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Arbeitskampf: "Der AUA droht ein Bauchfleck"

30.03.2012 | 18:43 |   (Die Presse)

Bordbetriebsratschef Minhard kündigt bei einer weiteren Eskalation des Streits eine Klageflut an und fürchtet ein Chaos im Sommerflugverkehr.

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Wien/Eid. Ein Streik als Kampfmaßnahme: Noch lehnen Piloten und Flugbegleiter der AUA eine Arbeitsniederlegung als äußerstes Mittel im Streit mit der Airlinespitze um das 260 Mio. Euro schwere Sparpaket ab. Obwohl sie vom ÖGB grünes Licht dafür bekämen. „Die Kündigung unseres Kollektivvertrags durch den Vorstand im Februar ist eine Verletzung der Friedenspflicht – das allein würde Kampfmaßnahmen rechtfertigen“, lässt Bordbetriebsratschef Karl Minhard keinen Zweifel daran, wie aufgeheizt die Stimmung ist. Heute, Samstag, läuft ein weiteres Ultimatum der AUA-Mutter Lufthansa zur Streitbeilegung ab – von einer Einigung auf einen kostengünstigeren Kollektivvertrag (KV) für das Bordpersonal ist man aber weiter denn je entfernt.

Sollte die AUA-Spitze ihre Drohung wahr machen und den zwangsweisen Betriebsübergang zur eigenen Regionaltochter Tyrolean durchziehen, drohe der AUA nicht nur den ganzen Sommer über ein Chaos im Flugbetrieb, weil Piloten und Flugbegleiter massenweise die Fluglinie verlassen dürften. Die AUA müsse sich auch auf eine Klageflut und langwierige Rechtsstreitigkeiten einstellen, warnte Minhard am Freitag bei einer Pressekonferenz.

 

Klagen gegen Verschlechterung

Er verwies auf die bisherige EuGH-Judikatur und europäische Richtlinien, wonach das Avrag (Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz) Mitarbeiter bei einem Betriebsübergang vor Verschlechterungen schützen soll. „Es wird aber Gehaltseinbußen geben“, sagte Minhard. Die Tyrolean-Gehälter liegen um rund 25 Prozent unter jenen der AUA.

Wenn der AUA-Aufsichtsrat den Betriebsübergang – der bereits vorbereitet wird – tatsächlich beschließt, könnten Mitarbeiter die Übernahme verweigern, was rechtlich einer Kündigung durch den Arbeitgeber entspräche. Sie könnten daher mit vollen Abfertigungen gehen – und zwar binnen eines Monats ab Feststellung einer Verschlechterung durch einen erzwungenen Übergang. Das wäre schon ab Mai.

Da sich schon jetzt auf ein inoffizielles Angebot der AUA-Führung 60 Piloten gemeldet haben, rechnet Minhard damit, dass 200 bis 300 Piloten das Unternehmen verlassen könnten. „Die AUA wäre am Boden, das wäre ein Bauchfleck, der die AUA in der Substanz bedroht“, warnte er und appellierte ans Management, diesem „Crashkurs“ Einhalt zu gebieten. Eine Sanierung nur über die Lohnkosten könne nicht funktionieren, meinte er. Vielmehr brauche die AUA ein Konzept, eine Strategie, die bisher gefehlt hätten. „Seit 2001 haben wir elf Vorstände und fünf Sparpakete gesehen, jetzt kommt das sechste. Aber eine Strategie sehen wir nicht.“

Der überraschende Run auf das „Abflugsangebot“ mit Höchst-Abfertigung von bis zu 39 Monatsgehältern habe laut Minhard die AUA-Führung veranlasst, das Angebot wieder zu stoppen.

 

Später in Pension

Auf Basis der Forderung von AUA-Chef Jaan Albrecht, dass von dem 260 Mio. Euro schweren Sparpaket die Gesamtbelegschaft 45 Mio. Euro einsparen müsse, hat das Bordpersonal, auf das 13,2 Mio. Euro entfallen, ein eigenes Angebot geschnürt. Es lautet auf 14 Mio. Euro pro Jahr und einen Einmaleffekt von 33 Mio. Euro. Letzterer soll durch die spätere Pensionierung von Piloten (mit alten KVs) und die Auflösung von Rücklagen in der Pensionsvorsorgekassa erzielt werden. Die nachhaltigen Effekte sollen durch das Aussetzen der Inflationsabgeltung in jedem zweiten Jahr, den Ersatz der Annuitäten- durch Biennalsprünge und die Verlängerung der Normalarbeitszeit erreicht werden. Überdies soll es weniger freie Tage nach Langstreckenflügen geben und die maximalen Flugstunden pro Jahr von 800 auf die EU-Grenze von 900 angehoben werden. „Unser Angebot liegt am Tisch“, hofft Minhard weiterhin auf eine Einigung.

