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Gemeindefinanzen: Profiteure des Sparpakets

18.04.2012 | 16:49 |   (Die Presse)

Den Kommunen winken zusätzliche Einnahmen durch die im Sparpaket beschlossene Steuer auf Umwidmungsgewinne. Der österreichische Städtebund will höhere Grundsteuer und drängt auf die Zusammenlegung von Gemeinden.

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Wien/ju. Das zwecks Sanierung des Bundesbudgets geschnürte Spar- und Belastungspaket bringt den Gemeinden mehr Geld und führt deshalb zu einer weiteren Entspannung der finanziellen Situation der Kommunen. Das geht aus der am Mittwoch vorgelegten Gemeindenfinanzprognose 2012 bis 2016 des Zentrums für Verwaltungsforschung (KDZ) hervor.

Schon 2011 hat sich die finanzielle Situation der Gemeinden durch Änderungen im Finanzausgleich verbessert. Jetzt winken den Kommunen zusätzliche Einnahmen durch die im jüngsten Sparpaket beschlossene Steuer auf Umwidmungsgewinne.

Insgesamt wird sich die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden in den kommenden Jahren bis 2016 auf dem Niveau von 2011 stabilisieren. Die Ertragsanteile, die den Gemeinden überwiesen werden, dürften um durchschnittlich 3,6 Prozent pro Jahr steigen, die Personalausgaben um 2,4 Prozent. Das Wachstum der Personalausgaben wird sich damit gegenüber den vergangenen Jahren (vier Prozent im Schnitt) deutlich einbremsen. Die Ausgaben der Gemeinden für Träger öffentlichen Rechts (etwa Gemeindespitäler) werden um 4,8 Prozent jährlich wachsen. Für Investitionen werden den Gemeinden aus der laufenden Gebarung 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro im Jahr zur Verfügung stehen, real sei das gegenüber den „Vorkrisenwerten“ von 2007 und 2008 eine Verringerung um 20 Prozent.

Kleingemeinden sind teuer

Vor der kommenden Verhandlungsrunde für den neuen Finanzausgleich bringen sich die Städtebund-Vertreter mit einem Forderungskatalog in Stellung. KDZ-Geschäftsführer Peter Biwald hätte etwa gern eine umfassende Reform des Transfersystems, das die Überweisungen der Länder an die Gemeinden umfasst. Derzeit wirke das System strukturkonservierend, meinte Biwald. Konkret würde dieses System Strukturen mit relativ hohen Ressourcenverbräuchen erhalten. Die automatische Abgangsdeckung durch die Länder biete den Kommunen keinerlei Motivation, hier Maßnahmen zu setzen.

Eine dieser Maßnahmen wären etwa Gemeindezusammenlegungen: Laut KDZ funktioniert die Verwaltung am kostengünstigsten in mittleren Gemeinden mit 2500 bis 10.000 Einwohnern. Dort lägen die Verwaltungsausgaben pro Einwohner bei knapp über 200 Euro im Jahr. In Kleingemeinden mit weniger als 1000 Einwohnern seien sie dagegen doppelt so hoch. Das derzeitige Transfersystem bevorzuge aber gerade solche Kleingemeinden, sodass keinerlei Motivation bestehe, die Verwaltungskosten durch Gemeindefusionen zu optimieren.

Dabei wäre aber nicht wenig Geld zu gewinnen: Größere Gemeinden (etwa in Form von Kooperationen, aber auch von Fusionen) und eine Umstellung des Transfersystems brächten den Gemeinden insgesamt ein Einsparungspotenzial von fünf Prozent der laufenden Gebarung (exklusive Transfers und Zinsen). Das wären immerhin 400 Mio. Euro im Jahr.

„Grundsteuer stark erhöhen“

Der Generalsekretär des Österreichischen Städtebunds, Thomas Weninger, ist mit dem Sparpaket an sich zufrieden, verlangt aber eine Ausnahme für die Gemeinden: Schulbauten sollten weiterhin umsatzsteuerbefreit sein, was den Gemeinden einen höheren zweistelligen Millionenbetrag ersparen könnte. Weninger spricht sich auch für eine Erhöhung der Grundsteuer um 25 Prozent aus. Dies solle den Gemeinden Mehreinnahmen verschaffen.

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8 Kommentare
Gast: nachvollziehbarkeit
30.04.2012 19:02
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grundlage

ich frage mich aus welchen positionen im rechnungsabschluss sich diese verwaltungskosten zusammensetzen...scheint eher willkürlich bzw. gewüschte ergebnisse bestätigend gewählt.

