OMV-Chef will EU-Strategie für Schiefergas

18.04.2012 | 17:16 |   (Die Presse)

Die US-Wirtschaft profitiert schon von niedrigeren Gaspreisen, sagt Gerhard Roiss. Er fordert europäische Strategie bei der Erschließung von Schiefergas. Bisher gibt es keine einheitlichen gesetzlichen Regelungen.

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Wien/Eid. OMV-Chef Gerhard Roiss fordert eine europäische Strategie bei der Erschließung von Schiefergas. Bisher gibt es europaweit keine einheitlichen gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der möglichen Förderung von Schiefergas. Die USA und China seien dabei weiter. Vor allem in den USA sei deshalb auch der Gaspreis gefallen. „Schiefergas hat große Auswirkungen auf die Wirtschaft“, so Roiss bei einer Veranstaltung der PR-Agentur Grayling.

In Europa sollen in elf Ländern Lizenzen vergeben werden. Allerdings setze Europa auf nationale Strategien, kritisierte Roiss. „Wir müssen uns fragen, wie viele Arbeitsplätze kostet das in zehn Jahren, wenn wir im internationalen Wettbewerb auf Schiefergas verzichten?“ Solche Projekte dürften aber nicht gegen die Bevölkerung durchgeführt werden. „Uns fehlt in vielen Fällen – nicht nur bei Schiefergas – eine Informationsstrategie“, meinte Roiss.

Die OMV setzt weiter auf Öl und Gas, wobei der Öl-Anteil zurückgeht. Auch künftig werden diese fossilen Energieträger mehr als 50 Prozent des Energiebedarfes Österreichs abdecken. Bei erneuerbaren Energien will Roiss in die zweite Generation einsteigen. So setze die OMV etwa auf Wasserstoff, der wiederum aus Gas erzeugt werden soll.

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Neue Vorkommen erschließen

In Europa ist der Gasbedarf in den vergangen 20 Jahren um 40 Prozent gestiegen. Derzeit verbraucht Europa jährlich rund 550 Mrd. Kubikmeter Gas, bis 2020 dürften 50 bis 80 Mrd. Kubikmeter dazukommen. Weil die Produktion in Europa zurückgeht, müsse man neue Felder erschließen oder die Abhängigkeit von Russland steige, sagte Roiss. Der Fokus der OMV liegt auf der Schwarzmeerregion, wo jüngst ein riesiger Erdgasfund mit dem US-Partner Exxon gelang.

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8 Kommentare

was der rois will, interessiert uns gar nicht ....

die ömv als öiag-unternehmen, hat im dienste österreichs und seiner umwelt zu handeln.

der rois scheint ein rücksichtsloser neoliberaler manager zu sein, dem nachhaltigkeit, natur & landschaft, aber auch die menschen wurscht sind.

Gast: Verein für Hinterfragung
19.04.2012 19:08
0

Mich wurde interessieren was der 1952 geborene nach seinem Wirtschaftsstudium eigentlich so gemacht hat. Sein veröffentlichter beruflicher Lebenslauf beginnt 1990 bei der ÖMV.


Gast: oko
19.04.2012 08:31
0

geld

das ist ganz einfach

die region z.b. 100 000 ha oder mehr wird zum sperrgebiet erklärt, der grund abgelöst und die menschen können ein neues leben anfangen

aber was die omv will:
für einen bohrturm ein paar m2 und die bevölkerung hat den schaden, das kanns nicht sein

wasserstoff ja, dann aber schneller bitte
fisher tropfverfahren güssing seit 10 jahren in betrieb

mfg

Gast: invicia
19.04.2012 07:47
0

Gier

Die Gier wird die Menschheit vernichten.

Gast: SicherlicherEr
18.04.2012 23:02
0

Fracking

Werter Herr Roiss,
bitte bilden Sie sich bevor Sie öffentlich kommunizieren. Oder versuchen Sie einfach einmal Wasser zu trinken, das brennt.

Die Doku Gasland zeigt wunderbar, was rauskommt, wenn Schiefergas fachgerecht gefördert wird. Jeder kann und darf [und sollte] sich davon ein Bild machen.

http://www.youtube.com/watch?v=vi0u9it6GEY&feature=BFa&list=PL9C681A7732C2E80F&lf=results_main

Re: Fracking

Bildung ist allerdings ein bisserl mehr als der Film "Gasland". Denn vom Doku glotzen wird man noch lange nicht gebildet und auch kein Experte für Fracking und Tiefbohrungen. Zumal es ja auch "Gasland" mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. So ist die prägnanteste Szene des Films ja diejenige wo ein Einwohner das Wasser aus seiner Wasserleitung anzündet.
Was der Film allerdings tunlichst verschweigt ist die Tatsache, dass dies schon seit den 1930ern so ist, da dort eigentlich immer schon Methangas ins Grundwasser einsickert und dann natürlich in Wasserleitungen nach oben steigt. Lange bevor es Fracking und Tiefbohrungen überhaupt gab. Öko-Dokus nehmen es eben mit der Wahrheit nicht so genau und wollen oft mehr indoktrinieren wie bilden, das beste Beispiel ist ja auch der mit falschen Infos gespickte Film "Eine unbequeme Wahrheit".

Die OMV fördert außerdem schon problemlos seit Jahrzehnten Öl und Gas in einer ökologisch höchst sensiblen Zone (Wiener Becken, Marchfeld). Dass die OMV also rücksichtslos umweltgefährliche Technologie einsetzt, kann man wohl ausschließen. Denn damit würde sie im Falle eines Unglücks wohl auch ihre restliche Förderung in Österreich riskieren.

Antworten Gast: tztztz
19.04.2012 07:27
2

Re: Fracking

da macht einer einen Film über Plastik und alle finden Plastik doof...

kommt der nächste und macht einen Film über Gasbohrungen, die Aufgrund des Preisdruckes schlecht versiegelt sind und alle finden die ganze irrsinnig schlecht...

zum Glück macht ja niemand einen Film über verpfuschte Operationen, denn dann würd auch jeder auf einmal gegen Ärzte sein...

Aber immer schön die Heizung aufdrehen, stundenlang duschen und mit dem Auto in die Arbeit fahren, denn zum Glück wird unser Gas ja in solchen Ländern produziert, wo es nicht so sicher wie in Österreich zugeht...

Antworten Antworten Gast: rffg
19.04.2012 07:49
0

Re: Re: Fracking

soll halt der Preis steigen, und die Menschen werden schon ihr Verhalten anpassen

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