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Finanzministerium: Steuerpaket hält

25.03.2012 | 18:37 |   (Die Presse)

Im Finanzministerium sieht man weder das Steuerabkommen mit der Schweiz noch die Finanztransaktionssteuer gefährdet. Die Skepsis werde von den Medien geschürt.

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Wien/G.h. Wie die Verhandlungen mit den Schweizer Behörden laufen? „So viel gibt es da nicht zu verhandeln“, sagt Harald Waiglein, Sprecher das Finanzministeriums. Waiglein scheint der vielen Meldungen, wonach sich das Steuerabkommen zwischen Österreich und den Eidgenossen verzögern könnte, ein wenig überdrüssig zu sein. „Ich orte hierzulande eine mediale Lust am Scheitern.“

Fest steht, dass Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) mit dem Abkommen auf zwölf bis 20 Mrd. Euro unversteuerter Gelder aus Österreich zugreifen will (siehe Bericht). 1,5 Mrd. Euro sollen so 2013 ins österreichische Budget fließen. Danach jährlich 50 Mio. Euro. Dass nun Mario Tuor, Sprecher des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft, gegenüber der Schweizer „SonntagsZeitung“ die Verhandlungen mit Österreich als „nicht halb so wichtig“ wie das Abkommen mit Deutschland bezeichnet hat, könnte schon wieder als Rückschlag interpretiert werden. Zumal Tuor bereits vor einer Woche im Gespräch mit der „Presse“ den Fahrplan der Wiener Regierung als „sehr ehrgeizig“ bezeichnet hat. Damit das Abkommen am 1.Jänner 2013 in Kraft tritt, muss es nämlich noch vom Schweizer Parlament abgesegnet werden.

 

„Berlin erledigt unsere Arbeit“

Im Finanzministerium kommentiert man derartige Meldungen mit betonter Gelassenheit. Natürlich habe das Abkommen mit Deutschland höchste Priorität, auch für Österreich. „Denn unser Abkommen wird sich von jenem mit Deutschland im Wesentlichen nur durch die Steuersätze unterscheiden“, betont Waiglein. De facto würden die Deutschen nun die meiste Arbeit auch für Österreich erledigen. Deshalb der Satz: „Es gibt nicht viel zu verhandeln.“

Und die Verhandlungen zwischen der Schweiz und Deutschland stehen laut „Wirtschaftswoche“ vor dem Abschluss. Zu Verzögerungen war es gekommen, weil die SPD-dominierten deutschen Bundesländer eine Nachbesserung verlangt haben. Zehn Milliarden Euro erwartet sich der deutsche Fiskus von der Abschöpfung deutscher Steuerflüchtlinge in der Schweiz. Zwei Drittel des Geldes sollen direkt in die Kassen der Bundesländer fließen. Verhandelt werde auch, wie die Schweiz verhindern soll, dass Anleger vor Inkrafttreten des Gesetzes ihr Geld noch rasch in andere Steueroasen in Sicherheit bringen.

Mit Großbritannien hat die Schweiz dieses Abkommen bereits. Nach Deutschland und Österreich sollen dem Vernehmen nach schon Länder wie Griechenland, Italien und Frankreich anklopfen. Offiziell wird dies allerdings nicht bestätigt.

„Diese vermeintlichen Rückschläge sind ein österreichisches Medienphänomen“, sagt Waiglein und ortet diese Lust an der Fehlinterpretation auch bei der geplanten Finanztransaktionssteuer. Am Freitag erklärte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), dass die Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene immer unwahrscheinlicher werde. Schäuble will sich nun nach einer „möglichst gleichwertigen Alternative“ umsehen.

Im Finanzministerium sieht man hingegen keinen „Rückschlag“. „Man kann die Finanztransaktionssteuer auch nur in der Eurozone einführen“, sagt Waiglein. Die größten Gegner in der EU sind nämlich die Nichteuroländer Großbritannien und Schweden. Beim Finanzministertreffen in Kopenhagen am Wochenende stehe die Finanztransaktionssteuer im Übrigen wieder auf der Tagesordnung. So tot könne sie demnach nicht sein, meint Waiglein.

