"Im Blindflug": Kippt AUA-Bordpersonal Einigung?

27.04.2012 | 22:34 |   (DiePresse.com)

Viele Mitarbeiter des AUA-Bodenpersonals fühlen sich nicht ausreichend informiert. Die für Montag angesetzte Abstimmung könnte sich verschieben.

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Das fliegende Personal der AUA ist offenbar von den ihnen vorgelegten Vorschlägen für einen neuen Kollektivvertrag wenig begeistert. Das ergaben die bisherigen Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter, berichten "Standard" und "Austrian Aviation Net". Unter der Drohung des AUA-Managements, das fliegende Personal mit massiven Einkommenseinbußen zwangsweise in die Regionalflugtochter Tyrolean überzuführen, hat der Betriebsrat einem Sparpaket zugestimmt, das deutliche Gehalts-, Pensions- und Abfertigungskürzungen vorsieht, die alten Ansprüche aber zumindest ablöst.

Viele AUA-Mitarbeiter kritisieren nun aber, dass zu viele Details der Einigung noch nicht bekannt sind. Insbesondere sei noch unklar, ob die Abgeltungszahlung wie eine Abfertigung mit sechs Prozent besteuert wird, oder doch mit bis zu 50 Prozent. Für den Anwalt der Betriebsrates, Roland Gerlach, ist es laut "Standard" blamabel, dass es der Vorstand bisher nicht geschafft hat, den Mitarbeitern zu sagen, ob sie diese Abfertigung mit sechs, 35 oder 50 Prozent versteuern müssen. "Höchst wahrscheinlich sind es sechs Prozent", heißt es demnach von Seiten des Vorstands. Da die Abfertigungszahlungen im Einzelfall bis zu 250.000 Euro ausmachen können, ist die Steuerhöhe aber eine zentrale Frage. Auch die Teilzeitregelung für Mütter scheint unklar. Deshalb ist eine Zustimmung bis Montag - der Frist der AUA - ungewiss.

Fristverlängerung steht im Raum

Nun soll es zu den Details am Samstag weitere Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat geben, schreibt "Aviation Net". "Derzeit sind wir im Blindflug unterwegs", schildern der Seite zufolge die Piloten die aktuelle Stimmungslage. Das Einigungspapier würde nur zwei Seiten umfassen.

Bis Montagmittag soll die Abstimmung per Internet über die Bühne gehen. Allerdings werde bei der AUA auch eine Verlängerung der Frist nicht ausgeschlossen, damit wolle man eine bessere Information der Mitarbeiter ermöglichen, schreibt der "Standard". Es müssten 75 Prozent der Mitarbeiter mit "alten", hoch dotierten Verträgen der Einigung zustimmen, damit sie in Kraft treten kann. Bei Mitarbeitern, deren Verträge unter den neueren KV fallen, würde eine einfache Mehrheit reichen.

"Gegeneinander-Ausspielen muss Ende haben"

Unterdessen hat sich der Betriebsrat von Tyrolean dazu durchgerungen, einen gemeinsamen Kollektivvertrag für den ganzen Konzern zu unterstützen. "Der Tyrolean-Betriebsrat Bord ist davon überzeugt, dass das ständige Gegeneinander-Ausspielen der verschiedenen Personalgruppen im Konzern ein Ende haben muss. Wir sehen in einem rasch abgeschlossenen, gemeinsamen, fairen Konzern-Kollektivvertrag die einzige vernünftige Lösung, die Energien des Austrian-Personals wieder dorthin zu fokussieren, wo sie von unseren Kunden erwartet werden" heißt es in einer Aussendung vom Freitagabend.

Für Mittwoch (2. Mai) hat der Tyrolean-Betriebsrat zu einer Betriebsversammlung gerufen - und "im Sinne eines offenen Meinungsaustausches zu einer gemeinsamen Lösung für Austrian und Tyrolean" das fliegende Personal der AUA gleich dazu eingeladen.

(APA)

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38 Kommentare
 
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Schluss. ..

... mit privilegierten Unternehmen. Ab in den Konkurs. Wie man in der Schweiz sieht, funktioniert das auch.

Re: Schluss. ..

