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AUA: Betriebsübergang auf Tyrolean nicht mehr zu stoppen

10.05.2012 | 13:34 |   (DiePresse.com)

Der Zwangsumstieg auf den Tyrolean-Kollektivvertrag wurde eingeleitet. Sollten zu viele Piloten abspringen, könnten billigere Neuzugänge eingestellt werden.

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Für Lufthansa- und AUA-Führung ist der Übergang des Flugbetriebs von Austrian Airlines auf die billiger operierende Tyrolean seit letzter Woche unumkehrbar. Der Point of no return sei da, egal ob und wie der Betriebsrat nun zum Sparpaket abstimmen lässt, heißt es. Wählten nun zu viele AUA-Piloten auf einmal den Austritt, würden sie durch bisher teilzeitfliegende Copiloten von Tyrolean und Konzernkollegen (Swiss, Lufthansa) ersetzt. Zudem überlegt die AUA für den Fall sogar schon, Dutzende neue, billigere Piloten einzustellen.

Sollten aus den bisher 43 AUA-Piloten, die wegen des umstrittenen Übergangs bereits mit Höchstabfertigungen kündigten, 110 oder 120 werden, hält dies der Konzern für problemlos verkraftbar. Selbst den Abgang aller 150 AUA-Kapitäne nach dem alten und teuersten Tarifschema (AUA KV-alt) hielte der Betrieb aus, wird versichert. Das würde bei Abfertigungen bis zu 39 Monatsgehältern (bis zu 500.000 Euro) an die 80 Mio. Euro kosten.

Lufthansa und Tyrolean könnten aushelfen

Lufthansa habe geschulte Piloten und Flugzeuge, heißt es unmissverständlich in Richtung Zweifler. Im übrigen wird ab nächster Woche ein zweiter Schub von 18 Tyrolean-Piloten auf die größeren Maschinen der AUA umgeschult. Werden es 150 Abgänge und mehr, kämen Neuanstellungen von außen infrage. Genaueres will die AUA Ende Mai wissen.

Im AUA-Management glaubt und hofft man aber nicht, dass jetzt, wo es um die entscheidenden Unterschriften geht, alle Androhungen auf Sonderaustritt wahr gemacht werden. Wer bei Golf-Airlines sein Heil suche, müsse dort ohne Kollektivvertrag, ohne Pensionsregelung und ohne "Seniorität" leben.

Umstieg auf Tyrolean-KV eingeleitet

Der Zwangsumstieg auf Tyrolean per 1. Juli wurde eingeleitet, weil eine Verhandlungslösung über eine Kollektivvertragsreform für die 2.100 Piloten und Kabinenmitarbeiter der AUA trotz viermonatiger Mühen scheiterte. Eine jetzt neu zur Abstimmung kommende einseitig geänderte Variante des Betriebsrats wird vom Vorstand wegen zu hoher Kosten nicht mehr unterstützt.

Mit der Abschlagszahlung von 120 Mio. Euro wären Pensionsprivilegien, teure Überstundenregelungen und automatische Jahresvorrückungen "abgekauft" worden. Die künftigen Bezüge-Einbußen werden auf bis zu 30 Prozent geschätzt. Da Verhandlungslösungen vom Tisch sind, gibt es keine Abschlagszahlungen für frühere KV-Privilegien. Nun werden die 47 Mio. Euro an jährlichen Personalkosteneinsparungen (knapp 30 Mio. Euro vom Bordpersonal) ohne Zuckerl gehoben, abgesehen von den teuren Abfindungen für abgehende Piloten.

Konzern-KV als Ziel

Die Gehälter der rund 550 Piloten und 1.500 Flugbegleiterinnen, die zur Tyrolean wechseln müssen, werden mit Stand von Ende Juni eingefroren. Allerdings nur, bis es einen gültigen Konzern-KV gibt. Dass es sich mit finalen Verhandlungen dafür heuer bis Jahresende noch ausgeht, wird sogar bei den größten Verfechtern bezweifelt.

Es sind auch Tyrolean-Bordleute vom Sparpaket betroffen: Auch für sie gibt es keine jährlichen automatischen Vorrückungen mehr. Im Betriebsübergang erhalten bleiben die für die Karrieren im Cockpit relevanten Senioritätslisten. Auch wenn alle Piloten im AUA-Konzern künftig alle Maschinen fliegen dürfen, was bisher vertraglich untersagt ist. Weil die Bord-Tarifverträge aufgekündigt sind, gibt es für die Mitarbeiter "Dienstzettel", während der KV-freien Zeit gibt es eine Art Richtlinie.