Auf einen Blick

Die Regierung rechnet 2013 fix mit einer Milliarde Euro durch die Besteuerung von Schwarzgeld in der Schweiz. 1,5 Milliarden soll eine Finanztransaktionssteuer bringen. Die Befürchtung, dass sich das Steuerabkommen mit der Schweiz und die Börsensteuer verzögern, interpretiert man im Finanzministerium als Medienhysterie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.03.2012)

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26 Kommentare
 
12
Gast: TT1
27.03.2012 08:02
0 0

Neulich im Disneyland

Wann tritt die Karikatur einer Finanzministerin endlich zurück?

Gast: powidl
26.03.2012 10:06
2 0

Ignoranz pur

wie ignorant muss man/frau eingentlich sein, um Minister (m/w) zu werden?

wenn mir als Unternehmer bekannt wird, dass ein Kunde nicht zahlen wird können , dann müssen wir das in unserer Liquiditätsplanung berücksichtigen und diese ev. neu aufrollen;

ebenso ist es in der Buchhaltung zu darzustellen


Gast: Plach2
26.03.2012 09:26
4 0

Was uns nichtschon alles diese ÖVP versprochen hat????

In dieser Legislaturperiode gibt es keine Steuererhöhungen...

Mrd. die wir nach Greichenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft.

21.1.2012: Fekter ist gegen die Aufstockung des EFSF (so wie Merkel in Deutschland).

24.1.2012: Fekter begrüßt die Aufstockung des EFSF

usw., usw.,


Gast: gast45
26.03.2012 09:19
1 0

blöde geschichte ..

das es den schweizern und engländern aber sowas von wurscht ist, ob die österreicher genug steuergeld haben, dass sie den griechischen beamten und der eu überweisen können, nur damit die regierungsparteien die wahl nicht verlieren :-):-) ... wobei sie eigentlich genau deswegen .. (einführung einer massensteuer, damit die eu eigene steuereinnahmen hat, eigentlich sofort abzuwählen sind)

Globale Implosion


Die Korruptionisten können ihr eigenes System der Ausbeutung NICHT mehr finanzieren. Denn OHNE ARBEIT keine virtuellen Zinsgewinne. http://www.youtube.com/watch?v=_IDeAyQCQ9g

Gast: Ali G.
26.03.2012 08:30
4 0

Es wird Zeit...

dass die ÖVP der FDP mit gutem Beispiel folgt!

Antworten Gast: Franz88
26.03.2012 09:28
3 0

Freiwillig verschwinden sie sicher nicht!

Wahltag ist Zahltag!

Da müssen wir als Bürger auch unseren Beitrag leisten.

Antworten Antworten Gast: Ali G.
26.03.2012 09:42
1 0

Re: Freiwillig verschwinden sie sicher nicht!

Auf meinen Beitrag können Sie zählen! :)

Antworten Antworten Antworten Gast: n.munz
26.03.2012 10:07
1 0

Re: Re: Freiwillig verschwinden sie sicher nicht!

gut, ich werde mein "Euzerl" auch beitragen ...

Gast: 1. Parteiloser
26.03.2012 08:23
0 0

Staatsausgaben und Staatseinnahmen sind außer Kontrolle!

1) Budgetvollzug des Bundes Januar 2012:
https://www.bmf.gv.at/budget/akthh/2012/201201hauptueberblicke.htm

Einnahmen:...2.886,2 Mio. Euro
Ausgaben:.....6.741,6 Mio. Euro
Defizit:...........3.855,4 Mio. Euro

Wo ist was mit sparen?

2) Bundesbudget 2012
Schon in Gesetze gegossen wurde folgendes:

https://www.bmf.gv.at/BUDGET/budgets/2012/Bfg/Budget_OneSheet_2012_de.pdf

Ausgaben:
2010: 67.287 Mio. Euro
2011: 70.162 Mio. Euro (+4,3%)
2012: 73.585 Mio. Euro (+4,9%)

Ohne Länder, Gemeinden, Ausgliederungen!
Die Ausgaben steigen schneller als das Wirtschaftswachstum und auch schneller als die Teuerungsrate.

Das Gegenteil von Sparambitionen sind geltendes Recht!

3) Entwicklung der gesamten Staatsausgaben:

Staatsausgaben:
2011: 152.091 = 404 %
2005: 121.934 = 321 %
2000: 107.830 = 284 %
1995: 98.188 = 259 %
1990: 70.139 = 185 %
1985: 54.848 = 145 %
1980: 37.905 = 100 %
Daten des BMF

Entwicklung VPI
2011:......214 %
2005:......196 %
2000:......178 %
1995:......166 %
1990:......141 %
1985:......127 %
1980:......100 %
Daten der Statistik Austria

Das Sparen dieser Regierung geht genauso weiter wie die Regierungen schon immer gespart haben. Die Budgets werden weiter ausgeräumt, die Finanzierung ist, wie immer, nur ein Traum.

