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Raiffeisengruppe holt sich ein halbe Milliarde Euro

13.05.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Das Projekt soll in mehreren Phasen bis 2014 umgesetzt werden. Die Raiffeisengruppe NÖ-Wien ist die einzige Organisation, bei der es eine Finanzspritze geben wird.

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Wien/Höll. In der Raiffeisengruppe gibt es weiteren Kapitalbedarf. Am Sonntag kündigte der neue Obmann der Raiffeisen-Holding, Erwin Hameseder an, dass die Raiffeisenbankengruppe NÖ-Wien bis zu eine halbe Milliarde Euro an Eigenkapital aufbringen wolle.

Das Projekt werde in mehreren Phasen umgesetzt. „2013 und vermutlich 2014“, sagte Hameseder der „NÖN“. Die Details stehen allerdings noch nicht fest. Das Geld soll in den Geschäftsausbau fließen, heißt es.

Hameseder ist der neue starke Mann bei Raiffeisen. Er hatte Anfang Mai die Nachfolge von Raiffeisen-Manager Christian Konrad übernommen. Hameseder ist unter anderem für die Raiffeisen-Industriebeteiligungen (wie Strabag, Kurier, LLI, NÖM) zuständig.

 

Verschiedene Baustellen

Die Raiffeisengruppe NÖ-Wien ist die einzige Organisation, bei der es eine Finanzspritze geben wird. Erst Ende April erklärte die zu Raiffeisen gehörende Uniqa-Versicherung, dass sie im Sommer eine Kapitalerhöhung von 500 Mio. Euro durchführen wird. Das Geld soll zur Stärkung des Eigenkapitals und für Zukäufe in Osteuropa ausgegeben werden.

Die Uniqa hatte im Vorjahr wegen Abschreibungen in Griechenland und wegen Kosten für einen Konzernumbau einen Vorsteuerverlust von 326 Mio. Euro erzielt. Die jetzt benötigen 500 Mio. Euro sollen in erster Linie die derzeitigen Aktionäre (Raiffeisen und Austria Versicherungsverein) zuschießen. 2013/2014 soll es eine weitere Kapitalerhöhung im dreistelligen Millionenbereich geben.

Der größte Kapitalbedarf besteht aktuell bei der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Diese muss bis Ende Juni laut Anordnung der Europäischen Bankenaufsicht einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,1 Mrd. Euro aufbauen. Das Institut setzt alle Hebel in Bewegung, um diese Vorgaben zu erfüllen. Bei der Hauptversammlung am 23. Mai soll eine Kapitalerhöhung von 840 Mio. Euro fixiert werden. Mehr als 90 Prozent der RZB gehören den Raiffeisen-Landesbanken in den Bundesländern. Diese werden allerdings kein Geld in die Hand nehmen, sondern es kommt zu einem Tausch von Wertpapieren. So werden sogenannte „Partizipationsscheine“, stimmrechtslose Wertpapiere, in Stammkapital gewandelt. Durch diese Maßnahme erhöht sich das harte Kernkapital um die genannten 840 Mio. Euro. Dann plant die Raiffeisen Zentralbank noch eine Reihe von internen Maßnahmen, um die Aufsicht zufriedenzustellen.

 

Unklarheiten wegen Staatshilfe

Noch unklar ist, wie und wann die Giebelkreuzer die im Jahr 2009 erhaltene Staatshilfe von 1,75 Mrd. Euro zurückzahlen werden. Ursprünglich hat es geheißen, dass die RZB-Tochter Raiffeisen International eine Kapitalerhöhung an der Börse durchführen wird. Doch der Aktienkurs ist im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise stark gefallen.

