AUA: Grünes Licht für Betriebsübergang auf Tyrolean

13.03.2012 | 15:13 |   (DiePresse.com)

Die AUA will zwar mit dem Personal weiterverhandeln, der Übergang in den Tyrolean-Betrieb hat nun aber grünes Licht vom Aufsichtsrat.

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Nun ist es fix: Die Austrian Airlines bereiten den Übergang des AUA-Flugbetriebs auf die eigene Tochter Tyrolean vor. Dafür hat der Aufsichtsrat heute, Dienstag, Grünes Licht gegeben, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Lauer. Dieser Übergang bedeutet unter anderem, dass die AUA-Mitarbeiter zu den für sie schlechteren Konditionen der Tyrolean beschäftigt werden.

Verhandlungen über einen deutlich günstigeren Kollektivvertrag bei einem Verbleib bei der AUA sind bisher fehlgeschlagen. Dennoch wird mit dem fliegenden Personal weiterverhandelt - bis Ende des Monats, sagte Lauer. Ohne eine Einigung über die künftige Entlohnungsstruktur in der AUA könne er dem Lufthansa-Aufsichtsrat auch nicht die notwendige Kapitalaufstockung empfehlen.

Keine Verlängerung der Verhandlungsfrist

Eine weitere Verlängerung der Verhandlungen werde es nicht geben, betonte Lauer. Ein Betriebsübergang sei außerordentlich komplex. Wenn sich bis zur finalen Entscheidung des tatsächlichen Übergangs noch etwas tun sollte, wäre es fahrlässig, die Türe zu schließen. "Die Türe bleibt offen, aber der Vorstand wird ab heute konkret den Betriebsübergang vorbereiten", so Lauer. Wenn es kein Entgegenkommen des Betriebsrates Bord gebe, sei der Betriebsübergang unausweichlich.

Für den Fall des Betriebsübergangs zur Tyrolean drohten die AUA-Piloten, sie würden die Übernahme verweigern, eine Kündigung geltend machen und mit voller Abfertigung (bis zu 39 Monatsgehälter) die AUA verlassen („Die Presse“ berichtete exklusiv am 7. März). Im schlimmsten Fall könnten bis zu 300 Piloten gehen. 15 Flugzeuge wären am Boden, viele Flüge würden ausfallen. Der Standort Wien würde dramatisch an Bedeutung verlieren, was wiederum tausende Arbeitsplätze – auch auf dem Flughafen – gefährden würde. Der Abgang der Piloten würde wegen der hohen Abfertigungen einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.

 

(Ag./md)

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34 Kommentare
 
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Gast: Fluggast
13.03.2012 21:15
0

Wenn schon denn schon

Wenn die kosten auftyrolean niveau sinken sollen, dann bitte auch die preise senken. Das ist wie beim taxi fahren, mercedes wird gezahlt und dacia dann gefahren.

Re: Wenn schon denn schon

selten so gelacht, was für ein Schwachsinn! :))

Re: Re: Wenn schon denn schon

da will jemand wohl gratis fliegen, und sich für weiterhin für horrende Gehälter einig Weniger einsetzen; man lasse ihn träumen ;-)

Nicht einmal die staatlich subventionierte Bahn ÖBB ist derart billig !

Gast: Wicki11
13.03.2012 21:02
2

LH-Poker

schon wieder eine neue Frist und alle Türen sind offen.Mittlerweile erkennt ein Blinder, daß die Lufthansa eigentlich keinen Betriebsübergang haben will, nur zum Zurückrudern ist es jetzt zu spät-wäre ja ein Gesichtsverlust.

Gast: zylmurbfi
13.03.2012 17:30
1

na endlich.

aua. schon das wort hat bwswurunf. dass es mit der aua seit jahren bergab geht war js für die dümmsten politruks erkennbar. auch für die gewerkschafter. die jetzt noch soviel als möglich aus dem zerfallsprozess herausschlagen wollen. das werden sich die lufthansaverantwortilichen aber nicht gefallen lassen. und somit geht wieder ein österreichischer staatsbetrieb den bach hinunter. jetzt bleibt noch die öbb und die telekom. wie wir allerdings die bürokraten in den ämtern laswerden, das wird wohl nur über die nächste nr-wahl möglich sein.

