LGV: "Österreichisches" Gemüse oft im Ausland angebaut

09.05.2012 | 14:38 |   (DiePresse.com)

Der Chef der größten Gemüsegenossenschaft schätzt, dass zehn Prozent des als "österreichisch" verkauften Gemüses anderswo produziert wurde.

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Der Vorstand der größten heimischen Gemüsegenossenschaft LGV Frischgemüse, Gerald König, ortet hierzulande einen veritablen Lebensmittelskandal. Er schätzt, dass rund 10 Prozent des als "österreichisch" verkauften Gemüses aus dem Ausland stammt und damit falsch deklariert ist. Die LGV hat in der Vergangenheit ihre eigenen Gemüsegärtner und Mitbewerber vom renommierten deutschen Prüfinstitut TÜV Rheinland mittels Wasser-Isotopenuntersuchung überprüfen lassen, um die genaue Herkunft zu verifizieren, sagte König am Mittwoch am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Für seine eigenen Gemüsegärtner könne er ein Fehlverhalten ausschließen

König appelliert an die Agrarmarkt Austria (AMA), ebenfalls Wasser-Isotopenuntersuchungen zu verwenden, um schwarze Schafe ausfindig zu machen. Derzeit könne die AMA nicht die Herkunft von Gemüse aus Österreich garantieren. Eine Untersuchung des TÜV Rheinland koste rund 300 Euro. In Deutschland würden beispielsweise die Handelsketten flächendeckend diese Methode verwenden. Lidl setze die Isotopenuntersuchung sogar europaweit ein.

"Da Lebensmittel fast immer Wasser enthalten, können Isotopenuntersuchungen in Kombination mit anderen Methoden den Entstehungsort dieser eingrenzen und besonders bei sehr wertvollen Lebensmitteln deren Authentizität beweisen helfen", schreibt das österreichische Umweltamt.

"QR-Code" auf LGV-Verpackungen

Die Gemüsegenossenschaft will nun auch die Transparenz bei eigenen Produkten erhöhen. Seit Mai finden sich auf LGV-Verpackungen ein "QR-Code" (ähnlich einem Strichcode), der mit einem Smartphone auslesen werden kann. Damit können Verbraucher Informationen zum Betrieb, Anbau und Nährwerten abfragen. Die EHEC-Epidemie im vergangenen Jahr habe "viele Konsumenten verunsichert", betonte LGV-Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Fitzthum. Durch "absolute Transparenz" soll das Vertrauen in heimisches Gemüse wieder erhöht werden.

(APA)

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15 Kommentare
Gast: suupaa
09.05.2012 19:27
0 0

Super

Da hat der Strache wieder ein Thema für den nächsten Wahlkampf!

0 2

Dieser Pseudo-Patriotismus und diese ständige künstliche Agitation geht schon auf die Nerven!!! Die Bauern sollen endlich Mal STEUER zahlen - wie alle andere - und aufhören ständig den nächsten Seppi oder Peppi oder die nächste Maria oder Resi für die Politik zur Verfügung zu stellen!!! Ein Bauer wird niemals anders können als nur Bauer zu sein!!! Einfach. Seich. Primitiv.


Re: Dieser Pseudo-Patriotismus und diese ständige künstliche Agitation geht schon auf die Nerven!!! Die Bauern sollen endlich Mal STEUER zahlen - wie alle andere - und aufhören ständig den nächsten Seppi oder Peppi oder die nächste Maria oder Resi für die Politik zur Verfügung zu stellen!!! Ein Bauer wird niemals anders können als nur Bauer zu sein!!! Einfach. Seich. Primitiv.

Primitiv ist Ihr Kommentar.

Antworten Gast: macclaud
10.05.2012 09:56
1 0

Re: Dieser Pseudo-Patriotismus und diese ständige künstliche Agitation geht schon auf die Nerven!!! Die Bauern sollen endlich Mal STEUER zahlen - wie alle andere - und aufhören ständig den nächsten Seppi oder Peppi oder die nächste Maria oder Resi für die Politik zur Verfügung zu stellen!!! Ein Bauer wird niemals anders können als nur Bauer zu sein!!! Einfach. Seich. Primitiv.