Kulturschock

Alles in allem würden, so bedauern AUA-Manager, die wahren Gewinner der jetzigen radikalen Lösung zur Kürzung der Personalkosten bei Austrian Airlines wohl die Anwälte sein. Die verdienen am Betriebsübergang mehr als in einer Verhandlungslösung.

Die Belegschaft hat ja angedroht, die AUA mit Klagen einzudecken, die AUA hat sich im Voraus mit Rechtsgutachten eingedeckt.

Der AUA-Vorstand unter Jaan Albrecht und seine Berater trösten sich, dass alles eine Frage der Zeit sein wird. Läuft eine Zusammenlegung gut, sollte der Kulturschock in fünf Jahren verdaut sein.

 

(APA)

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96 Kommentare
 
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Gast: gast4733
13.05.2012 09:42
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7%ige Gehaltssprünge

Die 150 Piloten, die das Unternehmen verlassen, werden durch Neuzugänge ersetzt, die mit ca. 2.500€ Brutto einsteigen. Jetzige Copiloten werden Kapitäne und ihre Positionen werden durch dir zuvor genannten jungen Copiloten mit eben 2.500€ Gehalt ersetzt. Das interessante daran ist aber, dass es jetzt den Vorstand NICHT stört, dass die jungen Copiloten auch automatische Gehaltssprünge in einer höhe von ca. 7% geniessen. Es ist namlich so, dass dieses Gehaltssprungsystem nicht nur NACHTEILE für ein Unternehmen bietet. Unternehmen bekommen am Anfang SEHR günstiges Personal. Sie versprechen diesem aber 20-30Jahre später ein weit besseres Gehalt. Wenn es dann aber soweit ist, wird das Personal medial durch den Kakao gezogen und verunglimpft, da es ja überzogene Privilegien geniesst. Man sollte aber in diesem Zusammenhang erwähnen, dass ohne dieses System die Piloten statt jetzt 2.500€ gleich 5-6.000verlangen würden, da KEIN Pilot 70.000€ für ne Ausbildung zahlt, um dann sein Leben lang 2.500€ Brutto zu verdienen. Es gibt halt IMMER 2 Wahrheiten in einem Konflikt!

Gast: Air Canada Pilot
13.05.2012 07:18
0 0

5 Jahre Kulturschock...?

Bei uns brodelt es 11 Jahre nach Firmenzusammenschluß (Candian & Air Canada) noch immer - und beide Firmen flogen große Jets. Viel GLück!

Gast: Prämienkaiser
12.05.2012 20:22
0 0

Prämiengeier

Das ist wahres Geschäftsleben: Der Vorstand zahlt den Piloten Millionen an Abfertigungen, damit auch er an seine Prämie ran kommt. Sehr kurzsichtig

Lieber das Geld in eine Strukturreform investieren

Gast: ichtraueniemandmehrimstaatösterreich
12.05.2012 17:35
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Betriebsübergang

Das Gehalt der Vorstände liegt sicher weit über dem, der KV-Alt Piloten. Was rechtfertigt das???Die Führung der AUA hat versagt und die LH hat sich abwartend zurückgelehnt. Jetzt soll das Personal dafür gerade stehen. Drei Vorstände und ein Swiss-Berater verstehen es noch nicht "ohne Wertschätzung für die Mitarbeiter" geht gar nichts. Ohne Personal kein Untenehmen. Ohne CI kein verlässliches Personal. Wenn die Herren so weitermachen dann wird die LH die AUA nicht verkaufen sondern zusperren.

Gast: passagier
12.05.2012 17:24
1 1

von wegen

mein flug nach dubai wurde heute wegen mangels an piloten gestrichen, auch ein indien langstreckenflug wurde aus demselben grund gestrichen

wie will die aua den sommer bedienen, wenn der noch nicht mal angefangen hat.

von wegen ein pilotenmangel
ich buche mit meiner familie den sommerurlaub bestimmt nicht bei aua

vielen dank auch

Antworten Gast: ichtraueniemandmehrimstaatösterreich
12.05.2012 17:39
1 2

Re: von wegen

ich gebe ihnen recht, wenn sie sich überlegen ob sie nochmals die AUA buchen. Jaan Albrecht kann sich warm anziehen, aber er hat ja schon einmal eine Fluglinie zugesperrt. Also ein Mann mit Erfahrung an der Spitze eines Unternehmens. Sie lügen und betrügen und die Leidtragenden sind die Mitarbeiter

Jaan Albrecht kann sich warm anziehen, aber er hat ja schon einmal eine Fluglinie zugesperrt. Also ein Mann mit Erfahrung an der Spitze eines Unternehmens. Sie lügen und betrügen und die Leidtragenden sind die Mitarbeiter

... und unsere Passagiere!