Gast: Brennstein2
13.03.2012 17:02
1

Kündigungs-Träume

Wer nimmt die fliegenden ÖBB Mitarbeier zu diesen Konditionen?? Massenkündigung löst einen Konkurs aus wer zahlt dann die 39 Monate Abfertigung Fragen über Fragen.

Antworten Gast: zylmurbfi
13.03.2012 17:31
1

Re: Kündigungs-Träume

na wer schon. die steuerzahler. der sogenannte mittelstand. die malocher.

Re: Re: Kündigungs-Träume

erklären sie mir bitte, wieso der steuerzahler irgendwelche Abfertigungen zahlen sollte...

Re: erklären sie mir bitte, wieso der steuerzahler irgendwelche Abfertigungen zahlen sollte..

weil das Personal immer noch einen quasi Beamtenstatus besitzt, obwohl eigentlich gar nicht mehr gebührend und eine Lufthansa nicht inländisch ist !

Somit bezahlt der Bürger wie bereits zuvor auch weiterhin solchen Unsinn, BIS allerdings, neue KV-Regel gelten !

Gast: Nörgler26
13.03.2012 17:01
1

Einsparungen

Bitte auch 25% beim Vorstand, Aufsichtsrat und den oberen Verantwortlichen einsparen sowie die Verantwortlichen in der ÖIAG die die Verträge unterschrieben haben zur Verantwortung ziehen. Nicht immer nur auf die Angestellten und Arbeiter losgehen.

Antworten Gast: zylmurbfi
13.03.2012 17:35
0

Re: Einsparungen

nur bei der masse sind sparpotenziale in ausreichendem masse vorhanden. eine handvoll grossschädler und güstlinge under politmaifia sind für eine sanierung zu wenig. vor allem die mehrfachfunktionen sind an dem desaster mitschuldig. war ja bei bawag-deal gut erkennbar. wo ist eigentlich der herr verzetnitsch verblieben. sitzt er oder sitzt er nicht. na eher nicht.

Gast: Flyer
13.03.2012 16:32
2

AUA am Boden - na und?

Die Konkurrenz - sprich Emirates & Co - wird binnen einer Woche die Lücke schließen. Die würden ein solches Szenario nur begrüssen.

Und die Lufthansa hat mit der Swiss genau das gleiche gemacht - ohne Probleme.

Und wenn ich es mir nicht leisten kann für 8.000€ netto die kommenden Jahr zu arbeiten, kann ich mir es auch nicht leisten ohne Job dazustehen.
Die Piloten werden kaum bei einer anderen Airline zu besseren Bedingungen als bei der Tyrolean angestellt werden.


Antworten Gast: Capt
13.03.2012 17:59
1

Re: AUA am Boden - na und?

Lernen's Geschichte:
Gründung der SWISS 2002, LH-Übernahme: 2005.

Und Ihre "8000.- netto" bei Tyrolean sind wohl ein Ausflug in die falsche Währung, die gibt es dort nicht einmal brutto.

Für den Fall des Betriebsübergangs zur Tyrolean drohten die AUA-Piloten, sie würden die Übernahme verweigern, eine Kündigung geltend machen und mit voller Abfertigung (bis zu 39 Monatsgehälter) die AUA verlassen

echt nett dieses Personal, welches sich nicht nur die sehr teure Ausbildung vom Staat bezahlen hat lassen, sondern sogar nun abgängige Arbeitsstellen mit deren lukrativen Kündigung droht.

Ein wahres Vorzeigemodell, wie man künftig nie wieder ein Unternehmen in staatlicher Obhut werken lassen darf !

Antworten Gast: Capt
13.03.2012 18:00
2

Re: Für den Fall des Betriebsübergangs zur Tyrolean drohten die AUA-Piloten, sie würden die Übernahme verweigern, eine Kündigung geltend machen und mit voller Abfertigung (bis zu 39 Monatsgehälter) die AUA verlassen

Nicht die Ausbildung der Piloten wird vom Staat bezahlt sondern jene der Politiker.
Im Live-Versuch als Praktikanten sozusagen.