Gemeinden sollten ihre Chancen nutzen

Die Gemeinden denken nur in den Schienen, die ihnen jetzt bereits gelegt wurden.

Warum die Grundsteuer erhöhen? Das trifft die Bauern in ländlichen Gemeinden. Warum nicht einfach Steuerhoheit über gewisse Bereiche einführen? So Einbehalten der Möst. Teil der Lohnsteuern, oder sowas.
Außerdem die AK könnte man auch anzapfen, (wenns der ÖGB schon macht), ... war ein Scherz.

Die Gemeinden könnten dann effzientere Entscheidungen treffen. Vielleicht ihre Schulgebäude thermisch sanieren (geht ja jetzt nicht, weil dann die EVN/EnergieAG/.... nicht so viel verdient),

Sparen sollte ein Bürgermeister schon können. Und die meisten werden es lernen müssen.

Was aber noch mehr sein wird: Das Land ist kein Goldesel den man melken muß!

Gast: erlauf
18.04.2012 23:23
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Doie Dorfkaiser gehörten schon längst abgeschafft

Gemeinden sind zu klein um zu bestehen, aber gross genug dass sich jeder Dorfkaiser als Alleinherrscher fühlen kann...

Heute sind nurmehr Bergbauern, Hausfrauen oder Friseusen für dieses AMt zu kriegen...

Wer Seriöser ist schon lange nichtmehr zu begeistern für das Bürgermeisteramt.

ALLES hat zugesperrt:
die Forstverwatlung der Öst. Bundesforste
Das Postamt
Der Bahnhof
die GEschäften
Kindergärten

NUR das Gemeindeamt wird immer grösser - jetzt schon 20 Leute in einer Gemeinde mit ca. 3000 Einwohner!

Ein Wahnsinn...

Und - Raumplanung ist keine zu bemerken.

KLar, wenn HAusfrauen oder Kleinbauern "oberste Raumplanungsherren" spielen dürfen...

Die Sünden sieht man an der Zerhüttelung und VErschandelung der Landschaft - alles verhüttelt...

Jetzt beginnt man in jeder Region eigene VErkehrsverbünde (meist von Ländern aus) zu schaffen.
So gerät man alle 50km in ein fremdes TArifgebiet, die Zeitkarten und ERmässigungskarten enden dann an der Landesgrenze...

Sinnvoll!

EURopa wird vereinigt, vom Nordkapp bis Kreta- aber in Österreich fangen die jetzt an die ÖBB zu zerschlagen und in jedem Tal eine eigene VErkehrsregion zu schaffen (dafür mit Quoten-"verkehrsmänägerinnen"!).

Es müssten lebensfähige Strukturen geschaffen werden, die professionell betreut werden könnten, und die Raumplanung müsste den Bürgermeistern entzogen werden.

Die haben meist nicht die Fähgikeit dafür!

WArum hat Öst. die besten Geographen, Raumplaner, etc. wenn dann an den Machthebeln Friseusen sitzen?

Re: Doie Dorfkaiser gehörten schon längst abgeschafft

Noch zu den Verkehrregionen.

Das liegt daran, dass zentralistische ÖBB-Manager im Nationalrat verhindern, dass es ein "Ticket-Roaming" in ganz Österreich gibt.
Das wäre nämlich Geschäftsschädigend.

Es gibt dann doch Regionen, weil alles kann die ÖBB auch nicht machen (muss ja Pensionen zahlen), und in denen darf man dann fuhrwerken.

Besser als gar nichts. Scheitern tuts am nicht richitg liberalisierten Markt.

Antworten Gast: Fprester
19.04.2012 08:50
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Re: Die Dorfkaiser gehörten schon längst abgeschafft

So ganz logisch ist diese Betrachtung nicht. Gemäss aufgeführter Statistik liegt das Verwaltungskostenoptimum bei einer Gemeindegrösse von 2500-5000 Einwohnern. Darunter und darüber steigen die Pro-Kopf-Kosten wieder an.

Interessant ist hier ein Vergeich mit der Schweiz, wo die Gemeinden eine weitgehende Finanzautonomie haben (->Steuerwettbewerb, Bürgerversammlungen bestimmen über Investitionen etc.). Die Steuertarife sind in den mittelgrossen Gemeinden (5000-10'000 E) am tiefsten. Dies würde das im Artikel erwähnte Kostenoptimum bei mittelgrossen Gemeinden bestätigen.

