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Österreichische Zinsen auf Rekordtief

11.04.2012 | 17:38 |   (Die Presse)

Neben Deutschland profitiert auch Österreich von den Problemen in den Euro-Krisenländern Portugal und Spanien. Noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg zahlt der Staat bei der Geldaufnahme so niedrige Zinsen.

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Wien/Höll. In Deutschland sind die Zinsen für Staatsanleihen auf den niedrigsten Wert seit hundert Jahren gesunken. Bei fünfjährigen Anleihen geben sich Anleger mittlerweile mit einer Zinssatz von 0,686 Prozent zufrieden, bei zehnjährigen Papieren sind es 1,795 Prozent. Aus Furcht vor einem Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise flüchten Investoren in Wertpapiere, die als besonders sicher gelten und bei denen keine Ausfälle zu erwarten sind. Gefährdet sind vor allem Portugal und Spanien.

Es ist nicht auszuschließen, dass es in beiden Ländern zu einem Schuldenschnitt wie in Griechenland kommen wird. Die Zinsen für zehnjährige portugiesische Anleihen sind auf 11,8 Prozent geklettert – einen so hohen Wert kann sich die Regierung in Lissabon kaum noch leisten.

Österreich als sicherer Hafen

Neben Deutschland gehört auch Österreich zu den Gewinnern der Krise. Die Bundesfinanzierungsagentur, die für das Schuldenmanagement des Staates zuständig ist, hat gerade eine fünfjährige Anleihe verkauft. Der Zinssatz lag bei 1,73 Prozent. Auch bei zehnjährigen Papieren liegen die Renditen mit 2,7 Prozent auf einem Rekordtief (siehe Grafik).

Laut Raiffeisen-Analyst Valentin Hofstätter zahlte Österreich noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg bei der Geldaufnahme so wenig Zinsen: „Für die Zeit vor dem Krieg habe ich zu wenig Informationen.“ Die Bundesfinanzierungsagentur und die Nationalbank konnten am Mittwoch bei Staatsanleihen nur Vergleichsdaten bis zum Jahr 1985 vorlegen. Für frühere Erhebungen müsse man im Archiv nachsehen, heißt es. Doch auch Nationalbank-Chef Ewald Nowotny betont, dass sich der Bund noch nie so billig refinanziert habe.

Das überrascht ein wenig. Denn Österreich verlor Mitte Jänner von der Ratingagentur Standard & Poor's die höchste Bonitätsstufe, das Triple-A-Rating. Begründet wurde dies mit den hohen Staatsschulden und den Risken der österreichischen Banken in Osteuropa.

300 Mio. Euro weniger Zinsen

Doch im Vergleich zu Portugal und Spanien gilt Österreich immer noch als sicherer Hafen. Allein im Vorjahr ersparte sich die Bundesfinanzierungsagentur wegen der starken Nachfrage nach österreichischen Anleihen 300 Mio. Euro.
Ursprünglich hat man 2011 mit Zinszahlungen von 7,5 Mrd. Euro gerechnet, geworden sind es dann 7,2 Mrd. Euro. Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer geht davon aus, dass der Zinsvorteil auch heuer bei einem dreistelligen Millionenbetrag liegen wird.

Negative Realzinsen für Anleger

Sollte sich aber in Südeuropa die Lage zuspitzen und in Portugal oder in Spanien ein Schuldenschnitt bevorstehen, werden die Belastungen für die Steuerzahler in Österreich und Deutschland um ein Vielfaches höher sein als die jetzige Zinsersparnis. Allein zur Rettung Griechenlands musste Österreich mit Milliardenbeträgen einspringen.

Die niedrigen Renditen für deutsche und österreichische Anleihen bedeuten für Anleger, die auf Nummer sicher gehen wollen, nichts Gutes.
Denn sie müssen negative Realzinsen in Kauf neben. Berücksichtigt man die Inflationsrate und die Kapitalertragsteuer werden Anleihen von guten Eurostaaten zum Verlustgeschäft.

