Wien/Red./Apa. Die heimische Wirtschaftsleistung hat im ersten Quartal 2012 wieder leicht zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich zum Vorquartal um real 0,2 Prozent, nach einer Stagnation im vierten Quartal des Vorjahres, so das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo). Unterschiede in dieser Größenordnung sind allerdings nicht genau messbar.
Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres wuchs das BIP real noch um satte 1,9 Prozent. Wifo-Experte Markus Scheiblecker warnt allerdings vor zu viel Optimismus: Die 1,9 Prozent seien zum Teil auf das Schaltjahr zurückzuführen, das im Februar einen zusätzlichen Arbeitstag brachte. Ziehe man diesen Effekt ab, komme man auf 1,4 Prozent. Außerdem gebe es im übrigen Jahr drei Arbeitstage weniger als im Vorjahr. „Wir nehmen nicht an, dass es so gut weitergeht.“ Derzeit prognostiziert das Wifo für das Gesamtjahr 0,4 Prozent Wachstum, möglicherweise wird die Prognose nach oben korrigiert. Aber sollte die Griechenland-Krise „eskalieren“, könnten die 0,4 Prozent auch zur Obergrenze werden. 2011 legte die heimische Wirtschaft um drei Prozent zu.
Rezession im Süden
Auch Deutschlands Wirtschaft war zu Jahresende rückläufig – zum ersten Mal seit fast drei Jahren. Im ersten Quartal erholte sie sich wieder auf plus 0,5 Prozent im Quartalsvergleich und gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent. Damit übertraf Deutschland die Erwartungen der Experten. Die größte Volkswirtschaft der Eurozone bewahrte die Währungsunion vor einem noch schlechteren Ergebnis: Im Durchschnitt wuchsen die 17 Mitgliedsländer der Eurozone überhaupt nicht, so die Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat.
Auch die französische Wirtschaft – die zweitgrößte der Eurozone – stagnierte. Portugal, Spanien und Italien stecken in der Rezession. Für Griechenland lagen keine Zahlen vor.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2012)
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