Migranten: Anerkennung für Lehre

Nicht nur Akademikern soll laut Sozialminister Hundstorfer und Integrationsstaatssekretär Kurz ihre Ausbildung aus dem Ausland leichter anerkannt werden, sondern auch Migranten mit fertigem Lehrabschluss.

Symbolbild
Schließen
Symbolbild
(c) Clemens Fabry

Wien/hie. Zuwanderer sind zunehmend gebildeter. Das geht aus Daten des Sozialministeriums hervor. Der Anteil an Akademikern unter Zuwanderern, die vor weniger als fünf Jahren nach Österreich gezogen sind, erhöhte sich demnach von 13,7 Prozent im Jahr 2005 auf 23,4 Prozent im Jahr 2011. Gleichzeitig ging der Anteil an Zuwanderern, die höchstens einen Pflichtschulabschluss haben, von 30,6 auf 18,7 Prozent zurück.

Damit Ärzte nicht mehr Taxi fahren und Diplomingenieure nicht mehr putzen müssen, wird im Wissenschaftsministerium gerade eine zentrale Anlaufstelle für ausländische Akademiker eingerichtet. Dort können die Betroffenen die Anerkennung ihres Berufes in Österreich beantragen.

Doch die „Nostrifizierung“ ihrer Ausbildung soll laut Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) nicht nur für Akademiker einfacher werden. Laut Sozialministerium lässt sich zwar jeder dritte Maturant oder Akademiker mit Migrationshintergrund seine Qualifikation anerkennen. Aber nur jeder vierte Migrant mit Abschluss einer Berufsbildenden Schule und nur jeder fünfte mit fertigem Lehrabschluss.

Diese Menschen sollen die Chance bekommen, ihrem Können entsprechend eingesetzt zu werden. Deshalb sollen, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice, in einigen Bundesländern Anlaufstellen für Migranten eingerichtet werden, die sich informieren wollen. Die Betroffenen können das auch online tun: Unter www.berufsanerkennung.at können sie nach jener Behörde suchen, die für die Anerkennung ihrer Qualifikation zuständig ist.

Integration funktioniere durch Leistung, sagte Kurz am gestrigen Donnerstag vor Journalisten. Und Leistung müsse nicht nur eingefordert, sondern auch möglich gemacht werden. Ende April soll dazu ein umfassendes Konzept vorgelegt werden.

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.