Industrie will Auslands-Fachkräfte "offensiv anwerben"

29.04.2012 | 11:15 |   (DiePresse.com)

Ein "Welcome Package" soll Nicht-EU-Bürgern die Zuwanderung schmackhaft machen. Bisher gibt es 1200 Beistzer der Rot-Weiß-Rot-Card. Vorrangig Osteuropäern und US-Bürger wurden angelockt.

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Am 1. Mai ist es ein Jahr her, dass Arbeitskräfte aus den 2004 beigetretenen EU-Mitgliedsstaaten freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt bekommen haben - gekommen sind etwa 26.000 oder weniger als 1 Prozent der der unselbstständig Erwerbstätigen. Passiert sei auf dem österreichischen Arbeitsmarkt dabei nichts Böses "und schon gar nicht sind Horden von Osteuropäern hereingekommen, um den Österreicherinnen und Österreichern die Arbeitsplätze wegzunehmen", sagt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Genau das sei von Oppositionspolitikern und Arbeitnehmervertretern vor einem Jahr aber suggeriert worden.

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Auch mit der sogenannten Rot-Weiß-Rot-Card (RWR-Card) für Nicht-EU-Bürger seien seit Juli 2011 nur wenige ins Land gekommen, sagte Neumayer. Weil das Thema Fachkräftemangel aber noch aktuell sei, solle Österreich eine "offensive Anwerbepolitik verfolgen, um dafür zu sorgen, dass die richtigen Personen nach Österreich kommen, die wir für unsere Unternehmen brauchen."

Paket für Arbeitsmigranten

Mit einem "Welcome Package", das gerade im Innenministerium entwickelt wird, sollten die Einwanderer Information und Hilfe etwa beim Finden von Kindergarten- und Schulplätzen für die Kinder und beim Umgang mit den Behörden erhalten. Es gehe um die "soziale Verankerung" und "in gewissem Sinn auch um ein Grundverständnis für die österreichische Lebensweise", sagte Neumayer.

Nach offiziellen Daten sind in den neun Monaten nach Inkrafttreten - bis Ende März 2012 - 1.184 Anträge auf eine RWR-Card positiv erledigt worden (Zahlen inklusive einer vergleichbaren "Blue Card" der EU). 287 Anträge wurden dagegen negativ begutachtet.

Osteuropäer und US-Bürger interessiert

Unter den positiven Erledigungen befanden sich 302 Manager(innen), 225 IT-Techniker und 152 Sportler. Dazu kamen weitere 142 sonstige Techniker beziehungsweise ähnliche Berufe. Auf den ersten sechs Plätzen der Herkunftsländer liegen - mit Ausnahme des dritten Platzes (USA: 120 Personen) ausschließlich Osteuropäer. 508 kamen mit einer RWR-Card aus Südost- oder Osteuropa (inklusive Russland). Aus der Türkei kamen lediglich 48 Personen, weniger als aus Indien, Kanada oder China.

Die positive Bilanz der IV über die Arbeitsmarktöffnung nach Osten wird übrigens nicht von allen geteilt: Sie SPÖ Burgenland ortete am Freitag einen "schärferen Wind am burgenländischen Arbeitsmarkt" und forderte einen "Schutzschirm" gegen den Verdrängungswettbewerb zum Nachteil inländischer Arbeitskräfte.

(APA)

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51 Kommentare
 
12
Gast: nurmalso
01.05.2012 02:16
2

"Industrie will Inlandsfachkräfte zu fairem Lohn einstellen und offensiv Nachwuchs ausbilden"

DAS wäre eine Schlagzeile wert gewesen...

Gast: Unsere Industrie
30.04.2012 14:42
2

Wenn's mehr Steuern zahlen sollen, drohen sie mit Abwanderung

und wenn's den Österreichern einen adäquaten Lohn zahlen müssen, wollen sie billige Einwanderer.

Gast: alex111
29.04.2012 20:11
2

und was machen wir mit den Fachkräften die uns vor Hölle bewahren wollen?


Re: und was machen wir mit den Fachkräften die uns vor Hölle bewahren wollen?

Die schicken wir am schnellsten Weg mit unseren Politilern in die Staaten wo der arabische Frühling die Wende brachte .

Bravo

Das Lohndumping macht Fortschritte.
Na ja bei den jahrelangen Schulreformen kein Wunder.
Noch dazu wenn auch seit jahrzehnten Bildungsferne Systemgaranten ins Land geholt werden.

Gast: nix
29.04.2012 19:38
0

Logo

IST EIN ARBEITER AUS SG: OSTEN- ENTLONT nach Ö.Kollektivvertrag BILLIGE Arbeitskraft?

Gast: kronnne
29.04.2012 19:33
3

epoos

suche spielplatz mt einheimischen kinder

Was viele meine FPÖ-Affinen Poster nicht zu begreifen in der Lage sind ist, dass...

