AUA: Grünes Licht für Betriebsübergang auf Tyrolean

Die AUA will zwar mit dem Personal weiterverhandeln, der Übergang in den Tyrolean-Betrieb hat nun aber grünes Licht vom Aufsichtsrat.

THEMENBILD: AUSTRIAN AIRLINES (AUA)
Schließen
THEMENBILD: AUSTRIAN AIRLINES (AUA)
THEMENBILD: AUSTRIAN AIRLINES (AUA) – (c) APA/ROBERT JAEGER (Robert Jaeger)

Nun ist es fix: Die Austrian Airlines bereiten den Übergang des AUA-Flugbetriebs auf die eigene Tochter Tyrolean vor. Dafür hat der Aufsichtsrat heute, Dienstag, Grünes Licht gegeben, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Lauer. Dieser Übergang bedeutet unter anderem, dass die AUA-Mitarbeiter zu den für sie schlechteren Konditionen der Tyrolean beschäftigt werden.

Verhandlungen über einen deutlich günstigeren Kollektivvertrag bei einem Verbleib bei der AUA sind bisher fehlgeschlagen. Dennoch wird mit dem fliegenden Personal weiterverhandelt - bis Ende des Monats, sagte Lauer. Ohne eine Einigung über die künftige Entlohnungsstruktur in der AUA könne er dem Lufthansa-Aufsichtsrat auch nicht die notwendige Kapitalaufstockung empfehlen.

Keine Verlängerung der Verhandlungsfrist

Eine weitere Verlängerung der Verhandlungen werde es nicht geben, betonte Lauer. Ein Betriebsübergang sei außerordentlich komplex. Wenn sich bis zur finalen Entscheidung des tatsächlichen Übergangs noch etwas tun sollte, wäre es fahrlässig, die Türe zu schließen. "Die Türe bleibt offen, aber der Vorstand wird ab heute konkret den Betriebsübergang vorbereiten", so Lauer. Wenn es kein Entgegenkommen des Betriebsrates Bord gebe, sei der Betriebsübergang unausweichlich.

Für den Fall des Betriebsübergangs zur Tyrolean drohten die AUA-Piloten, sie würden die Übernahme verweigern, eine Kündigung geltend machen und mit voller Abfertigung (bis zu 39 Monatsgehälter) die AUA verlassen („Die Presse“ berichtete exklusiv am 7. März). Im schlimmsten Fall könnten bis zu 300 Piloten gehen. 15 Flugzeuge wären am Boden, viele Flüge würden ausfallen. Der Standort Wien würde dramatisch an Bedeutung verlieren, was wiederum tausende Arbeitsplätze – auch auf dem Flughafen – gefährden würde. Der Abgang der Piloten würde wegen der hohen Abfertigungen einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.

 

(Ag./md)

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.