Staatsbank mit größtem Spanien-Risiko belastet

17.04.2012 | 18:21 |  CHRISTIAN HÖLLER (Die Presse)

Die "Bad Bank" der Kommunalkredit ist am stärksten in Spanien und in Portugal investiert. Laut „Presse“-Informationen liegen die Risken der KA Finanz in Spanien und in Portugal bei in Summe 1,6 bis 1,7 Mrd. Euro.

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Wien. Laut Auskunft der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sind die heimischen Finanzkonzerne mit 4,3 Mrd. Euro in den Euro-Problemländern Spanien und Portugal engagiert. Davon entfallen 3,5 Mrd. Euro auf Spanien und 800 Mio. Euro auf Portugal. Eine genaue Aufschlüsselung auf die einzelnen Institute gibt die Nationalbank nicht bekannt. Der für die Bankenaufsicht zuständige OeNB-Direktor Andreas Ittner glaubt aber nicht, dass in Spanien ein Zahlungsausfall wie in Griechenland bevorsteht.

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„Die Lage ist nicht mit Griechenland vergleichbar“, versicherte Ittner am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Und selbst wenn es zu einem Schuldenschnitt kommt, wäre die Situation für Österreichs Banken verkraftbar.

Dem Vernehmen nach ist von allen österreichischen Finanzkonzernen die KA Finanz, die staatliche Bad Bank der Kommunalkredit, am stärksten auf der Iberischen Halbinsel engagiert. Das genaue Risiko lässt sich nicht beziffern, denn die KA Finanz ist die einzige österreichische Großbank, die sich weigert, Details zum Spanien-Obligo bekannt zu geben. „Wir sind gerade in der Phase der Bilanzerstellung und wollen dazu nichts sagen“, heißt es.

Staatsbank hält hoch riskante Papiere

Laut „Presse“-Informationen liegen die Risken der KA Finanz in Spanien und in Portugal bei in Summe 1,6 bis 1,7 Mrd. Euro. Dabei geht es meist um Kreditausfallversicherungen (CDS). Mit diesen Wertpapieren sicherten sich internationale Investoren bei der KA Finanz gegen eine Pleite von Staaten ab. Können die Regierungen in Madrid und in Lissabon ihre Forderungen nicht erfüllen, kommt die österreichische Staatsbank zum Handkuss.

Aufgabe der Kommunalkredit war es eigentlich, den Gemeinden günstige Kredite zur Verfügung zu stellen. Doch der frühere Vorstand ging auch hoch riskante Finanzgeschäfte ein. Bei der KA Finanz gibt es noch immer Kreditausfallversicherungen in der Höhe von 9,2 Mrd. Euro. Dabei geht es meist um Garantien für Staatsanleihen von Ländern wie Irland, Portugal, Spanien und Italien. Die Justiz ermittelt seit Jahren gegen den früheren Vorstand und Aufsichtsrat wegen des Verdachts der Untreue.

Nach dem Schuldenerlass in Griechenland musste der Bund bei der KA Finanz mit einer Mrd. Euro einspringen. In Summe ist der Bund bereits mit 1,8 Mrd. Euro bei der Bad Bank investiert. Hinzu kommen noch Haftungen von sechs Mrd. Euro.

Die anderen Großbanken haben mittlerweile ihre Risken in den angeschlagenen südeuropäischen Ländern reduziert.
•Erste Bank: Auf Platz zwei nach der KA Finanz folgt die Erste Bank. Diese beziffert ihr Obligo gegenüber Spanien mit 732 Mio. Euro und gegenüber Portugal mit 112,6 Mio. Euro. Anders als bei der KA Finanz geht es hier aber meist nicht um Staatsrisken. „Das Risiko gegenüber dem spanischen Staat liegt bei 23,8 Mio. Euro und jenes gegenüber dem portugiesischen Staat bei 5,6 Mio. Euro“, so eine Sprecherin.

