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AUA-Piloten landen nun doch in Tirol

01.05.2012 | 18:34 |   (Die Presse)

In letzter Minute platzt der Kompromiss zwischen Gewerkschaft und Management. Knackpunkt waren die Abfertigungen. 2100 Piloten und Stewardessen müssen zur Tyrolean.

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Wien/Auer. Der monatelange Streit zwischen AUA-Führung und Belegschaft über die Senkung der Personalkosten fand Montagnacht ein jähes Ende: Ein bereits ausverhandelter Pakt zwischen Management und Betriebsrat platzte in letzter Minute, damit wird der heiß diskutierte „Plan B“ Realität: Der teilweise Betriebsübergang auf die AUA-Tochter Tyrolean wurde eingeleitet. Ab erstem Juli gilt somit für alle 2100Piloten und Flugbegleiter der AUA der günstigere Kollektivvertrag der Regionaltochter.

„Es ist die schlechteste Lösung, aber wir nehmen sie zur Kenntnis“, sagt Bord-Betriebsratschef Karl Minhard. Um den juristisch umstrittenen Zwangsumstieg zu verhindern, handelte er vergangene Woche mit AUA-Chef Jaan Albrecht ein Kompromisspaket aus. In wichtigen Punkten, wie bei Flugzeiten, automatischen Gehaltssprüngen oder bis zu 30 Prozent Gehaltsverlust, herrschte grundsätzlich Einigkeit. Die für Montag geplante Abstimmung über den Deal wurde jedoch kurzfristig abgesagt. „Das hätten wir so nicht durchgebracht“, sagt Minhard.

Knackpunkt waren letztlich die bis zu 300.000Euro hohen Abschlagszahlungen, mit denen die AUA den Mitarbeitern den freiwilligen Umstieg hätte versüßen wollen. Es sei bis zuletzt ungeklärt gewesen, welchem Steuersatz die Zahlung unterliege und ob der Verbleib im gesetzlichen Abfertigungsschema gesichert sei.

„Mitarbeiter brauchen Klarheit“

Der Betriebsrat wirft dem Vorstand vor, die Entscheidung „über das Knie gebrochen“ zu haben. Es habe keinerlei Zeitdruck gegeben. AUA-Chef Albrecht hält dem die fast vier Monate dauernden Verhandlungen entgegen. „Die Mitarbeiter brauchen Klarheit“, sagte er.

Und Albrecht selbst braucht endlich eine Entscheidung, um im bis zu 260Millionen Euro schweren Sanierungsprogramm, das die Lufthansa der maroden Tochter verordnet hat, voranzukommen. In den vergangenen fünf Jahren flog die AUA nur Verluste ein. 45Millionen der geplanten Einsparungen will der AUA-Chef bei den Personalkosten erzielen. Das Bodenpersonal hat bereits eine Nulllohnrunde 2013 und den Ausstieg aus dem bestehenden Pensionsmodell akzeptiert.

Nun gibt es vorerst auch für das fliegende Personal eine Entscheidung. Für die einzelnen AUA-Mitarbeiter, die den Umstieg mitmachen, bedeutet das: Längere Arbeitszeiten und vorerst ein Ende für die gewohnten jährlichen Gehaltssprünge. Ihr Gehalt wird eingefroren, bis sie auch im Tyrolean-KV das Gehaltsniveau erreicht hätten

Tyrolean-Piloten umgeschult

Ganz einfach dürfte der Betriebsübergang für die AUA nicht werden. Schon jetzt haben 43 AUA-Piloten beschlossen, das Unternehmen zu verlassen. Der Belegschaftsvertreter rechnet damit, dass bis zum Sommer 200Piloten ihrem Beispiel folgen könnten und warnt vor Verzögerungen bei AUA-Flügen. Das Management ist hingegen der Meinung, alle Abgänge kompensieren zu können. Für 40 Tyrolean-Piloten hätten die Umschulungen auf den größeren Airbus 320 bereits begonnen. Die traditionell großen Spannungen zwischen Tyrolean- und AUA-Piloten dürfte das jedoch nicht beseitigen.

Mit dem Beschluss zum Betriebsübergang beginnen auch die arbeitsrechtlichen Fristen für jene Piloten zu laufen, die die AUA verlassen, aber nicht auf ihre Höchstabfertigung von bis zu 500.000Euro verzichten wollen. Der Betriebsrat rechnet mit einer Reihe von Klagen. Die AUA-Führung sieht dafür keine Grundlage. Im Aufsichtsrat waren die Kosten eines Betriebsübergangs zuletzt mit 160Mio. Euro veranschlagt worden, heißt es vonseiten der Gewerkschaft. Ein Großteil davon sei für Abfertigungen eingeplant gewesen.

Auf einen Blick

Nach fast vier Monaten endet der Streit um niedrigere Personalkosten bei der AUA mit dem Zwangsumstieg der Piloten und Flugbegleiter auf den günstigeren Kollektivvertrag der Tochter Tyrolean. 200Piloten könnten gehen, warnt der Betriebsrat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2012)

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62 Kommentare
 
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unverschämte verträge

hier ist nachzulesen warum die aua jahrelang verluste macht: auf kosten der steuerzahler.

verbleibt noch eine frage: wie konnten wir diese perle, dieses schmuckstück, nur verkaufen!?! arme lufthansa...