Real ist aber, dass auch noch Ruhegenüsse bis über 100.000.- Euro pro Jahr unter Soziales gebucht werden, aber auch mehr als 1/2 Mio. Menschen in manifester Armut administriert werden.

Gast: das hirn
26.03.2012 08:00
4 1

übertölpelt

die sozialisten haben die schwarzen übertölpelt und ihnen die transaktionssteuer umgehängt. sowohl spinndi als auch die frau magister doktor fekter reissen sich darum diesen unsinn für sich zu reklamieren, statt einen absprung von diesem schwachsinn zu suchen. von faymann ist nichts zu hören. somit wartet diese pleite auf die schwarzen.

Re: übertölpelt

ja Spindelegger ist ein politisches Leichtgewicht !
Unfassbar wie er selbst gegen einen Faymann abschmiert

10% wird wohl die Richtung sein bei der nächsten Wahl für die ÖVP

8 0

Wir wurden bisher ja kaum enttäuscht!

Von "GR ist ein gutes Geschäft" bis jetzt es ist immer das Schlimmste passiert!

Gast: rotgipfler
26.03.2012 07:46
14 0

Realitätsverweigerung

Fekter belügt - einmal mehr - die Bevölkerung.
Wie war das noch mit dem "guten Geschäft für Österreich" mit den nun abzuschreibenden Griechenlandmillionen?

Antworten Gast: das hirn
26.03.2012 08:54
3 0

Re: Realitätsverweigerung

fekter belügt nicht. viel schlimmer : sie glaubt was sie sagt.

realistisch ?

obwohl es derzeit nicht danach aussieht als würden die Verhandlungen mit der Schweiz noch heuer beginnen, sind für Anfang 2013 bereits Einnahmen budgetiert. Auf das kann sich jeder seinen Reim machen.

Deutschland hat übrigens drei Jahre verhandelt. Für etwaige Verhandlungen mit Österreich hat die Schweiz eine 1. geringere Priorität (etwa halb so wichtig = 5/6 Jahre) und 2. das Ziel komplett neu zu verhandeln (die Deutschen machen NICHT die Arbeit für uns). Rechnet man alle Vorlaufzeiten und den notwendigen Beschluss des Schweizer Nationalrats dazu, wird Deutschland für die Vereinbarung etwa 4,5 bis 5 Jahre brauchen. Für Österreich sind 7 bis 10 Jahre realistisch.

Re: realistisch ?

Lieber Kollege. Ich sehe es (als aussenstehender Schweizer) ähnlich. Nur vier kurze Berichtigungen/Bemerkungen/Ergänzungen:

1. In der CH wird nicht nur der Nationalrat, sondern auch der Ständerat (zwei Vertreter pro Vollkanton) dem allfälligen Abkommen zustimmen müssen. Denn beide Kammern sind (im Unterschied zu A oder auch D) völlig gleichberechtigt. Das Volk könnte zudem allenfalls auch noch "genötigt" werden seinen Segen zu geben.

2. Nicht nur der österreichische Fahrplan scheint vor diesem Hintergrund sehr abitioniert zu sein. Es bleibt nämlich auch nach wie vor unklar, ob Brüssel solche bilateralen "Steuerdeals" akzeptieren will.

3. Insgesamt muss ich doch feststellen, dass eine seriöse Budgetplanung - und diese wäre in A wohl gerade in der heutigen Zeit massiver Staatsschulden angebracht - anders aussehen müsste. Ich hoffe, Sie verzeihen mir diese Bemerkung. Ausländische Gäste sollten sich womöglich nicht gar so kritisch äussern...

4. Noch eine Frage: Ich stelle doch immer wieder fest, dass sich österreich ganz gewaltig an Deutschland orientiert (sieh auch obiger Staatsvertreter, Herr Waiglein). Wäre es nicht klüger eine eigenständige Politik, eigenständige Strategien und einen eigenständigen Staatsaufbau, sowie eine eigenständige Staatsphilosophie zu entwickeln? Eine "Emanzipation" könnte womöglich österreichisches Selbstvertrauen und österreichische Eigenverantwortlichkeit fördern.

Mit freundlichen Grüssen.