In der Schweiz? Dort herrschen andere Voraussetzungen, alleine die Demokratie ist dort besser ausgebaut als unsere Proporzokratie mit blauen Fäden.
Die Wirtschaft in der SChweiz steht auf anderen Füssen als unsere, aber wir lassen gerne etwas kaputt machen um nachher zu sehen das es ein Fehler war. Vorher nachdenken, planen und umsetzen ist was für Weicheier?
Der SR Konkurs war auch für die Schweiz kein Spaß, da wurde viel Geld reingebuttert und LH hat das fast sanierte Unternehmen dann endlich genommen weil die cash cow da stand ohne Bauer!

Wieso. ..

... ist für die Steuer der Arbeitgeber zuständig? Das macht doch die Politik.

3 0

6% Steuer?

man sollte sich den Lohn nur mehr als Abfertigung auszahlen lassen!

Gast: nicht Tyroler
28.04.2012 14:46
2 9

Bangen

Die Schluchtis reiben sich die Hände darüber dass ist klar. Kurz hat es ja so ausgesehen, dass die Vorstands in den Hintern Kriecher auf Ihrern fliegenden Papschachteln die rechnung für Ihrer Kleingeistigkeit bekommen hätten-AUA bekommt neuen KV und Tyrolean bleibt was es ist, ein Haufen Möchtegerns mit einem geistig einzelligen BR. Das dieser jetzt doch verhandeln will muss man im Lichte einer möglichen Einigung der OS Leute sehen. Hat der BR doch Angst immer die kleinen Flieger fliegen zu müssen. Jetzt wo die Vorstandsversteher/Hinternkriechnummer genau nach hinten für die VO los gegangen ist, will man über einen gemeinsamen KV diskutieren... Hoffe wirklich dass alle OS Leute JA zum Vorschlag sagen, alleine schon wegen der VO!

Antworten Gast: Helenental
28.04.2012 15:44
8 1

Re: Bangen

Lieber "nicht Tiroler", zumindest ist der einzellige BRB in der Lage Rechtschreibregeln einzuhalten. Wenn man sich dann die eine "Zelle" die Sie dem VO BRB zuschreiben wegdenkt, gelangt man offensichtlich bei Leuten an wie Sie: die also mit null Verstand etwas zum Besten geben wollen. Und unter denen die nicht mal mit dieser einen Zelle von Mutter Natur bedacht wurden gibt es dann noch solche wie Sie deren soziale Kompetenz auch noch gegen null geht! Sie haben mein Mitgefühl.

Gast: Franz aus dem Hotel
28.04.2012 12:34
3 2

Wenn der AUA Vorstand eine gütliche Einigung wollte, hätte er wohl alle Fakten über die neuen Verträge auf den Tisch gelegt.


Da er das nicht tat, kann man wohl davon ausgehen, dass er nicht wirklich eine Einigung will.

Da ein guter Teil unseres Wohlstandes davon abhängt, dass Touristen zu uns direkt fliegen können, muss die Regierung unverzüglich schauen, weitere Airlines nach Wien zu bekommen.

Her mit zusätzlichen Flügen der Emirates, Niki Aeroflot und wie sie alle heißen. Nur auf die Lufthansa zu setzen könnte unseren Tourismus empfindlich schwächen.

Gast: buen fin de semana!
28.04.2012 11:23
4 2

...schaut nach einem Blankoscheck aus...

sorry, aber wie kann man über etwas abstimmen, wo es überhaupt keine Details gibt?? Das ganze kommt mir sehr unseriös vor, monatelanges Verhandeln und die Abstimmung soll übers Wochenende geschehen??

Gast: Pensador
28.04.2012 10:28
9 4

Gehts doch woanders hin, wenns euch nicht passt.

Hoffentlich bald Ende des roten Privilegien- und Hätschelkinder-Stadels.
Wenn Euch was nicht passt, dann sucht Euch doch einen neuen Job bei einer anderen Fluggesellschaft.

Gast: africano
28.04.2012 10:21
1 0

Wo und wer sind SIE die Totengräber der AUA ?

Der Krug geht so lange zum Brunnen ,bis er bricht !

Gast: BlinderPassagier hier
28.04.2012 09:33
6 5

Wenn die so fliegen wie sie verhandeln und umständlich herumeiern, dann möchte ich nicht mehr in eine derer Maschinen einsteigen...