Auf einen Blick

Bei der AUA ist keine Einigung im Streit um das Sparpaket in Sicht. Bordbetriebsratschef Karl Minhard droht mit einer Klageflut, sollte die Airline-Führung den Betriebsübergang zur Tyrolean durchziehen. Sollten bis zu 300 Piloten gehen, würde die AUA einen „substanzbedrohlichen Bauchfleck“ hinlegen, meint er.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2012)

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102 Kommentare
 
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... drei Vorstände leistet sich die AUA ...

... seit Jahren ist die Rede von Personaleinsparungen, Senkung der Personalkosten, ständig wurde dort eingespart, der Wasserkopf mit all seinen Managern der zweiten, dritten Ebenen ist geblieben. Von einer Zukunftsstrategie hört man auch heute noch nichts, aber dafür werden saftige Boni ausbezahlt, steht ja so im Vertrag. Ein KV ist auch ein Vertrag - oder?

Gast: Saiffenstayn
01.04.2012 14:57
1 1

Warum man uns denn von überall her erzählt,

dass immer nur die "Senkung" von Arbeitslöhnen und die Verschlechterung von Arbeitsverträgen zur Sicherung von Betrieben und Standorten als einziges Mittel erforderlich sind,

und dann einge wenige umso mehr Gewinn und Bonus davontragen,

dass will ich einfach nicht verstehen......


Re: Warum man uns denn von überall her erzählt,

Also Saiffenstayn: Steigens bitte von der "Seife" und denkens nach. Die AUA ist ein Dienstleister und kein Händler. Ergo sind halt die Personalkosten ein großer Block. Wenn man in diesen Zeiten die AUA durchbringen will, dann muß auch der einfachst denkende Mensch erkennen, dass das hauptsächlich nur über die Personalkosten geht. Und ausserdem gehts hier nicht um tatsächliche Verschlechterung sondern um Privilegienabbau. Die Alternative ist der Konkurs.

Und ausserdem gehts hier nicht um tatsächliche Verschlechterung sondern um Privilegienabbau.

Der war gut, wie wäre es ihre "Privilegien" abzubauen, würde sicher irgendeinem Manager Prämien einbringen!
Ohne Konzept für die Zukunft und mit dem aktuellen Management ist jeglicher Verzicht sinnlos!

Re: Und ausserdem gehts hier nicht um tatsächliche Verschlechterung sondern um Privilegienabbau.

Na, habens aber lang gebraucht für eine Antwort. Zu lang geschlafen, anstatt zu arbeiten??
Blöd nur, dass ich über mir (bin selbständig) nur mehr das k***upte Ges***l habe (Regierung etc.) und wenn DIE "Privilegien abbauen" dann sind Sie genau so mit dabei wie wir alle.
Und woher wollen Sie wissen, dass das Management kein Konzept hat?
Aber falls es noch nicht bis zu Ihnen durchgedrungen ist, auch das runterfahren eines Unternehmens ist anscheinendd ein Konzept (brauchens nur die vorangegangenen Jahrzehnte anschauen). Das derzeitige Management für die Fehler ALLER Vorgänger verantwotlich zu machen ist - freundlich ausgedrückt - etwas naiv.
Übrigens: Wissen Sie was selbständig bedeutet?
Selbst und ständig arbeiten.

Gast: ekonomy
01.04.2012 14:13
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Keine Einsicht . . .

Die Angestellten der AUA sind gewohnt, dass sie sich alles erlauben können. Ganz egal, ob es der Betrieb hergibt oder nicht, sie haben stets gefordert, und ein schwaches Management hat alles zugesagt, wissend, dass "eh alles der Staat zahlt", also die teppaten Steuerzahler. So wie das halt ist in einem Staatsbetrieb bei uns in Bagdad.

Jetzt soll das plötzlich alles anders sein. Hart! Man muss sich das vorstellen: jahrzehntelang geht alles hinein, plötzlich soll Schluss sein! Keine Traumgehälter, keine astronomischen Abfertigungen, keine Traumarbeitszeiten, alles so plötzlich so sein, wie es die anderen 99,9% der Österreicher haben!