...Österreich es sich schlichtweg nicht erlauben kann, den Kampf um die besten Köpfe zu verlieren!

Andere Länder haben das schon vor Jahren erkannt (erst vor Kurzem warb die deutsche Kanzlerin erneut und verstärkt um eben solche im krisengeplagtem Spanien und Griechenland. Schön das man hierzulande nun auch einmal dahinter kam.

Und ja, aktuell gibt es diesbezüglich noch Defizite. So kommen aktuell zu Wenige und gelegentlich sich es auch die Falschen. Aber hier gilt es klar gegenzusteuern und sich am langfristigem, wirtschaftlichen Bedarf zu orientieren.

Im Übrigen: Je offener Zuwanderer aufgenommen werden, desto attraktiver wird Österreich für potenzielle Spitzenkräfte, die jetzt noch lieber in andere Länder wie Deutschland oder die USA gehen.

Abermals: Der Kampf um die besten Köpfe muss im Interesse Österreichs gewonnen werden.

Antworten Gast: Bärenfalle...
29.04.2012 18:34
7

Re: Was viele meine FPÖ-Affinen Poster nicht zu begreifen in der Lage sind ist, dass...

2010:

Zuzüge: 114.398
davon Österreicher (Pass !): 16.136

Wegzüge: 86.703
davon Österreicher (Pass!): 20.299

Zu der Herkunft der "Österreicher" die auswandern lassen sich keine Zahlen auftreiben, gemäß meiner Umgebung handelt es sich durchwegs um Österreicher ohne Migrationshintergrund wogegen bei den öst. Einwanderern viel Familiennachzug vertreten ist.

Jetzt hätte ich gerne erklärt wieso die besten Köpfe zu uns kommen sollten wenn die Österreicher selbst abhauen ?

Re: Re: Was viele meine FPÖ-Affinen Poster nicht zu begreifen in der Lage sind ist, dass...

Wie ich bereits schrieb, hier ist die Politik gefragt.

Denn diese muss (!) entsprechende volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen, damit qualifizierte Zuwanderer sich entschließen nach Österreich zu kommen.

Alles sehr vage, ich weiß. Aber ebenso wie bei Dir, so fehlen auch mir entsprechende Zahlen seitens Österreich um genauer darauf eingehen zu können.

Bzgl. Deutschland ist das leichter, eben weil es dort zu allem entsprechende Zahlen und Fakten gibt.

Z.B. fehlen mir hier konkrete Zahlen was einen Aufenthaltstitel der rot-weiß-rot Card angeht.

In D wirbt man ja nicht national, sondern über die EU-BlueCard eben international. Und hier sind die Voraussetzungen klar:
Aufenthaltstitel bekommt man nur dann, wenn man ein zukünftiges Bruttogehalt von minimum 44.000 Euro nachweisen kann (damals lag die Grenze noch bei 66.000 Euro). Für Mathematiker, Ingenieure, etc. soll die Mindestgrenze bei 33.000 Euro liegen.

Aber all diese Zahlen fehlen mir - wie gesagt - bzgl. Österreich. Das ist wirklich ein Manko.

Gast: Freilich Freilich
29.04.2012 18:12
10

Mein Vorschlag

Totalexperten aus einem Nahost Land mit Garantie auf Familiennachzug und Rotwählerbereitschaft.

Wohnung in Ottakring gesicherte Garantie!

Gast: uburoi
29.04.2012 16:34
1

wie peinlich gehts denn noch?

einerseits "jagen" sie illegalität (und daher auch nicht diehre klientel";

und andererseits suchen sie verkrampft nach ufos.

sie sollten mal bei manner vorbeischauen.
die wissen ja ganz genau was waffel ist. ;-)

Gast: nachdenklich__
29.04.2012 16:22
1

Heilsbringer FPÖ?

Das lustige ist ja, dass die FPÖ genau mit diesen Herrschaften von der IV zusammenpackelt. Und die einfach strukturierten Menschen im Wirtshaus wählen dann noch diese Partei, weil sie glauben dann weniger Ausländer zu haben. Lustig irgendwie. :-)

Gast: gregor_
29.04.2012 16:16
8

Super Idee!

Die IV hatte schon immer super Ideen. Zigtausende Österreicher sind arbeitslos aber wir brauchen Billigstarbeiter aus dem Osten. Die frage ist nur wo wir die arbeitslosen Österreicher hinschicken.
Fragen wir einfach einmal wahllos 10 Österreicher von der Straße, was sie von diesem Vorschlag halten.

Fachkräfte nach Österreich??

zu erst müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern:
1. Senken der Steuern für mittlere und hohe Einkommen.
2. Wahlrecht der Fachkräfte zwischen staatlicher und privater Krankenversicherung und Altersvorsorge.
3. Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

Dann werden die notwendigen Arbeitskräfte kommen und nicht nach UK, Schweiz oder USA gehen.