Treichl: Spanien wird es schaffen

Erste-Bank-Chef Andreas Treichl ist allerdings überzeugt, dass es Spanien schaffen wird: „Spanien hat viele starke Firmen und gute große Banken.“ Das Furchterregendste in Spanien sei aber die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die mit einem harten Sparprogramm nur schwer beseitigt werden kann, meinte Treichl am Montagabend.
•Raiffeisen Zentralbank (RZB): Das Spitzeninstitut der österreichischen Raiffeisenbanken bezifferte am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz ihre Außenstände auf der Iberischen Halbinsel mit 816 Mio. Davon entfallen 707 Mio. Euro auf Spanien und 109 Mio. Euro auf Portugal. Hier handelt es sich ausschließlich um Forderungen gegenüber spanischen und portugiesischen Banken. „Wir haben hier keine Staatsrisken“, betont RZB-Risikovorstand Johann Strobl.
•ÖVAG: Das Spitzeninstitut der Volksbanken, das vor Kurzem mit der Verstaatlichung vor der Pleite gerettet wurde, ist mit 320 Mio. Euro in Spanien und mit 76 Mio. Euro in Portugal engagiert.
•Bank Austria: Die UniCredit-Tochter beziffert das Spanien-Volumen mit 16 Mio. Euro. Bei Portugal geht es um 50 Mio. Euro. „Das ist eine vernachlässigbare Größe“, so ein Banksprecher.
•Bawag: Gelassen blickt auch die Bawag auf die Vorgänge auf der Iberischen Halbinsel. Denn das Spanien-Engagement liegt bei zwölf Mio. Euro. Keine Forderungen gibt es gegenüber Portugal.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.04.2012)

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22 Kommentare
Gast: Sicheritter
18.04.2012 19:20
1

Ab zum Konkursrichter

Laßt diese Zocker endlich die Konsequenzen ihres Handelns spüren!

Unser Rechtssystem wird permanent durch Übernahmen dieser "Problemfälle" durch den Staat mit Füßen getreten, die Schuldigen mit Boni auch noch belohnt. Übrig bleiben letztlich total enteignete Menschen, die dieses Desaster nicht nur in Österreich (!) ausbaden müssen. Probleme rettet man nicht, man beseitigt sie.

Die Banken sind nur Spieler in diesem System, die Verflechtungen und das Geklüngel zwischen Hochfinanz und Politik unerträglich. Jedoch das eigentliche Problem in Europa heißt Euro.

Das bald zu ratifizierende Konstrukt ESM besiegelt diesen Wahnsinn auch noch. Dann haben wir es geschafft, dann sind unsere Vorväter in all den unsäglichen Kriegen umsonst gestorben. Dann wird es heißen: Österreich WAR frei. Wollen Sie das?

Gast: steuersklave
18.04.2012 13:04
1

ach all diese experten

nur zur erinnerung, wofür all diese "experten" wirklich gut sind...

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/handelsblatt-aktion-wir-kaufen-griechische-staatsanleihen/3426508.html

... als kontraindikatoren

Gast: Gewerke
18.04.2012 12:14
0

Bis zum bitteren Ende !!

die anstudierten theoretiker u. hascherln aller (eu)länder ruinieren mit ihrem "keine ahnung haben" den gesamten kontinet !! jeder (kleine) handwerker,frächter etc. braucht berufserfahrung um in weiterer folge eine konzession zu bekommen um eben ein unternehmen zu gründen od. zu führen ,nur in der politik muss man keinen nachweis bringen jemals in der richtigen wirtschaft(der privatwirtschaft) tätig gewesen zu sein,speziell in resorts wie wirtschaft u. finanzen ist das fatal(wie jeder sehen kann) !! weiters sehe ich auch die mangelnde internationale erfahrung diverser staatshilfebank- manager als riesen- problem,auch hier müsste man verlangen können in mehreren int. banken/unternehmen schon tätig gewesen zu sein um selbst ein bank führen zu können(ich mein eben auch mehr als 1O km weit weg von der heimischen milchsammelstelle oder der uni an der man bwl studiert hat) !!

Gast: Anarchokapitalist
18.04.2012 10:15
2

Spanien ist

das nächste Schuldendebakel in Europa!

Man kann den Schwachsinn

einfach NICHT mehr hören!
Die Länder der Erde haben alle das gleiche Problem: Die implodierende KORRUPTION
Jetzt wird hin und her geschlichtet und geschichtet und bla-bla-bla.