Spätestens jetzt könnte natürlich Vernunft einziehen, die AUA-Belegschaft könnte in einem historischen Schritt sagen: ab jetzt fragen wir nicht mehr, was an weiteren Privilegien für uns herausschaut, sondern wir fragen, was wir für die AUA tun können, wir ordnen alles dem Überleben der AUA unter! Schließlich sind 80% eines Traumgehaltes immer noch ein Traumgehalt! Nur: wenn man die letzten Statements des Betriebsrates gehört hat, ist genau das Gegenteil zu erwarten.

Als Außenstehender, der bis jetzt nur bezahlt hat für das Ganze, kann man nur sagen: Zeit wird's für einen Schnitt! Ab in den Konkurs! Und kein Mitleid - ihr habt euch alles SELBST ZUZUSCHREIBEN!

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Den Minhard

geht es um sein Leiberl,der kann nach einem Konkurs im ÖGB Akten schlichten!

Re: Den Minhard

nicht mal das. Da gibt's andere.

Antworten Gast: obercoool
01.04.2012 12:16
0 1

Re: Den Minhard

Schlecht?

Das Schönste ist...

...dass die AUA nicht mehr der Republik gehört.

Das Steuergeschenk der Regierung war warscheinlich ein guter Deal, um diese Zecke den Deutschen umzuhängen.

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guter Witz,

das mit dem späteren Pensionsantrittsalter: das heißt also, dass die Großverdiener mit den alten Verträgen der AUA noch länger auf der Tasche liegen - das ist also Teil des Sparpakets der Piloten. Liebe Leute, fragt euch endlich was ihr für eure Firma tun könnt, und nicht umgekehrt!

Antworten Gast: Senf-Geber
01.04.2012 15:01
1 2

.... Liebe Leute fragt euch doch, ....

laßt euch "Hemd und Hose ausziehen"
laßt Euch die Haut abziehen, ...

gebt alles was ihr habt,
es wird doch nie nie genug sein .....

denn alle schauen nur auf die Aktienkurse und die Boni ....
UND dafür müßt ihr einfach Opfer bringen ...

AM ENDE ist es wurscht, weil die Firma wird dann verscherbelt oder "zugemacht" wenn sie gut aus"geblutet" ist,

Versteht doch Leute, ihr müßt was für die Firma tun,

Re: .... Liebe Leute fragt euch doch, ...."zugemacht" wenn sie gut aus"geblutet" ist,

Ja wer hat denn ausgeblutet (dieses dauert je nach Eigensubstanz und öffentlichem Zuschuß, oft Jahrzehnte)??

Gast: Walter33
31.03.2012 22:44
6 1

Der Unterschied AUA - ÖBB

Die ÖBB und die AUA kosteten (und kosten weitehrin) dem Staat Mrd.

Die Parteibonzen bei der ÖBB kassieren weiterhin und schweigen!

Antworten Gast: Saiffenstayn
01.04.2012 15:03
1 1

Re: Der Unterschied AUA - ÖBB

Da lobe ich mir die Privatisierung der englichen Eisenbahnen, ...
ah, eh, oh,
ich glaube das war kein guter Tipp

(wollen die nicht gerade
rückverstaatlichen ???)

Gast: xefo
31.03.2012 21:40
3 1

Ich olane für den Sommer einen Kurztrip nach Kopenhagen...

... und ich weiß jetzt schon, dass ich diesmal NICHT die AUA buchen werde. Bis jetzt bin ich immer mit AUA nach Hamburg, Berlin usw geflogen.

Antworten Gast: xefo
31.03.2012 22:31
2 2

Re: Ich olane für den Sommer einen Kurztrip nach Kopenhagen...

muss heißen: Ich plane

PS an den Zensor: Sie könnten offensichtliche Rechtschreibfehler, die durch hastiges Eingeben entstehen auch korrigieren. Aber wahrscheinlich kriegen sie das nicht bezahlt. Die Presse soll ja beim Salär geizen.

Antworten Antworten Gast: Freisinn
01.04.2012 11:39
0 1

Re: Re: Ich olane für den Sommer einen Kurztrip nach Kopenhagen...

Es wird niemand daran gehindert, sich die eigenen Elaborate nochmals kritisch durchzulesen - inklusive Orthographie und Interpunktation. Das würde es auch weniger anstrengend machen, andere Beiträge durchzulesen.