"traditionell große Spannungen zw Tyrolean und OS"...

...liest man immer und immer wieder in den Medien. Und von "kulturellen Unterschieden". Die heutige AUA ist ja schon ein Schmelztiegel aus OS Alt und NG (Lauda Air). Und diejenigen die sich kulturell "anders" fühlen machen inzwischen nur mehr etwas mehr als 10% aller Betroffenen der neuen Situation aus. Das einzig Unglückliche ist, dass sich der OS Betriebsrat fast nur aus Vertretern eben dieser Minderheit zusammensetzt und eisern und nachhaltig versucht die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Und deren Leithammel ist bekennender Tyrolean-Hasser.
Wenn man die paar wenigen, engstirnigen, an der Schlaraffenland-Vergangenheit festhaltenden Exemplare von OS Alt wegdenkt wird das ein harmonische Miteinander. Davon bin ich überzeugt!

Antworten Gast: kahlenberg1
02.05.2012 22:31
1 0

Re: "traditionell große Spannungen zw Tyrolean und OS"...

Optimist ;)

Die Hardlinerecke besteht leider aus mehr als 10%. Auch so manchem NGler hat man schon den Kopf gewaschen..

Bleibt zu hoffen, dass ein großteil dieser Gruppe die Abfertigung nimmt. Wäre denen auch zu Raten, denn der neue FBL wird gewisse Dinge sicher schnell mal unterbinden... dann vl ohne Abfertigung.

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wenn das durchgeht,

dann ist unser arbeitsrecht null und nichtig!
dann kann jede dahergelaufene firma den kollektivvertrag nach eigenen guttünchen ändern wie sie will.

Antworten Gast: Tünchemischer
02.05.2012 22:06
0 0

Re: wenn das durchgeht,

ja, ja heri3, ist schon wieder gut, beruhige dich und geh weiter tünchen deine Küche, Schlafzimmer, Clo oder was auch immer.

Antworten Gast: Umar4
02.05.2012 19:02
1 0

Die Alternative heißt Konkurs.

Wenn Ihnen das lieber ist ...

Gast: Santa
02.05.2012 15:45
1 1

Umstiegskosten € 160 Millionen / Lufthansa Investition € 140 Millionen

Bis jetzt hat die Lufthansa keine gute Sanierungsperformance hingelegt.
Die Hansa steht mit dem Rücken zur Wand.
Ein Konkurs unter Lufthansa Management wäre ein finanzelller Verlust der verkraftbar ist, jedoch das Lufthansa Image als Sanierer wäre wohl dahin und würde einer Kapitulation gleich kommen. Vernüftige Einigungen sind angebracht, jedoch nicht zu jedem Preis.
Ein Streik könnte die Lufthansa unter starken Druck bringen. Sommerbeginn / Hauptreisezeit.

Antworten Gast: ÖPeter
02.05.2012 15:51
3 0

Irrtum, denn Streik = Konkurs der AUA.

Und dann hätte sich die Lufthansa der AUA auf eine Art entledigt, die auf Börsenparketten üblicherweise mit Beifall und Kurssteigerungen bedacht wird. So ist die Welt der Konzerne nun mal, Kleiner.

Gast: Leidenschaftlicher Nicht-Mehr AUA Flieger
02.05.2012 14:52
1 2

Ich mach mir solche Sorgen

was wird nur aus dem Minhard und Co?

Antworten Gast: Cathay
02.05.2012 22:27
1 0

Re: Ich mach mir solche Sorgen

Der wird wohl Privatier mit 500 000 im Tascherl.

Als Pilot findet er sicher weltweit keinen Job mehr, denn die Fliegerei ist bekanntlich ein Dorf...

Oder er wird Gewerkschaftler. Dort kann man solche Kapazunder immer gebrauchen. Dann kann er auch in anderen Unternehmen Hardliner spielen und der Belegschaft am Ende zu noch schlechteren Verträgen verhelfen als es das Managment eigentlich wollte...

Gast: frequent traveler
02.05.2012 09:35
4 4

Mopedfahrer

Vielleicht gibts hier eine Insider-Antwort.

Aus Pilotenkreisen hört man immer wieder, dass diese Piloten mit den Original-Staff-Buttons mehrtägige Eignungstests am deutschen Luft und Raumfahrtzentrum bestehen mussten um auch große Flugzeuge lenken zu dürfen.
Stimmts, dass man es für kleine Flieger in Tyrol nur schaffen muss, 50 m geradeaus mit dem Moped zu fahren? Auf Wunsch auch mit Stützrädern?

Antworten Gast: Heinz14
02.05.2012 18:50
1 1

Re: Mopedfahrer

Eigentlich arm, wenn man sich nur im Schutz der Anonymität stark fühlt-sonst a Würschtel!
PS hat ein großes Flugzeug ein Lenkrad?