Fest steht indes, dass die Raiffeisen Landesbanken näher zusammenrücken werden. Hameseder kündigte an, dass sich die Niederösterreicher mit den Oberösterreichern Kooperationen vorstellen können. Anfang April war der langjährige Chef der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, Ludwig Scharinger, in Pension gegangen. Dieser hatte ein ambivalentes Verhältnis zu den Wiener Raiffeisen-Managern. Sein Nachfolger, Heinrich Schaller, sagte im „Presse“-Interview, er habe keine Berührungsängste mit Wien.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2012)

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16 Kommentare
Gast: Treuhand
14.05.2012 16:11
0 1

mutige postings hier,aber es hilft nichts!

würden für den raiffeisen-"konzern(bank u. firmen)" dieselben regeln gelten wie für die richtige privatwirtschaft würde es ihn heute gar nicht mehr geben(eventuell kleine bauernbank- zweigstellen zum einzahlen u. pensionsgeld abheben),aber da dies in österreich/eu nicht der fall ist,ist es müssig darüber zu spekulieren! raiffeisen ist ganz klar eine politische staatsnahe institution u. nur das volk könnte eine veränderung herbeiführen denn die politiker aller coleur sind zu feige,oder haben keine ahnung bzw. profitieren davon gleich wie viele journalisten diverser blätter u. natürlich dem orf !! ps: vielleicht sollten die letzten freien medien einmal rechachieren wie viele privat- unternehmen u. konzerne den standort österreich meiden bzgl. dieser wettbewerbsverzerrender zustände in österreich!! falls posting nicht veröffentlich wissen wenigstens sie es jetz s.g herr/frau blogwart,oder sie wussten es eh schon ,grüsse!!

9

Gast: Hemingway
14.05.2012 10:07
2 1

Keinen Cent für Bankster ! Egal, um welche Bank es handelt. Das Volk wird nur noch verarscht und angelogen.


Gast: onkel dagobert
14.05.2012 09:53
5 1

Privat abzocken und sich dafür mit dem Geld von Steuerzahler finanzieren lassen

neue Investitionen im Osten, lassen weitere dreistellige Millionverluste befürchten. Schiockt Stepic in die Pension uns stellt die Staatshilfen fällig. Wenn Raiffeisen zocken will, soll sie sich gefälligst über den Kapitalmarkt mit einer Kapitalerhöhung finanzieren.

Noch unklar ist, wie und wann die Giebelkreuzer die im Jahr 2009 erhaltene Staatshilfe von 1,75 Mrd. Euro zurückzahlen werden

Wenn einer Bank "unklar" ist, wie und wann ein "Kunde" den Kredit begleichen wird - ja was passiert dann eigentlich?
Wie komme ich als Steuerzahler eigentlich dazu, diese Versager durchfüttern zu müssen - ohne einen Anteil zu bekommen, ohne Perspektive, das Geld jemals wiederzusehen?

2 0

Re: Noch unklar ist, wie und wann die Giebelkreuzer die im Jahr 2009 erhaltene Staatshilfe von 1,75 Mrd. Euro zurückzahlen werden

Seit wann fragen unsere Politiker die Steuerzahler, wofür Sie das Geld ausgeben? Wenn sie fragen würden, gäbe es keine Griechenlandhilfe, Bankenrettung, Parteienförderung...

Re: Re: Noch unklar ist, wie und wann die Giebelkreuzer die im Jahr 2009 erhaltene Staatshilfe von 1,75 Mrd. Euro zurückzahlen werden

Das ist mir schon klar.
Interessant ist nur, dass jene, die beschliessen, dieses Geld im Grunde zu verschenken (da ja keinerlei Sicherheiten oder Beteiligungen eingefordert werden), von so vielen Leuten gewählt werden.
So naiv meine Fragen also auch sind: Offenbar wird es schon als so normal empfunden, bestohlen zu werden, dass das viele gar nicht mehr zumindest nachdenklich macht.

Gast: skontist
14.05.2012 09:49
4 0

Noch unklar ist, wie und wann die Giebelkreuzer die im Jahr 2009 erhaltene Staatshilfe von 1,75 Mrd. Euro zurückzahlen werden.

abere weitere Zukäufe werden im Osten, bislang ein Millioongrab, geplant. Stellt die Staatshilfen fällig und keinen weiteren Steuereuro in dieses Unternehmen!