Alles BLÖDSINN.


Antworten Gast: radius
18.04.2012 09:19
3

In Deutschland gibt es wenigstens noch mutige Menschen, nein Eliten.

Bei uns sind die offenbar alle nur Ar...kriecher.

Gast: Hans im Glück
18.04.2012 08:24
1

Hoffentlich behalten sie diese Nicht-Wertpapiere bis zum bitteren ENDE.

Nichts aus Griechenland gelernt?

Telecom Austria in Bulgaria (Mtel) has threatened me

with cutting off my fingers if I do not participate in their cartel in the telecommunication industry in Bulgaria. It have been done through involuntary implanted small device similar to hearing apparatus in my sinuses, connected to nerves, controlled wireless with their network. Many politicians and Government servants in Bulgaria are controlled in a similar manner.
-Detsche telecom was fined 100 mill for bribing a Balkan country regulator, where the other palyer is Telekom Austria.
-The corruption scanal in Telekom Austria led to the resignation of a former Chacellor.
http://convergingtechnology.eu/threats-for-developing-countries/

Telecom Austria in Bulgaria (Mtel) has threatened me


with cutting off my fingers if I do not participate in their cartel in the telecommunication industry in Bulgaria. It have been done through involuntary implanted small device similar to hearing apparatus in my sinuses, connected to nerves, controlled wireless with their network. Many politicians and Government servants in Bulgaria are controlled in a similar manner.
-Detsche telecom was fined 100 mill for bribing a Balkan country regulator, where the other palyer is Telekom Austria.
-The corruption scanal in Telekom Austria led to the resignation of a former Chacellor.
http://convergingtechnology.eu/threats-for-developing-countries/

Gast: 1. Parteiloser
18.04.2012 07:59
4

Der Versuch einer Gesamtbetrachtung!

Bekannt sind ja etwa folgende gesamte Ausfallsrisiken:

Direkte Staatsbanken
HGAA:..................5 - 10 Mrd. Euro
Kommunalkredit:...3 -7 Mrd. Euro
ÖVAG:..................1 -4 Mrd. Euro
Hypo Tirol:............0,2 - 0,5 Mrd. Euro
Andere Hypos: noch unbekannt
Es könnte, wenn es ungut läuft, in den nächsten Jahren einen Schaden für die kommenden Steuerzahler (Kinder Österreichs) von bis zu 20 Mrd. Euro bedeuten. Kommt aber nicht plötzlich, weil sich in vielen kleinen Schritten veröffentlicht wird.

Genossenschaftsbanken (indirekte Staatsbanken, weil Parteibonzenhochburgen)
Raiffeisenbereich:......bis 50 Mrd. Euro
Sparkassenbereich:....bis 50 Mrd. Euro
Das Risiko der Großbanken kommt weniger von Staatspapieren, das Risiko kommt von der großen Masse an Krediten im CEE Raum. Ob das Risiko auch schlagen wird, das hängt wohl an der Ruckzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer ab, auch von der Werthaltigkeit der Sicherheiten (wenn diese überhaupt vorhanden sind).

Über alles gesehen passt das wohl doch ganz gut zur gesamten Staatshaftung von bis zu 100 Mrd. Euro für die Banken Österreichs, welche der Hr. J. Pröll geschaffen hat. Jeder Österreichische Haushalt wurde also mit knapp 30.000.- Euro zur Haftung genommen.

Dazu kommen noch die Haftungen / Sicherheiten, welche Österreich bei der OeNB picken hat, bzw. als zwischenstaatliche Kredite / Haftungen vergeben hat.

Die gesellschaftlichen Monster sind heute das Staatsunwesen und das Finanzunwesen.

Und wieder werden wir blechen

Durch das Anwerfen der Geldpresse (2 x jeweils über Euro 500 Mrd wurden von der EZB an die Banken zu einen Zinssatz von 1 % verborgt) bzw. die Vergemeinschaftung des Risikos durch die Aufstockung des Rettungsschirmes hat man lediglich etwas Zeit gewonnen ohne auch nur der eigentlichen Problemlösung auch nur einen kleinen Schritt näher gekommen zu sein.