Ähnliches gilt für Anleihen von Unternehmen, die über ein gutes Rating verfügen. Die Renditen von fünfjährigen Bonds des Chemiekonzerns BASF sind beispielsweise auf 1,7 Prozent gefallen.

Sparer zahlen die Zeche

Damit geraten vor allem Lebensversicherungen und Pensionskassen unter Druck. Denn diese investieren vorwiegend in deutsche und österreichische Anleihen. Für sie wird es schwieriger, vernünftige Erträge zu erzielen.
Auch bei Sparbüchern erzielt man abzüglich der Inflationsrate einen Verlust. Selbst bei den Topangeboten von Direktbanken und bei langen Bindefristen bleibt unterm Strich kaum noch etwas übrig. Stefan Bruckbauer geht davon aus, dass dieser Zustand noch länger anhalten wird. Er hält es für möglich, dass die durchschnittliche Realverzinsung von Anleihen guter Eurostaaten auch in den nächsten zehn Jahren negativ sein wird.

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„Wer höhere Erträge haben will, muss ein größeres Risiko eingehen – und etwa Aktien kaufen“, sagt Bruckbauer.
Für die Staaten sind negative Realzinsen aber ein bequemes  Mittel, um ihre Schulden loszuwerden. Auf diese Weise haben sich Deutschland und die USA nach dem Zweiten Weltkrieg saniert. 1945 sind in den USA die Staatsschulden auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts explodiert. Über negative Realzinsen ist dieser Wert zehn Jahre später auf die Hälfte gesunken.

Viele Experten gehen davon aus, dass dies auch jetzt der wahrscheinlichste Weg aus der Schuldenkrise sein wird.

Die Zeche zahlen Sparer, Inhaber von Lebensversicherungen und Pensionskassen durch Minizinsen und wesentlich höhere Inflationsraten.

Auf einen Blick
Aus Angst vor einem Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise flüchten Investoren in Wertpapiere, die als besonders sicher gelten wie deutsche und österreichische Staatsanleihen. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die österreichische Bundesfinanzierungsagentur bei der Geldaufnahme noch nie so niedrige Zinsen gezahlt. In Deutschland sind die Renditen auf den niedrigsten Wert seit 100 Jahren gesunken.

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12 Kommentare

Die Bundesfinanzierungsagentur, die für das Schuldenmanagement des Staates zuständig ist, hat gerade eine fünfjährige Anleihe verkauft. Der Zinssatz lag bei 1,73 Prozent.

Das ist leider nicht nachvollziehbar. Ein Blick auf die Website der BfA zeigt ganz andere Zinssätze.
Möglicherweise werden hier wieder Zinsen und Rendite vermischt. Erstere zahlen wir.

Der sichere Hafen

macht aber einheimische Finanz-Industrie kaputt. 300 Millionen Einsparungen sind den Lebensversicherern und Pensionskassen weggenommen!

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Aber nur für Schrott

Denn da gibt es schon genügend.

Gast: Hinterfrager
12.04.2012 10:17
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Schuldenschnitt für Spanien?

"Es ist nicht auszuschließen, dass es in beiden Ländern zu einem Schuldenschnitt wie in Griechenland kommen wird. (Portugal und Spanien )"

Spaniens Staatsschuldenquote liegt ungefähr bei der von Österreich, also ca. 70%. Mit Portugal, das heuer auf 110% kommt, ist das überhaupt nicht vergleichbar. Italien mit 120% Staatsschulden ist gar nicht erwähnt.

Spaniens Problem sind die mit Immobilienkrediten belasteten Banken. Eher müssen die vom EFSF aufgefangen werden.

Eher ein Pyrrhussieg,

denn dem steht gegenüber, dass wir Mitzahler und Mitgarant der Rettungsschirme, und dem nach oben unlimitierten ESM, ohne Einspruchsmöglichkeit dagegen, sind.

Und je größer die Zinsenschere "Süd - Nord" wird, desto größer werden Risiko und Summen, weitere Milliarden über die o.a. Instrumente wegzahlen zu müssen. Wobei spätestens dann ebenfalls die Summe der Neuverschuldung und die Zinsen dafür steigen werden.