Gast: 1. Parteiloser
14.05.2012 08:29
1 2

Es scheint ein Milliardenfresser zu sein!

Da war mal das Staatsgeld, als Partizipationskapital in der Höhe von 1,75 Mrd. Euro. Dann noch die Tochter VIG mit einer 0,5 Mrd. und jetzt noch einmal 0,8 Mrd. Euro. Dazu kamen dann noch ein Haufen an Umbuchungen um im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten des Eigenkapital gesund rechnen zu können. Begleitet wurde das noch von Umbuchungen (Stundungen, Umschuldungen) bei der großen Masse an NPLs, um dieses Problem freundlicher in den offiziellen Zahlen darstellen zu können (und damit die Notwendigkeit von bilanzbelasteten Rückstellungen zu reduzieren!).

Das Alles lag und liegt im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, das Bilanzrecht lässt ja sogar Umbuchung zu, welche das nominelle Eigenkapital erhöht, obwohl sich in Wirklichkeit gar nichts daran ändert.

Obwohl schon Milliarden zugeführt wurden, so liegt das Eigenkapital der Raiffeisen NÖ- Wien (740 Industriebeteiligungen!) bei lächerlichen unter 20%. Obwohl kaum eine brauchbare Substanz vorhanden ist und die Umsatzrendite bei nur 0,48% lag, so schüttet das sorglose Management
auch noch Dividenden aus!

Es besteht doch dringender Sanierungsbedarf, welche besonders auf der Kostenseite erfolgen sollte. Nur, das machen die Hirnis nicht, die kauften sogar noch, über die RBI, in Polen eine große Bank.

Wer stoppt die Totalversager?

2 0

Re: Es scheint ein Milliardenfresser zu sein!

Klingt gscheit, ist es aber nicht.
Die VIG ist keine Raiffeisentochter, sondern ist der Stadt Wien zuzurechen. "Eine Masse NPL" hat jede Bank aufzuweisen, wenn man Kredite vergibt, gibt es immer einen Prozentsatz der nicht "performed". Das Partizipationskapital aus der Staatshilfe wird regelmässig verzinst (was die meisten anderen Banken mit Staatshilfe nicht tun). Und das höhere Eigenkapital ist aufgrund neuer Regeln notwendig geworden und nicht, weil das vorhandene aufgebraucht wurde.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
14.05.2012 13:49
0 0

Re: Re: Es scheint ein Milliardenfresser zu sein!

Betreffend VIG haben Sie Recht, ändert aber an der Tatsache, dass der Raiffeisengruppe laufend Kapital zugeführt werden muss, worden ist, auch nichts. betreffend der NPLs und dem Eigenkapital stimmen Ihre Aussagen eher gar nicht.

Die RBI hatte schon 30% des Kreditvolumens als non performing loans im Jahr 2009. Dann wurde massiv gestundet und umgeschuldet um diesen Wert in den Bilanzen besser aussehen zu lassen. Das ging soweit, dass die RBI die Kreditvolumen pro Kreditnehmer stark erhöht hat damit dieser dann die Zinsen bezahlen konnte und so der NPL Anteil günstig dargestellt wurde. An der Realität, also der fehlenden Zahlungsfähigkeiten des Kunden hat sich, entgegen der Papierdarstellung aber gar nichts geändert. Es geht bei der RBI also keinen Fall um einen normalen %Satz, welcher nicht performt!

Betrachtet man die nominelle Eigenkapitalquote, dann ist diese von 7,9% (2010) auf 7,4% (2011) gefallen. Das Problem kommt also nicht von den Vorschriften!

Noch bedenklicher ist der Anstieg der Verbindlichkeiten von 120,8 Mrd. (2010) auf 136 Mrd. (2011). Die um 16 Mrd. Euro gestiegene Bilanzsumme wurde also alleine durch Verbindlichkeiten aufgeblasen. Die Behübschung bei den NPLs kommen noch dazu, genauso wie die Aktionen mit Umbuchungen ein Eigenkapital zu schaffen.