AUA-Piloten zahlen einen Grossteil der Ausbildung selbst.


Re: Für den Fall des Betriebsübergangs zur Tyrolean drohten die AUA-Piloten, sie würden die Übernahme verweigern, eine Kündigung geltend machen und mit voller Abfertigung (bis zu 39 Monatsgehälter) die AUA verlassen

Sie sind nicht sehr gut informiert
Man bezahlt sehr wohl die Ausbildung zurück, es gibt 2 Gehaltsschemen, eines ohne Rückzahlung der Ausbildungskosten ( (Quereinsteiger) und eines mit.

3 Jahre Abfertigungsgehalt!

Wer bekommt sonst noch eine Abfertigung von 39 Monatsgehälter? Wer verantwortet solche Konditionen?

Re: 3 Jahre Abfertigungsgehalt!

verantwortich dafür sind die selben, welche ja auch solch Kapazunder wie Kaufmann, Ötsch, usw als Manager eingesetzt hatten und deren Einkünfte ein mehrfaches (incl Abfertigungen) betrugen !

Die selben "verkauften" dieses Unternehmen ja auch mit 500 Mille Zuschüssen an die AUA, und niemand von denen wurde/wird dafür belangt !?

Wer nicht hören will, muss fühlen, liebe verwöhnte Spitzenverdiener.


Re: Wer nicht hören will, muss fühlen, liebe verwöhnte Spitzenverdiener.

... wenn man selber nur ein Putzfraueneinkommen hat ist halt bald einer ein Spitzenverdiener. Lieber ein gut bezahlter Pilot als die gleiche Gage für unsere Politiker.

Gast: tg
13.03.2012 15:44
1

Wer braucht die AUA eigentlich

Gibt es einen Grund warum wir die AUA (und Lauda und Tyrolean) brauchen? Könnte man die Flieger nicht einfach auf Lufthansa umbranden und als Lufthansa weiterfliegen?

Eine eigene Fluglinie mit 3 Marken für ein Mini Land wie Österreich unterhalten... ein wenig übertrieben ist das schon... *g*

Gast: Herr. S
13.03.2012 15:43
1

Was wird nun aus Tyrolean Alt?

Wird jetzt dem tyroleanpersonal das selbe schicksal wie den grossair personal drohen und werden alle gekündigt, oder was wird passieren?

Gast: Aal Janbrecht
13.03.2012 15:20
1

lauer sagt:

"Ein Betriebsübergang sei außerordentlich komplex."

vor allem wird es damach sehr komplex, mit der hälfte der piloten (die andere hälfte verabschiedet sich nämlich verständlicherweise) die flugzeuge zu fliegen und weiter einen auf netzwerkcarrier zu machen!

Antworten Gast: skeptischer mitbürger
13.03.2012 16:22
0

Re: lauer sagt:

Das wird sich schon ausgehen. Sollen sie die Anzahl an Blockstunden mal auf das erlaubte Limit von 900h/Jahr erhöhen - das liegt bei der AUA derzeit zwischen 700 und 800, dann hat man schon wieder mehr als 10% der fehlenden Stunden drinnen...

Gast: Bänkster
13.03.2012 15:19
6

300 Piloten gehen. 15 Flugzeuge wären am Boden...

was - auf 1 AUA-Flugzeug kommen 20 Piloten ?????

Wenn das die (theoretische) Konsequenz einer Kündigung von 300 Piloten wäre, dann hieße dass bezogen auf diese 20 Flugzeuge stets nur max. 40 AUA Piloten (20 + 20 Kopiloten) in der Luft sein können) - während 260 Flugzeuge am Boden sind.......

Antworten Gast: Professional
14.03.2012 17:22
0

Re: 300 Piloten gehen. 15 Flugzeuge wären am Boden...

Bei einer großen deutschen Airline rechnet man mit 6 Kapitänen und 6 Co-Piloten pro Flugzeug. Der Bedarf ergibt sich aus Ruhezeiten, Urlaub, Schulungen, Checks, Seminaren etc etc.
Insofern könnte die Aussage stimmen.

 
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