"Im Blindflug": Kippt AUA-Bordpersonal Einigung?

Viele Mitarbeiter des AUA-Bodenpersonals fühlen sich nicht ausreichend informiert. Die für Montag angesetzte Abstimmung könnte sich verschieben.

Blindflug Kippt AUABordpersonal Einigung
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Blindflug Kippt AUABordpersonal Einigung
(c) APA (Georg Hochmuth)

Das fliegende Personal der AUA ist offenbar von den ihnen vorgelegten Vorschlägen für einen neuen Kollektivvertrag wenig begeistert. Das ergaben die bisherigen Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter, berichten "Standard" und "Austrian Aviation Net". Unter der Drohung des AUA-Managements, das fliegende Personal mit massiven Einkommenseinbußen zwangsweise in die Regionalflugtochter Tyrolean überzuführen, hat der Betriebsrat einem Sparpaket zugestimmt, das deutliche Gehalts-, Pensions- und Abfertigungskürzungen vorsieht, die alten Ansprüche aber zumindest ablöst.

Viele AUA-Mitarbeiter kritisieren nun aber, dass zu viele Details der Einigung noch nicht bekannt sind. Insbesondere sei noch unklar, ob die Abgeltungszahlung wie eine Abfertigung mit sechs Prozent besteuert wird, oder doch mit bis zu 50 Prozent. Für den Anwalt der Betriebsrates, Roland Gerlach, ist es laut "Standard" blamabel, dass es der Vorstand bisher nicht geschafft hat, den Mitarbeitern zu sagen, ob sie diese Abfertigung mit sechs, 35 oder 50 Prozent versteuern müssen. "Höchst wahrscheinlich sind es sechs Prozent", heißt es demnach von Seiten des Vorstands. Da die Abfertigungszahlungen im Einzelfall bis zu 250.000 Euro ausmachen können, ist die Steuerhöhe aber eine zentrale Frage. Auch die Teilzeitregelung für Mütter scheint unklar. Deshalb ist eine Zustimmung bis Montag - der Frist der AUA - ungewiss.

Fristverlängerung steht im Raum

Nun soll es zu den Details am Samstag weitere Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat geben, schreibt "Aviation Net". "Derzeit sind wir im Blindflug unterwegs", schildern der Seite zufolge die Piloten die aktuelle Stimmungslage. Das Einigungspapier würde nur zwei Seiten umfassen.

Bis Montagmittag soll die Abstimmung per Internet über die Bühne gehen. Allerdings werde bei der AUA auch eine Verlängerung der Frist nicht ausgeschlossen, damit wolle man eine bessere Information der Mitarbeiter ermöglichen, schreibt der "Standard". Es müssten 75 Prozent der Mitarbeiter mit "alten", hoch dotierten Verträgen der Einigung zustimmen, damit sie in Kraft treten kann. Bei Mitarbeitern, deren Verträge unter den neueren KV fallen, würde eine einfache Mehrheit reichen.

"Gegeneinander-Ausspielen muss Ende haben"

Unterdessen hat sich der Betriebsrat von Tyrolean dazu durchgerungen, einen gemeinsamen Kollektivvertrag für den ganzen Konzern zu unterstützen. "Der Tyrolean-Betriebsrat Bord ist davon überzeugt, dass das ständige Gegeneinander-Ausspielen der verschiedenen Personalgruppen im Konzern ein Ende haben muss. Wir sehen in einem rasch abgeschlossenen, gemeinsamen, fairen Konzern-Kollektivvertrag die einzige vernünftige Lösung, die Energien des Austrian-Personals wieder dorthin zu fokussieren, wo sie von unseren Kunden erwartet werden" heißt es in einer Aussendung vom Freitagabend.

Für Mittwoch (2. Mai) hat der Tyrolean-Betriebsrat zu einer Betriebsversammlung gerufen - und "im Sinne eines offenen Meinungsaustausches zu einer gemeinsamen Lösung für Austrian und Tyrolean" das fliegende Personal der AUA gleich dazu eingeladen.

(APA)

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