Re: Re: realistisch ?

Lieber Kollege, allgemein wären wir in Österreich über eine seriösere Finanzgebarung sehr froh.
zu 1) soweit ich weiß bedarf es alleine für die Aufnahme von Verhandlungen schon einer Zustimmung. Das alleine wird wohl schon eine Weile dauern ...
zu 2) Brüssel ist dagegen.
zu 3) was soll man dazu noch sagen ...
zu 4) die meisten Wirtschaftsgesetze sind von deutschen Gesetzen abgeschrieben, was sich in der Vergangenheit nicht schlecht bewährt hat. Mit Selbständigkeit hat das nichts zu tun ...

Re: Re: Re: realistisch ?

Besten Dank für Ihre Antworten.

Mit meinem Punkt 1 wollte ich lediglich darauf hinweisen, dass der parlamentarische Prozess in der CH länger dauern wird als sich die Frau Finanzminister(in) evt. vorstellen kann oder will...

zu 2.: Laut schweizerischen Medien soll sich Brüssel zwar "weniger stark querstellen" als auch schon. Trotzdem bleibt diesbezüglich Einiges offen. Im Übrigen soll es auch bezüglich deutscher Ratifizierung durch den SPD dominierten Bundesrat besser aussehen...

zu 4.: Ich meinte dies im Prinzip genereller. Auch wenn ich mir die österreichischen Medien durchschaue: Beinahe die Hälfte aller Meldungen betreffen direkt oder indirekt das Thema "Deutschland". Wie wird denn das in der österrichischen Bevölkerung gesehen? Ist dies eine Selbstverständlichkeit? Wünschte man sich nicht eine gewisse (auch politische und ökonomische) Emanzipation?

Mit den besten Wünschen für die neue Woche.

Gast: aberaber
26.03.2012 07:03
11 0

genug

also, für meinen teil habe ich genug von dieser permanenten verar......ung.
feketer kalkulierte das sparpakt mit steuereinnahmen, bei denen nicht einmal die leigistische basis zur einhebung feststand. danach verkaufte sie das stabilitätsgesetz als erfolg....

für mich heißt das: 2013 ÖVP abwählen (habe bis jetzt immer övp gewählt, geht aber jetzt angesichts der steuertricks und der KORRUPTION nicht mehr. diese partei hat leider keine moral mehr)

Gast: Hans M..
26.03.2012 06:52
4 1

Nichts als Lügen

Dieses Steuerabkommen wird niemals durch den Deutschen Bundesrat kommen.
Also entweder sind unsere Politiker so dumm und wissen das nicht oder sie lügen wie gedruckt.Eines von beiden.
Auch gut so das dieser Ablasshandel nicht zustande kommt.

Gast: mysterium
26.03.2012 02:23
6 0

Frau Minister, Sie und Ihre Kollegen sind gewählt, um das Volk zu vertreten

und NICHT ZU VERRATEN und ZU VERKAUFEN.

Die Haftung für den ach so tollen ESM, der ja im MInisterrat durchgewunken wurde, offenbar ohne Diskussion, wird ja gerade von 19 Mrd. auf 28 bis 40 Mrd. in die Höhe gesetzt. Was passiert híer, Frau Fekter? Sie sind uns eine Rechenschaft schuldig?

schortly

withaut von deleh!

Steuerpaket hält ...

Also wenn's die Ministerin selbst sagt, darf stark gezweifelt werden!

die wirtschaftskompetenz der övp nähert sich der nulllinie ...

das sparpaket ist noch nicht im parlament beschlossen, schon fallen die größten budgetierten einnahmen in sich zusammen.

die finanztransaktionssteuer wird von deutschland aufgegeben (spindi hofft noch immer), und die schweiz bremst fekters hoffnungen auf die milliarde.

realitätsferne und träumerei sind keine idealen eigenschaften für eine wirtschafts-partei. besser wäre da schon der realitätssinn und daraus resultierend zukunftsweisende konsequenzen, etwa:

Die österreichische Bundesregierung vermutet 12 bis 20 Mrd. Euro an "unversteuerten österreichischen Geldern" in eidgenössischen Banken.

und das nennt sich gerechte steuerpolitik a la övp? was tut man da? man schützt reiche steuersünder!

Es kann nicht sein was nicht sein darf!

Das dürfte die Zauberformel sein nachdem die Herrschaften arbeiten

 
12

Hobbyökonom