Nachdem die Staatenlenker ihre Hausaufgaben nicht erfolgreich absolviert haben, werden die Märkte mit voller Härte zurückschlagen, was zuerst zu Rückstufungen der Banken, dann der Staaten und damit zu steigenden Finanzierungskosten führen wird, was sich letztendlich in steigenden Budgetdefiziten niederschlagen wird.

Um die entstehenden Lücken zu füllen wird an der Steuerschraube neuerlich gedreht werden und es wird zu weiteren Transferleistungskürzungen kommen, womit das nächste Sparpaket nach dem z. T. noch nicht einmal in Kraft befindlichen größten aller Zeiten vor der Tür steht.

Und wieder einmal droht bei einem nach dem Proporz besetzten Finanzinstitut ein hoher Schaden für den österr. Steuerzahler.

"Das Grundübel bleibt, dass die Staaten nicht mit Geld umgehen können"

Die nächste Krise lässt sich wohl nicht mehr mit Geld lösen:

http://bit.ly/I50mNf

Re: "Das Grundübel bleibt, dass die Staaten nicht mit Geld umgehen können"

Staatliche Industrie
SO funktionierts:
http://666kb.com/i/c31pg31l2tztdcm0n.png

Wer hat jetzt die Verantwortung?

Und die Hypo hat keine Spanien ,Portugal Papiere. Das nächste Kürzungs-Paket Lässt grüßen!

Gast: grussvonderinsel
17.04.2012 23:27
1

nicht nur die

Da gibt es doch auch eine grosse Bank, die hat nicht nur einen Mehrheitseigentümer der die Aktien auf Pump gekauft hat, sondern auch einen krachenden Spanier als 10pct Shareholder..

Gast: April
17.04.2012 23:23
6

Der größte Skandal und niemand spricht darüber

Die KA Finanz hat rd. 3 Mrd. an CDS für Spanien in den Büchern. Von der Griechengeschichte ganz zu schweigen.

"Aufgabe der Kommunalkredit war es eigentlich, den Gemeinden günstige Kredite zur Verfügung zu stellen. Doch der frühere Vorstand ging auch hoch riskante Finanzgeschäfte ein."

Und diese vom Kerngeschäft meilenweit entfernten und dieses Kerngeschäft nachhaltig gefährdenden Geschäfte sind niemand aufgefallen ?
Keinem Controlling, keiner internen Revision, keinem Aufsichtsrat, nicht der FMA, nicht der ÖNB ?

Und im Untersuchungsausschuss untersuchen sie irgendwelche 10.000 Euro vom dritten Hinterbänkler der ÖVP. Lächerlich.

"Die Justiz ermittelt seit Jahren gegen den früheren Vorstand und Aufsichtsrat wegen des Verdachts der Untreue."

Und ?
Ergebnis ?
Null.

Widerlich.
Ekelhaft.
Widerstand.

Antworten Gast: mysterium
18.04.2012 09:27
0

Das befähigt zum Unterrichtsminister.


Re: Der größte Skandal und niemand spricht darüber

Dort wurden NUR Korrupte hingehockt.
Kompetenz und Gemeinwillen gleich NULL.

Gast: Bärenfalle...
17.04.2012 21:44
8

Super Statement *G*

„Die Lage ist nicht mit Griechenland vergleichbar“

Stimmt.

Spanien ist etliche Hausnummern größer als Griechenland *G*


ka Bank

Sie Glauben doch nicht, dass es irgendeinen Politiker schert, was seine Entscheidungen auslösen?

Gast: Martin_S
17.04.2012 20:56
8

Wo bleibt

die Verantwortung von BM Schmidt?? Wo bleibt da der U-Ausschuss? Wo bleibt hier die Selbstdarstellung von Pilz?? Aso, wurde ja gekauft. Somit "alles palletti" die paar Netsch.... VIEL WICHTIGER sind ja 10.000 Euro oder weniger... Um Milliarden können sich die Grünen doch net kümmern in iherer "Supersauberrolle".. und scho gor net wenn die roten den Topfn verzopft hobn!

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