Antworten Antworten Antworten Gast: xefo
01.04.2012 16:57
0 0

Re: Re: Re: Ich olane für den Sommer einen Kurztrip nach Kopenhagen...

Sie haben wahrscheinlich recht.

Gast: Schumpeterchen
31.03.2012 17:47
18 1

Die AUA gefährdet?

Wenn es die Gewerkschaft noch nicht begriffen hat, aber die AUA existiert zur Zeit nur noch, weil es die Lufthansa so will. Wäre die AUA nur auf sich gestellt, dann wäre die AUA sowieso nur ein Liquidationsunternehmen. Es gibt daher auch keinen Crashkurs der Lufthansa, sondern noch einen "rettenden Strohhalm" von 140 Mio EUR. Wenn das Personal und vor allem die Gewerkschaft diesen nicht möchte, dann sollte sie grünes Licht für die Liquidierung geben. Wer die Bilanzveröffentlichungen der AUA im letzten Jahrzehnt ansieht, stellt sich die Frage, wie ein Unternehmen danach noch existieren kann. Das gleiche Drama hat man schon bei Semperit in Traiskirchen geschrieben. Und es scheint, dass man seit dem nichts dazugelernt hat.
Dass es schoin elf Vorstände gegeben hat, spricht für sich. Wenn man nach vernünftiger Sicht der Dinge sieht, dass in diesem Unternehmen der Schwanz mit dem Hund wedelt, dann kann man nur den Hut nehmen und das Unternehmen seinem Schicksal überlassen. Hier würde auch jedes andere Flugunternehmen als Mutterunternehmen sagen: Lieber ein Ende mit Schrecken als eine Schrecken ohne Ende.

Gast: pour le mérite
31.03.2012 15:29
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Der Herr Minhart wäre gut beraten, endlich seine Klappe zu halten.


Den "Restösterreichern" geht eine Diskussion um den Erhalt von AUA-Privilegien bei gleichzeitiger Bankrotterklärung des Unternehmens gehörig auf die Nerven und stoßt dieser Betriebratsheini schon verdammt sauer auf.

Unzählige postings in diese Richtung geben die öffentliche Meinung sehr gut wieder.


Antworten Gast: strelnikov
31.03.2012 17:27
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Re: Der Herr Minhart wäre gut beraten, endlich seine Klappe zu halten.

Hoffen wir, dass die Lufthansa dem unwürdigen Treiben bald ein Ende macht. Jeden Tag rinnen unsere Steuergelder in diesen überprivilegierten Haufen, und das seit Jahren. Ich mag nicht mehr zahlen und ob das Personal arbeitslos wird geht mir am . vorbei. Merken wird's keiner.

Re: Re: Der Herr Minhart wäre gut beraten, endlich seine Klappe zu halten.

streinikov, "ihre" steuergelder rinnen erst dann, wenn die aua-leute arbeitslos sind, also schreibens keinen blödsinn...
die steuerleistung EINES piloten ist für die allgemeinheit sicher höher als ihre, sonst würden Sie nicht so einen stuss von sich geben.
für die lage des ganzen unternehmens kann ein einfacher angestellter, der zu im internationalen vergleich höchstens durchschnittlichen bezügen arbeitet (nichts anderes sind aua-piloten) rein gar nichts. wenn das gehalt soooo überzogen wäre und schuld an allen miseren, wäre die lufthansa schon längst pleite, die zahlt ihren piloten nämlich einen batzen mehr als die aua.
liebes presse-forum, das ist nun mal die wahrheit, auch wenn es hier fast keiner sehen will, weil der neid so blendet.

Re: Re: Re: Der Herr Minhart wäre gut beraten, endlich seine Klappe zu halten.

Unsere Steuergelder sind schon Jahrzente geronnen. Schon vergessen ??
Und Blödsinn schreibt nur jemand, der die Vergangenheit leugnet.

Antworten Antworten Antworten Gast: gast lupo
01.04.2012 10:23
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Re: Re: Re: Der Herr Minhart wäre gut beraten, endlich seine Klappe zu halten.

Wenn die Bezahlung der AUA-Piloten höchstens durchschnittlich ist,frage ich mich warum die Piloten nicht schon längst zu einer anderen Airline gewechselt sind.


Re: Re: Re: Re: Der Herr Minhart wäre gut beraten, endlich seine Klappe zu halten.

Die Heimat verlassen und neu anfangen wird man wohl nur wenn nötig, also demnächst!

 
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Hobbyökonom