Gast: Klaus
12.05.2012 11:07
0 0

bye

ich muss im Juni beruflich INN-VIE. Da ich einen Fixtermin habe und ich mich dzt. nicht auf die AUA verlassen will und kann habe ich - nach -zig Jahren - der ÖBB eine Chance gegeben. Mit der Sparschiene mit Raijet in der Businessclass für ca. 100,- hin & retour. Ganz abgesehen davon ist INN eh zum Scheitern verurteilt, falsche Politik, falsche Damager.

soviel zur gewerkschaftlichen solidarität...

die "alten hasen" haben ihre schäfchen ins trockene gebracht. dass jetzt auch junge piloten, flugbegleiterInnen usw., die halt leider keinen anspruch auf 39 gehälter abfertigung haben, die auch nicht so toll verdient haben, um sich einen netten ruhepolster zu gönnen, mitdrinhängen, ist dann nur mehr nebenschauplatz.

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„Wir haben eigentlich einen Pilotenüberhang“,

wie auch einen Beamtenüberschuss in sehr vielen Bereichen, welche die Staatschulden ja deshalb auch niemals senken lassen können weil eben diverse viele Privilegien existieren !

Nichts gegen Beamte in wichtigen Stellen, aber WER braucht solche als Mistkübelfahrer, Bus und Bimfahrer oder Gärtner ...... ??!


Antworten Gast: Frontschwein (pic)
11.05.2012 17:25
1 0

Re: „Wir haben eigentlich einen Pilotenüberhang“,

ÖBB Gewerkschafter (wer fällt mir auf die Schnelle nicht ein): "Nur ein pragmatisierter Lokführer hat die richtige Einstellung und das Bewustsein für die Verantwortung bei seiner Arbeit."

Noch Fragen?

Die 150 Piloten kommen auch bald wieder ...

weil das Fahren mit dem Aufzug doch noch weniger lukrativ ist, wie der Pilotensitz bei der TYROLEAN.

Wichtig wäre nur, wenn 150 Betriebsräte gehen würden, das wäre ein wahrlich epochaler Gewinn für die AUA.

Gast: H.M.Kamps
11.05.2012 11:25
3 1

Die endlose Geschichte der AUA.

Meines Erachtens hat das Flugpersonal samt Piloten begriffen. Seit Jahren ansteigende Zahlen bei der Jobsuche beim Flugpersonal bis zum Piloten Europaweit. Derzeit befinden sich ca. 4.500 auf den JOB Börsen nur allein im Internet.

Ist nicht so mit den *Superfluglinien* auch hier gibt es begrenzte Aufnahmen und letztendlich müssen alle Lohbestandteile gegenübergestellt werden. Dann spielt gleich eine andere Musik. Allein es gibt keine 14 Monatsgehälter. Und mehr als 70h Flugleistung und und und.

Man denkt halt dass die ehemaligen Bedingungen des Schlaraffenlandes beim neuen Eigentümer endlos weitergeführt werden können. Unglaublich diese Verhaltensweise.

Aber wem interessiert das tatsächlich? Nur den neuen Eigentümer. Der österreichische Steuerzahler ist Gott (Pröll) sei dank von dieser Geißel befreit. Milliarden Einsparungen an Förderungen die jetzt für andere Zwecke möglicherweise missbraucht werden können. Oder auch für sinnvolle Zwecke wie Pflegegeld usw. ihre Verwendung finden.

...

qualität statt quantität...

Gast: k.u.k Feldmarschall
11.05.2012 08:48
6 5

Diese Bude gehört an einen Kosovaren verschenkt und dann zugedreht!

Ein Konkurs würde dann abgelehnt wegen mangelnder Deckung und die Mitarbeiter bekämen ihren ausstehenden Lohn.
Abfertigung natürlich keine genauso wie Sonderregelungen.
Jede Minute länger Geldvernichten ist eine Frechheit. Faulheit und Gier dürfen nicht belohnt werden. Nicht mehr nach 70 Jahren Defizit-AUA!

1 1

Re: Diese Bude gehört an einen Kosovaren verschenkt und dann zugedreht!

