Helmut Elsner tanzt - ohne Folgen

Die Vollzugstauglichkeit des 76-Jährigen wäre ohnehin noch im März geprüft worden. Elsner zum Bar-Ausflug: "Ich stand meistens neben der Tanzfläche."

Bericht Elsner tanzte spaetnachts
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APA/OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICH

Wien. Ein Foto, veröffentlicht in den Oberösterreichischen Nachrichten, sorgt für Aufregung: Helmut Elsner, wegen Haftunfähigkeit vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, tanzt in einer Nachtbar. Das Foto soll um 2.26 Uhr früh aufgenommen worden sein. Direkte Folgen hat der "Tanz" für Elsner aber nicht, erklärt Richter Christian Gneist, der Sprecher des Wiener Straflandesgerichts.

„Bei Helmut Elsner wurde festgelegt, dass alle acht bis zehn Monate überprüft wird, ob er hafttauglich ist. Diese Überprüfung wäre ohnehin noch für März vorgesehen gewesen“, erklärt Gneist. Die medizinische Vollzugstauglichkeit prüft ein Gutachter, die Entscheidung trifft eine Richterin. In diese könnten Informationen wie jene, dass Elsner des Nächtens tanzt, freilich einfließen, so Gneist. Solange er als vollzugsuntauglich gilt, kann sich Elsner aber völlig frei bewegen.

Vorwürfe einer "rauschenden Partynacht" weist das Ehepaar Elsner zurück: "Ich bin meistens nur neben der Tanzfläche gestanden und habe mitgewippt. Ich habe auch nur ein Glas Wasser getrunken", erklärte Helmut Elsner in einem Interview mit der "Kronen Zeitung".  Seine Frau Ruth sagte dem Blatt: "Die US-Anwälte meines Mannes hielten sich in Wien auf und wollten noch etwas von der Stadt sehen. Helmut und ich waren nur eine Stunde in der 'Eden-Bar'. Das Foto ist entstanden, als er nur ein kurzes Tänzchen mit einer langjährigen Freundin der Familie machte. Man versucht offenbar uns zu schaden, da mein Mann jetzt mit seinen Anwälten eine Klage gegen die BAWAG in den USA eingebracht hat."

Das auf dem Bild zusehende Tanz habe auch nur "eineinhalb Minuten" gedauert, sagte Ruth Elsner dem "Kurier". "Und es war auch nicht um halb drei Uhr früh, sondern um ein Uhr." Ihr Mann sei nach wie vor krank: "Er ist kurzatmig und seine Füße schwellen an."

BZÖ will Bawag-Affäre neu aufrollen

Elsner wurde 2010 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Juli 2011 aber wegen Herzproblemen freigelassen. Zuletzt wurde sein Gesundheitszustand im Sommer 2011 überprüft. Stefan Petzner (BZÖ) glaubt nicht, dass diese Fotos jetzt zufällig auftauchen. Er sieht eine Verbindung zu neuen Vorwürfen in Sachen Bawag: Es gelte den Fall völlig neu aufrollen, weil nicht auszuschließen sei, dass ein Großteil des Geldes von Investmentbanker Wolfgang Flöttl in verschiedene politische Richtungen verteilt worden sei.

("Die Presse", Red., APA)

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