So wahr ich hier sitze.

Fort mit Schaden.

Aus kaufmännischer Sicht war für Österreich der Deal das Beste was passieren konnte. Die LH hat sich vom Gschenk der € 500 Mio. in ihrer Gier derart blenden lassen das sie die Details erst später nach der ersten Bilanz wahrnahmen.

Jetzt haben sie erst die Auswiriungen und Nachhaltigkeiten begriffen und errechnet. Da sind ihnen die Augen übergegangen.

Man stelle sich vor. Kein Verkauf. Und schon wieder hätte Österreich mindest 500 Mio nachlegen müssen. Das sind die Fakten.

Es ist einfach Sache des Eigentümers und kann uns nicht mehr interessieren. Guten Morgen Österreich.

Tatsachen über die AUA.

Jahrzehnte hat dieses priveligierte Unternehmen seti Anfang der 60iger Jahre konkursreif, Verluste um Verluste eingeflogen, nur 5 Jahre hatten einen postivien Betriebsabschluß und durch Milliarden öS und Millionen an Euro im dreistelligen Breich gefördert werden.

Der Erhalt ist hier undiskutabel. Es lag keine Notwendig zur Erhaltung eines derartgien Unternehmens vor.

Interssant das nur ein Bruchteil in die Medien gelangte. Jetzt nach dem Verkauf und der Entlastung des österreichischen Steuerzahlers liest man tagtäglich von der AUA. Typisch *Österreichisch*.

Wertschöpfung wäre eigentlich ...

... ein deutsches Wort!

Re: Wertschöpfung wäre eigentlich ...

Werde ich Ihnen nicht absprechen. Der Zusammenhang? Lassen Sie mich raten. Bei der AUA wäre dies in einem Satz niedergeschrieben. "Wertschöpfung durch Jahrzehnte gleich NULL."

Das Wort zum Sonntag:

In Österreich sind noch immer versteckte staatliche Unternehmen vorhanden die unabhängig der gesellschaftstechnischen Manipulationen über nicht die geringste WERTSCHÖPFUNG verfügen. Sie stehen seit Jahrzehnten bei Null. Auch die mittige Machtpolitik musste seit 20 Jahren feststellen das damit keine Stimmen mehr zu gewinnen sind.

Das Desaster beim Start der Privatisierung war: Wir mussten erkennen das *sämtliche Unternehmen* in der vorhandenen Form, nach Durchsicht der Firmenunterlagen genau genommen keinen Käufer fanden.

Wir Österreicher sollten langsam aufwachen und die Realität sehen in der wir uns befinden. Die Insel der Seeligen ust bereits zum Großteil überschwemmt.

"Wertschöpfung durch Jahrzehnte gleich NULL."

Wodurch sich jegliche weitere Diskussion erübrigt.

Re: "Wertschöpfung durch Jahrzehnte gleich NULL."

Sie haben recht. "Wertschöpfung durch Jahrzehnte gleich NULL." wodurch sich jegliche weitere Diskussion erübrigt. Das tut es. Nichts aber schon Nichts trifft auf ein Unternehmen wie die AUA zu.

Am Begriff und der Definition Wertschöpfung hat sich aus meiner Sicht auch nach dem erfolgreichen Abschluss an der WH in den 60iger Jahren und einer späteren 48jährigen selbstständigen Tätigkeit in Europa nichts wesentlich verändert. Für die AUA treffen noch immer wie man lesen kann meine Inhalte zu. Das sind **Fakten**.

(w) Wertschöpfung ist in einer Geldwirtschaft das Ziel produktiver Tätigkeit. Diese transformiert vorhandene Güter in Güter mit höherem Geldwert. „…Dabei geben die Wertschöpfungsdaten Aufschluss darüber, welchen Anteil eine einzelne Branche oder ein einzelnes Unternehmen zur gesamtwirtschaftlichen Leistung beigetragen hat. Daraus lassen sich indirekt Aussagen über den Strukturwandel machen….“ EOD.

Re: Re: "Wertschöpfung durch Jahrzehnte gleich NULL."