Antworten Gast: Aeronaut
02.05.2012 10:34
3 2

Re: Mopedfahrer

Austrian selektionierte nach SWISS-AIR Standard und selektioniert seit ein paar Jahren, wie LH auch, nach DLR-Standard.

Tyrolean selektioniert nach eigenem Verfahren und Standard bei Dr. Morawetz in Innsbruck. Zusätzlich Interview und SIM-Test.


Antworten Antworten Gast: Vereiner Kla
02.05.2012 11:29
3 5

Die Wahrheit war,

dass man nur mit Vitamin P die Swiss Selektion für die AUA geschafft hat. Dann aber auch mit bis zu 2 Dioptrien. Das gab es bei der Tyrolean nie.

Re: Die Wahrheit war,

Was für ein gigantischer Schwachsinn ...

Re: Die Wahrheit war,

Vitamin p wurde seit den 90 gern nicht mehr gebraucht um bei der aua genommen zu werden. zugegeben, vorher wars anders. eine swiss oder DLR selektion ist aber sicher nicht mit einer morawetz Selektion vergleichbar, deshalb konnten die Tyrolean Piloten auch nur mit den kleinen Fliegern unterwegs sein, die meisten hatten auch die aua/Swiss Selektion versemmelt und es Blieb in A auch nur mehr VO übrig. dass die nun einfach so womöglich B777 auf Langstrecke fliegen dürfen ist unfassbar.

Re: Re: Die Wahrheit war,

Ist ein Airbus oder eine B777 schwieriger zu fliegen als eine Fokker?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: YY7r
02.05.2012 19:05
2 1

Nein, Fokker ist

schwieriger zu fliegen. Vor allem nach Innsbruck. Aber das wollen die Herren OSler, die die Nase an der Decke haben, nicht zugeben.

Re: Re: Re: Die Wahrheit war,

diese frage stellt sich nicht.

Re: Re: Re: Re: Die Wahrheit war,

Warum nicht?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Zoom
02.05.2012 15:29
3 2

Re: Re: Re: Re: Re: Die Wahrheit war,

... Weil nur die wenigsten bei OS zugeben würden, dass eine Dash zu fliegen viel anspruchsvoller und schwieriger ist als ein Airbus oder eine B767/777...!
Abgesehen davon haben diese 2-tägige DLR Selektion an der sich alle so aufhängen gerademal 30 bis max 40 Piloten bei OS, der Rest die swiss und zum Teil keine Selektion. Übrigens war die alte swiss Selektion - die der Großteil des OS Personals hat - der heutigen Tyrolean Selektion sehr ähnlich....

Ich möchte auch einmal klarstellen, dass alle Piloten, egal ob DLR, NG, Swiss oder VO selektiert in der AUA Gruppe ausgezeichnet und professionell arbeiten und sich jeder Passagier in einem AUA Flieger egal ob Fokker, Dash, Airbus oder B767/777 sicher fühlen kann!
Uns als Piloten geht es immer um die Sicherheit der Passagiere, des Bordpersonals und des millionenteuren Fluggerätes. Fas ist unser Job, den leisten wir hervorragend, Tag für Tag!

Re: Die Wahrheit war,

AUA ist nur ein Spiegelbild von AU seit 45

AUA - SWISS ?

Wieso "fliegt" die SWISS von einem Rekordergebnis zum nächsten und erhält darüber hinaus noch alle möglichen Anerkennungen als "beste Fluglinie" und die AUA dagegen macht seit Jahren nur Verluste, wobei ich nichts über ihre Qualität gelesen habe? Beide gehören der Lufthansa und da ist es wohl normal, dass man Vergleiche anstellt.

2 1

Re: AUA - SWISS ?

Vielleicht weil das Geld in der Schweiz sicherer ist. Multinationale Konzerne machen tendentiell in jenen Ländern die größten Gewinne wo die Währung stabil ist und die Steuern niedrig. Möglicherweise trifft das auf die Schweiz zu.

Re: Re: AUA - SWISS ?

Und warum ist das Geld in der Schweiz sicherer? Weil die Schweizer 42,5 Stunden pro Woche arbeiten, weil der Souverain (i.e., das Volk) von Gewerkschaften vorgeschlagene Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich und Steuersenkungen, wie erst kürzlich passiert, ablehnt, denn das Erstere führt zu Inflation, und das Zweite zu einer Reduktion des Service Public.

Gast: pour le mérite
02.05.2012 08:32
8 2

Ach, wie sich die Sozen und ihre Gewekschafter doch immer brüsteten, welche supertollen KVs sie doch ausgehandelt hätten!

Ob Verstaatlichte, Post, Eisenbahn oder AUA,

mittlerweile sind all diese Unternehmen auf ihre Art pleite gegangen, nicht trotz, sondern genau wegen diesem "einbetonierten" kollektivvertraglichen Privilegienstadl.

Leute, gebt den roten Socken endlich den verdienten Fusstritt, die bringen uns doch alle um!!

Wieviel Beweise braucht man denn noch, um zu erkennen, daß mit solchen Leuten kein Unternehmen und schon gar kein Staat zu machen ist?


 
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Hobbyökonom