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AUA nimmt Kurs auf Tirol

19.04.2012 | 17:53 |   (Die Presse)

Die Fluglinie zieht den Betriebsübergang auf die Regionaltochter Tyrolean durch, womit der letzte noch offene Baustein des 263 Mio. Euro schweren Sparprogramms fixiert ist.

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Wien/Eid. Drei Monate dauerte der Schlagabtausch zwischen der AUA-Führung und dem Bordbetriebsrat bzw. der für Piloten und Flugbegleiter zuständigen Gewerkschaft Vida um eine deutliche Senkung der Personalkosten. Ohne Ergebnis. Am Donnerstag machte die AUA-Spitze ihre Drohung wahr, der Aufsichtsrat beschloss den Betriebsübergang auf die eigene Regionaltochter Tyrolean.

Damit ist der letzte Puzzlestein des von AUA-Boss Jaan Albrecht aufgesetzten 263 Mio. Euro schweren Sparprogramms gelegt, mit dem er die AUA nachhaltig sanieren will. Heuer will er 223 Mio. Euro heben. Ein Gutteil des Sparpotenzials kommt von AUA-Geschäftspartnern und Lieferanten wie dem Flughafen Wien und dem Caterer Do  &  Co. Die Politik soll der Fluglinie mit einer Senkung der Ticketsteuer entgegenkommen. 45 Mio. Euro forderte Albrecht vom Personal. Im Gegenzug zur Restrukturierung fließt nun die von der Lufthansa zugesagte Geldspritze von 140 Mio. Euro.

Nulllohnrunde für Bodenpersonal

Dieser Betriebsübergang, der nach dem Avrag (Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz) erfolgt, ist ab 1. Juli möglich. Dabei erhält das fliegende Personal der AUA (rund 2300 Piloten und Flugbegleiter) den um rund 25 Prozent günstigeren Kollektivvertrag (KV) der Tyrolean. Die AUA-Gehälter bleiben so lange eingefroren, bis die Tyrolean-Gehälter das AUA-Niveau erreichen. Das dauert Jahre. Da der AUA-KV durch die Airlineführung per 1. Juli gekündigt wurde, wird es für die AUA-Mitarbeiter neue Regelungen geben, die sich an jene der Tyrolean anlehnen. Der durch die Vida gekündigte Tyrolean-KV wirkt hingegen nach, sagte AUA-Vorstand Peter Malanik.

Bei den Bodenmitarbeitern gab es einen Pakt: Er umfasst eine Nulllohnrunde für 2013 und den Ausstieg aus dem bestehenden Pensionskassenmodell. Beim Flugpersonal stieß Albrecht mit der Forderung nach einem kostengünstigeren KV ohne automatische Inflationsabgeltung, ohne Annuitäten bzw. Biennalsprünge und ohne überdurchschnittliche Abfertigungen auf Granit. Piloten mit Altverträgen erhalten bis zu 39 Monatsgehälter Abfertigung.

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Bordbetriebsratschef Karl Minhard bot ein Paket im Volumen von 14 Euro jährlich plus 33 Mio. Euro Einmaleffekt an. Das war der AUA-Führung und der Konzernmutter Lufthansa zu wenig. Lufthansa-Boss Christoph Franz hat der maroden Tochter mehrfach die Rute ins Fenster gestellt. Der Konzern werde Verluste bei der AUA auf Dauer nicht akzeptieren, sagte er und forderte „wettbewerbsfähige Strukturen“ ein. „Wir haben mit der lebenswichtigen Entscheidung die AUA von strukturellen Altlasten befreit“, sagte Albrecht. Und er wies darauf hin, dass sich für den Passagier nichts ändere: „Die AUA bleibt die AUA.“ Der offizielle Name der Tyrolean – Austrian Arrows – verschwindet.

