Die Korruption in Österreich nimmt weiter zu

16.03.2012 | 17:20 |   (Die Presse)

Bestechung und Vorteilsannahme werden der heimischen Wirtschaft 2012 voraussichtlich einen Schaden in Höhe von 27 Mrd. Euro zufügen. Niedrigere Steuern könnten Schwarzarbeit und wachsende Korruption eindämmen.

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Wien/Ag. Korruption steht in Österreich immer noch auf der Tagesordnung und nimmt sogar zu, sagen Experten. Bestechung und Vorteilsannahme werden der heimischen Wirtschaft 2012 voraussichtlich einen Schaden in Höhe von 27 Mrd. Euro zufügen – im Vorjahr waren es 26 Mrd. Euro, 2010 25 Mrd. Euro. Das geht aus einer Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität Linz hervor. „Korruption hemmt das Wirtschaftswachstum erheblich“, so Schneider.

Die Steuern sind zu hoch

Der Abbau der Steuerbelastung und die Verbesserung des institutionellen Umfeldes könnten Korruption und Schwarzarbeit eindämmen.

Dem Index CPI zufolge, den Transparency International erstellt, hat sich der Fluss von Schmiergeldern hierzulande im abgelaufenen Jahr von 7,9 auf 7,8 Indexpunkte verstärkt und wird dies auch heuer weiter tun (7,7 Punkte). Ein hoher CPI-Index bedeutet niedrige Korruption, ein niedriger CPI-Index steht für hohe Korruption in einem Land. Schneider: „Gelänge es, die Korruption in Österreich auf das Ausmaß in der Schweiz 2011 zu reduzieren (CPI-Index: 8,8, Rang 8), dann könnte der volkswirtschaftliche Schaden für Österreich um 6 Mrd. Euro verringert werden“.

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9 Kommentare
Gast: apfelmännchen
20.07.2012 16:44
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Jedes System

ist umgehbar.
Je unfairer das System, umso kreativer die Umgehungsstrategien.

Die Schlussfolgerung sollte demnach sein, das System derart zu gestalten, dass eine Umgehung nicht mehr erstrebenswert ist.

Gast: okapi
10.05.2012 22:34
0

Es besteht nicht die geringste Hoffnung

Leider hat Thomas Bernhard recht gehabt.

Gast: Klaus
19.03.2012 07:18
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mal ehrlich

... das hat man doch inzwischen schon zum Kavaliersdelikt gemacht ...

Wer stellt sein Auto in die Werkstatt die 80,- pro Stunde nimmt wenn der Kumpel vom Kollegen das auch am Wochenende gleich gut bis besser(!) für das halbe Geld macht?

Wer fragt nicht auch nach "kemma des a ohne Rechnung machen?" oder bedeutet "des war super, wenn was brauchsch dann meldest dich, da kömma dann schon was machen"?

Wir sind alle korrumpiert ... anders kann man sich ein angenehmes Leben glaube ich gar nicht mehr leisten (oder doch? eher nein.).

Und die von uns(!!!) gewählten Politiker sind natürlich unsere Speerspitze: von denen kann man wirklich lernen wie es geht.
Letztlich sind wir doch alles Schweine ... wenn wir an den Futtertrog rankommen würden dann würden wir ebenfalls zugreifen ... mit beiden Händen gleichzeitig!

Gast: Gerrisky
18.03.2012 11:19
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Ist doch klar,

daß jeder einen Vorteil haben will. Ich behaupte mal, ohne "Korruption" geht nichts. Warum sollte jemand auch nur irgendwas tun, ohne einen Vorteil dadurch zu haben? Wir machen durch diese unsinnige Diskussion das Land noch völlig kaputt.

Antworten Gast: Effektiv
18.03.2012 22:08
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Re: Ist doch klar,

Hallo Gerrisky!

Dein Posting hier sagt alles über Deinen offensichtlich ziemlich egoistischen Charakter aus. Du sollstest einmal nachdenken, was der Begriff "win/win-Situation" wirklich bedeutet.

Abgesehen davon bekommen die "Korrupten" ja auch ihren Gehalt oder Lohn. Damit haben sie ja schon das bekommen, was sie "verdienen." Menschen wie Dir scheint das jedoch zu wenig zu sein, denn diese haben es seit frühester Kindheit nie gelernt, zu sparen, aber trotzdem gut zu leben, stimmt's?

Gast: strelnikov
17.03.2012 16:57
0

Finanzpolizei

Was mir in Österreich fehlt, ist eine Finanzpolizei (wie die Guardia di Fin. in Italien). Die machen echt gute Arbeit. Italien ist uns da weit voraus.

Gast: plebs potus
17.03.2012 12:09
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Justizministerium und Finanzministerium sind in ÖVP Hand

also welche Partei muss abgewählt werden? Damit wieder eine Dynamik um den Willen des Bürgers entsteht?

Gast: Orange-in-Wien
17.03.2012 10:59
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korruption

"Bestechung und Vorteilsannahme werden der heimischen Wirtschaft 2012 voraussichtlich einen Schaden in Höhe von 27 Mrd. Euro zufügen."

Sie steigt und, das obwohl die behandelnden Fälle im U-AS alle noch ältere Fälle sind...
Scheinbar sinkt die Hemmschwelle statt ,dasssie steigt!

Das BZÖ hat also doch mit Steuererleichterungen den richtigen Weg eingeschlagen sagt "diepresse " im Artikel indirekt:

>> Niedrigere Steuern könnten Schwarzarbeit und wachsende Korruption eindämmen.<<

Gast: 1. Parteiloser
16.03.2012 22:21
0

Was passiert mit den Korrupten?

Obwohl es sich um Massen am strafbaren Handlungen handelt, so werden nicht einmal 1% der Korrupten vor Gericht gestellt und auch nicht 1% der Korruptionsgelder wieder gefunden.

Das ist doch eine Einladung zur Korruption, welche sehr gerne angenommen wird.

Eine Einladung durch eine kranke Gesetzgebung von Lobbyisten im Parlament, aber auch eine Einladung durch ein Totalversagen der Justiz und der Ermittlungsbehörden.

Es ist also höchste Zeit für Volkstribunale um Österreich die erforderliche Heilung zukommen zu lassen, auch wenn dadurch andere Nachteile entstehen.

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