Eine äußerst ungesunde Entwicklung. Das gilt besonders auch deshalb, weil 2011 ein Jahr der Hochkonjunktur war.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
14.05.2012 13:15
0 0

Re: Re: Es scheint ein Milliardenfresser zu sein!

Betreffend VIG haben Sie Recht, ändert aber an der Tatsache, dass der Raiffeisengruppe laufend Kapital zugeführt werden muss, worden ist, auch nichts. betreffend der NPLs und dem Eigenkapital stimmen Ihre Aussagen eher gar nicht.

Die RBI hatte schon 30% des Kreditvolumens als non performing loans im Jahr 2009. Dann wurde massiv gestundet und umgeschuldet um diesen Wert in den Bilanzen besser aussehen zu lassen. Das ging soweit, dass die RBI die Kreditvolumen pro Kreditnehmer stark erhöht hat damit dieser dann die Zinsen bezahlen konnte und so der NPL Anteil günstig dargestellt wurde. An der Realität, also der fehlenden Zahlungsfähigkeiten des Kunden hat sich, entgegen der Papierdarstellung aber gar nichts geändert. Es geht bei der RBI also keinen Fall um einen normalen %Satz, welcher nicht performt!

Betrachtet man die nominelle Eigenkapitalquote, dann ist diese von 7,9% (2010) auf 7,4% (2011) gefallen. Das Problem kommt also nicht von den Vorschriften!

Noch bedenklicher ist der Anstieg der Verbindlichkeiten von 120,8 Mrd. (2010) auf 136 Mrd. (2011). Die um 16 Mrd. Euro gestiegene Bilanzsumme wurde also alleine durch Verbindlichkeiten aufgeblasen. Die Behübschung bei den NPLs kommen noch dazu, genauso wie die Aktionen mit Umbuchungen ein Eigenkapital zu schaffen.

Eine äußerst ungesunde Entwicklung. Das gilt besonders auch deshalb, weil 2011 ein Jahr der Hochkonjunktur war.

Wann verstehen die Genossenschaftler

- dass das Spitzeninstitut bankrott ist,
- endlich fallen gelassen werden muß
- die Verantwortlichen zu ihren Taten stehen müssen

Das Verschließen der Augen vor dem Unvermeidlichen macht die Katastrophe nur größer.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
14.05.2012 08:51
1 0

Re: Wann verstehen die Genossenschaftler

Rechtlich gesehen sind Unternehmen dann bankrott, wenn entweder das Eigenkapital aufgebraucht ist oder mangels Liquidität die Rechnungen nicht mehr im vereinbarten Termin bezahlt werden können. Beide Kriterien treffen für die Raiffeisengruppe aber nicht zu.

Auf der einen Seite lässt das Bilanzrecht einen unglaublichen Spielraum bei der Bewertung, besonders bei Banken, welche auch maximal ausgenutzt wurde. Auf der anderen Seite gab es schon Milliardenkapitalerhöhungen (auch staatliches Partizipationskapital!). Beides zusammen hat diese Gruppe dann am Papier das Überleben gesichert.

Die Liquidität wird vorwiegend durch die Einlagen der Sparer erreicht. Die Verwendung dieser Gelder ist ja kaum durchsichtig. Wenn es doch nicht gereicht hat, dann konnte man sich auch locker zu 1% gewaltige Summen von der EZB holen.

Aus rechtlicher Sicht ist daher kein Kriterium für eine Insolvenz erfüllt. Dass es weiter so bleibt sind auch, wie angekündigt, weitere Kapitalzufuhren notwendig.

Antworten Gast: uer
14.05.2012 08:00
3 1

Raiffeisen nur mehr da zum Staat aussaugen

eigentlich vom Gründergedanken des Herrn Raiffeisen ist die Bank weit entfernt

weniger zocken und solide arbeiten

dann braucht man nicht alle paar jahre wieder neues geld.

Gast: Banken retten als Daueraufgabe des Staates?
14.05.2012 04:31
1 0

Raiffeisen holt schon wieder Geld?

Hat Raiffeisen denn selbst kein Geld mehr?

Hobbyökonom