Wenn ich eine Wertschöpfung im vollen Ausmaß dieser Werte

durch Förderungen (nehmen Sie sich die Zeit zu hinterfragen wieviel Milliarden an Schilling und Euro im dreistelligen Bereich) abdecken muss, dann ist das NULL

und ich kann nach kaufmännischen Richtlinien nicht von einer Wertschöpfung sprechen. Guten Tag Wanderer.

Re: Re: Re: "Wertschöpfung durch Jahrzehnte gleich NULL."

EOD oder doch nicht?
Die AUA bringt trotz der Probleme der Volkswirtschaft mehr als sie nimmt.
Förderungen? Sie meinen Versorgungsposten für schwer vermittelbare BWLer und Juristen mit Freundschaftsband?
Aber das wäre eine sinnlose und ewige Diskussion, daher auch von meiner Seite einen schönen Tag hmk1940.

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Dabei sollte schon erwähnt werden

Das der Großteil des sogenannten Bodenpersonals von der ISS Personalleasing stammt das echte AUA Personal wurde immer ausgedünnt.

wieviel hat die aua zuletzt dem staat pro jahr gekostet?

eine halbe milliarde, wenn ich mich recht erinnere...

diese halbe milliarde ist eine kleinigkeit verglichen mit dem betrag, den eine durch die lh 'sanierte' aua dem staat in der volkswirtschaftlichen gesamtrechnung kosten wird.

denn man braucht kein prophet zu sein, um zu erkennen, was in 2 bis 3 jahren in schwechat los sein wird: eine regionalfluglinie mit deutlich reduziertem personal und entsprechender geringerer lohnsumme, catering kommt aus, service und reparaturen werden in billigstlohnländern erledigt, ...wir werden der halben milliarde noch nachweinen!

na hauptsache wir haben privatisiert.
hauptsache die mitgift hat der lh geschmeckt.
und hauptsache, dass es so viele betriebswirtschaftliche pseudo'experten' hier gib, die von volkswirtschaftlichen zusammenhängen und wechselwirkungen nicht die geringste ahnung haben....

Antworten Gast: Halbwissen
28.04.2012 09:46
0 3

Re: wieviel hat die aua zuletzt dem staat pro jahr gekostet?

Was brauchen WIR einen Flughafen wenn sich nur noch der Oberst das Reise leisten kann ?

Antworten Gast: Nachrechner
28.04.2012 09:09
5 1

Haupsache

mein Steuergeld wird nicht mehr für Politgünstlinge, Parteifreunderln und Privilegienritter verbrannt. (gilt auch für solche weiblichen Geschlechts)

Antworten Gast: GeneralKebab
28.04.2012 09:01
8 0

Re: wieviel hat die aua zuletzt dem staat pro jahr gekostet?

Und wieso muss ein Staat eine eigene Fluglinie haben?

Gibts dazu einen Passus in IRGENDEINER Verfassung in dieser Welt? Nein?

Aus Prestige? Achso.

Und Sie verstehen eines nicht: Die Probleme die die LH jetzt mit der AUA hat kommen nicht daher, dass die LH so lang missgewirtschaftet hat, sondern Jahrzehnte lang der Staat. Die gleichen Probleme hätte jetzt Faymann und müsste erklären, wieso manche Angestellte des Staates Traumgagen für etwas bekommen, wo andere aus dem Privatsektor nur träumen können.

Und wenn der Flughafen Schwechat allein nur von der Aua angeflogen wird, dann hat der ein ernstes Problem. Wenn nicht andere Fluglinien ein Geschäft machen um nach Wien zu kommen, passt was mit dem Standort so überhauptnicht.

Aber ihr Herz sollte ja jetzt aufgehen, so wie Reihenweise die Banken verstaatlicht werden. Bald dürfen Sie wie Ihre Freunde in Nordkorea um Brot anstehen und sehnlichst vom freien Markt träumen.

Antworten Antworten Gast: Capt
28.04.2012 12:03
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Re: Re: wieviel hat die aua zuletzt dem staat pro jahr gekostet?

Gleichzeitig posten UND Döner servieren ist wohl nicht zuträglich für die Qualität der postings. Fusionieren Sie sich mit General Falaffel, das ist wenigstens vegetarisch.

Re: wieviel hat die aua zuletzt dem staat pro jahr gekostet?

Oberst(er) Pseudo Experte!

 
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