Antworten Antworten Gast: @Fprester
19.04.2012 10:14
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Re: Re: Die Dorfkaiser gehörten schon längst abgeschafft

Woher haben sie die Weisheit dass "das Verwaltungsoptimum bei einer Gemeindegrösse von 2500 EInwohnern" liegen sollte?

Hab ich noch nie gehört.

Warum hat dann Dänemark die Untergrenze der Gemeinden auf 20.000 Einwohner festgelegt?

Udn- wenn ihre Aussage stimmen würde, dasnn müsste faktisch in jeder Gasse in Wien ein "Gassenbürgermeister" inkl. Verwaltung mit 15 Mitarbeitern gegründet werden.

Wenn - wie siemeinen - das "Optimum" bei 2500 Einwohnern liegt.

Die kleinste Verwaltungseinheit in Wien etwa ist der Bezirk, der ca. 70.000 Einwohner hat.
Und das soll schlechter sein?

Sie glauben also man müsste die Wiener Bezirke in jeweils 10-20 Stadtgemeinden aufteilen...

Ich glaube:
die Gemeindegrössen sind viel zu klein; gut, amn könnte ja Bürgermeister als eine Art Gemeindeobmann aufstelllen, halbehrenamtlich, um alte Mütterchen zu gratulieren und das Faschingskränzchen zu organisieren.

In unserer Gemeindezeitung (3000 EW) kommen ja hptsl. eh nur mehr so "Wichtige" Themen wie der Faschingsumzug, die freiwl. Feuerwehr oder das Hallenbad vor.
Wichtige Themen werden total UNDEMOKRATISCH abgehandelt, wie Raumplanung, Wirtschaftsansiedelung, VErkehrsplanung, allg. Verwaltung, usw.

Reine Diktatur!

Problem ist, durch die kleine Strukturgrösse mangelt es an Professionalität, und es ist veraltet die oft willkürlichen Strukturen zu erhalten.

Konzerne etwa planen europaweit, und es müsste eine überregionale zentrale Planugn für ländliche Räume geben - weg vom Dorfkaisertum!

Re: Re: Re: Die Dorfkaiser gehörten schon längst abgeschafft

Das mit 2500 (-10000) steht im Artikel!

Und tendenziell ist kleiner effizienter. Außer bei Nutzung von Skaleneffekten, wie bei Kanal und Energie. Da würden aber überregionale Versorger sowieso besser funktionieren.

Zur Gemeindezeitung: Glauben sie wirklich, dass in Wiener Bezirkszeitungen was anderes steht? Es fehlt am Land normalerweise die Hasstirade eines FPÖlers.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: erlauf
19.04.2012 13:07
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Re: Re: Re: Re: Die Dorfkaiser gehörten schon längst abgeschafft

Und tendenziell ist kleiner effizienter.

Vielleicht vor 200 Jahren, wo man eine Tagesreise von Scheibbs nach St. Pölten brauchte.

heute, wo jeder bis zu 100km täglich zur Arbeit fährt, ist das vorsintflutlich.

Je kleiner die Verwaltungseinheit desto unprofessioneller.

In unserer Gemeinde regiert Despotie, Demokratiemangel, Unprofessionalität und Sorglosigkeit.

Die kriegen vieles garnicht mit, verwalten einfach vor sich hin.

Was soll das bringen?

Ich vergleiche das etwa mit einem Supermarktkonzern:

Der hat 500 Filialenin Österreich, aber beschäftigt nur 60 Leute in der Verwaltung!

Alles ist extrem effizient zentral organisiert.
Denn - Abläufe, Handlungsabläufe sind normiert, in jeder Filiale treten ja die selben Probleme und Gesetzmässigkeiten auf.

Stelle dir vor, wenn jetzt jede einzelne dieser 500 Fililalen selbstorganisert wäre.

Wieviel Leute würde man zur Verwaltung dann benötigen?

Statt 60 wie jetzt dann 2000 bis 3000...

Und es wäre nix gewonnen ausser Bleistiftspitzer und Sesselsitzer!

Bei Gemeindenists genauso:
es treten in jeder Gemeinde die genau selben Probleme, Handlungen auf.
Man müsste hier Normieren ujnd vereinheitlichen.

Z.b.:
WARUM ist jede Gemeindehomepage anderst?
Bei jeder Gemeinde muss ich mühsam mich zurechtfinden.
Man könnte doch eine GrundHP machen, was die Handhabung stark erleichtern würde.
Man wüsste bei jeder Gemeinde wo man was findet.

So ists eine Herumpfuscherei, symptomatisch für die jetzige Verwaltung...

Hobbyökonom