Die Aua geht uns aber eigentlich nichts mehr an. Das ist das Problem der Lufthansa.

Antworten Gast: leonard hofstetter
11.05.2012 13:54
2 2

Re: Diese Bude gehört an einen Kosovaren verschenkt und dann zugedreht!

was haben Ihnen die Kosovaren getan?;-)

„Wir haben eigentlich einen Pilotenüberhang“, hat Albrecht schon mehrmals betont.

na also, die ganz 'normale' realität des berufslebens:
ein alter, teurer mitarbeiter wird irgendwie rausgeekelt, damit billigere und jüngere ihn ersetzen.

das presseforum, bestehend aus pensionisten und jungspunden, applaudiert solchen aktionen natürlich, denn wer nicht arbeitet braucht auch keine angst vor so etwas haben.

warum die aua/lufthansa diesen mitarbeiter-umbau in so dramatischer und spektakulärer weise machen musste anstatt die nicht mehr gewollten piloten ganz regulär zu kündigen (das wäre auch nicht teurer gekommen!), verstehe ich allerdings nicht.
das argument "die pilotengehälter ruinieren uns" ist ja an lächerlichkeit nicht zu überbieten: es kann ja jeder leicht nachrechnen: was bringt in summe eine 25%ige gehaltsreduktion bei 300 piloten? und wieviel verlust macht die aua?
nicht mal ein tropfen wäre diese gehaltsreduktion...

jede menge lug und betrug also, um zu kaschieren, dass man normale turbokapitalismus-methoden anwendet: hauts die alten raus!

applaus, applaus von den rängen, wo man nicht betroffen ist/nicht denken kann/sich über negatives für andere amüsiert.


Antworten Gast: No_Name:NO
11.05.2012 08:52
0 2

Kündigungen gehen so nicht

Im KV gibt es eine Senioritätsregel wonach die jüngsten zuerste gehen müssen - eine Kündigung der Altpiloten ist nicht möglich - jedenfalls lt. aktuellem KV.

Re: Kündigungen gehen so nicht

Kündigungen nach senioritätsliste und damit müssen die jüngsten ( mit den meisten Schulden aus der Ausbildung und gerade vielleicht im familienaufbau) gehen, und die alten welche schon ein dickes finanzpolster aufgebaut haben nicht ?!?!? so funktioniert es - zum Glück- nicht. Es wird nach sozialen Gesichtspunkten zum Glück gekündigt werden, so steht's im Gesetz. Da ist nichts von Kündigungen nach negativer Seniorität zu lesen.

Re: Re: Kündigungen gehen so nicht

In der Airline Branche ist es aber oft genau so. Es wird von unten weg gekündigt. Nicht nach Qualifikation, Alter, Kosten. Das ist ja gerade das Senioritätsprinzip. Die mit dem jüngsten Eintrittsdatum müssen bei regulären Kündigungen zuerst gehen. Auf diesem Weg wäre man teure Verträge nicht los geworden.

Re: „Wir haben eigentlich einen Pilotenüberhang“, hat Albrecht schon mehrmals betont.

"normale Kündigungen" wären noch viel problematischer gewesen, da die infrage kommenden Personen wohl ausnahmslos die Kündigungen wegen Sozialwidrigkeit angefochten hätten.

Das Prozessrisiko wäre enorm gewesen und im Endeffekt hätte das dem Unternehmen wohl mehr gekostet...

langjährige, ältere und somit gut verdienende Mitarbeiter kann man nach der österreichischen Rerchtsprechung halt nicht so einfach kündigen...

Re: Re: „Wir haben eigentlich einen Pilotenüberhang“, hat Albrecht schon mehrmals betont.

Es gibt in seriösen Airlines das "senioritätsprinzip", mit ein Grund warum Sie sich an Bord der AUA entspa nt zurücklehnen können.

Re: Re: Re: „Wir haben eigentlich einen Pilotenüberhang“, hat Albrecht schon mehrmals betont.

wie kommen sie drauf, dass ich betroffen sei?

Gast: auwe
11.05.2012 07:34
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aua aua

Au aus das tut weh klein ösi prosst genosen bald habts alles ruiniert prosst genossen.

der Flughafen Wien

nennt sich international, ist aber weit davon entfernt. jeder Langstreckenflug geht über Frankfurt, Zürich, Madrid, Amsterdam usw. wofür brauchen wir eine AUA mit 150 Piloten, red Tickets um 69 € und eine 3. Piste bei diesem pimperlbetrieb?

 
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Hobbyökonom