[Wien/jaz] Er hätte lieber doch noch ein Ergebnis auf dem Verhandlungstisch, sagte AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard bei der Betriebsversammlung am Montag. Dies dürfte jedoch weniger ein Aufruf an das AUA-Management, sondern vielmehr an seine eigenen Kollegen gewesen sein. Denn dem Vernehmen nach gibt es innerhalb des AUA-Betriebsrats ein heftiges Tauziehen, ob der Entwurf eines neuen Kollektivvertrages, auf den sich das Verhandlungsteam des Betriebsrates vor rund zwei Wochen mit der AUA weitgehend geeinigt hat, doch noch angenommen werden soll.
Damals sollen sich die Verhandler von Betriebsrat und Management bei den wichtigen Punkten Flugzeiten, automatische Gehaltssprünge und Inflationsanpassung geeinigt haben. Strittig soll nur noch das Thema Betriebspensionen gewesen sein. Im erweiterten Betriebsrat lehnte jedoch eine Mehrheit den ausverhandelten Entwurf ab. Wenige Tage später machte die AUA-Führung ihre Drohung wahr und brachte den „Plan B“, den Betriebsübergang auf die eigene Tochter Tyrolean und deren „billigeren“ KV, auf Schiene.
Die Zeit wird knapp
Minhard soll nun bestrebt sein, diesen Zug doch noch aufzuhalten und eine Einigung innerhalb des Betriebsrats auf das damalige Papier herzustellen. Denn bei einer Zustimmung des Betriebsrates soll auch das Management bereit sein, die alte Einigung zu akzeptieren. Allerdings drängt dabei die Zeit, da in Kürze die Fristenläufe für den ab 1. Juli geplanten Betriebsübergang starten. Im Laufe des Mai dürfte es daher einen „point of no return“ geben.
Beim Unternehmen wollte man das Thema am Dienstag nicht kommentieren. „Wir bereiten uns derzeit auf den Betriebsübergang vor“, hieß es.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.04.2012)
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