkonzernen fühlt sich die EU dazu berufen, die armen, unmündigen KonsumentInnen vor zu hohen Rechnungen zu schützen.
Warum macht sie das nicht auch bei den Ölkonzernen.
Ja stimmt ja - da war doch etwas. Hat es vielleicht mit den Staatseinnahmen zu tun? Aus Telekommunikation fließt nicht wirklich viel Geld in die Staatskassen (MWSt hauptsächlich), aber bei den Produkten der Ölkonzerne - da kommt neben der Mehrwertsteuer ja auch noch die Mineralölsteuer und andere gesetzliche Abgaben dazu. Davor DARF man die StaatsbürgerInnen ja nicht schützen. Und schon gar nicht die Industrie!

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Re: Gleichbehandlet

der Benzinpreis in D und I klettert auf 1,80.

wollen sie Gleichbehandlung?

außerdem kommt der MegaGewinn nicht aus dem Benzinverkauf, sondern aus der Förderung von Erdöl und Erdgas!

denken, dann jammern!

Antworten Antworten sumsi
23.02.2012 09:32
0 0

Re: Re: Gleichbehandlet

Jammern? Ich jammere nicht - ich frage nur nach Gleichbehandlung der verschiedenen Wirtschaftszweige. Wer denkt schon daran, dass die Banken für verschiedene Dienstleistungen heute gar nichts mehr verlangen dürfen - z.B. Überweisungen. Und die Mobilfunkbetreiber mussten auch schon ganz schön Federn lassen bei z.B. Roaming gebühren.
Ich als mündiger Konsument kann doch selbst entscheiden, ob ich im Ausland unbedingt mit dem Mobiltelefon telefonieren möchte. Warum muss die EU-Kommission sich da einmischen? Oder warum dürfen Banken für Überweisungen nicht etwas verlangen?
Nur bei den Ölkonzeren sagt keiner was - das betrifft ja nicht nur die OMV. Und irgendwer steckt auch die Gewinne aus den Tankstellen ein - auch wenn die OMV sich aus diesem Teil der Wirtschaft "zurückzieht".

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Re: Re: Re: Gleichbehandlet

die Regulierung des Benzinpreises gab es schon und hat sich als nicht sinnvoll erwiesen

Antworten Antworten Antworten Antworten sumsi
23.02.2012 11:07
0 1

Re: Re: Re: Re: Gleichbehandlet

Für wen sinnvoll? Die Regulierung der Telefonkosten macht auch Sinn - für die jenigen, die mit dem Wahn leben, jederzeit überall erreichbar und immer im Internet hängen zu müssen. Aber vielleicht ist die Erleichterung dieser "Abhängigkeit" von den modernen Kommunikations- und Medienmöglichkeiten ja gewünscht? Dann haben die Regierungen mehr zum abhören und nachlesen!

mani
23.02.2012 07:15
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30 % Gewinn

Mir brachte das Jahr 2011 auch 30 % mehr an Spritkosten, da haben ja die ÖMV und ich wenigsten was gemeinsam :-(

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Und wieder einmal die Frage:

Was hat die österreichische Bevölkerung von diesem Gewinn? Wo ist der Vorteil für Österreich? Oder endet das alles wieder nur in Millionenboni für das Management ??????

Antworten Gast: danielkoinegg
23.02.2012 12:43
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Re: Und wieder einmal die Frage:

die idee, selbst omv-aktien zu kaufen und dadurch zu profitieren steht natürlich nicht im raum...

wäre ja mit risiko verbunden ^^

Antworten Gast: Emantsag
23.02.2012 12:21
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Re: Und wieder einmal die Frage:

In erster Linie erhält der Staat durch die Dvidende von 1,1 € pro Aktie etwa 100 Mio € (31,5% ÖIAG Anteil), andere Effekte wie Steuern wurden bereits genannt.

Antworten Gast: landbader
23.02.2012 11:58
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Quellensteuer

Nachdem die OMV österreichisch ist, fällt für den Österreichischen Fiskus nicht nur die Körperschaftssteuer, sondern auch die Quellensteuer auf die Dividenden an. Auch wenn das Öl in Lybien gefördert wurde, und der Aktionär in Kuwait zu hause ist.

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Re: Und wieder einmal die Frage:

Se dürfen mit stolz geschwellter Brust verkünden, dass sie Österreicher sind und die OMV auch. Ist das nichts?

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Re: Und wieder einmal die Frage:

steuern abgaben Arbeitsplätze in Milliardenhöhe?

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