Die AUA-Piloten, vor allen jene 338 mit einem KV-alt, wollen den Umstieg nicht hinnehmen. Wobei es nicht nur um die Verschlechterung beim Gehalt geht. Zwischen Wien und Innsbruck fliegen seit der Übernahme der einstigen Swarovski-Fluglinie im Jahr 1998 die Pfeile. So etwa wurde auf Druck der AUA-Piloten vor ein paar Jahren die sogenannte „Scope Clause“ in den AUA-KV geschrieben: Demnach dürfen Tyrolean-Piloten nur Flugzeuge bis zu 110 Sitzen fliegen. Diese Klausel fällt auch per 1. Juli. Inzwischen wickelt die Tyrolean fast jeden zweiten Flug der AUA-Gruppe ab. Weshalb die Tiroler monieren, dass sie für viel weniger Geld dieselbe Leistung erbringen.

Rechtsstreit programmiert

Etliche AUA-Piloten liebäugeln mit dem „Abflug“. 40 haben schon ihr Ausscheiden – inklusive voller Abfertigung – fixiert. In Summe könnten es bis zu 200 sein. Ein Chaos im Sommerverkehr, wie von Minhard befürchtet, erwartet die AUA nicht. Tyrolean-Kopiloten seien in Kurzarbeit, zudem würden Tyrolean-Piloten auf Airbus umgeschult.

Die AUA-Führung wird sich zudem auf Rechtsstreitigkeiten einstellen müssen. Bordbetriebsrat und Vida stützen sich auf ein Gutachten der Rechtsanwaltskanzlei Freimüller/Obereder/Pilz & Partner, wonach „eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen nach der Kündigung des AUA- und Tyrolean-KV frühestens ein Jahr nach dem Betriebsübergang und nur mit Zustimmung der Mitarbeiter“ möglich sei. Die AUA beruft sich auf Rechtsanwalt Georg Schima, der meint, dass die AUA das Vorhaben ab 1. Juli durchziehen könne, sie müsse nur die Informationspflichten erfüllen. Am Montag informiert Minhard die Kollegen in einer Betriebsversammlung.

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76 Kommentare
 
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aua weah.....

diese ROTEN Ratten haben noch jeden Betrieb in den Abgrund gezogen!

Telecom Austria in Bulgaria (Mtel) has threatened me

with cutting off my fingers if I do not participate in their cartel in the telecommunication industry in Bulgaria. It have been done through involuntary implanted small device similar to hearing apparatus in my sinuses, connected to nerves, controlled wireless with their network. Many politicians and Government servants in Bulgaria are controlled in a similar manner.
-Detsche telecom was fined 100 mill for bribing a Balkan country regulator, where the other palyer is Telekom Austria.
-The corruption scanal in Telekom Austria led to the resignation of a former Chacellor.
http://convergingtechnology.eu/threats-for-developing-countries/

Wunderbare Gewerkschaft

In meiner Firma, einer Bank mit angeschlossener Werkbank ist es das normalste auf der Welt. Abteilung wird nicht mehr gebraucht -> verkaufen oder Tochtergesellschaft gründen -> schlechterer Kollektivvertrag -> Gehaltseinbüssen oder Kündigung. Habe die Gewerkschaft bei uns noch nicht gesehen, im ORF waren wir auch nicht jeden Tag.

Sie verdienen so gut weil sie schon so lange in der Firma sind -> -25% oder Kündigung, interessiert niemanden und in anderen Betrieben wird es nicht anders sein. Es wäre schön wenn alle Privatangestellten keinerlei ÖGB und AK Beiträge mehr abliefern würden !

Ich weiss bei der AK wirds schwierig, schliesslich werden unnütze Studien über das beste Sparbuch oder die günstigste Damenbinde von unser aller Zwangsbeiträgen gesponsort die nicht am Gehaltszettel aufscheinen.

Antworten Gast: Lieber Graf
20.04.2012 19:18
0 0

Re: Wunderbare Gewerkschaft

und was wollen Sie damit der interessierten Öffentlichkeit mitteilen?