Gast: Leser
29.04.2012 16:07
8

Was die Wirtschaftsmafia will ist hinreichend bekannt.

Löhne der Facharbeiter drücken durch billige Importe.
Keine Steuern zahlen und Verluste auf die Bürger sozialisieren.
Hat ja bisher auch gut funktioniert wenn - die Politik läuft wie geschmiert....

Gast: Gerald17+4
29.04.2012 14:15
1

Industrie will..

..welcher, in Gottes Namen, einigermaßen gebildete und verständige Nichtösterreicher will in ein faschistoides, ausländerfeindliches, teuschtümelndes, Höchststeuerland zum Arbeiten kommen.

Da hilft es nix, wenn die Industire will, man muß in diesem Land auch die allgemeine Stimmung dazu ändern..

Ich würde es nicht tun. Soviel kann man gar nicht zahlen....

Re: Industrie will..

irgendwie haben Sie absolut Recht! Ich verschwende immer mehr Gedanken dafür: Wie komme ich hier nur weg, bevor alles aufgrund des ausufernden Sozialstaates und der staatlichen Bevormundung den Bach runter geht.

Nur wohin?? das ist die entscheidende Frage!

10

Re: Industrie will..

laut ihrem posting bedeutet es ja, das nur ausländer zu uns kommen, die nicht arbeiten wollen und nur das sozialsystem belasten.

nur wenn österreich so ist, wie sie beschreiben, dann frag ich mich, wieso soviele ausländer zu uns kommen?


Antworten Gast: quatsch
29.04.2012 15:11
9

1,5 Mio Menschen mit Migr.Hintergrund (siehe Statistik Austria) sehen es offenbar anders und finden dieses schöne Land lebenswert


Gast: hellgate
29.04.2012 14:06
20

Als österreichische Fachkraft

Bin ich nie bei beim Finden von Kindergarten- oder Schulplätzen unterstützt worden und auch nicht beim Umgang mit Behörden eher das Gegenteil ist der Fall.
Offensichtlich zähle ich zum inländischen Fachkräftemüll.
Überlege mir deshalb auch ein Enagement im Ausland.

Antworten Gast: gast gast wieder gast
29.04.2012 15:12
0

Re: Als österreichische Fachkraft

selten habe ich so ein blödes Argument gehört, natürlich leicht mit Neid unterlegt. Hoffentlich hast Du dir als 3-jährige Deinen Kindergarten nicht selbst suchen müsstest und hoffentlich haben Deine Eltern Dir mit in den Weg gegeben wie Du den richtigen Kindergarten für Deine Kinder finden wirst. Es soll diesen Menschen -Neuankömmlingen- selbstverständlich geholfen werden damit sie sich möglichst bald in die Gesellschaft integrieren und produktiv werden. Ein produktiver Mensch zahlt Steuern und Beiträge und von dem profitieren alle! Auch Du, selbst wenn Du ins Ausland ziehst, da Du ja irgendwann hier Pension beziehen willst. Bei dieser Gelegenheit wünsche ich Dir schöne und baldige Reise ins Ausland und viel Erfolg dort!

10

Re: Re: Als österreichische Fachkraft

wie haben es die zuwanderer aus den kronländer geschafft?
ganz einfach, deutsch gelernt und sich gekümmert, das man erfolg hat.
nicht jammern, selber was tun.

Industrie will Auslands-Fachkräfte "offensiv anwerben"

Gehört das Hochzeichen nicht unter "Fachkräfte" gesetzt?

Die IV hat es verabsäumt

gute Fachkräfte heran zu bilden und ihnen Arebitsplätze zu bieten. Jezt schreit sie nach Zuwanderern, grotesk. Was man vorher versäumt hat, dafür muss man nachher die Zeche zahlen. Fachkräfte sind weltweit "Mangelware". Hätten unsere Betriebe arbeitnehmerfreundlich gehandelt, hätten sie heute genug Fachkräfte. So aber war man untätig und was die Bezahlung betrifft, knauserig und hat jetzt den Hut auf. Den jungen Leuten keine Ausbildung zukommen lassen, dafür die Aktionäre füttern und jetzt sitzt man in der Sch..... Sorry, werte IV, schuld daran seit Ihr selber. Also bitte nicht Fachkräfte importieren, sondern eigene Fachleute ausbilden. Ja, das kostet Geld, macht sich aber mittelfristig doppelt bezahlt.

Antworten Gast: mjhk,ilil
29.04.2012 13:50
14

Re: Die IV hat es verabsäumt

Fachkräfte sind nicht mangelware.

Die Iv verabsäumt es stets zu erwähnen das sie billige Fachkräfte will.

 
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