König Pyrrhus hatte erkannt, dass solche Siege zum eigenen Niedergang führen. Heutige Regierungen werden das eher - für einige Wochen - als Meisterleistung des eigenen "Intellekts" feiern.

"Das überrascht ein wenig."

wen überrascht das?
die ratingagenturen vielleicht. doch dass dort wenig expertise doch dafür viel, viel 'politik' die ergebnisse diktiert, ist doch bekannt.
motto der manager dort: je feiner der zwirn, desto kleiner das hirn.

wen überrascht das?
die journaille?
wo noch viel weniger hirn zu hause ist als in ratingagenturen? wo noch viel mehr politik und ideologie gemacht statt schlicht informiert wird?

wen überrascht das?
den intellektuellen grind österreichs, genannt poster mit wutbürger-touch?
posten ist eine lustige freizeitbeschftigung. wer das ernst nimmt und daher überrascht ist, dass seine eigene ansicht nicht bestand hat, sollte sich lieber ein paar freunde suchen und kartenspielen. sich selbst als poster ernst nehmen und sich als experte aufspielen und dann blöd dastehen: das kann ihr leben echt vermiesen!

also WEN überrascht das?

Re: "Das überrascht ein wenig."

Hey, was nimmst du ....DAS WILL ICH AUCH

Gast: Das überrascht ein wenig
12.04.2012 01:32
0 1

Der gehobene Leser informiert sich...

Dann wäre die Überraschung das wir nach Verlust von AAA weniger Zinsen zahlen nicht so eine Überraschung sondern die Realität.

Die einzigen die Panik bekamen war die Regierungen um ein Sparprogramm durchzuziehen in denen sich ihre Haberarer noch mehr bereichern können und die Zeitungsfrtzen wurden zu verbündeten der Hornluftbäser...

Der Rest, also die Leser wußten es schon am Tag des Ereignisses, die Welt geht nicht unter mit AA-, von dem abgesehen hat man ohnedies Griechenland um sich weiter zu bereichern, alleine das Zögern Deutschlands wegen dem Schuldenschnitt um mehre Wochen wurde für dieses Land ein Milliardengeschäft im positiven Sinn, die deutsche Zeche zahlt Griechenland, die österreichische wohl Portugal....

oesterreich ist kein sicherer hafen

noch nicht mal annaehernd

das land ist bankrott & die schulden koennen nie wieder zurueck gezahlt werden, sondern nur durch neu-emission von nocht mehr anleihen kann man sich noch ueber wasser halten

der einzig sichere hafen ist das an sicherer stelle vergrabene gold - das schuldet niemand irgendetwas und es ist sehr transportabel / hat eine hohe wertdichte


Antworten Gast: jsdoj
12.04.2012 01:12
1 0

Re: oesterreich ist kein sicherer hafen

wenn der politische wille vorhanden waere haetten wir seit jahren einen relative neuverschuldung unter der inflationsrate. auch zukuenftig sollte das kein problem sein nachdem sich wohl genug europaeische staaten nach einer hoeheren inflation sehnen und die ezb des oefteren zeigte was von ihrer unabhaengigkeit zu halten ist.

Telecom Austria in Bulgaria (Mtel) has threatened me


with cutting off my fingers if I do not participate in their cartel in the telecommunication industry in Bulgaria. It have been done through involuntary implanted small device similar to hearing apparatus in my sinuses, connected to nerves, controlled wireless with their network. Many politicians and Government servants in Bulgaria are controlled in a similar manner.
-Detsche telecom was fined 100 mill for bribing a Balkan country regulator, where the other palyer is Telekom Austria.
-The corruption scanal in Telekom Austria led to the resignation of a former Chacellor.
http://convergingtechnology.eu/threats-for-developing-countries/

Antworten Gast: gradnochnüchtern
11.04.2012 22:03
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Re: Telecom Austria in Bulgaria (Mtel) has threatened me

vifile regtshraibfela get in poa zäun? bite du nix mea schreibn!

Hobbyökonom