Re: Re: Wunderbare Gewerkschaft

Das der ORF und die Gewerkschaft nicht so tun sollen als wären die AUA Piloten die ersten die einen anderen (billigeren) Kollektiv verordnet bekommen. Verstehen sie wahrscheinlich nicht wahrscheinlich sinds Beamter oder Pensionist.

Piloten werden bald durch computer ersetzt!

Die sind billiger, arbeiten mehr und rebellieren nicht!

Das rein fliegerische Können dieser Herren kann man zur Zeit ja auch schon in Frage stellen - ausgenommen die USAF Piloten die mit 40 Jahren in die Zivilluftfahrt wechseln.
Q.

Piloten die nicht fliegen wollen, Zugführer die nicht fahren wollen, Postler die keine Post austragen wollen und Beamte die gar nix wollen...

Diese Gattungen hat die verstaatlichte Wirtschaft zusammen mit rückständigen Gewerkschaften gezüchtet. Diese Gattungen sind gerade am aussterben. Gottseidank.

Re: Piloten die nicht fliegen wollen, Zugführer die nicht fahren wollen, Postler die keine Post austragen wollen und Beamte die gar nix wollen...

baba.

40 haben schon ihr Ausscheiden – inklusive voller Abfertigung – fixiert

Mit der Höhe der Abfertigung wird sich jeder der 40 Piloten locker ein Haus kaufen können. Vielleicht schon in Abu Dhabi beim neuen Arbeitgeber.

Aber angeblich zahlt die dortige Fluglinie weniger als die AUA bisher. Von Chauffeur, Dienstwohnung, Hauspersonal gar nicht zu reden.

Re: 40 haben schon ihr Ausscheiden – inklusive voller Abfertigung – fixiert

Dabei hat uns der Piloten BR vor Wochen in der ZiB erzählt das diese Abfertigungen gar nich so schlimm sind, werden sie doch nur bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit schlagend !

Re: Re: 40 haben schon ihr Ausscheiden – inklusive voller Abfertigung – fixiert

Mit dem Piloten BR zu verhandeln macht die Sache offensichtlich sehr schwíerig.

Weil das, was er in der ZiB vor mehreren 100.000 Zuhören erzählte, sich wenig später als falsch herausstellt.

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Re: 40 haben schon ihr Ausscheiden – inklusive voller Abfertigung – fixiert

Eigentlich wundert es mich, dass die LH keinen Weg finden mag (!), dass diese Altpiloten doch auf den günstigeren Vertrag wechseln.

Re: Re: 40 haben schon ihr Ausscheiden – inklusive voller Abfertigung – fixiert

LH interessiert es nicht was bei der AUA abläuft, die lassen die Firma gegen die Wand fahren! Beweis dafür die unveränderte Führungsstruktur der AUA seid "Übernahme" durch LH.
Ein Wdchsel wäre ja drin gewesen, aber nicht mit diesen Versagern im Management, wer soll da Vertrauen haben und auf Abfertigung und Pension verzichten um für ein Viertel weniger zuarbeiten???

Der Betriebsrat hat es geschafft!!!


Die AUA ist nun keine Fluglinie mehr!

Nur mehr ein Reisebüro!

Danke Gewerkschaft, danke Betriebsrat, danke Sozen!


Re: Der Betriebsrat hat es geschafft!!!

Schon wieder ein Ahnungsloser?
Für die wirtschaftlichen Fehlleistungen der letzten bald Jahrzehnte ist immer noch das Management verantwortlich, auch dann wenn sie ihre Prämienvorgaben erfüllten!
Persil 4.0, da wird ein update völlig!

Re: Re: immer noch das Management verantwortlich ...

Genau. Nämlich jenes vom Staat eingesetzte Management, welches in Kooperation mit dem Betriebsrat das Verschenken der AUA an die LH, inkl. 0,5 Milliarden "Morgenbeigabe", herbeiführte.

Re: Der Betriebsrat hat es geschafft!!!

Die neuen "Reisebüro-Mitarbeiter" werden von der Gewerkschaft wieder geködert.