Bauern als einfach, seicht und primitiv darzustellen ist ziemlich unverschämt, weil Sie vielleicht Intellektueller sind und keine Ahnung haben von der Erzeugung von Lebensmittel, heißt das noch lange nicht dass diese Menschen dumm sind. Wenn die Bauern keine Förderungen bekommen sind Leute wie Sie die ersten die verlangen dass die Lebensmittel billiger werden müssen. Es gibt in Österreich leider ein Zertifizierungsmafia welche diesen Pseudo-Patriotismus erfunden hat und alle glauben wir bekommen nur die beste Ware aus Österreich. Das hat aber nichts mit den Bauern zu tun.

Gast: africano
09.05.2012 18:00
2 1

60% des Gemüses ,kommt aus dem Ausland.


Na,

ich bau mirs jetzt selbst an..

Gast: KeinBauer
09.05.2012 16:17
2 3

Gemüsenationalismus ist eine Erfindung der Bauern!

Ansonsten kann man sich diesen Schwachsinn gar nicht erkennen.

Fast jedes Produkt in meiner Wohnung wurde nich in Österreich produziert. Meine Enklen spielen mit Spielzeug aus China und ansonsten werden die meisten Fertigprodukte dort produziert, wo die Kosten am niedrigsten sind.

Die Billiglohn Ungarn ernten bei unseren Bauern das Gemüse. Die Erde ist das gleiche und das Wasser im normal Fall auch. Wahrscheinlich zahlt der Bauer in Ungarn sogar mehr Steuern als in Österreich.

Jetzt soll mir ein Bauer erklären, wo nun der Unterschied liegen soll!

Antworten Gast: Waikki
09.05.2012 16:56
5 0

Re: Gemüsenationalismus ist eine Erfindung der Bauern!

Es geht hier prinzipiell um eine KORREKTE Kennzeichnung der Ware.

Der Rest liegt in der Hand des Konsumenten. Er entscheidet was er will oder nicht will und auf was er Wert legt oder nicht (und ja, es gibt gut Gründe die für einen regionalen Einkauf sprechen). Aber dazu müssen die ihm zugänglichen Informationen KORREKT sein!

Also warum dieser unterschwellige Groll gegen Landwirte?

2 0

Wo LGV draufsteht ist SPÖ System drinn


was anderes als Durchstechereien darf man sich von diesem SLVSPÖ Cocktail erwarten - wenn das ganze fast ausschliesslich auf giftiger Steinwolle angebaut wird...

Gast: Johan Meltini
09.05.2012 16:05
2 0

Herkunftsanzeige

Supermarkt oder Markt? Im Supermarkt wird es vermutlich meistens passen. Aber auf den Wiener Märkten scheint mir dies mehr als fraglich. Wenn man durch den Naschmarkt oder mancherorts stattfindende sog. Bauernmärkte spaziert, dann muss man sich oft wundern: wird das Preisschild zu gegebener Uhrzeit gedreht, ändert sich manchmal der Herkunftsort gleich mit.
Oder die selben Erdbeeren sind an einem Tag aus Spanien, am nächsten aus Italien oder die selben Eierschwammerl am Montag aus dem Burgenland, am Dienstag aus Serbien.

Gast: wer genau hinsieht
09.05.2012 15:21
4 0

Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?

Das ist gewerbsmäßiger Betrug!

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Re: Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?

Die sind damit beschäftigt die Schuldigen laufen zu lassen und die Unschuldigen zu bestrafen.
Oder wie gerade die Weisungen lauten.

Spargel aus Österreich ?

zuerst sollte mal der Spargel untersucht werden...ich tippe 50 % der geprüften Ware stammt nicht aus Österreich.

Strenge Kontrollen wären vorallem auch für unsere Gärtner von Vorteil.


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Re: Spargel aus Österreich ?

Da fährt man eben anstatt zum Supermarkt zum Spargelbauern bekommt frische Ware zum guten Preis.
Oder man läßt es eben.

Gast: Peeperkorn
09.05.2012 15:07
1 3

Diese Gemüsenationalisten!

Macht der Nationalismus nicht einmal vor Karotten und Paradeisern halt?

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