Der Betriebsrat wird wechseln und Betriebsrat beim "Reisebüro" sein.

Es wäre aber gelacht, wenn nicht auch dieses "Reisebüro" einen betriebsrätlichen, gewerkschaftlichen Todesstoss bekäme.

Gast: friendly errlines
20.04.2012 01:21
2 5

Sturzflug

So war´s ja bei Swissair auch:

1. Einsparungen (schadet leider oft auch der Sicherheit - weil gespart muss überall werden)

2. Absturz

3. Abgang

Antworten Gast: Auch wenn´s sarkastisch klingt
20.04.2012 07:02
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Re: Sturzflug

4. Neustart

5. Positives Ergebnis

6. Sicherer Arbeitsplatz!

Antworten Antworten Gast: friendly errlines
20.04.2012 15:38
0 0

Re: Re: Sturzflug

Ja, aber da waren 229 Passagiere und Besatzungsmitglieder schon tot.

Antworten Antworten Antworten Gast: mhm
20.04.2012 18:38
2 0

Re: Re: Re: Sturzflug

Dann sollte sich die AUA Belegschaft vernünftig benehmen. Den die Tyrolean Belegschaft kann auch nichts für Vorstandsentscheidungen.
Immerhin droht der AUA BRB ja schon öffentlich mit Handgreiflichkeiten im Cockpit. Und wenn man sich die Kommentare offensichtlicher AUA Piloten hier teilweise ansieht, fragt man sich schon wem Charakter, Niveau etc fehlt bzw. wie diese Leute jemals eine Selektion bestanden haben..
Sehr bedenklich das solche Personen ein Flugzeug lenken!

Die wohl dümmste Gewerkschaftsaktion in der Geschichte der Republik.

So vernichtet AUA Betriebsrat Arbeitsplätze und Existenzen der Leute um die sich zu kümmern seine einzige Pflicht sein sollte. Erbärmlich, kurzsichtig, dumm.

4 0

Re: Die wohl dümmste Gewerkschaftsaktion in der Geschichte der Republik.

Also bitte,

Die von SEMPERIT waren mindestens genauso dumm :)

Aber meine persönlichen Favoriten sind die Gewerkschaft-Blödeln (schimpfen darf man ja nicht, sonst wird der Betrag zensiert) des KONSUMs, die haben sogar das fast unmögliche geschafft, nämlich einen Konzern mit bestehender Infrastruktur in wirtschaftlich guten Zeiten zu ruinieren!!!
Und das, wo in der gleichen Zeit andere Millionen machen!

Gast: Blankenstein Husar
19.04.2012 21:52
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Diese roten Betriebsratsdeppen haben doch wirklich geglaubt,

mit einer Lufthansa genau so umspringen zu können wie mit den Genossen Faymann, Häupl oder Klima.

Tja, ihr Sozen!

Willkommen in der Marktwirtschaft!

Antworten Gast: Blankenstein Husar
19.04.2012 22:16
0 2

Re: Diese roten Betriebsratsdeppen haben doch wirklich geglaubt,

Ich bin ein frustrierter Versicherungspolizzenverkäufer, deshalb mein Frust

Piloten sind Exoten

Eine Berufs(?)gruppe, die nicht in "normale" Unselbständigenbeschäftigungsverhältnisse passt. Meines Wissens nach müssen Linien- aber auch Berufspiloten periodisch gesundheitliche und "handwerkzeugliche" Fähigkeiten unter Beweis stellen. Das dient der Sicherheit von in der Luftfahrt beteiligten Personen (Personal + Passagiere). Jeder muss in seinem Beruf Leistung erbringen - keine Frage. Aber ein erhöhter Blutdruck z.B. wird keinem "Schreibtischtäter" den Job kosten. Dieser wird bei Piloten jedoch u.A. zum Massstab der Berechtigung zur Berufsausübung.
Da ich mir die Pilotenlaufbahn nicht antun will, bin ich aber auch nicht neidig :-)

 
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Hobbyökonom